Verfassungsschutz warnt vor Abzocke in Dresdner Reichsbürger-Bäckerei

Dresden - Seltsame Theorien und Abzocke zu Kaffee und Kuchen? Der selbsterklärte "König von Deutschland" Peter Fitzek (55) hat in einer Laubegaster Bäckerei eine Filiale seiner "GemeinwohlKasse" eröffnet.

Links gibt's Kuchen, rechts Reichsbürger-Propaganda.
Links gibt's Kuchen, rechts Reichsbürger-Propaganda.  © Franz Maler

Der Verfassungsschutz sieht hier nicht nur extremistische Bestrebungen, sondern befürchtet auch, dass Anleger in der Krisenzeit um ihr Erspartes gebracht werden sollen.

Wo einst das Café war, ist seit Anfang des Jahres ein "Königreich", klingt märchenhaft, ist aber gefährliche Reichsbürgerideologie.

"Konkret handelt es sich hier um die verfassungsfeindliche Bestrebung ‚Königreich Deutschland‘, die bislang noch nicht im Freistaat Sachsen in Erscheinung getreten war", sagt Dirk-Martin Christian (59), Präsident des "Sächsischen Verfassungsschutzes".

"Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat dem selbsternannten ‚König‘ dieses ‚Königreichs‘, Peter Fitzek, derartige Bankgeschäfte mehrfach untersagt. Trotz dieses Verbotes geht die ‚GK GemeinwohlKasse‘ ihren verfassungsfeindlichen Aktivitäten in der Dresdner Bäckereifiliale nach."

Fitzek ist bereits vorbestraft

Im Schaufenster klebte diese Zutrittsbeschränkung.
Im Schaufenster klebte diese Zutrittsbeschränkung.  © privat

Tatsächlich ist Sachsen allerdings kein unbekanntes Terrain für den mehrfach verurteilten und auch inhaftierten Fitzek: Fitzek betrieb bis 2010 mit seinem Verein den Deko-Laden "Schönes und Seltenes" in Bautzen, Anfang 2017 verlegte sich eine Kamenzer Bowlingbahn über Aushang und Kassenzettel ins Königreich.

Doch nicht nur die extremistische Ideologie, die jetzt niederschwellig "zum Brötchen" dazu kommt, beunruhigt die Sicherheitsbehörden: Dirk-Martin Christian befürchtete, dass die Reichsbürgerbewegung sich die Sorgen der Bürger um ihr Erspartes in Zeiten der Pandemie zunutze mache und rechtschaffende Bürger am Ende um ihr Erspartes brächte.

Im Januar drehte Peter Fitzek (55), "König von Deutschland", aus Dresden ein Werbevideo für seine Scheinbank-Filiale.
Im Januar drehte Peter Fitzek (55), "König von Deutschland", aus Dresden ein Werbevideo für seine Scheinbank-Filiale.  © Screenshot/YouTube

"Nicht ohne Grund hat die BaFin bereits im November 2014 einen Abwickler bestellt, der seitdem Anleger der ‚GK GemeinwohlKasse‘ auffordert, ihre Rückzahlungsansprüche bei ihm geltend zu machen", so der Behörden-Chef. Der Bäcker selbst reagierte bis Mittwochmittag nicht auf Anfragen seitens TAG24.

Titelfoto: Franz Maler

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