Teddy lebt! Heidenau behält (vorerst) seine Ernst-Thälmann-Straße

Heidenau - Eigentlich war der Drops in Heidenau schon im Oktober gelutscht. Im Januar sollte aus der Ernst-Thälmann-Straße per Stadtrats-Beschluss die Woldemar-Winkler-Straße werden (TAG24 berichtete). Doch jetzt alles auf neu! Denn Anwohner legen bei der Stadt Widerspruch gegen die Umbenennung ein.

Heidenaus Rathaus-Chef Jürgen Opitz (63, CDU) bleibt trotz Anwohner-Widersprüchen und Bürgerbegehren die Ruhe selbst.
Heidenaus Rathaus-Chef Jürgen Opitz (63, CDU) bleibt trotz Anwohner-Widersprüchen und Bürgerbegehren die Ruhe selbst.  © Petra Hornig

Das links-initiierte Bürgerbegehren ist inzwischen fast 3000 Unterschriften dick - 1340 wären nötig gewesen.

Folge: Bürgermeister Jürgen Opitz (63, CDU) legt die Stadtrats-Entscheidung auf Eis. Die Straße wird weiterhin den Namen des Erz-Kommunisten tragen:

"Am 13. Dezember gehen die Listen bei uns ein. Unsere Verwaltung prüft dann die Adressen auf Korrektheit. Das Bürgerbegehren ist rechtlich nicht bindend, aber ich werde es dem Stadtrat natürlich vorlegen. Die endgültige Entscheidung wird dann im kommenden Jahr fallen."

Dresden: Unsere Sonntags-Tipps: Das geht in Dresden und Umgebung
Dresden Veranstaltungen & Freizeit Unsere Sonntags-Tipps: Das geht in Dresden und Umgebung

Sachsens Ex-Landtagsabgeordneter Lutz Richter (45, Linke) freut sich über die Bürger-Reaktion:

"Ich war selbst überrascht. Das Votum ist eindeutig. Anwohner und Firmen möchten den Namen behalten. Das ist wegen der (Folge-)Kosten auch sinnvoll. Jetzt kann der Stadtrat dem Begehren folgen und neu abstimmen. Bleibt der Stadtrat aber bei seinem Entschluss, kommt es zum Bürgerentscheid. Der dritte und letzte Weg wäre eine Petition."

Widersprüche, Bürgerbegehren, wechselnde Mehrheiten, Bürgerentscheid als Kampfabstimmung über "Teddy" Thälmann - das politisch-ideologische Provinz-Possen-Bonbon kann jetzt vielleicht zum Dauerlutscher werden ...

Sachsens Ex-MdL Lutz Richter (45, Die Linke) freut sich über regen Zuspruch beim Bürgerbegehren.
Sachsens Ex-MdL Lutz Richter (45, Die Linke) freut sich über regen Zuspruch beim Bürgerbegehren.  © Holm Helis

Titelfoto: Petra Hornig

Mehr zum Thema Dresden: