Tankwagen, Wasserbeutel, Freiwillige: So will Dresden seine Bäume retten!

Dresden - Am 19. Juni waren Dresden und Cottbus bei 39,2 Grad Celsius die bisher heißesten Städte Deutschlands in diesem Jahr. Die Hitze macht auch Pflanzen und vor allem Bäumen zu schaffen. Doch wie wollen das Amt für Stadtgrün und Dresdner Bürger das Vertrocknen der Bäume verhindern?

Städtische Mitarbeiter gießen Bäume im Alaunpark. Die Rekordhitze hat auch hier Spuren hinterlassen, wie man zum Beispiel am Rasen sieht.
Städtische Mitarbeiter gießen Bäume im Alaunpark. Die Rekordhitze hat auch hier Spuren hinterlassen, wie man zum Beispiel am Rasen sieht.  © Amac Garbe

"Gegenwärtig setzen wir rund 350 Wassersäcke im Stadtgebiet ein. 2020 und 2021 waren es je 250 Stück", erklärt Amtsleiter Jörg Lange (57).

Die Behälter am Baumstamm lassen Wasser langsam im nahen Boden versickern, sodass Wurzeln über mehrere Tage mit dem lebenswichtigen Nass versorgt sind.

Bei Versorgungs-Fahrzeugen ist das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft flexibel. Diese sind - wie der ostdeutsche Alleskönner Multicar - im Bedarfsfall umrüstbar.

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Zudem können externe Firmen beauftragt werden. Lange: "Unsere Anzahl der Wasserwagen bewegt sich daher von 2020 bis 2022 auf einem ähnlichen Niveau von acht bis zehn Stück."

Eine Gieß-App plant die Stadtverwaltung nicht. Dafür wird auf Bürgerengagement, wie über Baumpatenschaften und die Initiative "Dresden gießt", gesetzt.

Gemeinsam mit letzterer wurde am 23. Juni in Pieschen (Konkordienplatz) und Blasewitz (Bertolt-Brecht-Allee) je ein 1000-Liter-Wassercontainer für hilfsbereite Anwohner aufgestellt.

Bewässerungssäcke wie der in der Bertolt-Brecht-Allee müssen wieder aufgefüllt werden - vor allem, wenn es wieder wärmer wird.
Bewässerungssäcke wie der in der Bertolt-Brecht-Allee müssen wieder aufgefüllt werden - vor allem, wenn es wieder wärmer wird.  © Ove Landgraf

Das Amt für Stadtgrün kümmert sich um die städtischen Bäume

Jörg Lange (57) ist Leiter des Dresdner Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Dieses kümmert sich auch um die städtischen Bäume.
Jörg Lange (57) ist Leiter des Dresdner Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Dieses kümmert sich auch um die städtischen Bäume.  © Thomas Türpe

"Die Rückmeldungen durch die Gießteams nach der ersten Woche zeigen, dass diese gut angenommen werden. Die Nachfüllung durch das Amt für Stadtgrün erfolgt zügig und unbürokratisch, entweder selbstständig oder per Anruf", sagt Louise Hummel-Schröter (37) von "Dresden gießt" zum gelungenen Projektstart.

Am Stadtrand liegen die extrem von Trockenheit gefährdete Dresdner Heide sowie der Heller. "Diese haben sandige, wasserdurchlässige Böden. Es wird versucht, Baumarten zu wählen, die aus trockeneren Gebieten stammen", erklärt Jörg Lange.

Sein Amt zählte letztes Jahr 265 abgestorbene Dresdner Bäume (2020 waren es 181), insgesamt 835 mussten gefällt werden (2020: 827). 2022 sollen knapp 1000 Bäume, darunter die tiefwurzelnde Platane und die hitzebeständige ungarische Eiche, neu gepflanzt werden. Kosten: je 1000 bis 5000 Euro.

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Außerhalb des Stadtwaldes betreut die Stadt etwa 100.000 Bäume, die Hälfte davon steht an Straßen. 7000 Bäume müssen gegossen werden, sie "schluckten" 2021 den Inhalt von circa 28.000 Badewannen (5.600.000 Liter) für insgesamt rund 100.000 Euro.

Dafür zahlte das Stadtgrün-Amt 2022 bereits 85.000 Euro, vor allem wegen Preissteigerungen.

Titelfoto: Montage: Amac Garbe, Ove Landgraf

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