Vogeldreck, Vandalenschäden, Mikrorisse: Schönheitskur für den Goldenen Reiter

Dresden - Jetzt geht es August dem Starken (1670-1733) an die Wäsche: Der Goldene Reiter wird denkmalgerecht gewartet. Dem Kurfürst und polnischen König hätte der Wellness-Wirbel um sein vergoldetes Haupt sicher Freude gemacht.

August der Starke (1670-1733) wurde eingehaust, um die Schäden am Reiterstandbild reparieren zu können.
August der Starke (1670-1733) wurde eingehaust, um die Schäden am Reiterstandbild reparieren zu können.  © Holm Helis

Der "Lack" am alten Wettinischen Herrscher am Neustädter Markt, der im Imperatorengewand gen Polen reitet, ist beschädigt. Die Liste seiner Leiden ist lang: Vögel die sich auf seinem Haupt niederließen, deren Kot, Ablaufspuren von Regenwasser, Mikrorisse durch Temperaturwechsel, Besteigungsversuche und Spuren eines Angriffes mit einer ätzenden Flüssigkeit aus dem Jahr 2017 haben das Reiterstandbild des wohl schillerndsten Herrscher Sachsens ruiniert.

Außer der Überarbeitung der Vergoldung (Blattgold) werden die jüngsten Angriffe auf das Denkmal beseitigt: Erst in diesem Jahr wurde eine der Sandsteinkronen beschädigt und ein Poller umgefahren, der nun restauriert wird. 

Die Gesamtkosten betragen 37 500 Euro.

Vogelkot, Regen und Risse ließen das Antlitz des Wettiners leiden.
Vogelkot, Regen und Risse ließen das Antlitz des Wettiners leiden.  © DPA/Robert Michael
Bis Ende September sollen die Wartungsarbeiten dauern.
Bis Ende September sollen die Wartungsarbeiten dauern.  © DPA/Robert Michael

Ende September soll August der Starke wieder glänzen

Das Reiterstandbild wurde schon zu Lebzeiten des Herrschers geplant.
Das Reiterstandbild wurde schon zu Lebzeiten des Herrschers geplant.  © DPA/Robert Michael

Das überlebensgroße Reiterstandbild (1,1 Tonnen schwer) plante August der Starke noch zu Lebzeiten, verstarb aber während der Umsetzung 1733. 

Immerhin erlebte er noch, dass nach den erfolglosen Bemühungen, sein Haupt in Bronze zu gießen, das Denkmal ab 1732 von Ludwig Wiedemann in Kupfer getrieben und später feuervergoldet wurde. 1736 wurde es enthüllt, der Sockel erhielt erst 1884 seinen Abschluss.

August der Starke ist ein Pflegefall. 2007 und 2011 wurde sein Schwert abgebrochen, 2015 einem Löwen die Zähne ausgeschlagen. Zuletzt wurde im Oktober 2019 sein repariertes Schwert montiert, das Vandalen im Mai zuvor fast abgerissen hatten. Kosten 9300 Euro. Ende September soll Augusts Schönheitskur beendet sein und er in neuem Glanz schimmern. 

Übrigens: Der Blattgold-Look beinhaltet keine 200 Gramm Gold.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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