Droht Dresden der Verkehrsinfarkt? Striezelmarkt betrifft 35.000 Autofahrer

Dresden - Falls die Corona-Zahlen überhaupt einen Striezelmarkt erlauben, soll der sich vom Altmarkt bis zum Terrassenufer ziehen. Doch damit würde neben dem Terrassenufer wohl auch die Wilsdruffer Straße dicht gemacht. 35.000 Autos pro Tag sind betroffen. Dresden droht der Verkehrsinfarkt!

Kaum vorstellbar, dass im Advent über die Wilsdruffer Straße der Verkehr rollt, zumal der Striezelmarkt sich bis zur Elbe zieht. Der OB Dirk Hilbert (48, FDP) will den Striezelmarkt unbedingt ermöglichen.
Kaum vorstellbar, dass im Advent über die Wilsdruffer Straße der Verkehr rollt, zumal der Striezelmarkt sich bis zur Elbe zieht. Der OB Dirk Hilbert (48, FDP) will den Striezelmarkt unbedingt ermöglichen.  © Bildmontage/imago images/xcitepress & Holm Helis

Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des Striezelmarktes wird das Terrassenufer Teil des Marktes. Am 3. November beginnt der Aufbau. Wahrscheinlich bereits kurz darauf wird die Trasse für Autofahrer gesperrt.

Doch damit nicht genug: In den letzten Jahren war immer zum Striezelmarkt zumindest eine Fahrtrichtung auf der Wilsdruffer Straße dicht. Doch da endete das Treiben auf dem Altmarkt.

Dass dieses Jahr weit über 10.000 Autos pro Tag quasi über den Weihnachtsmarkt fahren dürfen, gilt als unwahrscheinlich, obwohl die Stadt das noch prüft.

"Der Dr.-Külz-Ring mit den langen Grünphasen für Fußgänger und der Vorrangschaltung für den ÖPNV kann diesen Verkehr nicht aufnehmen. Wir brauchen dringend kreative Lösungen", sagt FDP-Chef Holger Zastrow (51).

So sollen innenstadtnahe Freiflächen (Trödelmarkt an der Albertbrücke) zu Ausweich-Parkplätzen werden.

Ein kostengünstiges Weihnachts-Ticket für den ÖPNV sei denkbar.

Am Dr.-Külz-Ring staut es sich schon im normalen Berufsverkehr. Zur Weihnachtszeit droht der Ausnahmezustand.
Am Dr.-Külz-Ring staut es sich schon im normalen Berufsverkehr. Zur Weihnachtszeit droht der Ausnahmezustand.  © Steffen Fuessler

Verkehrsexperte Tilo Wirtz fürchtet extreme Staus

"Beide Ost-West Verbindungen zu kappen ist ein schwer vorstellbares Experiment. Die Folge wären erheblich mehr Wege und enorme Staus - falls der Markt stattfindet", ergänzt der Verkehrsexperte der Linken, Tilo Wirtz (53). Und: "Ob die Besucher in Zeiten hoher Corona-Zahlen den ÖPNV als Alternative akzeptieren, ist sehr fraglich", sagt CDU-Rat Veit Böhm (55).

Die Stadt selbst hält sich bedeckt. OB Dirk Hilbert (48, FDP) verweist auf das noch nicht fertige Verkehrskonzept. Sehr wahrscheinlich wird stark auf P+R Stellplätze zum Beispiel an der Messe gesetzt.

Titelfoto: Bildmontage/imago images/xcitepress & Holm Helis

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