Vor 15 Jahren war Premiere: Als der "Rote Kakadu" die Kino-Leinwand eroberte

Dresden - Vor genau 15 Jahren feierte der Film "Der Rote Kakadu" seine Kino-Premiere auf der 56. Biennale. Regisseur Dominik Graf (68) blickt ins Jahr 1961: In der legendären Tanzbar im Parkhotel auf dem Weißen Hirsch in Dresden wird - wenige Monate vor dem Mauerbau - Rock'n'Roll getanzt. Mittendrin die Protagonisten Luise, Siggi und Wolle, überwacht von der Stasi.

Die Hauptdarsteller des Films (v.l.): Ronald Zehrfeld (44), Max Riemelt (37) und Jessica Schwarz (43) auf dem Blauen Wunder.
Die Hauptdarsteller des Films (v.l.): Ronald Zehrfeld (44), Max Riemelt (37) und Jessica Schwarz (43) auf dem Blauen Wunder.  © ddp images

Neben Jessica Schwarz (43) und Ronald Zehrfeld (44) in der Hauptrolle: Max Riemelt (37), der für seine Rolle des Siggi mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde - bei den Dreharbeiten war er gerade mal 20 Jahre jung.

Gedreht wurde nicht nur in der Kakadu-Bar, auch im Großen Garten, am Blauen Wunder, auf dem Gelände des damals noch brachliegenden Lahmann-Sanatoriums oder auch in der Villa San Remo.

Kurios: Die Straßenbahn-Haltestelle Plauen ist im Film ein Grenzübergang nach Westberlin - die Grenzer gucken aus der Bienertmühle.

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Viele Dresdner spielten als Komparsen und in kleinen Nebenrollen in dem Liebesdrama mit, auch der Dresdner Schauspieler Volker Zack Michalowsky (50).

Doch selbst nach dem Erfolgsfilm konnte der 1952 eröffnete "Rote Kakadu" nie mehr an seine Glanzzeiten in den 60er- und 70er-Jahren anknüpfen.

"Die Kakadu Bar ist und bleibt ein magischer Ort"

Hier begannen viele Romanzen - am Eingang zur Kakadu-Bar am Parkhotel.
Hier begannen viele Romanzen - am Eingang zur Kakadu-Bar am Parkhotel.  © Eric Münch

"In der Bar steppte immer der Bär. Manchmal waren über 300 Leute da und man kam einfach nicht mehr von der Tanzfläche", erinnert sich Kellner Steffen Ludwig (72). Es kam schon mal zur Keilerei. Und in den hinteren Räumen wurde nicht nur geküsst...

Damit war zur Wende Schluss. Obwohl 2006 eine halbe Million in die Bar gesteckt wurde - "das große Publikum blieb aus", bedauert Barkeeper Ulf Neuhaus (57).

Trotzdem: "Die Kakadu Bar ist und bleibt ein magischer Ort, in den nach der Pandemie wieder Leben kommen soll", verspricht Jens Hewald (49), seit 2016 Eigentümer des Parkhotels.

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"Wir haben viele neue Ideen." Dazu gehört auch, dass nächste Woche auf dem Facebook-Account "Kakadu Bar"-Geschichten aufleben.

Szenenbild aus dem Film: Die Dresdner Jugend lässt es im "Kakadu" krachen, mittendrin der Dresdner Schauspieler Volker Zack Michalowski (50, 3.v.r.).
Szenenbild aus dem Film: Die Dresdner Jugend lässt es im "Kakadu" krachen, mittendrin der Dresdner Schauspieler Volker Zack Michalowski (50, 3.v.r.).  © ddp

Komparse erinnert sich: Im Film war ich plötzlich Westpolizist!

TAG24-Redakteur Torsten Hilscher im September 2004 während der Dreharbeiten in Berlin.
TAG24-Redakteur Torsten Hilscher im September 2004 während der Dreharbeiten in Berlin.  © privat

Auch TAG24-Redakteur Torsten Hilscher erinnert sich an die Film-Premiere zurück - denn er hatte selbst einen Auftritt in "Der Rote Kakadu"!

Es war ein frischer Tag, dieser 26. September 2004. Auch wenn die Drehdisposition nur für vormittags "gelegentlich Schauer" und sonst Trockenheit bei 9 bis 14 Grad ankündigte. Die Unterlagen habe ich noch. Auch einen Merk-Zettel für Komparsen.

Ich, heute TAG24-Reporter, lebte damals seit einem Jahr in Berlin. Als freier Journalist jobbte ich nebenher an der Filmhochschule "Konrad Wolf" in Babelsberg, wo die "SAT.1-Talents" mit Studenten Kurzfilme drehten. Bei zwei Produktionen war ich Regieassistent.

Um mal zu schauen, wie die Großen das machen, bewarb ich mich bei einer Casting-Agentur, die gleich den "Roten Kakadu" anbot: Westberliner Polizist, der am 13. August 1961 wütende Bürger zurückhält.

Regisseur Dominik Graf ließ sich für den Film von Erzählungen von Zeitzeugen inspirieren.
Regisseur Dominik Graf ließ sich für den Film von Erzählungen von Zeitzeugen inspirieren.  © C.Hardt/Future Image

Im "Roten Kakadu" läuft "Der Rote Kakadu" in Dauerschleife

Das Parkhotel ist seit vielen Jahrzehnten für die Dresdner eine gute Adresse für vergnügten Schwof.
Das Parkhotel ist seit vielen Jahrzehnten für die Dresdner eine gute Adresse für vergnügten Schwof.  © Eric Münch

Gedreht wurde in der Kopenhagener Straße in Friedrichshain. Wir mussten zum Ankleiden 5 Uhr da sein. Drehbeginn war 7 Uhr. 300 Leute waren am Set, dazu ein Kran und die Mauerteile.

Zu sehen bin ich übrigens nicht wirklich. Bei der entsprechenden Einstellung im Film gibt es kurz vor mir einen Schnitt...

Dafür gucke ich mir das Werk, das mir von Mal zu Mal besser gefällt, immer beim Tanz in der originalen Kakadu Bar an.

Dort steht im Untergeschoss zwischen Eingang und Bar ein kleiner Fernseher, wo "Der Rote Kakadu" in Schleife läuft.

Gewinnspiel zum Film-Abend im "Kakadu": Ein Pärchen kann gewinnen!

Wo Falk (44) und Maria (28) sitzen, kann das Gewinnerpaar in der "Kakadu Bar" zum Filmgucken Platz nehmen.
Wo Falk (44) und Maria (28) sitzen, kann das Gewinnerpaar in der "Kakadu Bar" zum Filmgucken Platz nehmen.  © Eric Münch

Ein Paar - eine Nacht - ein Film - eine Bar. TAG24 verschenkt einen romantischen Abend zu zweit in der "Kakadu Bar".

Ein Pärchen kann ganz allein den Film "Der Rote Kakadu" in der Tanzbar gucken. Dazu serviert der Dresdner Ulf Neuhaus (57), Präsident der Deutschen Barkeeper Union, die besten Drinks samt Knabberzeug.

Wer gewinnen möchte, schickt bis zum 20. Februar eine E-Mail mit seiner ganz persönlichen Kakadu-Bar-Geschichte (samt Absender und Telefonnummer) an gewinnen@tag24.de, Kennwort: Kakadu Bar.

Der Termin für den Filmabend wird mit dem Gewinner abgesprochen.

Titelfoto: ddp images

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