Klinik-Koordinator Albrecht und seine Kollegen kämpfen täglich um das Leben von Covid-Patienten

Dresden - "Wer noch immer an Corona zweifelt, der sollte sich in den Kliniken umschauen." Der das sagt, ist kein Politiker. Es ist einer von Sachsens Krankenhauskoordinatoren, der Chef des Uniklinikums Dresden, Professor Michael Albrecht (70). Er weiß bereits, wie die Lage im Dezember sein wird.

Im Team von Professor Michael Albrecht (70) wird die Verteilung der Corona-Kranken für 35 ostsächsische Krankenhäuser koordiniert.
Im Team von Professor Michael Albrecht (70) wird die Verteilung der Corona-Kranken für 35 ostsächsische Krankenhäuser koordiniert.  © Eric Münch

"Die Lage ist angespannt. Wir sind in Dresden und Ostsachsen jeden Tag und jede Nacht dran, Corona-Patienten zu verteilen", so der Arzt. Wegen voller Corona-Stationen werden sie aus Görlitz nach Bautzen gebracht oder aus Meißen nach Dresden. Pro Nacht 130 Transporte! "Wir kratzen die Betten zusammen", so Albrecht.

Sachsenweit lagen Freitag 1978 Corona-Patienten auf der Normalstation, 362 auf Intensivstationen (ITS). Allein in Dresden und Ostsachsen gibt es 667 stationär behandelte Patienten, 147 auf der ITS.

Ein Prognosewerkzeug, das er und sein Team nutzen, sagt bei anhaltender Entwicklung voraus: "Bis 4. Dezember wird es bei der optimistischen Variante so bleiben. Das aber halte ich für unwahrscheinlich."

In der moderaten Version gibt es einen Anstieg auf 759 stationäre sowie 191 Intensivpatienten in der Region. Pessimistisch gerechnet sind es an diesem Tag 308 ITS-Patienten und 1146 Stationäre. Bislang traf immer die mittlere Variante ein.

Die Intensiv-Pflege für Corona-Kranke ist technisch und personell enorm aufwendig. Hier die Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Dresden.
Die Intensiv-Pflege für Corona-Kranke ist technisch und personell enorm aufwendig. Hier die Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Dresden.  © DPA/Robert Michael

Problem: In den Krankenhäusern fehlt bereits bis zu 30 Prozent des Personals. Mit Blick auf all das sagt Albrecht an die Adresse von Maskenverweigerern und Corona-Leugnern: "Inzwischen sollte jeder mitbekommen haben, was los ist."

Titelfoto: Montage: dpa/Robert Michael, Eric Münch

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