Und das trotz Haushaltssperre: Dresden muss für Dynamo weiter nachschießen!

Dresden - Der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein. Sportlich ist Dynamo Dresden trotz des jüngsten Sieges akut vom Abstieg bedroht und in der Stadtkasse klafft durch die Corona-Krise ein Millionenloch. Trotzdem muss das Rathaus für den Bau des neuen Trainingszentrums im Ostragehege noch einmal eine Million Euro nachschießen. Das wird nämlich deutlich teurer als ursprünglich gedacht.

Die Bauarbeiten haben sich um mehrere Millionen Euro verteuert.
Die Bauarbeiten haben sich um mehrere Millionen Euro verteuert.  © Lutz Hentschel

Statt der geplanten 15,4 Millionen Euro kostet der Komplex aus Trainingsplätzen und Hauptgebäude nun 19,6 Millionen Euro. 

Grund für die Mehrkosten sind gestiegene Baupreise, Planungsänderungen und baubedingte Änderungen, heißt es in der Vorlage des Rathauses, die nun durch die Ausschüsse und voraussichtlich im September durch den Stadtrat muss. 

Bereits im vorigen Jahr stellte der Verein deshalb einen Antrag auf Förderung der Mehrkosten. 

Vom Freistaat gibt es dafür bereits grünes Licht, nun ist die Stadt am Zug. 

Die hat das Projekt bereits mit vier Millionen Euro gefördert. Nun kommt wohl eine weitere hinzu.

In den Reihen der Stadträte ist man davon wenig begeistert. 

"In der aktuellen Situation sind alle unvorhergesehen Ausgaben doppelt bitter", sagt Michael Schmelich (65, Grüne). 

Denn so würden finanzielle Spielräume gemindert und das Geld fehle für andere Dinge. 

Man müsse alle Ausgaben deshalb kritisch anschauen und nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau halten. 

In wenigen Wochen soll das neue Testzentrum fertig sein.
In wenigen Wochen soll das neue Testzentrum fertig sein.  © Lutz Hentschel
Trotz leerer Kasse muss Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) eine Million Euro auftreiben.
Trotz leerer Kasse muss Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) eine Million Euro auftreiben.  © Norbert Neumann
Jens Genschmar (51, Freie Wähler) kritisiert die Stadt als Bauherr.
Jens Genschmar (51, Freie Wähler) kritisiert die Stadt als Bauherr.  © Thomas Türpe

"Diese Mehrkosten tun erheblich weh", sagt auch Jens Genschmar (51, Freie Wähler). Eine Alternative zur Aufstockung der Förderung sieht er aber nicht. "Was angefangen wurde, muss zu Ende gebracht werden. Wir sollten jedoch überlegen, ob die Stadt immer der geeignete Bauherr ist."​

Die im April von Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) verhängte Haushaltssperre ist übrigens kein Hindernis. Begonnene Projekte dürfen weitergeführt werden.

Titelfoto: Lutz Hentschel Norbert Neumann

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0