Impfportal klemmt noch: Unter dieser Nummer können Sachsen Termine buchen

Dresden - Impf-Azubi Sachsen. Noch immer geht das Impfen gegen Corona im Freistaat schleppender als anderswo voran, obwohl das Land die höchsten Infektionsraten hat. Selbst das neue Impfportal klemmt (TAG24 berichtete) - aber aus einem ganz bestimmten Grund.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) kündigte an, dass alle impfwilligen Sachsen bis spätestens zum Spätsommer einen Termin für die Vakzination bekommen.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) kündigte an, dass alle impfwilligen Sachsen bis spätestens zum Spätsommer einen Termin für die Vakzination bekommen.  © Holm Helis

"Das Portal ist am Montag nicht zusammengebrochen. Es war nur ausgelastet. Wir haben es nämlich gedrosselt", erklärt Rüdiger Unger (60), Vorstandsvorsitzender des DRK-Sachsen, der die Seite in Auftrag gegeben hat.

Technisch könne das Portal mehr Terminbuchungen und die vorherigen Anmeldungen annehmen. Aber es sei einfach noch nicht genügend Impfstoff da, für den sich die Bürger anmelden könnten.

Allein die 21.000 Dosen, die diese Woche in Sachsen noch zur Verfügung stünden, seien bereits verplant. Zumeist für Mitarbeiter von Pflegediensten. Sind in einem Impfzentrum abends noch Dosen übrig, gehen diese an nahe Arztpraxen oder Krankenhäuser.

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Die nächsten 34.000 Dosen kommen laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) erst am kommenden Montag (18. Januar).

Zwar habe Sachsen seit dem heutigen Dienstag auch den Moderna-Impfstoff. Doch die erste Lieferung habe nur 3400 Impfdosen umfasst.

Zur Zeit werden in ganz Sachsen pro Tag knapp 3000 Menschen geimpft: 1500 in Alten- und Pflegeheimen, 1500 in den Impfzentren. Bei dieser niedrigen Gesamtzahl wird es absehbar auch erst einmal bleiben. Vor allem, da erst abgewartet wird, ob für die zweite Impfung nach 21 Tagen genug Impfstoff da ist.

Alle impfwilligen Sachsen sollen laut Köpping bis Sommer beziehungsweise Spätsommer geimpft sein.

DRK bittet um Geduld

Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Sachsen, Rüdiger Unger (60), erklärte, weshalb Sachsens Impf-Portal so schleppend läuft.
Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Sachsen, Rüdiger Unger (60), erklärte, weshalb Sachsens Impf-Portal so schleppend läuft.  © Robert Michael/dpa

Um das Chaos auf dem Onlineportal zu entschärfen, hat das DRK am Dienstag die Nummer 0800/0899089 für telefonische Anmeldungen freigeschaltet.

Aber: Erst ab dem Wochenende werden hier Termine vergeben. Und die Mitarbeiter des zuständigen Callcenters können auch nur auf die gedrosselte Onlineplattform zugreifen ...

Auch sonst bittet das DRK um Geduld: Wer auf der Onlineplattform eine Warteschleife angezeigt bekomme, sei da wirklich drin und solle bitte warten.

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"Ein jeder, der sich ungeduldig verabschiedet und neu anmeldet, muss sich wieder hinten anstellen", so Unger, der gleichzeitig tägliche Verbesserungen bei der Oberflächenstruktur des Portals versicherte.

Köpping versprach zudem, dass Menschen Ü80 vor allem auf dem Land bald angeschrieben werden.

Sie sollen erfahren, ob eventuell in ihrer kleinen Stadt oder in der nächsten größeren Gemeinde ohne Impfzentrum Sammel-Impfstellen eingerichtet werden.

Dazu gebe es bereits Gespräche mit den Bürgermeistern. Auch an vom Staat bezahlten Taxifahrten für die Ü-80-Senioren sei gedacht.

Das "Impfzentrum Sachsen" befindet sich in der Messe Dresden. Am 11. Januar war der offizielle Start der Impfzentren in Sachsen.
Das "Impfzentrum Sachsen" befindet sich in der Messe Dresden. Am 11. Januar war der offizielle Start der Impfzentren in Sachsen.  © Robert Michael/dpa

Ansturm auf ausgeschriebene Impfhelfer-Stellen

An Personal fürs Impfen mangelt es übrigens nicht: Für 300 ausgeschriebene Impfhelfer-Stellen sachsenweit hatten sich 2500 Fachkräfte beworben. Es seien viele von ihnen nach wie vor bereit, wenn es mehr Impfstoff gibt, schnell parat zu stehen, hieß es am Dienstag.

Dann könnte auch ein eigenes Impfmobil von VW Sachsen zum Einsatz kommen. Der Konzern hat dem DRK und dem sächsischen Sozialministerium bereits Mitte Dezember angeboten, einen eigenes Impffahrzeug samt Personal zur Verfügung zu stellen.

Laut Unger gab es dazu bereits Gespräche. Auch hier fehle es aber noch am Impfstoff.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa, Holm Helis

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