Mehr als 300 Veranstaltungen: In Ostthüringen herrscht Festival-Stimmung

Rudolstadt - Nach zwei Jahren Pandemiepause wieder einmal rund um die Welt mitten in Thüringen: Das nach Angaben der Veranstalter deutschlandweit größte Festival für Roots-, Folk- und Weltmusik beginnt am Donnerstagabend in Rudolstadt.

Rund 18.500 Dauerkarten wurden vor Beginn des Rudolstadt Festivals verkauft. Erste Besucherinnen und Besucher fanden sich den Angaben zufolge bereits vor dem Start am Donnerstag in der Kommune auf. (Archivbild)
Rund 18.500 Dauerkarten wurden vor Beginn des Rudolstadt Festivals verkauft. Erste Besucherinnen und Besucher fanden sich den Angaben zufolge bereits vor dem Start am Donnerstag in der Kommune auf. (Archivbild)  © Arifoto Ug/Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Rund 18.500 Dauerkarten sind vor dem Beginn des 30. Jubiläumsjahres des Rudolstadt Festivals verkauft worden.

Erste Besucherinnen und Besucher des Festivals für Roots-, Folk- und Weltmusik fanden sich nach Angaben einer Sprecherin schon vor dem Auftakt am Donnerstagabend in der ostthüringischen Kommune ein.

"Seit Tagen sind schon Leute in der Stadt", sagte sie. Das Festival ist nach eigenen Angaben das größte seiner Art in Deutschland.

Die Vorfreude auf ein Festival im alten Stil sei nach zwei Jahren Pandemiepause deutlich spürbar, sagte die Sprecherin. 2019 waren die 25.000 Vier-Tages-Tickets für die gesamte Festivalzeit im Vorfeld ausverkauft gewesen, am besucherstärksten Tag zählten die Organisatoren rund 34.000 Gäste.

Das diesjährige Festival mit seinem Schwerpunkt auf den Ländern Jugoslawiens soll mit einem gemeinsamen Auftritt des Boban Marković Orkestar und der Marko Marković Brass Band auf der Großen Bühne im Heinepark eröffnet werden (21 Uhr).

Vom 7. bis 10. Juli sind mehr als 300 Veranstaltungen geplant. Insgesamt wollen in der Stadt im Saaletal zwischen Saalfeld und Jena bis Sonntag Künstler und Künstlerinnen aus rund 40 Ländern auf fast 30 Bühnen und Podien auftreten.

Wirbel um Auftritt von ausländischer Band

Die Linke-Fraktionsabgeordnete im Thüringer Landtag, Katharina König-Preuss (44), kritisierte einen Auftritt der Gruppe 47Soul. (Archivbild)
Die Linke-Fraktionsabgeordnete im Thüringer Landtag, Katharina König-Preuss (44), kritisierte einen Auftritt der Gruppe 47Soul. (Archivbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Doch ganz unbeschwert geht es hinter den Kulissen nicht zu. Das Problem mit Flug- und Zugausfällen weltweit hält auch das Veranstaltungsteam auf Trab. Der Sprecherin zufolge habe das bereits zu internen Verschiebungen geführt. Fahrdienste würden, wo es geht, an geänderte Anreisezeiten der Künstler angepasst.

"Das Publikum wird davon erst dann was merken, wenn es eine Verschiebung gibt oder einen Ausfall - ansonsten nicht", versicherte sie. Bisher habe aufgrund dessen nur ein Workshop abgesagt werden müssen. Dabei bleibe es hoffentlich auch.

Eine Absage war unterdessen im Vorfeld der Eröffnung des Rudolstadt-Festivals aktiv gefordert worden: Einen Auftritt der palästinensischen Gruppe 47Soul bezeichnete Katharina König-Preuss (44) von der Linken-Fraktion wegen öffentlicher antisemitischer Aussagen der Band über Israel und den Nahostkonflikt als nicht hinnehmbar.

Die Festivalleitung reagierte und erklärte, das Konzert werde stattfinden. Das Festival werde Antisemitismus aber keine Bühne bieten.

Titelfoto: Arifoto Ug/Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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