Beinahe Umwelt-Katastrophe in Thüringen: War die Anlage gar nicht genehmigt?

Update, 7. Februar, 13.40 Uhr

Wie die Presse-Stelle der Landespolizeiinspektion Gotha gegenüber TAG24 mitteilt, wurden polizeiliche Ermittlungen wegen Gewässerverunreinigung aufgenommen. Diese werden von der Kriminalpolizeistation Eisenach geführt. Ob die Anlage möglicherweise nicht genehmigt war, bleibt unklar. In einer Mail heißt es: "Aus ermittlungstaktischen Gründen kann zur Verursachung keine Angabe gemacht werden."

Originalmeldung vom 26. Januar

Treffurt - 1500 Liter Heizöl gelangten vor ein paar Tagen bei Treffurt im Wartburgkreis in die Werra. Am Samstag kämpften zahlreiche Feuerwehrleute in Thüringen und Hessen gegen den Ölteppich. Mit Erfolg! Die große Umweltkatastrophe konnte abgewendet werden. Dennoch bleibt die Frage: Wie konnte das nur passieren?

Mithilfe von Ölsperren im Wartburg- (Thüringen) sowie im Werra-Meißner-Kreis (Hessen) konnte Schlimmeres offensichtlich verhindert werden. (Symbolbild)
Mithilfe von Ölsperren im Wartburg- (Thüringen) sowie im Werra-Meißner-Kreis (Hessen) konnte Schlimmeres offensichtlich verhindert werden. (Symbolbild)  © 123RF/mps197

Wanfried, eine Kleinstadt in Hessen, es ist Samstagmorgen als eine Person auf der Werra etwas schwimmen sieht. "Das kann nicht normal sein", denkt sie sich und meldet sich bei der Polizei. Es ist fast halb zehn. Kurze Zeit später kämpfen in zwei Bundesländern zahlreiche Feuerwehrleute gegen eine drohende Umweltkatastrophe.

Während in Thüringen und Hessen der Einsatz gegen einen Ölteppich noch läuft, gibt das Polizeipräsidium Nordhessen-Kassel bereits bekannt, dass Ermittlungen ergeben haben, dass bei einer "im Bereich" Treffurt (Wartburgkreis) ansässigen Firma circa 1500 Liter Heizöl ausgelaufen sein sollen.

Inzwischen sind vier Tage vergangen, der Einsatz war erfolgreich. Das Öl konnte beseitigt werden.

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"Nach dem Stopp des Eintrages von Heizöl und der Säuberung der Einleitstelle sowie der Beräumung von kontaminierten Erdreich sollten keine weiteren negativen Auswirkungen auf das Gewässer auftreten", teilte ein Sprecher des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) zu Wochenbeginn gegenüber TAG24 mit.

Wie ein Sprecher des Landratsamtes Wartburgkreis am Dienstag gegenüber unserer Redaktion mitteilte, würden die betroffenen Gewässerabschnitte und Ölsperren in Hessen und Thüringen "die nächsten Tage regelmäßig kontrolliert und im Laufe der Woche abgebaut werden".

Ventil defekt - Anlage gar nicht genehmigt?

Ein defektes Ventil an einem 10.000-Liter-Tank soll die Ursache gewesen sein. Von dort aus gelangte das Öl schließlich über einen Regenwasserkanal in die Werra. (Symbolbild)
Ein defektes Ventil an einem 10.000-Liter-Tank soll die Ursache gewesen sein. Von dort aus gelangte das Öl schließlich über einen Regenwasserkanal in die Werra. (Symbolbild)  © 123RF/maxxyustas

Für den Fall, dass "unerwartet" weitere Schäden als der Ölfilm auftreten sollten, seien über den sogenannten "Warnplan Weser" bereits am Samstag "alle relevanten Behörden und Entscheidungsträger über den Vorfall informiert worden und entsprechend wachsam".

Dennoch stellt sich die Frage, wie so viel Öl nur in die Werra gelangen konnte. Wie ein Sprecher des TMUEN mitteilte, war ein "defektes Ventil" an einem 10.000-Liter-Tank die Ursache. Von da aus gelangte das Öl über einen Regenwasserkanal in den Quellfluss der Weser. "Ein weiteres Auslaufen von Heizöl aus der Anlage wurde auf dem Firmengelände unterbunden", heißt es.

Wie die Reaktion erfuhr, soll es ein Verfahren wegen Gewässerverunreinigung geben. Zudem soll die "Anlage" in dieser Form gar nicht genehmigt gewesen sein.

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Die Redaktion hakte beim Umweltamt des Wartburgkreises nach. Hier teilte man mit: "Dazu kann aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen noch nichts gesagt werden."

Wir wandten uns auch an die Landespolizei-Inspektion Gotha, die auch für den nördlichen Wartburgkreis zuständig ist. Doch erklären konnte noch niemand, was genau nun Sache ist. TAG24 bleibt dran.

Titelfoto: 123RF/mps197

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