Wie denn das? Sparkasse verzichtet auf 300 Millionen Euro!

Dresden - Als größte Bank der Region hat auch die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) heftig mit Corona zu kämpfen. Wie sich das auswirkte, und wie Vorstandsvorsitzender Joachim Hoof (63) die weitere Entwicklung sieht, teilte das Institut (rund 1600 Mitarbeiter) in einer Jahresbilanz mit.

"Wir stehen auch in schwierigen Zeiten zu unserer Verantwortung für unsere Kunden und die Wirtschaft in Ostsachsen“, so Joachim Hoof, Vorstandsvorsitzender der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. (Archivbild)
"Wir stehen auch in schwierigen Zeiten zu unserer Verantwortung für unsere Kunden und die Wirtschaft in Ostsachsen“, so Joachim Hoof, Vorstandsvorsitzender der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. (Archivbild)  © Holm Helis

Natürlich ging die Corona-Pandemie nicht spurlos an den rund 45.000 Firmen- und 600.000 Privatkunden vorbei. Die wichtigste bange Frage auf beiden Seiten in den vergangenen Monaten: Können die Kredite bezahlt werden?

Dabei fallen zwei Sätze der Bilanzmitteilung besonders ins Auge: "Die Ostsächsische Sparkasse verzichtet befristet auf Tilgung von Darlehen in Höhe von rund 300 Miollionen Euro. Davon entfielen ca. 60 Millionen Euro auf Privatkunden."

Was heißt das genau? OSD-Chef Hoof: "Etliche Unternehmen spüren die Auswirkungen der Corona-Krise. Wir stehen unseren Firmenkunden – kleinen Selbständigen ebenso wie größeren mittelständischen Unternehmen – in dieser außerordentlichen Situation schnell und unbürokratisch zur Seite."

Die Instrumente dazu: Staatliche Fördermittel und Tilgungsaussetzungen für bereits bestehende Darlehen. Hoof weiter: "Privatpersonen und Unternehmen konnten drei bis sechs Monate die Tilgung aussetzen und gewannen damit finanziellen Spielraum und vor allem Zeit."

Seine Ansage: "Wir stehen auch in schwierigen Zeiten zu unserer Verantwortung für unsere Kunden und die Wirtschaft in Ostsachsen."

Ostsächsische Sparkasse legt beim Kreditgeschäft erneut zu

Die Zentrale der Ostsächsischen Sparkasse am Güntzplatz in Dresden ist Anlaufstelle für Tausende Firmen- und Privatkunden. (Archivbild)
Die Zentrale der Ostsächsischen Sparkasse am Güntzplatz in Dresden ist Anlaufstelle für Tausende Firmen- und Privatkunden. (Archivbild)  © Ove Landgraf

Natürlich erhöhte sich dadurch zwangsläufig auch der Kreditbestand der OSD.

Und zwar plus 714 Millionen Euro im Zeitraum November 2019 bis November 2020, auf insgesamt 7,99 Mrd. Euro, so die Bilanz der Bank.

Ein Teil davon stammt laut OSD jedoch auch aus dem Kreditneugeschäft. "Im Vergleich zum November des Vorjahres wurden 141 Millionen Euro mehr an Kreditmitteln ausgereicht - insgesamt 1,57 Mrd. Euro."

Darunter seien 650 Millionen Euro Kreditneuzusagen an private Haushalte gewesen - überwiegend für die Baufinanzierung. Ein Plus von 22 Prozent.

Vorstandsvorsitzender Hoof: "Besonders erfreulich ist, dass es 2020 kaum Kreditausfälle gab. Ungeachtet dessen hat die Sparkasse Ihre Vorsorgeaufwendungen für mögliche Ausfälle erhöht."

Die oft prognostizierte Insolvenzwelle ist laut OSD-Chef noch nicht im Mittelstand angekommen. Hoof: "Es wird eine Herausforderung für uns alle gemeinsam. Natürlich wird dieses Ausnahmejahr auch Spuren in unserer Bilanz hinterlassen. Trotzdem sind wir verhalten optimistisch."

Gerade der ostsächsische Mittelstand habe in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er mit Kreativität, Mut und Improvisationsgeschick das tue, was einen Unternehmer ausmacht: nach vorn schauen und etwas unternehmen.

Titelfoto: Holm Helis

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