Trotz Sanierungsplan: Keine staatliche Corona-Hilfe für Traditionsbäckerei Eisold

Radebeul - Die Bäckerei und Konditorei Eisold musste im vergangenen Sommer Insolvenz anmelden. Die Gläubiger hatten bereits einstimmig entschieden, das Traditionsunternehmen aus Radebeul zu sanieren (TAG24 berichtete). Am Mittwochnachmittag gab es dazu Neues vom Insolvenzverwalter.

Trotz widriger Umstände ist die traditionsreiche Bäckerei und Konditorei Eisold weiter auf Sanierungskurs.
Trotz widriger Umstände ist die traditionsreiche Bäckerei und Konditorei Eisold weiter auf Sanierungskurs.  © Thomas Türpe

"Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben Eisold, wie viele andere Unternehmer auch, unvorbereitet getroffen", teilt Insolvenzverwalter Christian Heintze mit. 

Die Folgen spüre die Traditionsbäckerei aber gleich doppelt: "Obwohl wir mit der Sanierung des Unternehmens gut vorangekommen sind und zum Jahresbeginn die Planzahlen auch übertreffen konnten, sind wir für staatliche Hilfen nicht antragsberechtigt", erklärt Clemens Eisold, der das sanierte Unternehmen zukünftig führen soll.

Wie kann das sein? 

Unternehmen, die sich in einer gerichtlichen Restrukturierung befinden, sind pauschal von staatlichen Corona-Hilfen ausgeschlossen. 

"Das ist eine Fehlentscheidung", findet Heintze und ist sich dabei mit vielen Restrukturierungsexperten in Deutschland einig, die ihre Anstrengungen und die Leistungen von Tausenden Mitarbeitern zunichte gemacht sehen. 

Und weiter: "Wenn ein Sanierungserfolg wie bei Eisold absehbar ist, muss es auch einen Zugang zu den Corona-Hilfen geben", fordert der Insolvenzverwalter.

Weitere Einschnitte nötig

Die entstandene Verlustsituation könne bei Eisold durch Kurzarbeit und ein kurzfristiges Massedarlehen aufgefangen werden. Außerdem "sind wir mit Vermietern und Lieferanten im Gespräch und haben hier auch schon umfangreiche Unterstützung erfahren", sagt ergänzt Clemens Eisold.

Zudem sind weitere Einschnitte nötig. So wird etwa das beliebte Schwarzmarkt Café auf der Hauptstraße in Dresden im Sommer umziehen (TAG24 berichtete). 

Und zehn Mitarbeiter sollen künftig im Café "Toskana" oder den anderen Eisold-Cafés eingesetzt werden.

Clemens Eisold hofft auf den Neustart

Auch wenn es keine Corona-Hilfen gibt: Die Sanierung des Unternehmens geht weiter voran. Mit überarbeiteter Geschäftsplanung soll der Insolvenzplan noch vor den Sommerferien den Gläubigern zur Abstimmung vorverlegt werden.

"Ich bin überzeugt, dass wir den Gläubigern ein gutes Angebot unterbreiten können" sagt Clemens Eisold. Er hofft danach auf die Zustimmung zu einem Neustart des Familienunternehmens.

Titelfoto: Thomas Türpe

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