Zu viele Intensivpatienten! Aufnahmestopp in sächsischen Krankenhäusern

Dresden - Sächsische Kliniken sind bei der Betreuung von Corona-Patienten inzwischen an ihrer Belastungsgrenze.

Das Städtische Klinikum Dresden hat derzeit keine Kapazitäten mehr, um Corona-Patienten aus anderen Krankenhäusern aufzunehmen.
Das Städtische Klinikum Dresden hat derzeit keine Kapazitäten mehr, um Corona-Patienten aus anderen Krankenhäusern aufzunehmen.  © Thomas Türpe

So hat sich das Klinikum Dresden aus der Corona-Krankenhaus-Leitstelle abgemeldet, zunächst bis Montag. Bis dahin werden keine Corona-Patienten aus anderen Regionen aufgenommen. Das Klinikum braucht vor allem die Intensiv-Betten für sich selbst.

"Die angeführte Abmeldung erfolgte gegenüber der Corona-Krankenhaus-Leitstelle, die am Uniklinikum Dresden angesiedelt ist. Diese koordiniert die Verteilung der Corona-Patienten in Dresden und Ostsachsen", teilte die Sprecherin vom Klinikum Dresden, Viviane Piffczyk, auf Anfrage von TAG24 mit.

Und weiter: "Die 35 teilnehmenden Kliniken melden täglich ihre Corona-Kapazitäten. Je nach Situation melden sich Kliniken auch von der Aufnahme dort zeitlich begrenzt ab. Dies haben wir aktuell getan und uns bis zum 7. Dezember 2020 abgemeldet.

Aus gleichem Grund setzt unser Klinikum auch bis zum 11. Dezember 2020 alle planbaren Eingriffe aus und verschiebt diese in den Januar 2021.

Das freigelenkte Personal setzen wir in den Covid-Bereichen ein und in der Versorgung von Notfällen, lebensbedrohlichen und dringlichen Erkrankungen."

Wichtig: Die Abmeldung betrifft laut Piffczyk nicht die Versorgung von Notfällen aller Art, bei denen zunächst kein Verdacht auf Covid besteht. "Diese Versorgung ist uneingeschränkt gesichert."

Sehr ernste Situation in Ostsachsen

Viele Kliniken in Sachsen können keine Covid-Patienten mehr aufnehmen.
Viele Kliniken in Sachsen können keine Covid-Patienten mehr aufnehmen.  © Robert Michael/dpa

Piffczyk weiter: "Die Auslastung aller unserer Covid-Bereiche ist auf einem hohem Niveau. Die derzeit vorgehaltene Kapazität der Intensivmedizin für Corona-Patienten ist besonders hoch ausgelastet. Unter diesen Bedingungen stellen wir mit der Abmeldung sicher, dass für Patienten, deren Zustand sich auf einer unserer Covid-Normalstation akut verschlechtert und umgehend einer intensivmedizinischen Behandlung bedarf, diese auch zur Verfügung steht.

Die Situation wird täglich neu bewertet. Für Ostsachsen haben wir nach wie vor eine sehr ernste Situation.

Daher der dringliche Appell an alle Bürgerinnen und Bürger in Ostsachsen, Corona ernst zu nehmen und die Hygienevorschriften einzuhalten."

Indes sind in der Freitaler Weißeritztalklinik alle Intensivbetten zur Beatmung von Patienten belegt. Besonders betroffen ist laut Krankenhaus-Koordinator Dirk Balster auch Südwestsachsen. Mit fast 1000 hospitalisierten Patienten arbeite man täglich "im Grenzbereich".

Schon bald sollen darum Intensiv-Patienten von dort ans Uni-Klinikum Leipzig überführt werden. Mit der Collm-Klinik in Oschatz hat die erste Klinik in Nordsachsen Aufnahme-, Verlegungs- und Besucherstopp verhängt. Nur noch lebensbedrohliche Notfälle werden angenommen.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, Robert Michael/dpa

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