Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten: ja oder nein? Die Kommunen dürfen entscheiden

Dresden – Auch beim Thema Weihnachtsmärkte bleibt Sachsen liberal: Es gibt keine zentrale Verordnung, nur einen Vorschlag der Landesregierung. Damit darf jede Gemeinde selbst entscheiden. Eine landesweite Maskenpflicht entfällt.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).  © Steffen Füssel

"Es wird bei den Weihnachtsmärkten keine einheitliche Regelung für Sachsen geben. Die regionalen Gesundheitsämter bekommen von uns nur Empfehlungen", sagt Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD). 

Damit bleibe die Landesregierung – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – bei ihrer Ermöglichungshaltung. Aufgeschrieben ist das in der neuen Corona-Verordnung, die ab 1. Oktober gilt – übrigens bis ins neue Jahr hinein, weil viele Advents- und Weihnachtsmärkte in dieser Wintersaison länger aufhaben dürfen als in den vergangenen Jahren.

Auch die Höchstzahl an Infektionen, ab der die Situation örtlich neu bewertet werden muss, kommt nur als Vorschlag von der Landesregierung. Sie liegt bei 20 Infizierten auf 100.000 Einwohner. 

Nicht einmal vorgeschlagen ist eine Maskenpflicht, betonte die Ministerin. Auch das obliege den Kommunen und ihren Ratsversammlungen.

Hintergrund: Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP) hat entsprechende Überlegungen regional angestellt. Demnach könnte (!) für den Dresdner Striezelmarkt eine Maskenpflicht angeordnet werden.

Besuch in Tschechien wieder möglich - unter Auflagen

Der Striezelmarkt fand im vergangenen Jahr zum 585. Mal statt - mit vielen Besuchern.
Der Striezelmarkt fand im vergangenen Jahr zum 585. Mal statt - mit vielen Besuchern.  © Eric Münch

Was aber weiter landesweit gilt, so Köpping: Zwingend sind auf jedem Markt die Einhaltung von Mindestabständen. Das müsse jedes Hygienekonzept eines jeden Marktbetreibers gewährleisten, sonst können die regionalen Gesundheitsämter als Genehmigungsbehörde Nein sagen!

Generell vertritt Köpping die Auffassung: "Ich bin eine große Verfechterin der Regionalisierung. Sonst sinkt die Akzeptanz." 

So wäre es nämlich schwer vermittelbar, wenn zum Beispiel Dresden den Faktor "20 auf 100.000" überschreitet, dafür auch ein Markt im Erzgebirge ausfallen müsste. Das Motto laute sogar: Lieber örtlich verbieten als gleich im gesamten Landkreis.

Damit bleibt Sachsen bei seinem grundsätzlich liberalen Weg in Sachen Corona

Auch neu ab 1. Oktober: Normale Besucher, nicht nur Pendler, dürfen wieder nach Tschechien - ohne anschließend in Quarantäne gezwungen zu sein. 

Also kann's am Wochenende zum Wandern gehen -  allerdings pro Person nur für 48 Stunden. Es gibt dabei auch keine Kilometerbegrenzung, jeder kann fahren, so weit er möchte.

Tschechische Bürger wiederum dürfen nur für 24 Stunden nach Sachsen, ohne anschließend in eine Quarantäne gehen zu müssen. Eventuelle nationale Regelungen, die Tschechien zurzeit überlegt, könnte dieser Lockerung jedoch bald wieder ein Ende bereiten.

Titelfoto: Eric Münch, Steffen Füssel (Montage)

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