Unterwegs mit der Amts-Streife auf Dresdens größtem Wochenmarkt

Dresden - Viele Menschen kamen sich (zu) nahe: Das dichte Getümmel auf dem Lingnermarkt vor zwei Wochen war hygienisch grob fahrlässig. Nach der darauf folgenden Corona-Zwangspause durfte Dresdens größter Wochenmarkt am gestrigen Freitag wieder öffnen. Das Rathaus schickte Ordnungsamt und Sicherheitsdienst auf Streife.
Der Amtsleiter für Wirtschaftsförderung, Robert Franke (42, r.), inspizierte am gestrigen Freitag den Lingnermarkt. Flankiert wird er von einem Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der den Markt bestreifte.
Der Amtsleiter für Wirtschaftsförderung, Robert Franke (42, r.), inspizierte am gestrigen Freitag den Lingnermarkt. Flankiert wird er von einem Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der den Markt bestreifte.  © Steffen Füssel

Um mehr Platz für die Besucherschlangen zu schaffen, erlaubte das Rathaus nur 75 anstatt 150 Stände. 

Gestattet war nur der Verkauf von Lebensmitteln, also keine Kleidung oder Keramik. 

Verboten waren auch Imbissbuden, da sich dort oft Gruppen bilden. Die Auflagen dienen der Entzerrung des bunten Treibens. 

"Wir wollen, dass die Leute zum Einkaufen kommen. Sie sollen den Wochenmarkt als regionalen Markt nutzen können", sagt der Amtsleiter für Wirtschaftsförderung, Robert Franke (42).

Damit die Hygiene-Regeln besser als bislang eingehalten werden, schickte das Rathaus erstmals auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes und eines privaten Sicherheitsdienstes auf Streife. 

Rathaus wird Markttag auswerten

Massen auf dem Lingnermarkt, der am Freitag nach dem Corona-Verbot wieder öffnen durfte.
Massen auf dem Lingnermarkt, der am Freitag nach dem Corona-Verbot wieder öffnen durfte.  © Steffen Füssel

Damit sorgten insgesamt zehn Kräfte für Ordnung. Und die hatten viel zu tun. "Bei rund der Hälfte der Besucher müssen wir aktiv werden. Da ist der Abstand zu gering", sagt Sicherheitsfrau Sybille Griesbach (46). "Der Großteil ist einsichtig. Es gibt aber auch Leute, die reagieren mit großem Unverständnis." Manche Besucher verließen den Markt sogar wütend.

Auch Polizeibeamte waren zu sehen. "Grundsätzlich liegt unser Fokus auf verbotenen Menschenansammlungen. Wenn Verstöße auf Märkten gemeldet werden, gehen wir diesen nach", sagt Sprecher Marko Laske (46). 

Besucherin Hannelore Grahl (73): "Die Streifen finde ich in Ordnung. Ich habe selbst schon Leute aufmerksam gemacht, Abstand zu halten und bin dann angegangen worden."

Das Rathaus wird den Markttag jetzt auswerten. "Die größte Strafe, die uns allen widerfahren kann, ist, wenn wir die Märkte nicht mehr durchführen können", so Amtsleiter Franke. 

"Insofern sind alle Marktbesucher und Händler aufgefordert, Sorge zu tragen, dass die Abstände eingehalten werden." 

Natürlich auch heute auf dem Markt am Schillerplatz (8-12 Uhr).

Amtsleiter Franke im Video-Interview mit TAG24-Reporter Hermann Tydecks (36) und Kameramann Jeremias Eichler (30).
Amtsleiter Franke im Video-Interview mit TAG24-Reporter Hermann Tydecks (36) und Kameramann Jeremias Eichler (30).  ©  Steffen Füssel
Neben Streifen des Ordnungsamtes und Sicherheitsdienstes war auch die Polizei auf dem Lingnermarkt zu sehen.
Neben Streifen des Ordnungsamtes und Sicherheitsdienstes war auch die Polizei auf dem Lingnermarkt zu sehen.  ©  Steffen Füssel
Besucherin Hannelore Grahl (73) freut sich über ihren Einkauf und findet auch die Streifen in Ordnung.
Besucherin Hannelore Grahl (73) freut sich über ihren Einkauf und findet auch die Streifen in Ordnung.  ©  Steffen Füssel

Wie es mit den Dresdner Märkten während der Coronakrise weiter geht, wird sich zeigen.

Titelfoto: Steffen Füssel

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