Düstere Prognose: Ab 2035 ein Drittel mehr Thüringer pflegebedürftig

Erfurt - Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Donnerstag hat sich Thüringens Gesundheitsministerin erneut für eine Pflegevollversicherung ausgesprochen.

In Thüringen wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren stark zunehmen.
In Thüringen wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren stark zunehmen.  © Sina Schuldt/dpa

In eine solche Vollversicherung würden alle Menschen in Deutschland nach dem Vorbild der Krankenversicherung mit ihrem Einkommen einzahlen. Die Pflege brauche deutlich mehr Personal, sagte Heike Werner (53, Linke) am Mittwoch in Erfurt.

"Damit dies nicht zu unbezahlbaren Ausgaben für den Einzelnen führt, brauchen wir die Pflegevollversicherung." Die neue Bundesregierung müsse Lösungen finden - "und zwar besser gestern als heute". Verbesserungen braucht es auch im ambulanten Bereich und im Bereich der pflegenden Angehörigen.

In Thüringen waren Ende 2019 insgesamt 34.070 Männer und Frauen im Pflegedienst beschäftigt. Das teilte das Statistische Landesamt in Erfurt am Mittwoch mit. Knapp ein Drittel der Beschäftigten arbeitete in Vollzeit, die Mehrheit in Teilzeit.

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Rund fünf Prozent waren den Angaben zufolge geringfügig beschäftigt. Das Personal war mit der Pflege von insgesamt 135.592 Pflegebedürftige im Sinne des Sozialgesetzbuches betraut.

Pflege: düstere Prognose für die kommenden Jahre

Da die Zahl der Pflegebedürftigen in Thüringen stark zunehmen wird, hat sich Gesundheitsministerin Heike Werner (53, Linke) für eine Pflegevollversicherung ausgesprochen.
Da die Zahl der Pflegebedürftigen in Thüringen stark zunehmen wird, hat sich Gesundheitsministerin Heike Werner (53, Linke) für eine Pflegevollversicherung ausgesprochen.  © Michael Reichel/dpa

"Im Jahr 2035 werden - konservativ gerechnet - in Thüringen ein Drittel mehr Menschen pflegebedürftig sein als jetzt", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Thüringer Landtag, Babette Pfefferlein (48).

Damit steige der zukünftige Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege immens. Es brauche dringend eine Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen, um mehr Menschen in Pflegeberufe zu bringen.

Auch der Sprecher für Gesundheitspolitik und Pflege der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Ralf Plötner (39), forderte eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege.

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Mit dem Förderprogramm der Landesregierung für die Ausbildung von Menschen aus dem Ausland zu Pflegefachpersonen sei ein wichtiger Anreiz geschaffen worden.

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Er geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale zurück, die als Pionierin der modernen Krankenpflege gilt.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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