Ab heute: 3G-Kontrollen im Thüringer Nahverkehr

Erfurt - Fahrgäste in Thüringer Bussen und Bahnen müssen sich künftig auf stichprobenhafte 3G-Kontrollen einstellen. Werden Fahrgäste ohne einen Impf-, Test oder Genesenennachweis erwischt, können sie ab Mittwoch der Fahrt verwiesen werden, wie eine Sprecherin des Verkehrsverbunds Mittelthüringen (VMT) mitteilte. Ein Bußgeld dürften die bei den Betrieben angestellten Kontrolleure jedoch nicht verhängen.

In Thüringer Bussen und Bahnen gilt seit Mittwoch 3G-Pflicht. Fahrgäste müssen sich auf Kontrollen einstellen.
In Thüringer Bussen und Bahnen gilt seit Mittwoch 3G-Pflicht. Fahrgäste müssen sich auf Kontrollen einstellen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Da es sich bei dem Verstoß lediglich um eine Ordnungswidrigkeit handle, könnten erwischte Fahrgäste auch nicht bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden, sagte die Sprecherin weiter.

Auch die Personalien dürften nicht notiert werden. Das sei beim Fahren ohne Fahrschein anders - hierbei handle es sich um eine Straftat.

Wie genau die Thüringer Verkehrsbetriebe die Kontrollen umsetzen, war nach Angaben der Sprecherin noch unklar.

Thüringen gedenkt Opfer der Pogromnacht von 1938
Erfurt Lokal Thüringen gedenkt Opfer der Pogromnacht von 1938

Das entsprechende Gesetz sei erst sehr kurzfristig gekommen und lasse Spielraum - etwa in der Frage, wie oft kontrolliert werden müsse. Das liege im Ermessen der einzelnen Verkehrsbetriebe. Ihr seien keine Unternehmen bekannt, in denen kurzfristig Personal aufgestockt werde.

Flächendeckende Kontrollen, etwa beim Zustieg, werde es aber nicht geben.

Fahrgäste müssten jederzeit auf Kontrollen vorbereitet sein

Bei der Erfurter Verkehrsbetriebe AG sind nach Angaben eines Sprechers auch keine kurzfristigen Personalaufstockungen geplant. Man sei aber im Gespräch mit Polizei und Ordnungsamt, damit diese das Kontrollpersonal unterstützen, sagte Vorstand Myriam Berg.

Fahrgäste müssten jederzeit auf Kontrollen vorbereitet sein und ihren 3G-Nachweis griffbereit haben. Bei Schülerinnen und Schülern werde davon ausgegangen, dass sie regelmäßig in der Schule getestet werden.

Damit setzen die Unternehmen die Beschlüsse der Bundesregierung im neuen Infektionsschutzgesetz von vergangener Woche um. Fahrgäste in Fern- und Regionalzügen sowie in Bussen und Straßenbahnen müssen demnach von Mittwoch an geimpft, genesen oder getestet sein. Seit diesem Dienstag stehen die Änderungen im Bundesgesetzblatt und sind damit ab Mittwoch gültig. Damit sollen Kontakte angesichts der wieder rasant steigenden Corona-Infektionszahlen stärker reglementiert werden. Auch die Deutsche Bahn hatte Kontrollen angekündigt.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Erfurt Lokal: