Weltmusik in der Provinz: So viele Menschen pilgerten zum Rudolstadt-Festival

Erfurt - Für Tausende Musikfans bedeutete die thüringische Provinz am Wochenende erneut die Welt: Nach zwei Jahren trafen sich Besucher und internationale Bands erstmals wieder zum Rudolstadt-Festival.

Auf den zahlreichen in der Kleinstadt verteilten Bühnen und Podien gab es rund 300 Konzerte.
Auf den zahlreichen in der Kleinstadt verteilten Bühnen und Podien gab es rund 300 Konzerte.  © Bodo Schackow/dpa

Folk, Ethnojazz, traditionelle Gesänge oder experimentelle Musik: Das nach eigenen Angaben größte Festival für Weltmusik im thüringischen Rudolstadt hat am Wochenende nach zweijähriger Corona-Pause wieder Tausende Besucher angelockt.

Zur 30. Auflage des Rudolstadt-Festivals kamen seit Donnerstagabend im Schnitt täglich mehr als 20.000 Besucher in die thüringische Kleinstadt, wie die Veranstalter zum Abschluss am Sonntag mitteilten.

"Wir haben gezeigt, dass die künstlerische Vielfalt und die internationale Ausstrahlung des Festivals ungebrochen sind", zog Festivaldirektorin Petra Rottschalk eine positive Bilanz.

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Angesichts der Unsicherheit, die durch die Folgen der Pandemie sowie die politische und wirtschaftliche Lage herrsche, sei dies ein erfolgreicher Neustart gewesen. Auch, wenn das Festival erstmals seit Jahren nicht ausverkauft und die Ticketzahl im Vorverkauf sogar begrenzt worden war.

Probleme bereiteten den Veranstaltern nach eigenen Angaben in diesem Jahr auch Flug- und Zugausfälle sowie Absagen von Künstlern wegen Corona-Erkrankungen. Es habe sich ausgezahlt, dass schon vor Wochen Flüge und Züge von Künstlern umgebucht worden seien, um Folgen des teilweisen Reisechaos aufzufangen, hieß es. So habe es nur eine Konzertabsage gegeben, die aber kompensiert werden konnte. Zudem mussten drei Workshops ausfallen.

Weltmusikpreis vergeben

Zu den Gästen zählte auch die russische Punkrock-Band Pussy Riot.
Zu den Gästen zählte auch die russische Punkrock-Band Pussy Riot.  © Bodo Schackow/dpa

Mehr als 150 Bands, Straßenmusiker und Solokünstler aus rund 40 Ländern spielten am Wochenende in Rudolstadt auf.

Auf den zahlreichen in der Kleinstadt verteilten Bühnen und Podien gab es rund 300 Konzerte, darunter von bekannten Bands wie der russischen Gruppe Pussy Riot und der Goran Bregović Wedding and Funeral Band. Der Länderschwerpunkt lag in diesem Jahr auf "Titos Erben" und damit auf den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens.

Der Weltmusikpreis Ruth ging in diesem Jahr an den Kölner Karnevals- und Musikverein Humba sowie den Berliner Autoren und Journalisten Christoph Dieckmann (66). Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung für Bands und 2500 Euro für Einzelpersonen wurde am Samstag im Hof der Heidecksburg vergeben.

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Mit Humba wurden die Verdienste des Vereins um eine urbane und vielseitige Festkultur, die zugleich politische Impulse für eine offene Gesellschaft setze, gewürdigt. Dieckmann erhielt den Preis für sein publizistisches Wirken.

Das nächste Rudolstadt-Festival wird vom 6. bis 9. Juli 2023 ausgetragen. Der Länderschwerpunkt ist dann Kuba gewidmet.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

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