Während Mutter im Krankenhaus war: Vater soll Sohn (3 Monate) Schädel gebrochen haben

Dresden - Kann ein Vater tatsächlich so brutal sein? Drei Tage sollte Marek W. (28) auf seinen Sohn Ben (3) aufpassen, da seine Mutter ins Krankenhaus musste. Doch schon am zweiten Tag landet der damals erst dreimonatige Säugling mit Schädelbrüchen im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht an einen Unfall.

Marek W. (28) soll seinem drei Monate altem Sohn den Schädel eingeschlagen haben.
Marek W. (28) soll seinem drei Monate altem Sohn den Schädel eingeschlagen haben.  © Holm Helis

Die Anklage macht fassungslos: Am 11. Juli soll Marek W. seinem Sohn mehrere Faustschläge auf den Kopf verpasst haben, ihn dazu noch geschüttelt haben. Erst Stunden später soll das schwerst verletzte Kind ins Krankenhaus gekommen sein. 

Diagnose: mehrere Schädelbrüche, Blutungen im Kopf, verletzte Hirnmasse. Das rechte Auge war zugeschwollen. Offenbar hatte der Kleine einen Schutzengel: Er muss heute noch zur Physiotherapie, sieht schlecht, scheint sich aber ansonsten wieder von den Verletzungen erholt zu haben.

Der Vater wollte sich vor dem Dresdner Landgericht nicht zu den Vorwürfen äußern, blickt aber auf ein langes Vorstrafenregister zurück. Ging es dabei meist um Diebstahl, drang er auch in eine Torgauer Schule ein, beschmierte dort Wände mit Hakenkreuzen, Nazi-Parolen und Todesdrohungen gegen Lehrer. 

Gewaltdelikte hatte er sich aber bislang nicht zuschulden kommen lassen.

Sohn Ben lebt jetzt beim Bruder des Vaters

Mutter Nancy O. (24) hofft auf eine gerechte Strafe für ihren Ex-Freund.
Mutter Nancy O. (24) hofft auf eine gerechte Strafe für ihren Ex-Freund.  © privat

"Ich war im Krankenhaus, da habe ich das Bild geschickt bekommen", sagt Mutter Nancy O. (24). "Er sagte, er wäre ihm von der Wickelkommode gefallen." Doch wieder zu Hause entdeckte sie die zertrümmerte Wiege. "Vorher hatte ich ihn noch in Schutz genommen", sagt sie. "Dann habe ich mich sofort getrennt."

Gewalttätig sei Marek vorher nie gewesen, auch war Ben ein Wunschkind. Die Mutter war mit der Situation überfordert, hatte damals auch ein Drogenproblem, tauchte ab und verlor das Sorgerecht. Er ist jetzt beim Bruder des Vaters in Pflege.

"Ich bemühe mich darum, ihn wiederzubekommen", sagt sie. Ihrer zweijährigen Tochter gehe es bei ihr ja auch gut. "Das war eine sehr schlimme Sache", so Nancy O. "Ich hoffe, dass er dafür bestraft wird." 

Der kleine Ben (3) erlitt vor drei Jahren schwere Schädelverletzungen.
Der kleine Ben (3) erlitt vor drei Jahren schwere Schädelverletzungen.  © privat
In der Gamigstraße soll es zu der Attacke gekommen sein.
In der Gamigstraße soll es zu der Attacke gekommen sein.  © Holm Helis

Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Holm Helis

Mehr zum Thema Dresden: