Corona-Krise: Stadt Jena zieht Reißleine und sagt Weihnachtsmarkt ab

Jena - Die Corona-Lage in Jena ist ernst! Deshalb hat die Stadt den diesjährigen Weihnachtsmarkt abgesagt. Das gab die Stadt am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt.

In Jena hat man am Freitag den Weihnachtsmarkt offiziell abgesagt. (Symbolbild)
In Jena hat man am Freitag den Weihnachtsmarkt offiziell abgesagt. (Symbolbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild

Das war's! Die Stadt Jena hat die Reißleine gezogen. Auch in diesem Jahr fällt der Weihnachtsmarkt aus.

Als Gründe für die Absage wurden unter anderem das anhaltende "exponentielle Wachstum" der Pandemie, das "diffuse Infektionsgeschehen" sowie die "drohende Überlastung der Intensivstationen in den Kliniken in Thüringen" genannt.

In Jena sei die Situation ohne Hilfe von außen nicht mehr beherrschbar, heißt es in der Pressemitteilung. Im Gesundheitsamt, in Pflegeeinrichtungen sowie im Klinikum sei die Bundeswehr teilweise schon im Einsatz.

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Nach Auffassung des Jenaer Krisenstabes sowie von JenaKultur ist derzeit nicht die richtige Zeit für einen Weihnachtsmarkt. Weihnachtsmärkte seien keine Veranstaltungen mit lokalem Charakter, sondern solche, die über mehrere Wochen hinweg überregional Zehntausende Menschen anziehen würden, heißt es.

Stadt Jena fordert die Politik zum Handeln auf

Zudem hätten zum jetzigen Zeitpunkt bereits fast 60 Prozent der ursprünglich für den Jenaer Weihnachtsmarkt zugesagten Stände ihre Teilnahme zurückgezogen. "Gründe für die Absagen sind das zunehmende wirtschaftliche Risiko für die teilnehmenden Unternehmen aufgrund der unklaren Planungsperspektiven sowie vor allem auch das Fehlen von Personal für den Betrieb der Stände", heißt es.

Auch die verordnungsbedingte Beibehaltung der 2G-Regelung würde diese angespannte Personalsituation nach Auffassung der Verantwortlichen weiter erschweren.

Für Händler, Gastronomen und Schausteller sei dies ein weiterer Rückschlag. Deshalb fordert die Stadt Jena die "politischen Partner[...] auf Landes- und Bundesebene" auf, sich für eine Verlängerung beziehungsweise für eine Anpassung der Wirtschaftshilfen stark zu machen.

Darüber hinaus appelliert die Stadt an die Landesregierung und Gewerkschaften, "die Unterstützung des Einzelhandels in den Blick zu nehmen". Er dürfe nicht noch mehr Boden gegenüber dem Online-Handel verlieren.

"Bitte lassen Sie sich impfen, damit das kommende Jahr endlich für einen wirklichen Neustart und nicht für weitere verpasste Chancen zur Bewältigung dieser Pandemie steht", heißt es in der Pressemitteilung abschließend. Diese ist in voller Länge auf der Facebook-Seite der Stadt zu lesen.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild

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