Jojo-Effekt in Thüringen: Corona-Inzidenz klettert weiter in die Höhe

Erfurt - In Thüringen ist ein wichtiger Wert zur Beurteilung der Corona-Pandemie auch am Wochenende weiter gestiegen.

Teilnehmer einer Corona-Demonstration stehen auf dem Domplatz in Erfurt. Die Inzidenz in Thüringen ist am Wochenende gestiegen.
Teilnehmer einer Corona-Demonstration stehen auf dem Domplatz in Erfurt. Die Inzidenz in Thüringen ist am Wochenende gestiegen.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Die sogenannte Inzidenz lag am Sonntagmorgen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge bei 123 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Einen Tag zuvor betrug der Wert rund 120.

Von Samstag auf Sonntag wurden thüringenweit 343 Neuinfektionen erfasst. Die bekannte Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Erreger starben, stieg um 10 auf 2741.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) hatte am Samstag erklärt, dass er vor allem in den Virusvarianten einen Grund für die hohen Zahlen im Freistaat sehe. Wenn die Werte zu hoch blieben, müssten sich auch die Maßnahmen in Thüringen daran orientieren (TAG24 berichtete).

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Seit Freitag allerdings gilt im 2,1 Millionen Einwohner-starken Bundesland eine neue Corona-Verordnung, die verschiedene Lockerungen der bisherigen Maßnahmen beinhaltet.

So wurde etwa die nächtliche Ausgangsbeschränkung aufgehoben, wonach nur Menschen mit triftigem Grund nach 22 Uhr das Haus verlassen durften.

Die Fallzahlen vom Sonntag im Überblick

Kurzfristiges Zurückrudern bei Öffnung von Schulen und Kitas

Bei der neuen Verordnung, die eigentlich eine generelle Öffnung mit Einschränkungen von Grundschulen und Kitas ab Montag vorsah, hatte das Gesundheitsministerium dagegen noch kurzfristig eine zusätzliche Weisung erlassen, die viel Kritik erntete.

Dieser zufolge sollen Landkreise, die mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen haben, ihre Einrichtungen geschlossen halten. Bei einer Inzidenz zwischen 150 und 200 soll eine Schließung erfolgen, diese wird aber nicht angeordnet.

Thüringen blieb damit auch am Wochenende mit deutlichem Abstand das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland in ganz Deutschland.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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