Weil sie keine Kippen bekamen: Kinder "bombardieren" Balkon von schwerbehinderter Mieterin

Dresden - Eine Gruppe Minderjähriger forderte in Prohlis Zigaretten von einem Mann, der gerade auf dem Balkon rauchte. Nachdem sie keine bekommen hatten, schossen sie mit Dreck und Pflanzen. Die schwerbehinderte Wohnungsmieterin ist entsetzt.

Die schwerbehinderte Kati Stephan (45) ist von der Gewaltbereitschaft der Kinder entsetzt.
Die schwerbehinderte Kati Stephan (45) ist von der Gewaltbereitschaft der Kinder entsetzt.  © Holm Helis

Kati Stephan (45) leidet an einer seltenen Muskelkrankheit und sitzt im Rollstuhl. Als ihr Partner am Abend gegen 21.30 Uhr auf dem Balkon ihrer Prohliser Plattenbauwohnung rauchte, kam eine Gruppe von sechs Kids vorbei.

"Sie waren vielleicht 11 bis 14 Jahre alt und wollten Zigaretten", berichtet Stephan, die auch Vize-Chefin des Verbandes der Körperbehinderten der Stadt Dresden ist.

"Als er ablehnte, fingen sie an, ihn mit Dreck zu bewerfen." Dabei rissen sie aus dem Beet vorm Haus sogar eine ganze Pflanze heraus und pfefferten sie hoch.

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Der Mann zog sich in die Wohnung zurück. "Als er wieder rausging, kamen erneut Sachen geflogen. Da rief ich die Polizei", schildert Stephan.

"Wieso reagieren Kinder so gewaltvoll und ohne Respekt?"

Die Kids rissen auch diese Pflanze aus der Erde und nutzten sie als Wurfgeschoss. Der Balkon sah nach der Dreck-Attacke furchtbar aus.
Die Kids rissen auch diese Pflanze aus der Erde und nutzten sie als Wurfgeschoss. Der Balkon sah nach der Dreck-Attacke furchtbar aus.  © privat (2)

Zudem eilte ein gerade anwesender Pflege-Assistent hinunter. Da suchten die Jungen das Weite.

Einen stellte der Pfleger nahe Jakob-Winter-Platz. "Plötzlich kamen zehn Jugendliche hinzu und umstellten mich. Da zog ich mich zurück", berichtet er. Die alarmierte Polizei konnte die Gruppe später nicht mehr feststellen, so ein Polizeisprecher.

Für Kati Stephan blieb es bei dem Schrecken und einem dreckigen Balkon. "Wieso reagieren Kinder so gewaltvoll und ohne Respekt? So können wir doch nicht miteinander leben."

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Auf Facebook, wo Stephan den Fall öffentlich machte, berichtet eine Nutzerin ähnliches mit Tomatenwürfen. Der Polizei sind zurzeit keine weiteren Fälle bekannt.

Titelfoto: Privat und Holm Helis

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