Eiszeit: Ukraine-Krieg belastet Thüringens Städtepartnerschaften mit Russland

Erfurt - Ob Suhl und Kaluga, Mühlhausen und Kronstadt oder Gera und Rostow am Don - mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt sich in Thüringen die Frage nach Partnerschaften mit russischen Städten neu.

Der Krieg in der Ukraine stellt auch die deutsch-russischen Städtepartnerschaften in Thüringen auf die Probe. (Archivbild)
Der Krieg in der Ukraine stellt auch die deutsch-russischen Städtepartnerschaften in Thüringen auf die Probe. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

"Das ist ein Thema, das uns seit Kriegsbeginn beschäftigt", sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung Mühlhausen auf Anfrage.

Die Stadt in Nordthüringen ist seit 1995 Partnerkommune von Kronstadt bei St. Petersburg und pflegt außerdem eine Städtefreundschaft mit Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Oberbürgermeister Johannes Bruns (55, SPD) hatte kurz nach nach Kriegsbeginn an die Bürgermeister der beiden russischen Städte geschrieben.

Darin forderte er sie auf, sich für ein Ende der Kampfhandlungen und und die Wiederherstellung der Souveränität der Ukraine einzusetzen. "Ein solcher Angriffskrieg ist in keiner Weise zu rechtfertigen und darf niemals dazu dienen, eigene Interessen der russischen Regierung durchzusetzen", heißt es in dem Brief.

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Einen Abbruch der Beziehungen, zu denen etwa Verbindungen zwischen Jugendkunst- und Musikschulen gehören, schließt die Stadt nicht aus. Abhängig sei dies von der weiteren Entwicklung im Ukraine-Konflikt, so die Sprecherin. Derzeit liege alles auf Eis.

In Suhl hat der Stadtrat wenige Tage nach Kriegsbeginn mit großer Mehrheit beschlossen, die seit 1969 bestehende Partnerschaft mit Kaluga - knapp 200 Kilometer südwestlich von Moskau - fortzusetzen. Zugleich verurteilte er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und forderte dessen Ende.

Stadtsprecherin: "Die Pflege solcher Verbindungen ist uns wichtig"

In Thüringen sind nach Angaben der Staatskanzlei drei Städte mit Partnerschaften in Russland bekannt. Neben Suhl und Mühlhausen betrifft dies auch Gera, das Verbindungen nach Rostow am Don und nach Pskow unterhält. Diese bestünden weiter, teilte eine Stadtsprecherin mit. "Die Pflege solcher vertrauensvollen Verbindungen auf kommunaler Ebene ist uns wichtig, um Unterstützung und Zusammenhalt zu garantieren."

Die Landesregierung selbst hatte in den vergangenen Jahren Kontakte in die Republik Tatarstan in Russland gepflegt - einschließlich gegenseitigen Besuchen von Delegationen.

Vor sechs Jahren vereinbarten sie bestimmte Felder der Zusammenarbeit, vor allem in Wirtschaft und Wissenschaft. Derzeit lägen alle Kontakte auf Eis, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei.

Eine förmliche Regionalpartnerschaft mit der Republik Tatarstan habe Thüringen aber nie geschlossen.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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