Thüringer Ersatzteilhändler sammeln 27.000 Euro für todkranken Jungen!

Leinefelde - Der einjährige Kerem aus Istanbul ist todkrank. Nur ein Medikament, das fast zwei Millionen Dollar kostet, kann ihm helfen - verdammt viel Geld! Doch die Hoffnung, dass Kerem die Wunder-Spritze bekommt, ist größer denn je. Einen Anteil daran haben auch zwei Thüringer Ersatzteilhändler.

Nur noch 28 Prozent des benötigten Geldes müssen zusammenkommen, dann kann Kerem endlich die Millionen teure Spritze erhalten.
Nur noch 28 Prozent des benötigten Geldes müssen zusammenkommen, dann kann Kerem endlich die Millionen teure Spritze erhalten.  © Screenshot/Facebook/Help_kerem/Montage

Alexander Tasch und Patrick Kulle von My Bus Parts in Leinefelde (Landkreis Eichsfeld) starteten im März eine Aktion, um dem türkischen Jungen, der an einer Muskelschwund-Krankheit leidet, zu helfen. Sie verlosten eine restaurierte VW T3 Syncro TriStar. Um an der Verlosung teilnehmen zu können, musste man ein Los im Wert von 46 Euro kaufen.

Am Sonntag schließlich wurden alle Lose in eine Trommel geschmissen und der Gewinner gekürt. Über einen Livestream konnte man die Aktion unter anderem auf Facebook verfolgen. Insgesamt wurden laut Tasch 963 von 999 Losen verkauft. Als Spendensumme kamen 26.275 Euro zusammen. 10.000 Euro Kaufpreis für den Bulli sowie die Mehrwertsteuer habe man von den Einnahmen abziehen müssen, erklärte Kulle.

"Wir leben in Deutschland. Das Steuerrecht muss man beachten, klar!", sagte er. Und dann habe auch Paypal noch Geld haben wollen. So blieben am Ende letztlich 26.275 Euro übrig. Vor laufender Kamera rundete Kollege Alexander jedoch auf 27.000 Euro auf - das Geld lege er oben drauf.

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"Das ist Wahnsinn", meinte Patrick. Wenn man die Summe mit dem für die Spritze benötigten Geld vergleicht, sei das "nur ein kleiner Punkt", aber man müsse es so sehen, "es zählt jeder Euro".

Der Gewinner legt einfach auf!

Nach Abzügen blieben eigentlich 26.275 Euro stehen, doch Alexander Tasch (My Bus Parts) rundete auf 27.000 Euro Spendensumme auf.
Nach Abzügen blieben eigentlich 26.275 Euro stehen, doch Alexander Tasch (My Bus Parts) rundete auf 27.000 Euro Spendensumme auf.  © Screenshot/Facebook/My Bus Parts/Montage

Nach übereinstimmenden Angaben von Alexander Tasch und dem Facebook-Kanal der Hilfsaktion "Help_kerem" konnten bislang 72 Prozent des benötigten Geldes erreicht werden.

Und das auch, weil so viele Menschen vom 27. März bis 24. April Lose für die TriStar gekauft haben. Doch wer hat nun eigentlich gewonnen?

3315533155, lautete die Nummer zum Glück. Klar, dass Patrick und Alexander dem Gewinner höchstpersönlich gratulieren wollten. Also rief man unter der in der Bestellung angegebenen Handynummer an. Doch der ging nicht ran. Augenblicke später kam der Rückruf.

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Eine Männerstimme meldete sich. Und Patrick? Sagte ganz überschwänglich: "Ja, Berthold, grüße dich. Hier ist die Firma My Bus Parts aus Leinefelde." Dann fragte er ihn, was er heute gemacht habe beziehungsweise die letzten 20 Minuten. Keine Reaktion! Der Gewinner aus Berlin hatte einfach aufgelegt. "Der war auf jeden Fall nicht im Live", meinte Alexander. Patrick hingegen völlig fassungslos: "Ey. Das gibt's doch nicht!"

Doch Aufgeben war nicht! Über die Festnetznummer versuchte man es erneut. Eine Frauenstimme im Hintergrund meldete sich diesmal, erklärte ganz seriös, dass man die TriStar gewonnen habe. Am anderen Ende der Leitung konnte man es offenbar nicht glauben. Die Frau im Hintergrund entgegnete jedoch: "Doch, das ist wahr!"

Platz zwei und drei gehen nicht leer aus

Patrick versuchte es anschließend erneut übers Handy. Die Person wusste ja nun Bescheid. Und tatsächlich wurde abgenommen. Über Lautsprecher erfuhr man, dass es sich um einen älteren Schrauber handelt. Der erklärte dann, warum er aufgelegt hatte.

So sei es keine Seltenheit, dass er unseriöse Anrufe erhalte. Und wenn jemand ihn duze, dann auch noch falsch - Patrick sprach ihn mit Nachnamen an - dann gehe er davon aus, dass es sich um nichts Seriöses handelt.

Auch die Plätze zwei und drei gingen nicht leer aus. Für Platz zwei gab es ein Paket bestehend aus Rucksack, Decke von Volkswagen, einem Handtuch, einer Mütze und einem Thermobecher. Über ein Handtuch, einen Rucksack, ein Bulli-Plakat, einen Regenschirm, eine Mütze sowie einen ferngesteuerten Polizei-Bulli durfte sich der Drittplatzierte freuen.

Patrick Kulle betonte im Livestream: "Ohne euch würde es diese Summe nicht geben." Dabei bedankte er sich auch bei den Sponsoren und Helfern im Hintergrund. Wenn 100 Prozent der Summe erreicht seien, es Kerem soweit gut gehe, wolle man ihn besuchen, auch einfach mal "drücken". Zudem wolle man "euch" weiter über den Zustand von Kerem informieren, ergänzte Kollege Alexander Tasch.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/Help_kerem/Montage

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