Trotz Verbots von "Spaziergängen": Dresdner Polizei bereitet sich auf Corona-Demo am Samstag vor

Dresden - Kommt es am Samstag zu einer Großdemo in Dresden? Obwohl fast 100 Versammlungen von Corona-Leugnern und Kritikern der sächsischen Schutzmaßnahmen verboten wurden, bereitet sich die Polizei auf einen Einsatz vor.

"Querdenker"-Demos und ähnliche Proteste von Corona-Leugnern und Impfgegnern wurden in Dresden schon früher verboten - hier zum Beispiel im Frühjahr 2021. Trotzdem gingen immer wieder Tausende auf die Straßen.
"Querdenker"-Demos und ähnliche Proteste von Corona-Leugnern und Impfgegnern wurden in Dresden schon früher verboten - hier zum Beispiel im Frühjahr 2021. Trotzdem gingen immer wieder Tausende auf die Straßen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Seit Tagen mobilisiert das Pandemie-Leugner-Spektrum in Dresden und Umland zu einem gemeinsamen "Spaziergang", gemeint ist eine Demo. Dabei hat die Versammlungsbehörde alles, was nicht bis zum Freitagmittag als bestätigt angezeigt wird, für verboten erklärt.

Die Dresdner Polizei hat bereits Hilfe aus Berlin angefordert: "Wir gehen von mehreren Tausend Menschen aus, die dem Aufruf folgen werden", so Polizeisprecher Thomas Geithner (47). "Darunter werden auch einige Hundert Gewaltbereite und Extremisten erwartet."

Gegen Letztere gelte eine niedrige Einsatzschwelle. Darüber hinaus will die Polizei einen großen, zentralen Aufzug verhindern. Außerdem sollen der Landtag, die Uniklinik und auch das Rathaus, in dem ein Kinder-Impftag stattfindet, geschützt werden.

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Tatsächlich gab es am heutigen Freitag bis um 12 Uhr 98 Versammlungsanzeigen: "Entsprechend den Angaben in den Anzeigen wie 'Spazieren gehen', der Angabe typischer Orte für unerlaubte Versammlungen in Form der Spaziergänge in der Vergangenheit und der Angabe der Versammlungszeit auf die Nachmittagsstunden sind diese der betreffenden Klientel zuzuordnen", so eine Rathaussprecherin.

Obwohl die Corona-"Spaziergänge" verboten wurden, rechnet die Dresdner Polizei mit Tausenden Demonstranten und bereitet sich dementsprechend vor. (Symbolbild)
Obwohl die Corona-"Spaziergänge" verboten wurden, rechnet die Dresdner Polizei mit Tausenden Demonstranten und bereitet sich dementsprechend vor. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Keine dieser Anzeigen erhielt nach überschlägiger Prüfung auf Grundlage der polizeilichen Gefahrenprognose für den 22. Januar eine behördliche Bestätigung."

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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