Kein Ende des Lockdowns in Sicht? Sozialministerin mit düsterer Prognose für Thüringen

Erfurt - Thüringens Sozialministerin Heike Werner (51, Linke) rechnet derzeit nicht damit, dass nach dem 10. Januar Schulen und Geschäfte in Thüringen wieder öffnen.

Thüringens Sozialministerin Heike Werner (51, Linke) rechnet aktuell nicht damit, dass Schulen und Geschäfte nach dem 10. Januar wieder öffnen können.
Thüringens Sozialministerin Heike Werner (51, Linke) rechnet aktuell nicht damit, dass Schulen und Geschäfte nach dem 10. Januar wieder öffnen können.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

"Aktuell haben wir im Landesdurchschnitt eine Inzidenz bei über 250", sagte sie im Interview der "Thüringer Allgemeinen" am Mittwoch. "Unser Ziel ist es, sie unter 50 zu senken. Erst dann kann es größere Lockerungen geben. Ich glaube nicht, dass wir dieses Ziel bis zum 10. Januar erreichen können."

Dass Thüringen zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern gehört, liegt laut der 51-Jährigen auch an einer "gewissen Sorglosigkeit", die sich im Sommer bei einem Teil der Menschen breitgemacht habe.

Gleichzeitig räumte die Ministerin ein, dass die Landesregierung noch im Oktober die aktuelle Entwicklung "nicht in dieser Dramatik" erwartet habe.

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Seit Mittwoch gilt im Freistaat und ganz Deutschland ein mehrwöchiger Lockdown mit einer Reihe von neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Unter anderem müssen Geschäfte mit Ausnahme von Läden für den täglichen Bedarf schließen, in Thüringen gibt es eine Ausgangssperre in der Nacht zwischen 22 und 5 Uhr.

Gegen das Coronavirus werden in Thüringen voraussichtlich zunächst Menschen in Pflegeheimen geimpft, erklärte Werner. Das Land werde "wahrscheinlich zu Beginn über weniger Impfdosen verfügen, als bisher gedacht". In den Pflegeheimen sei die Gefahr für Leib und Leben am größten.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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