Von wegen "Corona-Babys"! Die Dresdner haben nicht mitgemacht

Dresden - Fast 796.000 Geburten gab es 2021 in Deutschland, so viele wie seit 1997 nicht mehr. Die ganze Republik feiert einen Corona-Babyboom – oder? Nein, denn weite Teile des Ostens und auch Dresden stellen sich gegen diesen Trend – sie weisen rückläufige Geburtenzahlen auf.

2021 lag die Geburtenrate pro Frau in Deutschland bei 1,58.
2021 lag die Geburtenrate pro Frau in Deutschland bei 1,58.  © dpa/Waltraud Grubitzsch

"Das hängt auch mit den schwachen Geburtenjahrgängen in den 1990er-Jahren zusammen", erklärt Wido Geis-Thöne (41).

Er ist Senior-Ökonom beim Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, beschäftigt sich dort mit Fragen der Bevölkerungsentwicklung.

Durch die Verunsicherung in der Zeit nach der Wiedervereinigung hätten im Osten viele das Kinderkriegen aufgeschoben oder ganz unterlassen.

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"Die damals nicht geborenen Kinder fehlen uns heute als Eltern", verdeutlicht der promovierte Volkswirt.

Anders als im Westen lagen die Geburtenzahlen in den ostdeutschen Bundesländern ohne Berlin im Jahr 2021 um 1,8 Prozent niedriger als im Jahr 2020 und um 4,9 Prozent niedriger als 2019.

Volkswirt Wido Geis-Thöne (41) sieht im Osten keinen Babyboom.
Volkswirt Wido Geis-Thöne (41) sieht im Osten keinen Babyboom.  © Geis-Thöne/Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Das zeigt sich auch in der Landeshauptstadt: Laut amtlicher Statistik erblickten 2021 in Dresden 5573 Kinder das Licht der Welt. Das waren fast 300 Babys weniger als noch 2019, der Zeit vor Covid. Von einem Corona-Babyboom in Elbflorenz kann also keine Rede sein.

Titelfoto: dpa/Waltraud Grubitzsch

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