Weiße Flotte streicht Haltepunkt Prossen: "Wo bleibt unser Anleger?"

Dresden - Eine böse Überraschung war das für Fahrgäste und Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt, als der Dampfer "Meissen" am Samstag an Prossen einfach vorbeifuhr.

Flotten-Freunde demonstrierten am Samstag am Anleger.
Flotten-Freunde demonstrierten am Samstag am Anleger.  © Daniel Förster

Während die Anleger (mit Brücke und Ponton) in Wehlen und Bad Schandau in der vergangenen Woche wieder aufgebaut wurden, war in Prossen nichts dergleichen geschehen. Die Eindampfaktion der "Weißen Flotte" schlug offensichtlich höhere Wellen, als das Management erwartet hatte.

Einwohner, Fahrgäste, Fans - rund 35 Leute demonstrierten am Ufer, dort, wo der Anleger fehlte. "Wo bleibt unser Anleger? Lässt uns die SDS (Sächsische Dampfschifffahrt, Anm. d. Red.) im Stich?!", war auf einem Banner zu lesen. 

Flottensprecher Robert Körner (40) gibt zu: "Es war eine finanzielle und eine zeitliche Entscheidung." Rund 5000 Euro kostet die Wiedereinrichtung einer Anlegestelle, so Körner. 

Per Schiff wird der Ponton gebracht, per Kran die Brücke zwischen Ufer und Ponton gelegt. "Das dauert auch seine Zeit."

"Die Krise ist auch eine Chance"

Das Eindampfen bei der "Weißen Flotte" stößt auf Widerstand.
Das Eindampfen bei der "Weißen Flotte" stößt auf Widerstand.  © Daniel Förster

Dass der Halt Prossen (85 Jahre alt) "unterging", ist den Fahrgastzahlen geschuldet, die in dem Ortsteil von Bad Schandau pro Saison bei 300 bis 500 liegt (zum Vergleich: 25.000 sind es am Anleger Bad Schandau). 

Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (41) hat Verständnis für die Einsparung, hofft aber, dass "der Anleger aus der Tradition heraus in Zukunft wieder aufgebaut wird".

Michael Hillmann (47), Mitglied der Fachgruppe Elbeschifffahrt und Kommanditist der Sächsischen Dampfschiffahrt, sieht die Einsparung kritisch: "Das Angebot sollte nicht weiter reduziert werden. Die Krise ist auch eine Chance." 

Dass der Anleger in dieser Saison doch noch aufgebaut wird, "könnte klappen", wie Körner sagt. Die nächste Überraschung wartet jedoch schon bei der Fahrt "Sächsische Weinstraße" (ab Wochenende). 

Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (41) würde sich freuen, wenn der Traditionsanleger wieder angebaut wird.
Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (41) würde sich freuen, wenn der Traditionsanleger wieder angebaut wird.  © Marko Förster
Flottensprecher Robert Körner (40) hält den Aufbau des Prossen-Anlegers in dieser Saison noch für möglich.
Flottensprecher Robert Körner (40) hält den Aufbau des Prossen-Anlegers in dieser Saison noch für möglich.  © Thomas Türpe

Dort werden die Weindörfer Diesbar und Seußlitz nicht angefahren, weil der Kran wegen Straßenbauarbeiten in Seußlitz nicht zum Einsatz kommen kann.

Titelfoto: Daniel Förster

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