Warnstreiks 2.0: Gestern waren Kitas, Rathaus und Kliniken dran!

Dresden - Neuer Tag, neuer Streik! Nachdem der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst am Dienstag den Dresdner Nahverkehr lahmgelegt hatte (TAG24 berichtete), waren am Mittwoch von 6 bis 10 Uhr das Städtische Klinikum, das Sozial- und Jugendamt sowie die kommunalen Kitas dran.

Anne (30) konnte Sohn Oskar (5) trotz Streik in der Kita "Alaunkids" abgeben.
Anne (30) konnte Sohn Oskar (5) trotz Streik in der Kita "Alaunkids" abgeben.  © Holm Helis

Damit Eltern wissen, ob ihre Kita betroffen ist, hatte das Rathaus eine Übersicht aller Kitas mit einem Ampelsystem online gestellt und eine Hotline eingerichtet. 

Die sorgte anfangs jedoch für zusätzlichen Frust. "Ich habe um 6 Uhr angerufen, und es hat eine Viertelstunde gedauert, bis jemand rangegangen ist", ärgert sich Daniela. 

Zwei Stunden später stand sie mit Tochter Isabella (3) vor der Kita Fabricestraße, die laut Stadtwebsite bis 10.30 Uhr nur eingeschränkt geöffnet haben sollte. "Ich versuche mein Glück", sagt sie.

Das brauchte die Dresdnerin in diesem Fall allerdings nicht. Weil alle Erzieher zur Arbeit gekommen sind, war dort ein normaler Betrieb möglich. 

In der Kita Alaunkids am Alaunpark war die Betreuung dagegen eingeschränkt. 

"Es gibt noch sechs Plätze", sagt Anne (30), nachdem sie Sohn Oskar (5) um 7.45 Uhr gebracht hat. 

Dresden: Meinung zum Kita-Streik geht bei Eltern auseinander

Vor dem Rathaus demonstrierte die Gewerkschaft ver.di für mehr Geld und weniger Wochenarbeitszeit.
Vor dem Rathaus demonstrierte die Gewerkschaft ver.di für mehr Geld und weniger Wochenarbeitszeit.  © Holm Helis

Auch sie ist auf gut Glück zur Kita gefahren. "Ich hatte gehört, dass es ein paar Notplätze gibt", erzählt sie.  

Die Meinung zum Streik geht bei den Eltern auseinander. 

Während eine Mama nach eigener Aussage "angepisst" ist, hat ein Vater zwar Verständnis, kritisiert aber den Zeitpunkt. 

"Wegen Corona sind viele Familien sowieso am Limit", sagt er.

Es wurde aber nicht nur gestreikt, sondern auch demonstriert. 

Ab 6 Uhr sammelten sich Mitarbeiter vor den Standorten des Klinikums, ehe es zum Volkshaus ging, wo anschließend eine Kundgebung stattfand. 

Eine solche gab es gleichzeitig auch vor dem Rathaus, wo Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach (55) zu den Streikenden sprach. 

Titelfoto: Holm Helis

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