Neue Erkenntnisse nach Babyleichen-Fund: Kann dadurch die Mutter gefunden werden?

Geschwenda - Drei Jahre nach dem grausamen Fund einer Babyleiche in Geschwenda ist der tote Säugling beerdigt worden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren vor Ort und nahmen Abschied von dem namenlosen Kind. Die Suche nach der Mutter des Babys geht weiter, inzwischen gibt es neue Hinweise.

Drei Jahre nach dem schrecklichen Fund wurde das tote Mädchen auf dem Friedhof in Geschwenda beerdigt.
Drei Jahre nach dem schrecklichen Fund wurde das tote Mädchen auf dem Friedhof in Geschwenda beerdigt.  © NEWS5 / Schuchardt

Am Ostersonntag - dem 20. April 2019 - finden Spaziergänger an einem Rundwanderweg die Leiche des toten Kindes. Das Baby wurde nicht versteckt, es liegt direkt auf einer Wiese, nur wenige Hundert Meter von der A71 entfernt. Teilweise trägt der Säugling sogar noch Kleidung.

"Wir waren mit den Hunden unterwegs und plötzlich waren unsere Tiere nicht mehr sichtbar. Als wir sie dann gerufen haben, haben sie nicht reagiert", erzählt einer der Zeugen bei "Kripo Live" (MDR).

Die Spaziergänger waren erst der Annahme, dass es sich um ein totes Haustier handelt, welches dort abgelegt worden war. Als sie jedoch die Abdeckung abzogen, kam ein Babyschädel zum Vorschein.

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Das tote Kind wird anschließend in die Rechtsmedizin nach Jena gebracht. Dort finden die Ermittler heraus, dass es sich um ein Mädchen handelt. Lebensalter: null Tage bis drei Monate.

Über die Todesursache ist nichts bekannt. Untersuchung ergaben jedoch, dass das Baby bereits gestillt worden war. Die Ermittler gehen über 70 Hinweisen nach und überprüfen rund 42.000 in Thüringen registrierte Geburten. Danach steht für die Polizisten fest: Der Säugling kann nicht legal in Thüringen zur Welt gebracht worden sein.

Neue Hinweise zur weiter unbekannten Mutter des toten Babys

Die Mutter des toten Mädchens ist weiter unbekannt. Niemand weiß, wo sie während der Schwangerschaft lebte und wo das Baby auf die Welt kam, bevor sie es ablegte. Laut einem Bericht von "Kripo Live" soll die Dame wohl aus dem Mitteldeutschen Raum kommen und eine Zeit lang im Ilm-Kreis gelebt haben.

Um neue Erkenntnisse zu erlangen, wurde an dem Baby eine sogenannte Isotopenanalyse durchgeführt.

Dabei wird in Knochen und Weichteilen des Säuglings nach bestimmten chemischen Elementen gesucht, die etwas über das Leben der Mutter verraten. Diese Analyse ergab, dass sich die Mutter vor und im ersten Teil ihrer Schwangerschaft in den USA aufgehalten haben muss.

Hinweise zum Fall des toten Mädchens von Geschwenda nimmt die Polizei Gotha unter der 03621/781-124 entgegen.

Titelfoto: NEWS5 / Schuchardt

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