Schulstart in Hessen und Corona-Krise: Deutliche Kritik an der Politik

Frankfurt am Main - Die hessischen Schulen sind aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds angesichts der andauernden Corona-Krise wegen Raummangels und vager Hygiene-Vorgaben aus der Politik nur bedingt gerüstet für den Schulstart am 17. August.

Trotz Corona-Krise: Am 17. August soll der Schulunterricht in Hessen wieder beginnen (Symbolbild).
Trotz Corona-Krise: Am 17. August soll der Schulunterricht in Hessen wieder beginnen (Symbolbild).  © Boris Roessler/dpa

"Die Schulen bereiten sich darauf vor, und das passiert auch engagiert, aber das Kultusministerium könnte mit konkreten Regelungen durchaus noch eine Schippe drauflegen", sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt.

So fehlten trotz der steigenden Zahl registrierter Covid-19-Neuansteckungen Abstandsregelungen und einheitliche Vorgaben für das Tragen von Gesichtsmasken. Auch müsse wesentlich mehr Geld in eine bessere personelle Ausstattung sowie in die Schulbauten investiert werden, um den Unterricht in kleineren Klassen zu ermöglichen, sagte der Gewerkschafter.

"Die Versäumnisse im investiven Bereich rächen sich gerade. Es geht darum, den Rückstau genau anzugucken und systematisch abzubauen."

Auch ein versetzter Unterrichtsbeginn könne dafür sorgen, dass es auf den Schulhöfen und in den Gebäuden weniger eng zugehe. Wo die Schülerbeförderung dies im ländlichen Raum bisher nicht hergebe, sollten Regelungen getroffen werden.

Um auch für eine mögliche deutliche Ausweitung der Neuinfektionen vorbereitet zu sein, müssten Schulen und Schüler für einen Mix aus Präsenz- und digitalem Unterricht ausgerüstet werden. Dazu gehöre auch die entsprechende Hardware-Ausstattung für Schüler und Lehrer.

Kostenlose Corona-Tests für Schülerinnen und Schüler?

Für sinnvoll hält Rudolph die freiwilligen und kostenlosen Corona-Tests, die Lehrkräfte und Schulpädagogen von Montag an in Anspruch nehmen können. "Aber warum gibt es die nicht auch für Schülerinnen und Schüler?", fragte der DGB-Bezirksvorsitzende.

Schließlich bestehe Schulpflicht und es gelte, so viel Präsenzunterricht wie möglich bei zugleich bestmöglichem Gesundheitsschutz für Schüler, Eltern und Lehrer zu bieten.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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