Vom Abriss bedrohtes Gründerzeithaus: Für die Mieter ein Zuhause, für den Eigentümer eine bewohnte Ruine

Dresden - Wie kaputt ist das Gründerzeithaus an der Wilder-Mann-Straße 44 in Trachau? In der Diskussion um die Zukunft des vom Abriss bedrohten Gebäudes (TAG24 berichtete) melden sich nun die Eigentümer zu Wort.

Das Gründerzeithaus in Trachau.
Das Gründerzeithaus in Trachau.  © Steffen Füssel

Im Petitionsausschuss, wo am Mittwoch die von Stadtrat Thomas Löser (48, Grüne) initiierte und von fast 2 000 Dresdnern unterzeichnete Petition das Thema war, malten Miteigentümer Thomas Röber und Architekt Burkhard Borchert das Bild einer bewohnten Ruine an die Wand. 

"In zwölf Monaten muss das Haus wahrscheinlich zwangsweise abgerissen werden", sagt Borchert. 

Die nicht bewohnte Fläche sei in der Substanz bereits so zerstört, dass ein Rückbau für eine Sanierung nicht möglich sei. Das Haus wäre dann einsturzgefährdet. 

Drei Gutachten von unterschiedlichen Büros und Sachverständigen kommen laut Röber zum gleichen Ergebnis: Das Gebäude ist nicht zu retten. Das komplette Mansardgeschoss sei ebenso wie das Souterrain vom Schwamm befallen, sagt er. "Wir wollen deshalb für den Neubau werben."

Ein Entwurf, wie dieser aussehen soll, wurde von Röber an die Ausschussmitglieder verteilt. Darin spiegeln sich verschiedene Elemente wider, wie sie im Umfeld zu finden seien, erklärt Borchert. So soll sich der Neubau harmonisch einfügen. Ob der tatsächlich gebaut wird, ist allerdings völlig offen. Nach dem Beschluss der Stadtrats zur Aufstellung einer Erhaltungssatzung für das Gebiet, wird das Stadtplanungsamt eine Analyse durchführen. Dabei soll festgestellt werden, welche Merkmale zu erhalten sind. Bis dahin ist der Abriss untersagt.

Von den Denkmalschützern können die Bewohner indes keine Hilfe erwarten. Man habe das Gebäude 1991, 2017 und 2018 auf den Denkmalwert geprüft, sagt Hartmut Ritschel vom Landesamt für Denkmalschutz, und sich jedes Mal gegen eine Unterschutzstellung entschieden.

Nach mehr als einer Stunde wurde das Thema vertagt und an den Stadtbezirksbeirat Pieschen verwiesen.

Titelfoto: Steffen Füssel

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