Trotz neuer Virus-Variante: Lufthansa-Flieger aus Südafrika landet unbedarft in Frankfurt

Frankfurt am Main - Man könnte angesichts dieses Vorfalls meinen, dass vielen der wahre Ernst der Lage noch nicht bewusst zu sein scheint. Trotz der neu entdeckten Variante des Coronavirus, die vor allem in Südafrika derzeit stark verbreitet ist, landete kurz vor Beginn der Einreisebeschränkungen eine Maschine aus Kapstadt am Flughafen in Frankfurt am Main.

Trotz der wohl ab Freitagnacht geltenden Einreisebeschränkungen, landete am Freitagmorgen noch eine Lufthansa-Maschine aus Kapstadt in Frankfurt am Main. Tests oder Quarantäne? Fehlanzeige!
Trotz der wohl ab Freitagnacht geltenden Einreisebeschränkungen, landete am Freitagmorgen noch eine Lufthansa-Maschine aus Kapstadt in Frankfurt am Main. Tests oder Quarantäne? Fehlanzeige!  © dpa/Boris Rössler

Wie die Bild-Zeitung berichtet, sei der Lufthansa-Flieger bereits am Donnerstagabend am Gate A03 in Kapstadt in die Luft gegangen - hatte dabei rund 20 Minuten Verspätung. Um 5.32 Uhr landete er dann am Gate B22A des größten deutschen Verkehrsflughafens.

Zu diesem Zeitpunkt war die Existenz der hochansteckenden und wohlmöglich sogar gegen die aktuell existierenden Vakzine resistente Corona-Variante B.1.1.529, die vor allem rund um Südafrikas Hauptstadt Kapstadt die zweithöchste Zahl der Neuinfektionen ausmachte, längst bekannt.

Wurden die Passagiere des Fluges LH577 daher besonders kontrolliert, direkt nach der Landung getestet und dazu aufgerufen, sich in eine 14 Tage währende Quarantäne zu begeben - so wie es angesichts der schon bald geltenden Einreisebeschränkungen ohnehin gelten würde? Mitnichten!

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Stattdessen spazierten die Flugreisenden entspannt wie eh und je ans Gepäckband, griffen sich ihre Koffer und gingen nach Hause. Selbst Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) bestätigte der Bild gegenüber scheinbar, dass man keine nachträgliche Quarantäne verhängte.

Man könne seinen Aussagen nach lediglich an die Eigenverantwortung der betroffenen Passagiere appellieren, zudem um einen Verbleib in den eigenen vier Wänden bitten. "Aggressivere" Vorgehensweisen seien aufgrund der zum Zeitpunkt der Landung noch nicht geltenden Maßnahmen nicht möglich - und das obwohl Spahn das Eindringen von B.1.1.529 nach Deutschland um jeden Preis verhindern wolle.

Spahn wirbt für Eigenverantwortung und bittet um Verbleib in den eigenen vier Wänden

Diese habe sich wohl bereits schon von Südafrika nach Botswana und sogar nach Hongkong ausgebreitet, erst kürzlich soll in Belgien ein Fall nachgewiesen worden sein. Einen kompletten Stopp von Flügen aus Südafrika können derweil nur die Europäische Union verhängen.

Der Ansatz der Bundesregierung sei es währenddessen, vor allem Deutsche mit Fliegern aus Südafrika zurückkehren zu lassen.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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