Zeche geprellt, Handy geklaut: Diebischer Friseur verurteilt

Dresden - Das war vermutlich das teuerste Bier seines Lebens. Aber Wael H. (24) prellte erst die Zeche in der "Zille" in der Neustadt und wurde danach auch noch handgreiflich. Jetzt saß der Friseur aus Libyen vorm Amtsrichter.

Erst prellte der Libyer in der Zille die Zeche, dann schlug er einen Zeugen.
Erst prellte der Libyer in der Zille die Zeche, dann schlug er einen Zeugen.  © Peter Schulze

Es war die letzte "offene Kneipennacht" vor der Pandemie, als Wael und ein Kumpel, den er erst Stunden vorher kennengelernt haben will, im März in der "Zille" je ein Bier bestellten. 

Als der Barkeeper sie abkassieren wollte, schalteten sie auf stur. Mit den Worten: "Warum sollen wir zahlen, sind doch so viele reiche Deutsche hier", weigerten sich die Männer. 

"Einer zog Geld hervor, hielt mir einen 20-Euro-Schein hin, zog ihn aber dann wieder weg", so der Barkeeper, der genervt die Querulanten rauswarf, worauf einer den Laden mit Pfefferspray einnebelte. 

Das Duo rannte davon, drei Männer hinterher. 

Auf der Flucht drehte sich Wael um, schlug einem Verfolger ins Gesicht. Wael kletterte über den Zaun am Jüdischen Friedhof, über Bauzäune und Mauern und wurde Höhe Pfunds Molkerei von der alarmierten Polizei gefasst. 

"Dabei ist mir die Hose gerissen", so Wael. "Ich verlor mein Handy." Nicht nur das: auch ein Telefon, welches er in derselben Nacht in einer Kneipe an der Katharinenstraße mitgehen ließ.

Wael H. (24, r.) musste vor den Amtsrichter.
Wael H. (24, r.) musste vor den Amtsrichter.  © Peter Schulze

Die Überwachungskamera zeigt, wie sein Kumpel Gäste ablenkt (laut Anklage mit Sprüchen wie: "Ihr Rassisten!") und Wael das Handy einsteckt. Seit jener Nacht saß der Libyer, der erst seit Januar in Dresden ist, in U-Haft. Nun muss er 700 Euro Strafe zahlen, ist aber wieder auf freiem Fuß.

Titelfoto: Peter Schulze

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