Striezelmarkt läuft die Zeit davon: Die ersten Händler sagen ab

Dresden - Die Tanne steht schon. Doch ob der 586. Striezelmarkt im Dezember seine Tore öffnet, ist indes weiter ungewiss. Und jetzt sagen die ersten Händler ab.

Ingo Westenberg (63) wartet auf Nachricht von der Stadt.
Ingo Westenberg (63) wartet auf Nachricht von der Stadt.  © Eric Münch

Die Händler warten derzeit auf eine Nachricht des Marktamtes. Sie sollen sich dazu äußern, ob sie auch im Dezember noch dabei wären, falls der Striezelmarkt nach dem Lockdown öffnen dürfte. 

Bis Montagnachmittag hatte niemand etwas von der Stadt gehört.

"Die Zeit wird knapp", sagt Heiko Meyer (57), der den "Platzhirsch" auf dem Striezelmarkt betreibt. Er muss zum Aufbau einen Kran bestellen. "Die warten nicht auf mich." Ein weiteres Problem ist das Personal: "Viele Pauschalkräfte haben schon abgesagt."

Ingo Westenberg (63) aus Quendorf (Niedersachsen) ist noch unentschieden, ob er die weite Reise antreten soll: "Ich kann gerade gar nichts dazu sagen, ich warte auf eine Nachricht."

Auch Markus Harich (55) von "Harichs Jagerhütte" ist noch unentschieden. Er denkt jedoch: "Bis zum nächsten Frühjahr findet nichts mehr statt."

Immerhin: Die Hütte der Marktleitung steht schon.
Immerhin: Die Hütte der Marktleitung steht schon.  © Steffen Füssel
Markus Harich (55) von "Harichs Jagerhütte" ist noch unentschieden.
Markus Harich (55) von "Harichs Jagerhütte" ist noch unentschieden.  © Holm Helis

Entscheidung über Striezelmarkt fällt wohl frühestens kommende Woche

Karin Schneller (66) hat bereits abgesagt.
Karin Schneller (66) hat bereits abgesagt.  © Holm Helis

Abgesagt hat Karin Schneller (66), die glasierte Früchte verkauft und seit der Wende auf dem Striezelmarkt dabei ist.

Als sie erfuhr, dass sie ihren Stand am Elbufer gehabt hätte, fiel die Entscheidung, nicht zu kommen. "Das rechnet sich finanziell nicht mehr." Rund die Hälfte der 40 Elbufer-Stand-Händler soll abgesagt haben.

Frederic Günther (34), Vorsitzender des Verbandes erzgebirgischer Kunsthandwerker, betont, wie wichtig der Striezelmarkt für seine Zunft ist. "Wir vom Verband kommen auf jeden Fall", sagt er.

Die Stadt hat es offenbar nicht eilig: Robert Franke (42), Amtsleiter für Wirtschaftsförderung, betont, kontinuierlich mit den Händlern in Kontakt zu stehen, ob und wie der Striezelmarkt umgesetzt werden kann.

"Dies wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, zumal die Regelungen von Bundes- und Freistaatsseite für Dezember frühestens in der kommenden Woche zu erwarten sind."

Titelfoto: Eric Münch

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