Mindestlohn für Pflichtpraktika vor dem Studium? Junge Klägerin scheitert vor Gericht

Erfurt - Angehende Studenten haben nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) keinen Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn während eines Pflichtpraktikums, das für die Hochschulzulassung verlangt wird.

Eine junge Frau aus Rheinland-Pfalz hatte geklagt. Sie forderte für ihr Praktikum auf einer Krankenpflegestation eine Vergütung von rund 10.300 Euro. (Archivbild)
Eine junge Frau aus Rheinland-Pfalz hatte geklagt. Sie forderte für ihr Praktikum auf einer Krankenpflegestation eine Vergütung von rund 10.300 Euro. (Archivbild)  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Es sei der Wille des Gesetzgebers, dass nicht nur obligatorische Praktika während des Studiums, sondern auch Pflichtpraktika davor vom Mindestlohnanspruch ausgeschlossen seien, erklärten die höchsten deutschen Arbeitsrichter am Mittwoch in Erfurt.

Geklagt hatte eine junge Frau aus Rheinland-Pfalz, die an einer privaten, staatlichen Universität ein Medizinstudium beginnen wollte. Die Studienordnung der Universität sieht nach Angaben des Gerichts als Zulassungsvoraussetzung ein sechsmonatiges Praktikum auf einer Krankenpflegestation vor.

Für diesen Zeitraum verlangte die Klägerin unter Berufung auf das Mindestlohngesetz eine Vergütung von rund 10.300 Euro. Sie argumentierte, ein Vorpraktikum sei kein Pflichtpraktikum.

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Mit ihrer Forderung war die angehende Medizinerin bereits beim Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz gescheitert - nun auch vor dem Bundesarbeitsgericht.

Dabei spiele es keine Rolle, dass es sich in dem Fall um eine private Universität handele, so die Richter. Sie sei staatlich anerkannt - ihre Zulassungsbedingungen seien damit einer öffentlich-rechtlichen Regelung gleichgestellt.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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