Verluste explodieren, OB Hilbert ist alarmiert: Sind die DVB effizient genug?

Dresden - Auch im Rat waren die DVB am Donnerstag Hauptthema. Statt jahrelang 40 Millionen Euro jährliche Verluste sind es aktuell, auch wegen Corona, satte 75 Millionen: Sind die Verkehrsbetriebe nicht effizient genug?

Der Stadtrat tagt aktuell coronabedingt erneut in der Messe. Nach der Sommerpause soll es zurück ins Rathaus gehen.
Der Stadtrat tagt aktuell coronabedingt erneut in der Messe. Nach der Sommerpause soll es zurück ins Rathaus gehen.  © Thomas Türpe

Ein geheimes Gutachten will den Zuschussbedarf der DVB auf 55 Millionen Euro deckeln. Reicht das nicht aus, soll gespart werden - beim Angebot und beim Personal. Am Donnerstag äußerte sich OB Dirk Hilbert (49, FDP) erstmals in einer emotionalen Rede.

Rückblick: In den Technischen Werken Dresden (TWD) sind DREWAG und ENSO zu einem Verbund zusammengefasst. Mit den dort erzielten Gewinnen kompensiert Dresden die Verluste bei Bädern und Verkehrsbetrieben. Doch aktuell sinken die TWD-Gewinne, während die Verluste der DVB explodieren.

"Maximal 55 Millionen Euro können dauerhaft zugeschossen werden. Doch in wenigen Jahren hat sich der Zuschussbedarf der Verkehrsbetriebe fast verdoppelt. Seit Jahren stagniert das Angebot - bei mehr Personal. Das müssen wir hinterfragen", so der OB.

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Coronabedingt sei es schwer, den ÖPNV wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Sind die DVB nicht effizient genug? OB Dirk Hilbert (49, FDP) nahm die Verkehrsbetriebe am Donnerstag in die Pflicht.
Sind die DVB nicht effizient genug? OB Dirk Hilbert (49, FDP) nahm die Verkehrsbetriebe am Donnerstag in die Pflicht.  © Lutz Hentschel

Im Stadtrat wird getrödelt

Trotz klarem Bekenntnis zur DVB solle dort effizienter gearbeitet werden. "Wir müssen schauen, wo wir Aufgaben bündeln können." Zudem seien die DVB oftmals zu langsam unterwegs. Auch weil im Rat getrödelt würde, sei beispielsweise das Stadtbahnprojekt 2020 nicht ansatzweise fertig geworden.

Abseits davon hatte der OB auch Positives zu verkünden: Dresden hatte zu Spenden für die Opfer der aktuellen Flutkatastrophe aufgerufen. Bislang kamen dabei 112.000 Euro zusammen.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Lutz Hentschel

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