Coronavirus in Frankfurt und Hessen: Antigen-Schnelltests können Schulbetrieb sicherer machen

Frankfurt am Main - Die Corona-Krise hat das Land Hessen und die Mainmetropole Frankfurt weiter fest im Griff – TAG24 berichtet in einem Liveticker über die Coronavirus-Epidemie und deren Folgen in dem Bundesland. In diesem Artikel findest Du zurückliegende archivierte Meldungen. Hier geht's zum aktuellen Liveticker.

Update, 5. Dezember, 21.42 Uhr: Gemeinschaftsunterkunft in Pfungstadt wegen Corona unter Quarantäne

Wegen mehrerer Corona-Infektionen ist eine Flüchtlingsunterkunft in Pfungstadt mit rund 80 Bewohnern unter Quarantäne gestellt worden.

Wie lange die Quarantänezeit dauern wird, ist noch unklar, wie die Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg am Samstagabend mitteilte. Zuvor waren bei einer Massentestung acht Menschen positiv getestet worden.

Damit niemand die Unterkunft verlassen oder betreten kann, ist nach den Angaben ein Sicherheitsdienst vor Ort. Das Gesundheitsamt hatte die Massentestung angeordnet, nachdem vier Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

"Die Entscheidung, die gesamte Einrichtung zu quarantänisieren, ist zwar für alle Beteiligten schmerzlich und mit großen Einschränkungen verbunden, aber absolut richtig", sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas laut Mitteilung.

Update, 5. Dezember, 10.50 Uhr: Antigen-Schnelltests können Schulbetrieb sicherer machen

Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums in Frankfurt gehen zusammen ins Schulgebäude.
Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums in Frankfurt gehen zusammen ins Schulgebäude.  © Arne Dedert/dpa

Das Land Hessen hat eine wissenschaftliche Studie positiv bewertet, zu der sich rund 600 Lehrer und Lehrerinnen selbst mit Antigen-Tests auf eine Sars-CoV-2-Infektion untersucht haben.

Der Einsatz von Antigen-Tests mit hoher Frequenz könne dazu beitragen, das schulische Umfeld während der Pandemie sicherer zu machen, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden am Samstag mit. Über das weitere Vorgehen an den Schulen ist laut Kultusministerium aber noch nicht entschieden.

Die Schnelltests können mit einem Abstrich im vorderen Nasenraum selbst durchgeführt werden, sind aber ungenauer als die standardmäßigen PCR-Tests.

An der Studie der Uni-Klinik Frankfurt hatten über sieben Wochen mehr als 600 Lehrkräfte teilgenommen und und 10.836 Tests dokumentiert. In fünf Fällen wurden Infektionen richtig und frühzeitig entdeckt. Dazu kamen 16 falsch-positive Ergebnisse, die später mit einem PCR-Test richtig gestellt werden konnten.

Gefährlicher sind falsch-negative Tests, bei denen also die Infektion nicht erkannt wurde. Hier gehen die Wissenschaftler von mindestens drei Fällen aus. Die Lehrer hatten sich aus verschiedenen Gründen noch einmal mit PCR testen lassen. Studienautor Sebastian Hoehl warnte: "Das Auftreten von falsch negativen Antigentests in unserer Studie verdeutlicht, dass der Einsatz solcher Tests im Umfeld Schule nicht dazu führen darf, dass bestehende Hygieneregeln vernachlässigt oder gelockert werden."

Das Fazit bleibt aber positiv. "Die Safe School-Studie hat gezeigt, dass die regelmäßige Anwendung von Antigen-Schnelltests einen wertvollen Beitrag leisten kann. Das ist auch deshalb wichtig, weil durch Antigentests die für PCR-Tests notwendigen Labore entlastet werden können", kommentierte der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne) die Ergebnisse. Bei entsprechender Anleitung der Teilnehmer sei auch kein medizinisches Fachpersonal nötig.

Hintergrund ist eine Debatte über Selbsttests an Schulen und Kitas. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums können diese ab jetzt bundesweit Corona-Schnelltests beziehen und auch selbst nutzen. Grundlage dafür seien eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung und die kürzlich beschlossenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, wodurch der Arztvorbehalt bei Schnelltests entfallen sei.

Update, 4. Dezember, 7.20 Uhr: Caritas Frankfurt fertigt Corona-Masken mit Engel-Motiv

Der Caritasverband Frankfurt stellt im Advent Mund-Nase-Masken mit Weihnachtsmotiv her. Die blauen Corona-Masken mit Engelmotiv werden im Rahmen des Projekts "Cariteam" der Caritas unter dem Label "Einzigware" verkauft.

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Die der Adventszeit angepassten Masken werden unter dem Label "Einzigware" verkauft.
Die der Adventszeit angepassten Masken werden unter dem Label "Einzigware" verkauft.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 4. Dezember, 5.50 Uhr: Wesentliche Rechtsfragen des Teil-Lockdowns in Hessen offenbar entschieden

Die Hauptsache-Verfahren am VGH zum Teil-Lockdown in Hessen stehen allerdings noch aus (Symbolbild).
Die Hauptsache-Verfahren am VGH zum Teil-Lockdown in Hessen stehen allerdings noch aus (Symbolbild).  © Paul Zinken/dpa

Die durch den Teil-Lockdown in Hessen neu ausgelöste Klagewelle am Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) ebbt langsam ab. Zwar seien derzeit noch einige Eilverfahren offen, sagte ein VGH-Sprecher in Kassel: "Die wesentlichen Bereiche wie die Verfahren zur Schließung der Gaststätten, der Fitnessstudios sowie der Kosmetik- und Tattoostudios sind jedoch entschieden."

Allerdings gingen nach wie vor Verfahren ein, zuletzt verstärkt gegen die Quarantäneregelungen. In solchen Rechtsfragen habe der zuständige Senat aber bereits entschieden.

Insgesamt sind laut dem Verwaltungsgerichtshof seit Beginn der Corona-Pandemie rund 140 Corona-Eilverfahren bei dem 8. Senat eingegangen, der für das Infektionsschutzrecht zuständig ist. Hinzu kommen noch wenige Verfahren bei dem für das Gaststättenrecht zuständige 6. Senat – hier ging es um Sperrstundenregelungen wegen der Pandemie. In der Vergangenheit gab es außerdem einige Verfahren am 2. Senat, die sich um Demonstrationen drehten.

Allerdings haben die Kasseler Richter viel Arbeit wegen Covid-19 noch vor sich. Denn bisher handelte es sich nur um Eilverfahren – die eigentlichen Klageverfahren könnten folgen. "Meines Wissens hat es bisher in keinem Fall ein Hauptsache-Verfahren gegeben", sagte der Sprecher. Über 40 solcher Verfahren seien derzeit beim 8. Senat anhängig. "Mit Verhandlungen und/oder Entscheidungen in diesen Verfahren ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen." Wie lange die Abarbeitung dauern werde, sei gegenwärtig nicht einzuschätzen.

Mit dem Beginn des Teil-Lockdowns in Hessen Anfang November war der Verwaltungsgerichtshof wieder in den Fokus gerückt. Denn bei Verfahren zur Überprüfung von Rechtsnormen wie einer Verordnung des Landes ist er direkt zuständig. Die Regionalisierung der Pandemie-Beschränkungen im Sommer hatte dagegen zeitweise für mehr Anträge an den Verwaltungsgerichten gesorgt.

Update, 3. Dezember, 11.42 Uhr: Digitale Sprechstunden des Hessischen Fußball-Verbands

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) bietet in der Corona-Krise digitale Sprechstunden an. Wie der HFV am Donnerstag mitteilte, wolle man mit den Informations- und Beratungsangeboten seinen Mitgliedern unterstützend zur Seite stehen.

Ziel sei es, Herausforderungen, die die Vereine und ihre Vertreter bewegen, zu besprechen und aufgekommene Fragen zu beantworten. Den Anfang wird HFV-Präsident Stefan Reuß am 11. Dezember (18 bis 20 Uhr) machen, hieß es in einer Mitteilung.

Update, 2. Dezember, 19.40 Uhr: Kurzarbeit an hessischen Staatstheatern , Land und Verdi einigen sich

Die Gewerkschaft Verdi hat mit dem Land Hessen einen Tarifvertrag zur möglichen Kurzarbeit in den drei Staatstheatern in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel abgeschlossen. Wie die Gewerkschaft am Mittwoch mitteilte, wird das Nettogehalt im Fall von Kurzarbeit so aufgestockt, dass Beschäftigte weiterhin mit dem Gehalt in bisheriger Höhe rechnen können. Der Tarifvertrag sei am Dienstag in Kraft getreten.

Zudem werden auch betriebsbedingte Kündigungen während der Laufzeit bis 31. Dezember 2021 ausgeschlossen. Auch in Hessen sind Theater wegen der Corona-Krise derzeit geschlossen.

Update, 2. Dezember, 17.05 Uhr: Klinik schließt drei Stationen wegen Corona-Fällen

Nach mehreren Corona-Fällen schließt die Asklepios Klinik in Lich drei Stationen. Wie der Landkreis Gießen am Mittwoch mitteilte, wurden bislang 27 infizierte Personen gemeldet, davon 12 Mitarbeiter und 15 Patienten. Die Infektionskette lasse sich zurückverfolgen auf eine symptomatische Mitarbeiterin.

Positiv getestete Patienten seien isoliert und würden weiter behandelt. Wer bereits entlassen worden sei, sich aber angesteckt habe, befände sich ebenso in häuslicher Quarantäne wie enge Kontaktpersonen.

Insgesamt wurden den Angaben zufolge 320 Personen auf Infektionen getestet. Einige Ergebnisse stünden noch aus. Solange die Ermittlung weiterer möglicher Kontaktpersonen andauere, würden die betroffenen Stationen keine neuen Patienten mehr aufnehmen.

Update, 1. Dezember, 18.11 Uhr: Hersfelder Festspiele kündigen neue Spielzeit mit Corona-Konzept an

Mit einem Hygienekonzept und einer europäischen Erstaufführung wollen die Bad Hersfelder Festspiele im kommenden Jahr in die Stiftsruine zurückkehren. Den Auftakt mache eine Bühnenversion des oscarprämierten Hollywoodfilms "Der Club der toten Dichter", die Intendant Joern Hinkel inszeniere, teilten die Festspiele am Dienstag mit. Für die Stiftsruine habe Hinkel mit dem Drehbuchautoren des Films, Tom Schulman, eine eigene Fassung geschrieben. Nach einem coronabedingten Ausfall im laufenden Jahr sollen die nächsten Festspiele vom 25. Juni bis zum 08. August im osthessischen Bad Hersfeld stattfinden. Der Vorverkauf startet am Freitag (4. Dezember).

Für die 70. Spielzeit planen die Macher wegen der unklaren Entwicklung der Pandemie mit Einschränkungen. "Wir bringen weniger Stücke auf die Bühne, als sonst üblich", sagte Hinkel. Die Zuschauertribüne werde angepasst, damit man in der Lage sei, Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Die Planung der Spielzeit sei eine besondere Herausforderung, weil niemand sagen könne, welche Schritte im kommenden Sommer nötig seien.

Neben "Der Club der toten Dichter" (ab 25. Juni) soll eine Uraufführung des Musicals "Goethe!" (ab 26. Juni) von Gil Mehmert (Buch und Regie) zu sehen sein, die von Goethes Liebe zu Charlotte Buff und dem Beginn seiner Karriere erzählt. Beide Stücke waren schon für die vergangene ausgefallene Spielzeit vorgesehen. Für Familien hat Intendant Hinkel «Momo» (ab 2. Juli) nach dem Roman von Michael Ende neu auf den Spielplan gesetzt.

"Das Leitmotiv für alle drei Stücke könnte 'Ich habe einen Traum!' lauten", sagte der Intendant. Die Helden der drei Stücke verbinde, dass sie sich nicht mit althergebrachten Strukturen abfinden würden, sondern bereit seien, für eine bessere Welt zu kämpfen.

Der Vorverkauf soll mit weniger als der Hälfte der sonst in einer Vorstellung in der Stiftsruine üblichen 1300 Plätze starten. Sollte sich die Pandemie-Lage bis Ende Juni entspannen, werde man die Reihen auffüllen und mehr Plätze anbieten.

Update, 1. Dezember, 18.09 Uhr: Theater setzen Spielbetrieb wegen Corona-Pandemie bis Ende Januar aus

Die drei hessischen Staatstheater in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden sowie das Landestheater Marburg und das Stadttheater Gießen setzen ihren Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie bis Ende Januar 2021 aus. "Wir haben uns damit gemeinsam auf eine einheitliche Schließzeit verständigt, die über die Frist der derzeit geltenden Verordnung hinausgeht", sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden nach der Vereinbarung mit der Intendanzen der fünf Bühnen.

Für die Theater sei eine solche längerfristige Perspektive unabdingbar, um den künstlerischen Betrieb sinnvoll und wirtschaftlich planen zu können, betonte die Ministerin. Es bleibe weiterhin wichtig, flexibel auf das dynamische Pandemiegeschehen zu reagieren und kurzfristig zu entscheiden, ob Verordnungen angepasst werden müssen. Kulturbetriebe, die einen langen Vorlauf benötigen, stelle das aber vor zu große Herausforderungen.

Der Probenbetrieb soll nach Angaben von Dorn im Ermessen der Intendanzen unter Einhaltung der verbindlichen Hygieneregeln weiterlaufen. Außerdem sei vereinbart worden, Angebote im Bereich des Schultheaters bereits im Laufe des Januars wieder aufzunehmen, sollte das jeweils regionale Infektionsgeschehen das möglich machen.

Update, 1. Dezember, 14.05 Uhr: Ema-Entscheidung zu Biontech-Impfstoff noch im Dezember

Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer entscheiden.

Bis spätestens 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit.

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Update, 1. Dezember, 13 Uhr: Gewerkschaft bekräftigt per Petition Forderung nach Wechselunterricht

Die Lehrergewerkschaft GEW Hessen fordert per Petition ein "praxistaugliches Konzept" für den Schulunterricht unter Pandemie-Bedingungen. Die Vorsitzende Maike Wiedwald überreichte am Dienstag eine Liste mit 12.000 überwiegend digitalen Unterschriften an Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden. Außer der Vorgabe zum regelmäßigen Lüften sei dem Minister noch nicht viel eingefallen, um die Schulen auf einen Winter in der Corona-Pandemie vorzubereiten, erklärte Wiedmann.

Angesichts der unverändert hohen Infektionszahlen in ganz Hessen müssten die Schulen endlich flächendeckend in das Wechselmodell zwischen Präsenz- und Distanzunterricht übergehen. "Nur mit Abstand in kleineren Gruppen ist es gegenwärtig möglich, das Risiko einer Infektion zu minimieren und gleichzeitig guten Unterricht unter akzeptablen Rahmenbedingungen sicherzustellen", hieß es.

Per Petition fordert die Gewerkschaft auch mehr Vertretungskräfte für die Schulen, die Anschaffung von hochwertigen Lüftungsgeräten sowie der beschleunigte Ausbau der digitalen Infrastruktur. Ein Sprecher des Ministeriums verwies auf ein für diesen Freitag geplantes Gespräch des Ministers mit Lehrerverbänden.

Update, 30. November, 18.07 Uhr: Mehrheit in Hessen will sich gegen Coronavirus impfen lassen

Mehr als die Hälfte der Hessen will sich einer Umfrage zufolge gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie die Barmer Ersatzkasse am Montag mitteilte, sind laut einer repräsentativen Umfrage aus dem November 52 Prozent der Befragten impfbereit. 58 Prozent hiervon würden sich am liebsten sofort oder so bald wie möglich impfen lassen.

Elf Prozent aller Befragten gaben demnach hingegen an, sich "sicher nicht" impfen lassen zu wollen.

Sich und das Umfeld zu schützen, steht nach Angaben der Barmer im Fokus der Impfbereiten. 64 Prozent wollen demnach selbst bestmöglich geschützt sein, für 62 Prozent geht es um den Schutz von anderen. Etwa fünf von sechs Hessen sind Auswertungen der Umfrage zufolge der Meinung, dass medizinisches Personal und ältere Menschen mit höherem Risiko, zu erkranken, zuerst geimpft werden sollten.

Für eine Impfpflicht spricht sich die Mehrheit laut Barmer aber nicht aus: 64 Prozent lehnen eine solche Pflicht zur Impfung ab.

Update, 30. November, 18 Uhr: Strengere Corona-Kontaktregeln

Wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen gelten in Hessen von diesem Dienstag an nochmals strengere Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus.

Die Kontakte im öffentlichen Raum sind nun auf fünf Personen aus zwei Hausständen beschränkt. Dazugehörige Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Bislang waren bis zu zehn Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt.

Da Wohnungen ein besonders geschützter und privater Bereich sind, beschränkt Hessen sich auf die dringende Empfehlung, auch hier die Kontakte in gleicher Weise zu begrenzen.

Die Verlängerung des Teil-Lockdowns ist zunächst bis zum 20. Dezember angesetzt. Für die Weihnachtsfeiertage und Silvester hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) aber bereits in Aussicht gestellt, dass sich Familien und Freunde wieder in einem etwas größeren Kreis treffen können.

Update, 30. November, 8.50 Uhr: Rund ein Fünftel weniger Kinder bei Vorsorgeuntersuchungen

Die Corona-Pandemie hat sich auf die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ausgewirkt. Bei hessischen Kinderärzten sind während der Monate März und April rund ein Fünftel weniger kleine Patienten zu den Vorsorgeuntersuchungen U7 bis U9 gekommen.

Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rainer Rahn hervor.

Diese Untersuchungen für Kinder ab knapp zwei Jahren bis etwa fünf Jahren sind eigentlich verpflichtend. Die Eltern müssen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne mit ihnen zum Arzt gehen.

Nach Angaben des hessischen Kindervorsorgezentrums wurden aufgrund der Pandemie bestimmte Fristen jedoch bis Ende des Jahres verlängert. Nach der Einschätzung von Barbara Mühlfeld vom hessischen Kinderärzteverband wurde ein großer Teil der Vorsorgen inzwischen aufgeholt.

Update, 30. November, 7.13 Uhr: Heimbewohner dürfen Weihnachten mit Familie feiern

Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern (Symbolbild).
Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern (Symbolbild).  © DPA/Picture Alliance

Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern.

Alle Bewohner hätten das Recht, die Einrichtung zu verlassen – sofern keine Quarantäne angeordnet worden sei, sagte Michael Schmidt, Leiter des Arbeitskreises Pflege, Gesundheit und Senioren der Liga der freien Wohlfahrtspflege Hessen.

"Insoweit wird es keine Diskussionen geben, wenn Angehörige sagen: Wir möchten Bewohner nach Hause holen. Es gelten aber auch dort die allgemeinen Corona-Verhaltensregeln und Vorgaben."

Der Pflegeschutzbund Biva hatte kürzlich davor gewarnt, dass einzelne Einrichtungen sich wieder abschotteten - auch in Hessen. Er kritisiert vor allem Heime, deren individuelle Hygienekonzepte stark von des jeweiligen landesweiten Regelung abwichen.

Man müsse einen Ausgleich finden zwischen Schutz und Freiheitsrechten. "Das geschieht nicht, indem man Besuchsverbote und Quarantäne nach Ausgang aus der Einrichtung verhängt", sagte Anwalt Markus Sutorius von der Biva-Rechtsberatung.

Notfalls sollten Bewohner klagen: "Wir sehen dort Erfolgsaussichten für eine Klage, wo Besuchskonzepte von Heimen in weiten Teilen von den Landesverordnungen abweichen." Das Hausrecht der Einrichtungen könne niemals Grundlage für freiheitsentziehende Maßnahmen sein.

Update, 30. November, 6 Uhr: Weniger Abschiebungen wegen Corona-Pandemie

Die Zahl der Abschiebungen aus Hessen ist wegen der Corona-Pandemie rückläufig. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden 554 Personen abgeschoben, wie Innenminister Peter Beuth (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion in Wiesbaden mitteilte.

Dabei habe es sich vor allem um Abschiebungen in die Herkunftsländer Pakistan, Serbien, Marokko, Albanien und
Rumänien gehandelt. Zudem habe es Überstellungen etwa nach Italien, Frankreich und Spanien gegeben.

Von Januar bis September des Vorjahres waren nach Angaben des Innenministeriums noch 1302 Personen aus Hessen abgeschoben worden. Im gesamten Jahr 2019 belief sich die Zahl auf 1681 Personen.

Ein pauschaler Abschiebungsstopp im Zusammenhang mit der Corona-Lage existiere zwar derzeit nicht in einem Zielstaat oder einem Dublin-Staat, erklärte der Innenminister. Wegen der geltenden Hygieneregelungen, Vorgaben oder Bitten der Herkunftsländer sowie faktischen Einschränkungen der Rückführungsmöglichkeiten habe die Pandemie jedoch in vielfältiger Weise Einfluss auf Rückführungen.

Update, 29. November 14.55 Uhr: Neue Corona-Regeln für den hessischen Handel im Dezember

Im hessischen Handel gelten von Dezember an neue Bestimmungen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Auf die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche darf pro zehn Quadratmetern nur ein Kunde eingelassen werden.

Ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wird nur noch ein Kunde auf 20 Quadratmeter zugelassen. Daran hat das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden am Sonntag die Verbraucher erinnert. "Während des gesamten Einkaufs muss eine Mund-Nasenbedeckung getragen werden."

Dies gelte auch in überdachten oder überdeckten Ladenstraßen von Einkaufszentren, überdachten Einkaufspassagen, auf Wochen- und Weihnachtsmärkten, Trödel- und Antikmärkten sowie vor den Geschäften und auf den dazugehörigen Parkflächen.

Auf Wochen- und Spezialmärkten gibt es keine Begrenzung der Kundenzahl. Daher ist es besonders wichtig, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Gegessen und getrunken werden darf nur in bestimmten, ausgewiesenen Bereichen.

Für ein wenig weihnachtliche Atmosphäre sorgt auf der Frankfurter "Fressgass" ein aufblasbarer Schneemann.
Für ein wenig weihnachtliche Atmosphäre sorgt auf der Frankfurter "Fressgass" ein aufblasbarer Schneemann.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 29. November 14.53 Uhr: Corona-Party mit 30 Gästen

Etwa 30 Menschen haben in Offenbach eine Geburtstagsparty gefeiert und dabei gegen die Corona-Verordnung verstoßen. Gäste aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet hätten in der Nacht zu Samstag «gefeiert, getanzt, Alkohol getrunken und keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen», teilte die Stadt Offenbach am Sonntag mit. Die Stadtpolizei sei wegen einer Ruhestörung in der Nachbarschaft gerufen worden.

Während der Kontrolle hätten einige Teilnehmer versucht zu fliehen, von den meisten seien jedoch die Personalien festgestellt worden. Sie erwartet laut Stadt jeweils ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgelder in bis zu vierstelliger Höhe. Die Räume des Veranstalters wurden versiegelt.

Update, 28. November, 18.21 Uhr: Kleinere Proteste gegen Corona-Regeln in hessischen Städten

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern kamen am Samstag etwa 100 Anhänger der sogenannten Querdenker in Darmstadt zusammen. Die Zahl der protestierenden Menschen habe weit unter den zuvor angekündigten 900 Demonstranten gelegen, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Protest sowie eine Gegendemonstration seien zunächst friedlich geblieben.

Auch in anderen hessischen Städten, etwa in Fulda, Marburg sowie in Gießen und Hanau, protestierten Anhänger der «Querdenker». Allerdings blieb die Zahl der Teilnehmer überschaubar. In Hanau kamen etwa 15 Demonstranten zusammen, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

Update, 27. November, 17.08 Uhr: Frankfurt plant Covid-19-Impfzentrum auf Messe-Gelände

Auf dem Gelände der Messe Frankfurt soll eines der in Hessen geplanten Covid-19-Impfzentren entstehen. Das hat der mit den Vorbereitungen beauftragte Planungsstab der Stadt Frankfurt am Freitag entschieden. Das Zentrum soll bereits ab dem 11. Dezember einsatzbereit sein.

Das Gesundheitsamt werde als nächstes ermitteln, wie viele Helfer dort eingesetzt werden müssen, teilte die Stadt mit. In dem Zentrum sollen in den nächsten Monaten mindestens 60 Prozent der Einwohner von Hessens größter Stadt gegen das Coronavirus geimpft werden.

Das Zentrum soll bereits ab dem 11. Dezember einsatzbereit sein.
Das Zentrum soll bereits ab dem 11. Dezember einsatzbereit sein.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. November, 15.22 Uhr: Start-ups in Hessen rufen Millionen an Corona-Hilfen ab

Frankfurt/Offenbach - Hessische Start-ups und kleine Mittelständler haben in der Corona-Krise Millionenhilfen des Landes abgerufen. Allein von Juli bis Ende November hat die Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen Liquiditätsbeteiligungen von 5,2 Millionen Euro zugesagt. Weitere rund 4 Millionen Euro wurden zudem beantragt, wie die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) am Freitag in Offenbach mitteilte. Die Beteiligungshöhe liege im Schnitt bei 400.000 Euro pro Unternehmen.

Das Land, die WIBank und die Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen haben mehrere Initiativen entwickelt, um Firmen in der Corona-Krise zu helfen - auch Start-ups. Seit September stünden zusätzliche Mittel des Landes Hessen für Liquiditätsbeteiligungen zur Verfügung, betonte die WIBank. Konkret seien die Fonds Hessen Kapital I und Hessen Kapital II zusätzlich mit 50 Millionen Euro an Landesmitteln ausgestattet worden.

«Viele Start-ups hat es in einer sensiblen Anfangsphase erwischt, kleine Betriebe müssen sich vor einer möglichen Insolvenz schützen», erklärten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Finanzminister Michael Boddenberg (CDU). Mehr Eigenkapital bedeute eine Überlebenschance und eine Zukunft.

Update, 26. November, 10.57 Uhr: Hessens Wirtschaft kritisiert Corona-Beschränkungen

Hessens Wirtschaft hat die Verlängerung des Teil-Lockdowns über Ende November hinaus kritisiert. "Bereits jetzt verschiebt oder streicht die Hälfte der hessischen Betriebe Investitionen infolge der Corona-Situation", sagte Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) am Donnerstag laut Mitteilung. Jeder vierte Betrieb in Hessen stehe laut einer aktuellen HIHK-Umfrage unter rund 1100 Firmen komplett oder in wesentlichen Teilen still.

"Die aktuellen Maßnahmen verschärfen die Situation für hessische Betriebe zusätzlich." Anfang November hatten Gastronomiebetriebe, aber auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen in allen Bundesländern schließen müssen, dies wird als Teil-Lockdown bezeichnet.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte nach den Beratungen mit den anderen Regierungschefs aus Bund und Ländern angekündigt, im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Teil-Lockdown über Ende November hinaus zu verlängern. Das hessische Corona-Kabinett wollte die neuen Regeln an diesem Donnerstag beraten und beschließen, die dann ab dem 1. Dezember in Kraft treten sollen.

In großen Einkaufszentren ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche soll sich ab Dezember nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten dürfen. Für den normalen Einzelhandel soll es nach den Worten von Bouffier bei der bisherigen Regelung bleiben, dass ein Kunde pro zehn Quadratmeter im Laden sein darf. Lippmann kritisierte, die Auflagen belasteten das absehbar schwache Weihnachtsgeschäft zusätzlich. "Während es den Onlinehandel freut, leiden vor allem die inhabergeführten Geschäfte in den Innenstädten."

Zugleich forderte Lippmann, Hilfen für die Wirtschaft müssten einfach zugänglich sein, schnell ankommen und bei Bedarf auch fortgeführt werden können. "Da es vielen Betrieben zunehmend an Liquidität mangelt, zählt jeder Tag."

Update, 25. November, 14.50 Uhr: Zoo Frankfurt will Menschenaffen vor möglicher Corona-Infektion schützen

Das Foto aus dem Januar 2019 zeigt einen Bonobo-Affen.
Das Foto aus dem Januar 2019 zeigt einen Bonobo-Affen.  © Caroline Seidel/dpa

Um mögliche Infektionen mit dem Coronavirus unter den Tieren zu vermeiden, hat der Frankfurter Zoo vorsorglich Sicherheitsvorkehrungen für seine rund 30 Menschenaffen getroffen.

Danach erhalten Bonobos, Gorillas und Orang Utans ihr Futter nur noch durch eine Schleuse. Pfleger müssen in den Gehegen der Menschenaffen sogenannte FFP2-Masken tragen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Auch wenn bislang kein Fall bekannt sei, könnten diese Tiere "vermutlich auch an Covid-19 erkranken", sagte Kuratorin Sabrina Linn. Man müsse daher vorsichtig sein.

Der Zoo Frankfurt beherbergt nach Angaben der Stadt unter anderem für das europäische Zuchtprogramm wichtige Bonobos.

"Es wäre nicht nur für uns persönlich dramatisch, wenn sie an einer Corona-Infektion sterben würden, sondern auch für die europäische Bonobo-Population", sagte Linn. Gefährdet seien auch Katzen und maderartige Tiere.

Update, 25. November, 13.40 Uhr: Bundeswehr soll Frankfurter Gesundheitsamt bis Januar unterstützen

Die in Frankfurt zur Unterstützung des Gesundheitsamts eingesetzten Bundeswehrsoldaten sollen bis mindestens 11. Januar noch bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionswegen helfen. Nach Angaben der Stadt vom Mittwoch stellte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) einen entsprechenden Antrag auf Verlängerung der Amtshilfe.

"Eine Übergabe der Tätigkeiten an Kräfte der Stadt" sei angesichts hoher Infektionszahlen "aus Kapazitätsgründen" nicht möglich, heißt es in dem Papier. Die 60 Soldaten unterstützen in Hessens größter Stadt seit Mitte Oktober an sieben Tagen der Woche im Schichtdienst die Mitarbeiter des Gesundheitsamts.

Update, 24. November, 12.19 Uhr: An Heiligabend: Gottesdienst auf Skisprungschanze in Willingen

Beten statt Skispringen: Die sonst hauptsächlich für den Party-Weltcup bekannte Mühlenkopfschanze in Willingen wird in diesem Jahr für das Weihnachtsfest umfunktioniert. Am Heiligabend soll um 16 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden, wie die Organisatoren des Skisprung-Weltcups am Dienstag mitteilten.

Pfarrer Christian Röhling, der sonst als Helfer beim Skiclub dabei ist, sagte: "In diesem Jahr hat die Pandemie unser ganzes Leben bestimmt, viel zu viele gesellschaftliche Veranstaltungen und die für uns alle wichtigen sozialen Kontakte mussten schweren Herzens stark eingeschränkt werden oder ganz entfallen."

Man habe unter Beachtung aller Gesundheitsschutzmaßnahmen die "schöne Gelegenheit", im Auslauf der Schanze im Upland gemeinsam feiern zu können. Wegen der geltenden Auflagen können Interessierte nur mit einem personalisierten Ticket an dem Gottesdienst teilnehmen. Der Wunsch "Frohe Weihnachten" dürfe nur mit Abstand ausgesprochen und "auf gar keinen Fall" mit Händeschütteln oder auch Umarmung verbunden werden, hieß es weiter.

Update, 24. November, 12.16 Uhr: Böllerverbot an Silvester auch in Hessen?

Vor der Corona-Schalte von Bund und Ländern am Mittwoch geben sich hessische Städte mit Blick auf ein mögliches Verbot von Feuerwerk an Silvester noch zurückhaltend. So hat Hessens größte Stadt Frankfurt noch keine Entscheidung dazu getroffen, wie ein Sprecher sagte. Die Stadt Kassel möchte zunächst Beschlüsse abwarten. In Wiesbaden war ein Verbot privater Feuerwerke zumindest bislang nicht geplant.

In Offenbach sind nach Angaben der Stadt "keine Alleingänge" und damit vorerst noch keine Regelungen für Silvester geplant. Es brauche einheitliche Regelungen. Die könnten am Mittwoch kommen. Denn ein entsprechendes mögliches Verbot wird dann vermutlich Thema bei den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie sein. Die Länder wollen Silvesterfeuerwerk auf belebten Plätzen untersagen, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden.

"Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden geeinten Beschlussentwurf der Länder. Grundsätzlich wird "empfohlen", zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten - ein Verkaufsverbot ist demnach aber nicht vorgesehen.

Update, 24. November, 5.39 Uhr: Studie im Klassenzimmer: Stoßlüften wirksamer als Filtergeräte

Laut einer Untersuchung hessischer Wissenschaftler ist das Stoßlüften in Schulen um ein Vielfaches wirksamer als der Einsatz von Luftfiltergeräten. Zwei Professoren der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hatten in einem nicht genutzten Klassenzimmer einer Wiesbadener Schule die Wirkung auf zuvor freigesetzte Aerosole ermittelt, die per Ventilator im Raum verteilt wurden.

"Als wesentliches Resultat zeigte sich, dass die Stoßöffnung aller Fenster über drei Minuten bei Außentemperaturen von 7 bis 11 Grad Celsius die eingebrachte Konzentration an Aerosolen bis zu 99,8 Prozent senkte", heißt es in der Mitteilung der THM in Gießen zu der Analyse. Mit vier mobilen Luftfiltergeräten in dem Raum sei nach etwa 30 Minuten eine um 90 Prozent verringerte Konzentration gemessen worden. Die Wissenschaftler verweisen zudem auf den Lärm beim Betrieb der Geräte und die hohen Kosten bei der Anschaffung.

Das Umweltbundesamt hat schon mehrfach davor gewarnt, zu stark auf mobile Luftreiniger zu setzen. Ihr Einsatz in Klassenzimmern sei kein Ersatz für das Lüften, weil sie nicht für die notwendige Zufuhr von Außenluft sorgten, hieß es. Es gebe Fälle, in denen Luftreiniger das Lüften "sinnvoll ergänzen" könnten - nämlich dort, wo Fenster nicht ausreichend geöffnet werden könnten. Luftreiniger könnten aber nicht alle Verunreinigungen aus der Raumluft entfernen.

Update, 23. November, 13.18 Uhr: Bouffier stimmt Hessen auf längeren Teil-Lockdown ein

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Menschen auf eine Verlängerung des Teil-Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie eingestimmt. "Aus meiner Sicht wird es sehr darauf hinauslaufen, dass wir die vorhandenen Maßnahmen fortsetzen", sagte er am Montag in Wiesbaden mit Blick auf die neuen Beratungen von Bund und Ländern diese Woche. "Wir haben die steile Kurve der Infektionen gebrochen, aber wir haben immer noch viel zu hohe Zahlen."

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen sich am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen. Die bisherigen Beschränkungen gelten bis Ende November. "Aus meiner Sicht muss klar sein, wir werden am Mittwoch eine gemeinsame Position einnehmen", sagte Bouffier. "Wir möchten alle gerne, dass die Menschen mal Planungssicherheit kriegen - das verstehe ich sehr wohl."

Er verwies jedoch darauf, dass per Gesetz alle Maßnahmen auf maximal vier Wochen begrenzt werden müssen. Er gehe davon aus, dass Bund und Länder sich auf Regeln einigen, die dann etwa bis zum 20. Dezember gelten. Rechtzeitig davor müsse dann erneut entschieden werden, wie es weitergeht.

Update, 23. November, 11.57 Uhr: Bouffier: Corona-Impfaktion wird acht bis neun Monate dauern

Die großangelegte Impfaktion gegen das Coronavirus in Hessen wird nach Schätzungen der Landesregierung etwa acht bis neun Monate dauern. "Wir gehen davon aus, dass zwischen 60 und 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden wollen", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden. Diese Anzahl sei auch notwendig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

Derzeit werde mit 4 Millionen zu impfenden Menschen in Hessen gerechnet, sagte Bouffier. Da pro Person jeweils zwei Impfungen nötig sind, seien es insgesamt acht Millionen Impfungen. Die Landesregierung plant mit etwa 30 Zentren, in denen pro Tag 1000 Impfungen durchgeführt werden können. Bei 30.000 Impfungen am Tag wird von einem Gesamtzeitraum von acht bis neun Monaten ausgegangen

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind kostenlos und freiwillig. Sowohl Bouffier als auch Sozialminister Kai Klose (Grüne) appellierte an die hessischen Bürgerinnen und Bürger, sich an der großangelegten Aktion zu beteiligen, um die Ansteckungsgefahr effektiv einzudämmen.

Zur Vorbereitung der Impfaktion im Land sollen 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereitgestellt werden.

Update, 22. November, 16:48 Uhr: Rund 1000 Menschen protestieren in Frankfurt gegen Corona-Politik

Etwa 1000 Menschen haben nach Polizeiangaben in Frankfurt gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen protestiert. Die rund zweistündige, angemeldete Kundgebung am Sonntag, die am Mainufer startete und durch die Innenstadt ging, sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Teilnehmer hätten der Aufforderung der Sicherheitskräfte Folge geleistet, Masken zu tragen und ausreichend Abstand zu halten.

Update, 22. November, 6.55 Uhr: Führt Corona-Krise zu einer Welle von Schwimmbad-Schließungen?

Das Unterwasser-Bild zeigt spielende Kinder in einem Freibad.
Das Unterwasser-Bild zeigt spielende Kinder in einem Freibad.  © Emily Wabitsch/dpa

Hessische Bademeister fordern eine Bestandsgarantie für Schwimmbäder.

Die Schließung der Schwimmstätten im Frühjahr und jetzt im Herbst wegen Corona sowie die Umsetzung der Hygienemaßnahmen im Sommer hätten in vielen Bäderbetrieben zu einer Erhöhung des Defizits geführt, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes Hessen des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, Michaela Fisseler-Weinrich.

Der Verband sieht die Gefahr, "dass es in der Folge zu einer Welle von Bäderschließungen kommen kann". Auf die Kommunen als Betreiber kämen schwierige Haushaltslagen zu.

Der Verband befürchtet, dass es gerade bei freiwilligen sozialen Leistungen zu erheblichen Einschnitten kommen könnte und fordert "klare Betriebszusagen und auch weitere Unterstützungen für den flächendeckenden Erhalt der Bäder durch die Landesregierung und die Kommunen".

Schwimmbäder sollten "nicht weiterhin als freiwillige Leistung einer Kommune" betrachtet werden, "sondern als Pflichtaufgabe im Rahmen der Gesundheitsfürsorge". Leidtragende der Schließung seien Kranke und Kinder.

"Schon jetzt ist der Trend erkennbar, dass immer weniger Menschen schwimmen können", ergänzte Vorstandsmitglied Maximilian Faber. "Die aktuelle Lage verschärft die Situation nun nochmals zusätzlich."

Seit der Wiedereröffnung der Bäder im Sommer seien Bäder auch nicht als Treiber der Pandemie ausgemacht worden.

Update, 21. November, 6.40 Uhr: Studentenjobs in Hessen brechen durch Corona-Beschränkungen weg

In Hessen gibt es durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich weniger Studentenjobs als vor der Krise.

Gerade in den für Studierenden wichtigen Branchen wie Gastronomie und Kultur fielen entsprechende Arbeitsplätze weg, erklärten Studentenwerke und Studierendenvertreter auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Folge: "Unsere Sozialberatung verzeichnet in den letzten Monaten einen merklichen Anstieg von Studierenden, die sich Hilfe in Form von Beratung zu ihrer finanziellen Situation einholen", sagte Franziska Busch vom Studentenwerk Marburg.

Wie viele Jobs mit Ausrichtung auf Studenten es in Hessen gibt, ist unklar. "Studentenjobs werden statistisch nicht erfasst", sagte eine Sprecherin der Agentur für Arbeit. Die Jobbörse der Agentur listete zuletzt rund 80 offene Angebote für Studenten auf – darunter Zeitungszusteller, Schuhverkäufer, Hilfskraft und Telefonist.

Doch selbst wenn man die 500 aufgelisteten Ergebnisse der Suche nach "Minijob" hinzurechnet und von einer hohen Ziffer nicht gemeldeter oder vergebener Jobs ausgeht, steht dem die Zahl von über 200.000 Studenten in Hessen gegenüber.

Update, 20. November, 11.55 Uhr: FDP-Fraktion fordert vom Land Strategie für Corona-Impfungen

Zur Vorbereitung der großangelegten Impfaktion in Hessen sollen 20 Millionen Euro bereitgestellt werden (Symbolbild).
Zur Vorbereitung der großangelegten Impfaktion in Hessen sollen 20 Millionen Euro bereitgestellt werden (Symbolbild).  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die FDP-Fraktion im hessischen Landtag fordert eine Strategie für das Impfen der Bevölkerung in Hessen gegen das Coronavirus.

Bis Mitte Dezember müsse die entsprechende Infrastruktur stehen, betonten Fraktionschef René Rock und der Gesundheitsexperte Yanki Pürsün am Freitag in Wiesbaden. Ziel sollte sein, dass die Hälfte der Bevölkerung bis Mitte kommenden Jahres geimpft ist. In der Sitzung des hessischen Landtags im Dezember sollte die Impfstrategie beraten und beschlossen werden.

"Über die 30 Impfzentren, von denen bislang die Rede ist und die 1000 Impfungen am Tag schaffen sollen, hinausgehend brauchen wir Großzentren mit höherer Impfkapazität", erklärte Pürsün.

Großzentren könnten etwa an der Messe oder am Flughafen Frankfurt eingerichtet werden. Wichtig sei, dass die Kapazitäten maximiert werden. Daher sollten Betriebsärzte zur Verstärkung genauso in der Planung berücksichtigt werden wie mobile Impfzentren.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) hatte am Vortag erklärt, dass die Zahl und die Standorte der Impfzentren in Hessen noch nicht feststehen. Die Landesregierung bereite sich jedoch intensiv auf die Corona-Impfungen vor. Eine eigene Task Force ist dafür zuständig.

Zur Vorbereitung der großangelegten Impfaktion im Land sollen 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereitgestellt werden.

Update, 20. November, 7.27 Uhr: Islamisten in Hessen trotz Corona-Krise sehr aktiv und gefährlich

Die islamistische Szene in Hessen ist nach Ansicht des Violence Prevention Network (VPN) auch in der Corona-Pandemie sehr aktiv und gefährlich. "Extremisten nutzen immer die Situation von gesellschaftlich unsicheren Zeiten aus", sagte Projektleiter Thomas Mücke auf Anfrage.

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Verschleierte Frauen nehmen im Juni 2014 an einer Kundgebung eines radikalen Salafisten-Predigers in Offenbach teil.
Verschleierte Frauen nehmen im Juni 2014 an einer Kundgebung eines radikalen Salafisten-Predigers in Offenbach teil.  © Boris Roessler/dpa

Update, 19. November, 21.07 Uhr: Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Frankfurt

Bei einer Kundgebung in Frankfurt haben Demonstranten gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Die Polizei sprach am Donnerstagabend von rund 500 Teilnehmern. "Zu Beginn gab es Verstöße gegen die Abstandsregeln, aber unter anderem nach Lautsprecherdurchsagen wurde den Regeln dann Folge geleistet", sagte ein Sprecher.

Die Polizei habe einen Teilnehmer von der Kundgebung ausgeschlossen. "Er zog auf einem Plakat Parallelen zum 3. Reich. Das wurde als Störung der öffentlichen Ordnung eingestuft." Die Demonstration konnte nach einer Entscheidung des Frankfurter Verwaltungsgerichts trotz eines Verbots der Stadt stattfinden.

Die Verbotsverfügung sei rechtswidrig, weil die Stadt andere Möglichkeiten als ein Versammlungsverbot nicht ernsthaft in Erwägung gezogen habe, hieß es in einer Mitteilung des Verwaltungsgerichts. Dazu gehöre, Auflagen zu erlassen (Aktenzeichen 5 L 3106/20.F).

Rund 500 Demonstranten nahmen am Donnerstagabend an einem Protestzug gegen die Corona-Beschränkungen in Frankfurt teil.
Rund 500 Demonstranten nahmen am Donnerstagabend an einem Protestzug gegen die Corona-Beschränkungen in Frankfurt teil.  © dpa/Boris Rössler

Update, 19. November, 10.20 Uhr: Mann in Darmstadt verweigert Corona-Maske und rastet völlig aus

Die Polizei musste sich am späten Mittwochnachmittag im südhessischen Darmstadt mit einem äußerst aggressiven Mann auseinandersetzen. Der 41-Jährige weigerte sich vehement, eine Corona-Maske zu tragen und rastete schließlich völlig aus.

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Als die Polizei den Mann kontrollierte, wurde er zunehmend aggressiv (Symbolbild).
Als die Polizei den Mann kontrollierte, wurde er zunehmend aggressiv (Symbolbild).  © Montage: dpa/Jan Woitas, dpa/Swen Pförtner

Update, 19. November, 6.12 Uhr: Kirchen planen Advent wegen Corona-Krise mit mobiler Krippe und Auto-Messe

Eine LED-Lichterkette hängt an einem Fenster: Die Adventszeit naht (Symbolbild).
Eine LED-Lichterkette hängt an einem Fenster: Die Adventszeit naht (Symbolbild).  © Mascha Brichta/dpa-tmn/dpa

Stille Nacht, heilige Nacht unter Corona-Bedingungen: Wie dies gelingen kann, dazu laufen derzeit die Planungen bei der katholischen und evangelische Kirche.

"Weihnachten findet statt, aber es wird sicherlich ganz anders sein, als wir das gewohnt sind", sagt der Sprecher des Bistums Limburg, Stephan Schnelle. Auf ihren Internetseiten sammeln die Bistümer und die evangelischen Kirchen derzeit Ideen, wie trotz Abstandsregeln in der Adventszeit festliche Stimmung erzeugt werden kann.

Neben Mitmach-Angeboten in den sozialen Medien gibt es zahlreiche Überlegungen wie wandernde Krippen, Weihnachtskonzerte vor Pflegeheimen und Auto-Gottesdienste.

Wie diese genau ablaufen können, dazu warten die Verantwortlichen auch auf Ergebnisse des Treffens von Bund und Ländern kommenden Mittwoch, bei dem längerfristig wirksame Maßnahmen beschlossen werden sollen.

Danach könnten sich die Planungen für die Gottesdienste an Weihnachten konkretisieren, erklärt das Bistum Mainz. Die Überlegungen gingen bisher in die Richtung, mehrere Christmetten anzubieten oder Veranstaltungen im Freien abzuhalten.

Das berichteten auch die evangelischen Kirchen. Im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) etwa gibt es die Idee einer mobilen Andacht auf einem Traktoranhänger im Advent.

Update, 18. November, 17.18 Uhr: Noch keine Entscheidung über Vorgehen in Fußball-Regionalliga Südwest

Das Vorgehen in der Fußball-Regionalliga Südwest nach dem Teil-Lockdown ist länger unklar als zunächst gedacht. Die ursprünglich bis Dienstag angedachte Entscheidung sei vertagt worden, teilte der VfR Aalen am Mittwoch mit.

Hintergrund sei, dass die Bundesregierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel noch keine Beschlüsse für Dezember und Januar getroffen habe.

Vor zwei Wochen hatte die Liga entschieden, dass sämtliche bis zum 30. November angesetzten Spiele abgesetzt werden. Der Spielbetrieb sollte ab dem 1. Dezember nur dann wieder aufgenommen werden, wenn in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ab spätestens 17. November ein Mannschaftstraining unter Wettkampfbedingungen zulässig ist.

In Rheinland-Pfalz ist dies noch untersagt.

Update, 18. November: Corona-Krise reißt 2,2 Milliarden-Loch in Steuerkasse

Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) rechnet wegen der Corona-Pandemie weiter mit einem Milliarden-Minus in den Steuerkassen des Landes. "Derzeit gehen wir davon aus, dass die Steuerausfälle 2020 bei 2,2 Milliarden Euro liegen im Vergleich zu dem, was die Steuerschätzer uns vor einem Jahr – und damit vor der Krise – vorhergesagt haben", erklärte er am Mittwoch in Wiesbaden mit Blick auf die November-Steuerschätzung.

Für den Landeshaushalt ergäben sich leichte Verbesserungen im Vergleich zu einer Schätzung im September, die extra wegen der Corona-Krise angesetzt worden war. Hessen kann demnach hoffen, in diesem Jahr rund 340 Millionen Euro weniger zu verlieren als noch vor zwei Monaten angenommen.

Auch für die kommenden vier Jahre gehe die aktuelle Schätzung von geringeren Verlusten von im Schnitt rund 170 Millionen Euro aus, teilte das Ministerium mit.

"Die aktuelle Schätzung zeigt, dass Zuversicht angesagt ist, wenn wir alle zusammen die Infektionszahlen im Griff behalten", erklärte Boddenberg. "Dann hat unsere Wirtschaft die Chance, sich schneller zu erholen als gedacht." Er gab jedoch zu Bedenken, dass der Teil-Lockdown im November in den aktuellen Schätzungen nicht abgebildet werde.

Update, 18. November, 10.15 Uhr: Gesundheitsamt hält Silvesterfeiern in Frankfurt nicht für möglich

Silvester wird dieses Jahr ganz anders werden (Symbolfoto).
Silvester wird dieses Jahr ganz anders werden (Symbolfoto).  © Andreas Arnold/dpa

Böller, Raketen und eine Menschenmenge wird es nach Einschätzung des Gesundheitsamts in diesem Jahr zu Silvester nicht in Frankfurt geben können.

Der Leiter des Gesundheitsamts, René Gottschalk, sagte dazu der "Bild"-Zeitung: "In der Stadt, Tausende Menschen dicht zusammengedrängt, die Kracher abschießen: Nein, das kann ich mir nicht vorstellen."

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) pflichtete bei und erklärte, alternativ ließen sich in der Corona-Pandemie große Feuerwerke aus anderen Städten im Fernsehen ansehen.

Weihnachten dagegen könne man nicht absagen, sagte Majer. Das Fest müsse aber mit Abstand und Maske begangen werden. Gottschalk schlug vor, die Großeltern per Internet-Videoübertragung dazu zu holen.

Majer sagte, aktuell seien einheitliche Maßnahmen wichtig, die im Bereich der privaten Kontakte streng ausfallen müssten. Schulen müssten offen bleiben. Dass die Ein-Haushalts-Regel komme, glaube er aber nicht, sagte der Dezernent: "Das wäre faktisch ein Ausgangsverbot."

Update, 17. November, 19.03 Uhr: Reihentestung in Erstaufnahmeeinrichtung - 116 Bewohner positiv

Bei einer Reihentestung in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Neustadt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) sind nach rund der Hälfte der Testergebnisse 116 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. 159 Ergebnisse seien negativ ausgefallen, teilte das zuständige Regierungspräsidium in Gießen am Dienstag mit.

In der Einrichtung sollen alle etwa 600 Bewohner einem Corona-Test unterzogen werden. Die positiv auf das Virus getesteten Personen sowie alle Kontaktpersonen seien derzeit isoliert untergebracht und würden medizinisch betreut und überwacht. Aktuell dürften nur noch Menschen das Gelände der Einrichtung verlassen, die nachweislich eine Infektion überstanden haben.

Update, 17. November, 14.13 Uhr: Angebot kostenloser Corona-Tests für Lehrer wird verlängert

Das Angebot kostenloser Corona-Tests für hessische Lehrer wird bis auf weiteres verlängert. Das teilte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit. Das freiwillige Angebot war zunächst bis Mitte November begrenzt gewesen.

Es greift, wenn keine konkreten Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus vorliegen. Einen Anspruch haben alle Mitarbeiter an Schulen oder der Jugendhilfe, die regelmäßig Kontakt zu Schülerinnen und Schülern haben. Sie können sich alle 14 Tage testen lassen.

Update, 17. November, 6.24 Uhr: Appelle und Freiwilligkeit reichen gegen Corona nicht

Für den Frankfurter Virologen Martin Stürmer geht im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland womöglich wichtige Zeit verloren, weil die Entscheidung über Verschärfungen bei den Corona-Regeln verschoben wurde. "Jede Woche, die wir verschenken, werden wir etwa bei der Belegung der Intensivbetten spüren", sagte der Laborleiter und Dozent der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Bund und Länder hatten sich am Montag darauf verständigt, für die nächsten Tage erst einmal keine weiteren Verbote und verbindlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu erlassen. Auch die Schulen sollen weiter geöffnet bleiben.

Er frage sich, warum angesichts der aktuellen Infektionszahlen nicht schon diese Woche strengere Vorgaben auf den Weg gebracht wurden, sagte Stürmer. "Ich hätte mir gewünscht, dass der Gesetzgeber mehr unternimmt, um private Kontakte zu beschränken", sagte Stürmer. Die Zeit der Appelle und der Freiwilligkeit sei abgelaufen. "Dies ist mehr ein verzweifelter Versuch der Politik, um härtere Beschlüsse herumzukommen", sagte er.

Nach einer Video-Konferenz riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten die Bürger am Montagabend dringend dazu auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Am 25. November soll es zudem weitere Beratungen und - wenn die Zahl der Infizierten und schwer Erkrankten bis dahin nicht stark gesunken ist - womöglich auch weitere rechtlich bindende Einschränkungen geben.

Update, 17. November, 6.20 Uhr: Massiver Umsatzeinbruch bei Hessens Brauereien wegen Corona-Pandemie

Hessens Brauereien haben wegen der Corona-Pandemie massive Umsatzeinbußen verbuchen müssen. Von Januar bis August seien die Erlöse durchschnittlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent zurückgegangen, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion in Wiesbaden und berief sich dabei auf Angaben des Wirtschaftsverbandes Brauerbund Hessen/Rheinland-Pfalz. Die Mitgliedsunternehmen des Brauerbunds decken rund 85 Prozent des Bierausstoßes in Hessen ab.

Die hessischen Brauereien erwirtschafteten einen großen Teil ihres Absatzes und Umsatzes über die lokale und regionale Gastronomie, erklärte der Wirtschaftsminister. Deshalb sei die Bedeutung des Fassbieranteils für den wirtschaftlichen Erfolg hoch. Die zeitweise flächendeckende Schließung aller gastronomischer Einrichtungen und die bundesweite Absage zehntausender Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie seien ein Hauptgrund für den massiven Rückgang.

84 Brauereien gab es nach Angaben des Statistischen Landesamtes im vergangenen Jahr in Hessen. Das entspricht einem Rückgang um 5,6 Prozent im Jahresvergleich. Bislang hätten 17 Brauereien das Corona-Soforthilfeprogramm des Landes in Anspruch genommen und drei Brauereien Überbrückungshilfe beantragt, teilte der Wirtschaftsminister mit.

17 Brauereien haben bislang das Corona-Soforthilfeprogramm in Anspruch genommen.
17 Brauereien haben bislang das Corona-Soforthilfeprogramm in Anspruch genommen.  © Patrick Seeger/dpa

Update, 16. November, 19.55 Uhr: Bouffier: Vorerst keine Veränderungen der Corona-Maßnahmen in Hessen

Die hessische Landesregierung will die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie vorerst in der aktuellen Form beibehalten. Nach der Video-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Länderchefs sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag:

"Wir haben gemeinsam die Feststellung getroffen, dass die Dynamik des Anstiegs gebrochen ist, aber die Zahlen steigen immer noch." Deswegen sei man zu der Überzeugung gekommen, dass man die Infektionszahlen weiter beobachten müsse und keine Entscheidung treffen werde. Dies solle am nächsten Mittwoch (25. November) geschehen.

Das Treffen am Montag fand zwei Wochen nach Inkrafttreten des bundesweiten Teil-Lockdowns statt. Es war angesetzt worden, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Größere Entscheidungen waren nicht geplant. Vor dem Treffen hieß es, dass Bund und Länder voraussichtlich in der Woche vom 23. November an über weitere Verschärfungen oder Lockerungen entscheiden wollen.

Ziel der Bundesregierung ist es, bei der Zahl der Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner an einen Wert von 50 heranzukommen. Laut dem Sozialministerium in Wiesbaden lag die sogenannte Inzidenz in Hessen am Montag bei 174.

Update, 16. November, 16.22 Uhr: Keine Mietminderung wegen corona-bedingter Ladenschließung

Die coronabedingte Schließung seines Geschäfts gibt dem Ladenmieter nicht das Recht, die Miete zu kürzen. Sie sei staatlich verordnet worden, das sei kein Mietmangel, teilte das Landgericht Frankfurt am Montag mit. Schließlich liege der Grund für die Schließung nicht in dem gemieteten Laden. Auch eine sogenannte Störung der Geschäftsgrundlage scheide als Begründung für eine geminderte Miete aus. Hierfür müsse der Mieter in seiner Existenz bedroht sein.

Die Vermieterin eines Frankfurter Bekleidungsgeschäfts hatte geklagt, weil die rund 6000 Euro hohe Miete für April nicht gezahlt worden war. Das Geschäft musste im Frühjahr rund einen Monat lang wegen der Corona-Pandemie schließen. Das Urteil (Az. 2-15 O 23/20) wurde am 5. Oktober gesprochen und ist nicht rechtskräftig.

Update, 16. November, 12.48 Uhr: Tourismus und Gastronomie leiden weiter unter Corona-Folgen

Der hessische Tourismus und die Gastronomie leiden weiter unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Beherbergungsbetriebe zählten im September nur knapp die Hälfte der sonst üblichen Gästezahl und 38 Prozent weniger Übernachtungen als im September 2019, wie das Statistische Landesamt am Montag in Wiesbaden zum Tourismus mitteilte. Die Hotels, Gasthäuser und Pensionen zählten 817 200 Gäste und 2,05 Millionen Übernachtungen.

Auch beim Vergleich der ersten drei Quartale sieht es für den Tourismus düster aus: Von Januar bis September 2020 empfingen die Beherbergungsbetriebe 5,8 Millionen Gäste - das ist rund die Hälfte weniger als noch ein Jahr zuvor.

In der Gastronomie lag der Umsatz im September 2020 um rund 34 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Landesamt mitteilte. Besonders bei den Caterern und Kantinen brachen die Erlöse ein.

In den ersten drei Quartalen machten Gastronomen mit ihren Restaurants, Gaststätten oder Kneipen ein preisbereinigtes Umsatzminus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von mehr als 37 Prozent, wie eine Mitarbeiterin erläuterte.

Update, 16. November, 6.39 Uhr: Corona-Schnelltest an Kiosk gefragt

Passanten stehen vor einem Kiosk im Stadtteil Bockenheim Schlange, in dem der Internist Georg Siemon einen Corona-Schnelltest anbietet.
Passanten stehen vor einem Kiosk im Stadtteil Bockenheim Schlange, in dem der Internist Georg Siemon einen Corona-Schnelltest anbietet.  © Arne Dedert/dpa

Die Nachfrage nach Corona-Schnelltests in einem Frankfurter Kiosk übersteigt das Angebot bei Weitem. Vor dem Wasserhäuschen im Viertel Bockenheim bilden sich immer wieder lange Schlangen. Ein Internist bietet dort Antigentests für Selbstzahler an. Das Problem: Der Nachschub stockt. Grund seien "die derzeitigen Lieferengpässe bei den Corona-Schnelltests", heißt es in der Privatpraxis.

Seit das Wasserhäuschen bundesweit bekannt ist, reichen die verfügbaren Tests nicht mehr aus. Nun hat Dr. Georg Siemon das Verfahren geändert: Täglich ab 12 Uhr werden genau so viele Formulare ausgeteilt wie es Tests gibt.

"Aktuell sind zwischen 25 und 75 Tests täglich verfügbar", heißt es auf der Homepage. Dennoch zieht sich die Schlange oft bis um die nächste Ecke, teils stehen die Menschen dort bis spät in die Nacht, wie ein Mitarbeiter berichtete.

Der Hessische Apothekerverband bestätigte, dass Antigentests zum Nachweis des Coronavirus vermehrt nachgefragt werden. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen dürfen Apotheken solche Tests nicht an Endverbraucher verkaufen. Seitens der Ärzte steige die Nachfrage, sagte eine Sprecherin. Ein Antigentest liefert schneller Ergebnisse als ein PCR-Test, ist aber nicht so genau. Im Kiosk kostet er 40 Euro, bis zum Ergebnis dauert es nicht einmal eine halbe Stunde.

Unter Kollegen ist die Idee umstritten. "Gerade die Antigentests sollten dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden, zum Beispiel beim Schutz von Risikogruppen", zitierte die "Bild" den Chef des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk. "Für die Allgemeinheit beziehungsweise für eine asymptomatische Testung sind sie völlig ungeeignet."

Aus Sicht der Landesärztekammer ist der Kiosk "aus berufsrechtlicher Sicht in Ordnung", wie eine Sprecherin sagte. Der Kiosk sei quasi der ausgelagerte Untersuchungsraum einer Privatpraxis. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen will die Initiative des Internisten nicht kommentieren. Sie rät aber, sich zuerst an den Hausarzt zu wenden. Der sei die erste Adresse, wenn es darum gehe, ob ein Test sinnvoll und welcher Test geeignet sei, sagte ein Sprecher.

Update, 15. November, 10 Uhr: Gewalt bei Querdenken-Demo in Frankfurt

Die Demonstration der Corona-Kritiker und Corona-Leugner der Querdenken-Bewegung am gestrigen Samstag in Frankfurt war von Gewalt überschattet. Angriffe gegen Polizisten gab es sowohl von Seiten der Gegendemonstranten wie auch von Seiten der Querdenker.

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Es kam wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Gegendemonstranten.
Es kam wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Gegendemonstranten.  © Boris Roessler/dpa

Update, 15. November, 7.30 Uhr: Bislang rund 60 Klagen gegen neuerliche Corona-Beschränkungen

Gegen die verschärften Corona-Beschränkungen in Hessen im November sind inzwischen rund 60 Verfahren vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel angestrengt worden.

Das teilte ein Gerichtssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. In etwa zwei Drittel der Fälle gehe es um Eilverfahren. Am Freitag erst scheiterte eine Rüsselsheimer Wirtin in einem solchen Verfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof – sie wollte die Öffnung ihrer Gaststätte erreichen.

In rund 20 Verfahren wehren sich nach Angaben des Gerichts Betreiber von Fitnesstudios und Tattoo-Studios sowie Wirte gegen die angeordnete Schließung ihrer Betriebe fast im gesamten November.

Wegen stark steigender Infektionszahlen hatte Hessen gemeinsam mit den anderen Bundesländern und dem Bund entschieden, strengere Corona-Regeln zu erlassen, um eine rasante Ausbreitung der Pandemie zu verhindern (TAG24 berichtete).

So müssen unter anderem Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die Gastronomiebetriebe bis Ende November geschlossen bleiben.

Update, 14. November, 7.58 Uhr: Rund 1000 Altenheimbewohner in Hessen mit Coronavirus infiziert

In 181 Altenheimen in Hessen gibt es derzeit Corona-Ausbrüche (Symbolbild).
In 181 Altenheimen in Hessen gibt es derzeit Corona-Ausbrüche (Symbolbild).  © Daniel Karmann/dpa

In den hessischen Altenheimen sind derzeit rund 1030 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Das sind fast 1,8 Prozent der in den Einrichtungen lebenden Menschen, wie aus Zahlen des zuständigen Regierungspräsidiums (RP) Gießen hervorgeht (Stand 11. November).

Seit Beginn der Pandemie starben 368 Heimbewohner mit oder durch das Virus. Von den Mitarbeitern sind aktuell knapp 600 mit dem Erreger infiziert, fast 700 sind in Quarantäne. Corona-Ausbrüche gibt es dem RP zufolge in 181 von 835 Einrichtungen. Ältere und kranke Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe.

"Die Versorgung in den von größeren Ausbrüchen betroffenen Einrichtungen ist gewährleistet, insbesondere auch durch überdurchschnittliches Engagement der nicht erkrankten Mitarbeitenden", teilte das RP mit.

Zudem gebe es die Möglichkeit der sogenannten Arbeitsquarantäne. Das bedeute, infizierte, aber arbeitsfähige Beschäftigte könnten nach wie vor in einer vom Coronavirus betroffenen Einrichtung die Versorgung infizierter Bewohner übernehmen. Auch Zeitarbeitende stünden zur Überbrückung von Engpässen zur Verfügung.

Ein größerer Corona-Ausbruch in Hessen wurde beispielsweise in einer Frankfurter Einrichtung Anfang November bekannt: Dort hatten sich mehr als 60 Bewohner und rund 30 Mitarbeiter angesteckt.

Update, 13. November, 13.43 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag gegen Corona-Regeln für Gaststätten ab

Hessische Gaststätten dürfen nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes in Kassel (VGH) wegen der Corona-Beschränkungen weiter nur Abhol- oder Lieferdienste anbieten.

Ein Eilantrag gegen die seit 2. November für vier Wochen geltenden Bestimmungen wurde abgelehnt, teilte das Gericht am Freitag mit. Eine Wirtin aus Rüsselsheim habe ihren Antrag im Wesentlichen damit begründet, dass es sich um einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in ihre Grundrechte handele und die Schließung unverhältnismäßig sei. Dem folgte das Gericht nicht.

"Der Senat halte weiterhin an seiner Rechtsprechung fest, dass die im geltenden Infektionsschutzgesetz enthaltene Ermächtigungsgrundlage für den Verordnungsgeber hinreichend sei", heißt es in einer Mitteilung des VGH. (Az.: 8 B 2701/20.N)

Die Beschränkungen seien voraussichtlich verhältnismäßig. Zwar habe das Robert Koch-Institut keine signifikante Zahl von Neuinfektionen dem Umfeld von Gaststätten zuordnen können. Hieraus dürfe aber nicht geschlossen werden, dass es dort kein klares Infektionsrisiko gebe.

Dagegen spreche schon die sehr hohe Zahl an Fällen, bei denen die Infektionswege nicht mehr nachvollzogen werden könnten. Die angeordnete Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens sei zumutbar.

In Hessen dürfen seit dem 2. November wegen des Teil-Lockdowns bis zum 30. November in der Corona-Pandemie Gaststätten Speisen und Getränke nur zur Abholung oder mit Lieferung anbieten.

Update, 13. November, 5.40 Uhr: In mehr als 7600 Fällen Ersatzfreiheitsstrafen aufgeschoben

In hessischen Gefängnissen waren zum Stichtag 21. Oktober 4357 Menschen inhaftiert (Symbolbild).
In hessischen Gefängnissen waren zum Stichtag 21. Oktober 4357 Menschen inhaftiert (Symbolbild).  © dpa/Marcus Führer

In der ersten Phase der Corona-Pandemie ist in Hessen bis Ende Juni in mehr als 7600 Fällen wegen des Infektionsrisikos eine Ladung für den Antritt einer Ersatzfreiheitsstrafe aufgeschoben worden.

Auf einen Erlass des Justizministeriums vom März hin seien bis Ende Juni zudem in 402 Fällen die Vollstreckungen einer solchen Strafe unterbrochen und die Sünder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte das Ministerium mit. Erfasst würden nur die Fälle, nicht aber die betroffene Personenzahl. "Ob dies ebensoviele Personen betrifft, kann nicht sicher gesagt werden, denn nicht selten stehen bei einer Person mehrere Ersatzfreiheitsstrafen zur Vollstreckung an."

Seit Anfang Juli werden dem Ministerium zufolge wieder alle unterbrochenen und neu anfallenden Strafen sowie seit dem 5. Oktober auch alle aufgeschobenen zum Strafantritt geladen.

Ende September hätten in den hessischen Gefängnissen 361 Gefangene Ersatzfreiheitsstrafen verbüßt. Auch während des Sommers seien solche Strafen verbüßt worden, zum Beispiel im Anschluss an eine vom Gericht verhängte Freiheitsstrafe. So seien Gefangene im Vollzug geblieben und hätten nicht mit dem entsprechenden Infektionsrisiko als Neuzugänge behandelt werden müssen. In hessischen Gefängnissen waren zum Stichtag 21. Oktober 4357 Menschen inhaftiert.

Sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen werden verhängt, wenn etwa Kriminelle zu einer Geldstrafe verurteilt wurden, diese aber nicht zahlen wollen oder können.

Update, 12. Oktober, 21.54 Uhr: Vierter Corona-Fall: Auch Melsungens Lemke positiv getestet

Der Corona-Verdachtsfall beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen hat sich bestätigt. Finn Lemke wurde nach Angaben des Vereins vom Donnerstagabend als vierter Nationalspieler nach Johannes Bitter, Marian Michalczik und Juri Knorr positiv getestet. "Das ist eine bittere Nachricht für Finn, für unsere Mannschaft und für den gesamten Verein. Ganz obenan steht natürlich unser Wunsch, dass Finn die Infektion möglichst schnell und vor allem unbeschadet überwindet", sagte MT-Vorstand Axel Geerken.

Die gesamte Mannschaft hatte sich bereits zuvor vorsorglich in eine freiwillige häusliche Quarantäne begeben und muss dort nun für 14 Tage verharren. Das Bundesliga-Topspiel gegen den SC Magdeburg am Samstag, das live in der ARD übertragen werden sollte, muss verlegt werden.

"Das schmerzt gleich dreifach, da uns nun auch noch bereits zugesagte Sponsoringbeträge entgehen und die sehr umfangreichen organisatorischen Vorbereitungsarbeiten umsonst gewesen sind", sagte Geerken.

Update, 12. Oktober, 20:20 Uhr: 1300 Ermittlungsverfahren wegen Betrug mit Corona-Soforthilfen

In Hessen laufen rund 1300 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlich zu Unrecht erhaltener Corona-Soforthilfen. In den meisten Fällen gehe es um Betrug, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, am Donnerstagabend. Zuvor hatte hessenschau.de berichtet.

In Hessen stünden die Chancen gut, Betrügern auf die Schlichte zu kommen, sagte Ungefuk - unter anderem, weil die Finanzämter mit im Boot seien. "Die können schnell feststellen, ob es die Umsätze, die da angegeben wurden, wirklich gab."

Im Vergleich zur Gesamtzahl der Anträge - hessenweit knapp 135.000 - sei die Zahl der Verdachtsfälle nicht besonders hoch, sagte Ungefuk. Um welche Summen es geht und wie lange die Verfahren noch dauern, könne man derzeit noch nicht sagen. "Viele Fälle sind glasklar, aber bei hoher krimineller Energie ist der Ermittlungsaufwand enorm." Den Betrügern drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Ein besonders krasser Fall: Seit Ende September sitzt ein 46-Jähriger in Untersuchungshaft. Zusammen mit einem 44-Jährigen stellte er Ermittlungen zufolge fünf Anträge auf Soforthilfe - laut Staatsanwaltschaft mit erfundenen Personalien und gefälschten Dokumenten für erfundene Unternehmen mit ausgedachten Umsätzen.

Update, 12.November, 16.38 Uhr: MT Melsungen wegen Corona-Verdachtsfall in Quarantäne

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat sich wegen eines Corona-Verdachtsfalls in der Mannschaft vorsorglich in eine freiwillige häusliche Quarantäne begeben. Dies teilten die Nordhessen am Donnerstag mit. Die für Donnerstag angesetzten Trainingseinheiten wurden abgesagt. Ob sich das Ergebnis bei dem Spieler bestätigt, soll bei einem abschließenden Test ermittelt werden.

Melsungen hatte in der Vorwoche gleich sechs Nationalspieler für die EM-Qualifikationsspiele der DHB-Auswahl gegen Bosnien-Herzegowina und in Estland abgestellt. Am Samstag steht für den Tabellenvierten das Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Magdeburg an.

Update, 12. November, 16.05 Uhr: Mehr Maskenkontrollen in Offenbach

Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen in Offenbach hat die Stadt verstärkte Maskenkontrollen angekündigt. Die Stadtpolizei hatte bereits am Mittwoch, unterstützt von zwölf Bundespolizisten, in der Innenstadt Kontrollen durchgeführt.

"Insgesamt mussten rund 100 Menschen mit einer Strafe daran erinnert werden, dass in Hessen die Maske überall dort getragen werden muss, wo der Abstand von mindestens anderthalb Meter nicht eingehalten werden kann", sagte Bürgermeister Peter Freier am Donnerstag. In den kommenden Tagen würden weitere Kontrollen folgen.

In Offenbach lag die Zahl der Corona-Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag bei 316,2 - das ist der höchste Wert in ganz Hessen. Binnen 24 Stunden wurden in der Stadt 71 neue Corona-Fälle registriert.

In der gesamten Offenbacher Innenstadt gilt eine strikte Maskenpflicht. Das bedeutet auch, dass dort weder gegessen, getrunken oder geraucht werden darf.

In Offenbach werden vermehrt Masken-Kontrollen durchgeführt (Symbolfoto).
In Offenbach werden vermehrt Masken-Kontrollen durchgeführt (Symbolfoto).  © Christoph Soeder/dpa-corona

Update, 12. November, 15.49 Uhr: Mehr Rolltreppen sollen mit UV-Licht entkeimt werden

Um Fahrgäste vor der Verbreitung des Coronavirus zu schützen, sollen weitere Rolltreppen in Frankfurter U-Bahn-Stationen mit einer UV-Licht-Technik gereinigt werden. Wie die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) am Donnerstag mitteilte, ist ein Pilotversuch so positiv verlaufen, dass nun kurzfristig alle für 2021 geplanten elf neuen Rolltreppen mit der Technik ausgestattet werden sollen. Die VGF hatte das UV-Licht zur Entkeimung der Handläufe erstmals an einer Rolltreppe der Station "Leipziger Straße" verbaut.

Die Anlagen werden dafür mit einem UV-Licht-Modul ausgerüstet. Kontinuierliche Proben der Test-Rolltreppe haben laut VGF ergeben, dass auf Handläufen, die mit UV-Licht bestrahlt werden, deutlich weniger Keime gemessen wurden als auf unbestrahlten Anlagen.

Update, 12. November, 15.47 Uhr: Frankfurter Start-ups leiden unter Corona-Krise

Die Corona-Krise macht Frankfurter Start-ups zu schaffen. Zwei Drittel der jungen Firmen am Main geben an, dass die Pandemie ihre Geschäfte belastet, zeigt eine Umfrage des Bundesverbands Deutsche Startups und der Beratungsgesellschaft PwC. Abgesagte Veranstaltungen, verzögerte Aufträge, Umsatzrückgänge und eine knappere Liquidität machen den Gründern das Leben schwer, heißt es in dem Papier. Für den bundesweiten Report wurden knapp 2000 deutsche Start-ups befragt, darunter 112 aus dem Frankfurter Raum.

In der Krise verschiebt demnach fast jedes zweite Start-up geplante Investitionen. Auch sank die durchschnittliche Mitarbeiterzahl auf 13 nach 17 im Vorjahr. Die größte Hürde sei aber die Kapitalbeschaffung. Nur 12 Prozent der Frankfurter Gründer, noch weniger als im Bundesschnitt, hätten Zugang zu Wagniskapital von Investoren.

"Ausgerechnet am größten Finanzplatz Deutschlands haben junge Unternehmer es besonders schwer, an Kapital zu kommen", sagte Daniel Spengemann, Leiter der PwC-Startup-Initiative NextLevel in der Rhein-Main-Region, am Donnerstag. Geldgeber konzentrierten sich auf ihr bestehendes Portfolio und Veranstaltungen zum Austausch fehlten.

Start-ups am Main hätten zwar gute Bedingungen zu Kooperationen mit etablierten Unternehmen, doch dafür seien die hohen Mieten im Frankfurter Raum eine Belastung, hieß es. Die öffentliche Hand solle reagieren, um die Region für technologieaffine Jungunternehmen wieder attraktiver zu machen, meinte Spengemann.

Update, 12. November, 13.35 Uhr: Maske im Gerichtssaal zum Schutz vor Corona-Infektionen rechtmäßig

Bei Gerichtsverhandlungen kann ein Richter zum Schutz vor Corona-Infektionen von allen Beteiligten im Saal verlangen, durchgängig eine Maske zu tragen.

Das Frankfurter Landgericht hat die Beschwerde eines Rechtsanwalts gegen eine solche Anordnung zurückgewiesen, wie es in einer Mitteilung von Donnerstag hieß. Demnach hatte ein Vorsitzender Richter am Amtsgericht Frankfurt angeordnet, dass während der gesamten Verhandlung eine "OP-Maske oder höhere Schutzklasse" oder notfalls ein "dickes Baumwolltuch" zu tragen sei.

Die Richter entschieden laut Mitteilung, dass die Anordnung aufgrund der "aktuellen Verbreitung des Coronavirus" rechtmäßig sei. Das Tragen einer Maske sei als "eine Lästigkeit" anzusehen, die den Rechtsanwalt nicht daran hindere, mündlich vorzutragen. Auch habe der Vorsitzende Richter die Möglichkeit gelassen, per Videokonferenz an der Verhandlung teilzunehmen, hieß es.

Die Beschwerde habe sich dem Rechtsanwalt zufolge zwar nicht gegen das Tragen einer Maske an sich, sondern gegen die Art der Schutzklasse gerichtet.

Das Landgericht entschied demnach aber, dass aus der Anordnung des Richters am Amtsgericht hervorgehe, dass eine Alltagsmaske ausreiche.

Update, 12. November, 8.28 Uhr: Passagierverkehr am Flughafen Frankfurt bleibt im Corona-Tief

Der Passagierverkehr am Flughafen Frankfurt ist im Oktober wie erwartet nicht aus dem Corona-Tief herausgekommen. Das Aufkommen an Fracht und Luftpost nahm hingegen im Jahresvergleich sogar um 1,8 Prozent auf 178.702 Tonnen zu, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Im abgelaufenen Monat zählte Fraport an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz 1,07 Millionen Passagiere und damit 83,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im September hatte der Rückgang im Jahresvergleich 82,9 Prozent betragen. Im Oktober starteten und landeten in Frankfurt noch rund 81.000 Passagiere weniger als im Vormonat.

Auch an den Fraport-Flughäfen im Ausland waren im Oktober infolge der Pandemie und der weltweiten Reisebeschränkungen deutlich weniger Passagiere unterwegs als ein Jahr zuvor.

Allerdings klaffte die Entwicklung an den einzelnen Standorten deutlich auseinander.

Update, 12. November, 5.43 Uhr: Meiden von Kliniken laut Herzmediziner gefährlicher als Corona-Infektionsrisiko

Wird die zweite Corona-Welle dazu führen, dass erneut Patienten den Kliniken fernbleiben (Symbolbild)?
Wird die zweite Corona-Welle dazu führen, dass erneut Patienten den Kliniken fernbleiben (Symbolbild)?  © 123RF/archnoi1

Herzspezialisten befürchten, dass Patienten erneut aus Angst vor einer Corona-Infektion den Kliniken fernbleiben.

"Das Risiko, sich im Krankenhaus zu infizieren, ist um ein Vielfaches geringer als die Gefahr, nicht behandelt zu werden", sagte der Kardiologe Thomas Voigtländer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Ärztliche Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhauses in Frankfurt ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Während der ersten Corona-Welle seien Auswertungen einer Krankenkasse zufolge über 40 Prozent weniger Patienten wegen dringlicher Herz-Kreislauf-Problemen ins Krankenhaus gekommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der stationär behandelten Herzinfarkt-Patienten sei um rund 30 Prozent gesunken. "Wir befürchten, dass das auch jetzt wieder passiert. Das wird nicht so stark ausfallen wie im Frühjahr, aber die Tendenz ist da."

"Die Kliniken sind trotz Pandemie für die Notfallversorgung gerüstet", sagte Voigtländer. Man habe seit dem Frühjahr "dazugelernt": Es gebe Schnelltests und genug Schutzausrüstung, Infizierte würden isoliert, die Konzepte seien differenzierter. Voigtländer erwartet auch nicht, dass erneut flächendeckend planbare Operationen verschoben werden müssten. "Wir haben im März und April fast ein bisschen zu viel Ressourcen für Corona-Patienten geschaffen und den Rest zu weit runtergefahren", sagte Voigtländer.

Man dürfe trotz der Pandemie andere Krankheiten nicht aus dem Blick verlieren, sagte der Kardiologe. In Deutschland sterben jährlich 345.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. An oder mit dem Coronavirus starben bisher knapp 12.000. Ohne Corona-Maßnahmen läge diese Zahl nach Expertenangaben jedoch um ein Vielfaches höher.

Herzkranke gelten im Falle einer Corona-Infektion als besonders gefährdet. "Der entscheidende Risikofaktor ist aber das Alter", sagte Voigtländer.

Herzpatienten sollten eine Zunahme von Atembeschwerden dennoch nicht leichtfertig als normal ansehen: "Die Symptome von Covid-19 können den Beschwerden einer Herzerkrankung stark ähneln."

Update, 11. November, 17.19 Uhr: Stimmung in Corona-Testcentern wird laut Kassenärzten aggressiver

Die Kassenärztliche Vereinigung in Hessen beklagt eine zunehmende Aggressivität von Besuchern der Corona-Testzentren. Die Vorstandsvorsitzenden des Ärzteverbandes, Frank Dastych und Eckhard Starke, berichteten am Mittwoch in einer Mitteilung von Beschimpfungen, Beleidigungen und einem hohen Maß an Aggressivität.

"Wenn der Satz stimmt, dass existenzielle Krisen das Beste und Schlechteste in Menschen zutage fördern, dann erleben wir in den Testcentern und an der Hotline derzeit leider fast ausschließlich negative Dinge", erklärten sie. Sie mahnten: "Durch diese Krise kommen wir nicht mit Unverschämtheit, Drängelei oder Pöbelei."

Corona-Testzentren waren im März im ganzen Bundesland eingerichtet worden, zuletzt gab es 15 davon. Jeder Hesse soll in einem Radius von 25 bis 30 Kilometern ein solches Zentrum erreichen können.

Getestet werden sollen dort laut der Kassenärztlichen Vereinigung vorrangig Personen mit Symptomen und deren Kontaktpersonen sowie Menschen, die von den Gesundheitsämtern geschickt werden. Auch Verdachtsfälle durch die Corona-App werden dort überprüft.

Update, 11. November, 13.35 Uhr: Auch zweiter Corona-Test von Innenminister Beuth negativ

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) ist erneut negativ auf eine Coronavirus-Infektion getestet worden. Das sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch auf dpa-Anfrage in Wiesbaden.

Nach einer bestätigten Infektion in seinem persönlichen Umfeld bleibe der Minister dennoch zunächst weiter in häuslicher Quarantäne. Beuth gehe es gut, bisher zeigten sich keine Symptome, sagte der Sprecher.

Der Minister führe seine Amtsgeschäfte von zuhause aus weiter. Auch ein erster Corona-Test war negativ gewesen.

Update, 11. November, 12.50 Uhr: "Querdenken"-Demo am Samstag in Frankfurt

Eine Woche nach den Ausschreitungen in Leipzig (TAG24 berichtete) wollen Kritiker der Corona-Maßnahmen am Samstag in Frankfurt auf die Straße gehen. Bisher sind drei Gegendemonstrationen angemeldet.

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Das Foto vom 1. November zeigt eine "Querdenken"-Demonstration in München.
Das Foto vom 1. November zeigt eine "Querdenken"-Demonstration in München.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 11. November, 7.14 Uhr: Die meisten Hessen befürworten laut Umfrage verschärfte Maskenpflicht

Die hessische Landesregierung hatte die Maskenpflicht zuletzt verschärft (Symbolbild).
Die hessische Landesregierung hatte die Maskenpflicht zuletzt verschärft (Symbolbild).  © Fabian Strauch/dpa

Einer Umfrage zufolge sehen viele Hessen die coronabedingt für November angeordneten Einschränkungen mit Schließung von Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen kritisch. Bis zu 44 Prozent der Befragten sagten laut der Erhebung des Instituts infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks, dass sie diese Maßnahmen ablehnten.

Fast alle, 93 Prozent, stimmten aber der Regel zu, dass ein Mund-Nasen-Schutz etwa in Innenstadtbereichen oder stark frequentierten öffentlichen Bereichen getragen werden müsse. Die Maskenpflicht hatte die Landesregierung wegen stark steigender Corona-Zahlen zuletzt verschärft.

Auch die Kontaktbeschränkungen, wonach sich in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige aus zwei Haushalten und maximal zehn Personen treffen dürfen, werden von 80 Prozent der Befragten befürwortet. Für die repräsentative Umfrage wurden vom 2. bis 7. November mehr als 1000 wahlberechtigte Hessen telefonisch befragt.

40 Prozent gaben außerdem an, dass sie sich große oder sehr große Sorgen machten, dass sie selbst oder Familienangehörige an der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 ernsthaft erkranken könnten.

Insgesamt sind die Hessen mit dem aktuellen Krisenmanagement der Landesregierung zufrieden: 60 Prozent der Hessen sehen es als ausreichend an. 22 Prozent gehen die Maßnahmen nicht weit genug, 15 Prozent dagegen zu weit.

Update, 10. November, 17.51 Uhr: Umfrage: Mehrheit der Hessen stimmt Corona-Maßnahmen zu

Einer Umfrage zufolge bewerten 60 Prozent der Hessen das aktuelle Corona-Krisenmanagement der Landesregierung als ausreichend. 22 Prozent gehen die Maßnahmen nicht weit genug, wie aus der Erhebung des Instituts infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks hervorgeht. 15 Prozent der Hessen gehen die Maßnahmen dagegen zu weit.

Um die zuletzt starke Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat Hessen wie die anderen Bundesländer Anfang November einen Teil-Lockdown verhängt. Freizeit- und Kultureinrichtungen, aber auch Gastronomiebetriebe müssen daher fast den gesamten November über geschlossen bleiben. Für die repräsentative Umfrage wurden vom 2. bis 7. November mehr als 1000 wahlberechtigte Hessen telefonisch befragt.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wertete die Umfrage als "starken und breiten Rückhalt für die beschlossenen Maßnahmen". Er appellierte an alle, nicht die Geduld zu verlieren. "Wenn wir uns gemeinsam weiterhin verantwortungsbewusst verhalten, können wir es hoffentlich schaffen, die Infektionszahlen auf einem Niveau zu halten, das unsere Kliniken nicht überfordert."

Update, 10. November, 15.13 Uhr: SPD- und FDP-Fraktion reichen Klage gegen Corona-Sondervermögen ein

Die Landtagsfraktionen von SPD und FDP haben ihre angekündigte Klage gegen das Corona-Sondervermögen vor dem hessischen Staatsgerichtshof eingereicht. Das bestätigte ein Sprecher des Staatsgerichtshofs am Dienstag in Wiesbaden. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser erklärte: "Durch den schwarz-grünen Schattenhaushalt wird der Landtag unzulässigerweise von der jährlichen Bewilligung und Kontrolle des Haushaltes ausgeschlossen." Das sei verfassungswidrig.

Die Klage sei eine "Notwehr gegen das mutwillige Aushebeln der Schuldenbremse, die Schleifung der Generationengerechtigkeit und die Abschaffung von Parlamentsrechten", ergänzte der FDP-Fraktionschef René Rock.

Der Landtag hatte im Sommer mit den Stimmen von CDU und Grünen ein Sondervermögen in Höhe von zwölf Milliarden Euro verabschiedet. Es soll die Folgen der Corona-Krise abmildern. Bis Ende 2023 dürfen Kredite aufgenommen werden, beispielsweise um Steuerverluste des Landes und der Kommunen auszugleichen.

Die Opposition hatte sich für Nachtragshaushalte zur Bewältigung der Corona-Kosten ausgesprochen.

Update, 10. November, 14.28 Uhr: Hessen erwartet Höchststand der Covid-Fälle in Kliniken Ende November

Ende November soll es besonders viele Corona-Patienten in Krankenhäusern geben (Symbolfoto).
Ende November soll es besonders viele Corona-Patienten in Krankenhäusern geben (Symbolfoto).  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Hessen erwartet den Höchststand an Corona-Patienten in hessischen Krankenhäusern erst zum Monatswechsel. Derzeit würden 1456 Covid-19-Patienten stationär in den Klinken des Landes behandelt, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) in einem Hintergrundgespräch am Dienstag. 308 lägen auf Intensivstationen, 1148 auf normalen Stationen.

"Wir gehen davon aus, dass wir den Gipfel voraussichtlich etwa zum Monatswechsel erreichen werden", sagte Klose.

Durch die seit rund einer Woche geltenden Kontaktbeschränkungen scheine sich die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen. Zwischen dem Rückgang der Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung und der Entspannung der Situation in den Kliniken lägen erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen.

In Hessen gibt es nach Angaben von Prof. Jürgen Graf, dem Leiter des Planungsstabes stationäre Versorgung Covid-19, 2400 Intensivbetten. 2078 davon seien aktuell betriebsbereit, der Rest könne bei Bedarf durch Umverteilung des Personals in Betrieb genommen werden. "Gegenwärtig sind wir zuversichtlich, dass wir die Kapazitäten nicht voll ausreizen müssen", sagte Graf.

Update, 10. November, 14.26 Uhr: SPD- und FDP-Fraktion reichen Klage gegen Corona-Sondervermögen ein

Die Landtagsfraktionen von SPD und FDP haben ihre angekündigte Klage gegen das Corona-Sondervermögen vor dem hessischen Staatsgerichtshof eingereicht. Das bestätigte ein Sprecher des Staatsgerichtshofs am Dienstag in Wiesbaden. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser erklärte: "Durch den schwarz-grünen Schattenhaushalt wird der Landtag unzulässigerweise von der jährlichen Bewilligung und Kontrolle des Haushaltes ausgeschlossen." Das sei verfassungswidrig.

Die Klage sei eine "Notwehr gegen das mutwillige Aushebeln der Schuldenbremse, die Schleifung der Generationengerechtigkeit und die Abschaffung von Parlamentsrechten", ergänzte der FDP-Fraktionschef René Rock.

Der Landtag hatte im Sommer mit den Stimmen von CDU und Grünen ein Sondervermögen in Höhe von zwölf Milliarden Euro verabschiedet. Es soll die Folgen der Corona-Krise abmildern. Bis Ende 2023 dürfen Kredite aufgenommen werden, beispielsweise um Steuerverluste des Landes und der Kommunen auszugleichen. Die Opposition hatte sich für Nachtragshaushalte zur Bewältigung der Corona-Kosten ausgesprochen.

Update, 10. November, 8.15 Uhr: Enormer Anstieg der Neuinfektionen

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen ist deutlich angestiegen an. Binnen eines Tages kamen 1702 neue Fälle hinzu, wie aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hervorgeht (Stand: 0 Uhr).

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Fälle lag bei 55.744. Insgesamt 786 Todesfälle werden mittlerweile mit dem Erreger in Verbindung gebracht. Das waren 28 mehr als am Vortag.

Von Kommunen selbst gemeldete Werte können von den Zahlen des Robert Koch-Instituts abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums.

Update, 9. November, 15.50 Uhr: AfD-Fraktion will gegen Maskenpflicht im hessischen Landtag klagen

Die hessische AfD-Fraktion will gegen die Maskenpflicht im Wiesbadener Landtag klagen. "Eine Maskenpflicht am Sitzplatz im Plenarsaal des Landtags ist aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt, da hier hinreichende Abstände gewahrt und entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden können", erklärte der Fraktionsvorsitzende Robert Lambrou am Montag in Wiesbaden die Ankündigung.

Solange die Maskenpflicht aber nicht durch eine Gerichtsentscheidung gekippt ist, gelte die aktuelle Verfügung für alle Angeordneten des hessischen Landtags. Daran werde sich auch die AfD-Fraktion halten.

Der Ältestenrat des Landtags hatte vor wenigen Tagen wegen der Corona-Pandemie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus angeordnet. Die Maskenpflicht gilt demnach im gesamten Gebäude und damit auch im Plenarsaal sowie dort am Sitzplatz. Der Ältestenrat beschloss zudem auch Abstandsregelungen im Plenarsaal sowie das Angebot freiwilliger Corona-Schnelltests vor Ausschuss- und Plenarsitzungen.

Auslöser für die Maskenpflicht war die AfD-Fraktion. Deren Mitglieder waren bei einer Sondersitzung des Parlaments ohne Masken erschienen. Daraufhin hatte es massive Kritik aus den übrigen Fraktionen gegeben. Bei der Sitzung des hessischen Landtags an diesem Dienstag gilt erstmals die Maskenpflicht.

Update, 9. November, 15.44 Uhr: Maskenpflicht in Frankfurt gilt weiter, Eilantrag abgelehnt

Ein Schild vor dem Römer weist auf die Maskenpflicht hin.
Ein Schild vor dem Römer weist auf die Maskenpflicht hin.  © Boris Roessler/dpa

Fußgänger müssen auch zukünftig eine Mund-Nase-Bedeckung in Teilen des Frankfurter Stadtgebiets tragen. Den Eilantrag eines Mannes gegen eine von der Stadt zur Eindämmung der Corona-Pandemie angeordnete Maskenpflicht hat das Verwaltungsgericht in Frankfurt abgelehnt, wie es in einer Mitteilung von Montag heißt.

Aus "übergeordneten Gründen des Gemeinwohls" sei die Maskenpflicht hinzunehmen, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Der Mann, der in einem der von der Maskenpflicht betroffenen Stadtteile wohnt, hatte laut Gericht argumentiert, dass die großflächige Einbeziehung von Wohngebieten und Parks willkürlich sei.

Sein Wohngebiet sei sehr ruhig. Die Richter jedoch urteilten demnach, dass ein abgegrenztes Gebiet, in dem einzelne Seitenstraßen nicht ausgenommen werden, einprägsam sei und relativ klar zeige, wo eine Maske zu tragen sei.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen muss zurzeit nach Angaben der Stadt innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachsenhausen eine Maske getragen werden.

Update, 9. November, 12.50 Uhr: Corona-Kampagne: Bei Erkältungssymptomen Hotline 116117 anrufen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVH) und die Landesregierung rufen die Hessen in der Erkältungszeit dazu auf, wegen der Corona-Pandemie nicht einfach ohne Termin zum ärztlichen Bereitschaftsdienst zu gehen. "Bei Erkältungssymptomen müssen wir derzeit immer auch eine Corona-Infektion in Betracht ziehen", erklärte der KVH-Vorsitzende Frank Dastych am Montag in Wiesbaden. Daher sei es wichtig, die Versorgung von Patienten mit Husten, Schnupfen oder Fieber von der Versorgung anderer Patienten trennen. Um zu erfahren, wann die Patienten in die Bereitschaftsdienstzentralen gehen können, sollten sie vorab die Rufnummer 116117 wählen.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) machte sich ebenfalls stark für die Kampagne: Eine effektive Steuerung sei in allen Situationen der Corona-Pandemie ein essenzielles Element. Das gelte für den ambulanten Bereich genau wie für die stationäre Krankenhausversorgung. Über die Telefonnummer können sich die Bürger beraten lassen, ob und wo ein Corona-Test durchgeführt werden sollte.

Mit mehr als 400 Großflächenplakaten in ganz Hessen sowie Postern an Frankfurter U- und S-Bahn-Stationen soll für die Kampagne geworben werden. Auch in den Bürgerämtern sowie bei den Haus-, Kinder-, Hals-Nasen-Ohren- und Pneumologiepraxen soll auf die Rufnummer 116117 hingewiesen werden. Die Kosten für die Kampagne liegen bei rund 300.000 Euro und werden nach Angaben des Vorsitzenden von der Kassenärztliche Vereinigung getragen.

Update, 9. November, 9 Uhr: 22 Bewohner von Pflegeheim in Groß-Zimmern mit Coronavirus infiziert

In einem Pflegeheim in Groß-Zimmern (Landkreis Darmstadt-Dieburg) haben sich 22 Bewohner und 6 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Zwei der positiv getesteten Bewohner seien im Krankenhaus, teilte der Landkreis am Sonntagabend mit. Wie es zu dem Ausbruchsgeschehen kam, ist noch unklar, wie Landrat Klaus Peter Schellhaas und Rolf Theissen, Geschäftsführer der Seniorendienstleistungs gemeinnützige GmbH Gersprenz, die das Pflegeheim betreibt, mitteilten.

Am Mittwoch waren vier Bewohner und eine Mitarbeiterin positiv auf das Virus getestet worden - in der Folge wurden alle 42 Bewohner und 34 Mitarbeiter einem Test unterzogen.

Update, 9. November, 8.04 Uhr: Rotes Kreuz: Erste Hilfe kann auch während Corona geleistet werden

Rettungsdienste in Hessen haben dazu aufgerufen, auch während der Corona-Pandemie Erste Hilfe zu leisten. "In einer sehr großen Zahl der Fälle ist Hilfe ohne Infektionsrisiko möglich", sagte Günter Ohlig vom hessischen DRK-Landesverband. "Bei kleineren Verletzungen bedarf es nicht unbedingt Körperkontakt." Generell sei darauf zu achten, dass alle Beteiligten eine Maske trügen. Atemspenden könnten mit einem dünnem durchlässigen Tuch oder einem Stofftaschentuch durchgeführt werden.

Ansonsten gelte es schnell professionelle Hilfe zu rufen. "Der Gesetzgeber verlangt von niemanden, dass er sich in unmittelbare Gefahr begibt, um anderen zu helfen." Ist die Hilfsbereitschaft von Laien aus Angst vor einer Corona-Infektion möglicherweise zurückgegangen? Das sei denkbar, aber solche Fälle seien dem Verband nicht bekannt, sagte Ohlig.

Auch Michael Rößler vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat nichts dergleichen beobachtet.

Update, 7. November, 12.42 Uhr: Corona-Testreihe in Frankfurter Gefängnis beendet

Nach dem Coronavirus-Ausbruch in einem Frankfurter Gefängnis liegen nach Angaben des hessischen Justizministeriums sämtliche Testergebnisse vor.

Zu den bereits zuvor positiv getesteten 26 Gefangenen kamen ein weiterer bestätigter Fall sowie ein mutmaßlich positiver Fall hinzu, wie ein Ministeriumssprecher am Samstag mitteilte. "Alle weiteren etwa 110 Tests waren negativ." Auch die Ergebnisse von 104 Bediensteten lagen vor: Zu den hier bereits festgestellten Infektionen bei zwei Personen sei ein weiterer Fall hinzugekommen. "Alle weiteren Tests waren negativ", so der Sprecher.

Anfang der Woche waren in der Justizvollzugsanstalt 28 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden: 26 Gefangene und zwei Bedienstete. Daraufhin wurden laut Ministerium alle Gefangenen einer Station und sämtliche Bedienstete der Justizvollzugsanstalt getestet.

Update, 7. November, 12.26 Uhr: Hessens Innenminister Beuth in Corona-Quarantäne

Hessens Innenminister Peter Beuth (52, CDU) ist nach einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus in seinem persönlichen Umfeld in häuslicher Quarantäne.

Ein erster Corona-Test war nach Angaben des Ministeriums jedoch negativ. "Dem Innenminister geht es gut, bisher zeigen sich keine Symptome", teilte ein Sprecher am Samstag in Wiesbaden mit. Beuth führe seine Amtsgeschäfte von zuhause aus weiter.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will im Laufe der kommenden Woche seine häusliche Corona-Quarantäne verlassen und die Amtsgeschäfte in der Wiesbadener Staatskanzlei wieder aufnehmen.

Auch Regierungssprecher Michael Bußer ist nach Angaben vom Donnerstag noch in Quarantäne. Beide wurden negativ auf das Virus getestet.

Das Foto aus dem Juli zeigt Hessens Innenminister Peter Beuth (52, CDU).
Das Foto aus dem Juli zeigt Hessens Innenminister Peter Beuth (52, CDU).  © Arne Dedert/dpa

Update, 7. November, 9.30 Uhr: Eintracht-Manager Bobic will Zuschauer-Rückkehr in die Stadien

Zweiter Corona-Lockdown: Sportvorstand Fredi Bobic (49) vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt wünscht sich eine schnelle Rückkehr zu Spielen mit Zuschauern.

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Das Foto aus dem September 2019 zeigt Fredi Bobic (49), den Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.
Das Foto aus dem September 2019 zeigt Fredi Bobic (49), den Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 7. November, 7.55 Uhr: Mehr Schüler und Lehrer in Hessen in Corona-Quarantäne

Die tägliche Quote von Lehrern und Schülern in Hessen in Corona-Quarantäne ist mit den steigenden Infektionszahlen gewachsen. Zuletzt mussten rund drei Prozent der Schüler und knapp vier Prozent der Lehrer wegen behördlicher Anordnungen zu Hause bleiben (Stand: 4. November).

Beide Werte hätten noch bis zu den Herbstferien dauerhaft unter einem Prozent gelegen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden auf dpa-Anfrage. Sie seien erst nach dem starken Anstieg der Infektionszahlen in ganz Deutschland angewachsen.

Die Kommunen vor Ort entscheiden, wer alles nach einem positiven Test in der Schulgemeinschaft in Quarantäne muss. "Eine Übersicht der Maßnahmen durch die Gesundheitsämter haben wir nicht", erklärte der Ministeriumssprecher. In der Regel werde für einzelne Schüler, ganze Klassen oder Lerngruppen Quarantäne verhängt.

Dass eine ganze Schule geschlossen wird, ist dagegen eher selten: Zum Stichtag 3. November waren in Hessen insgesamt vier der 1795 Schulen wegen coronabedingter Quarantänevorgaben geschlossen.

Insgesamt waren es nach Ministeriumsangaben seit Schuljahresbeginn 29. "Wir hoffen, dass durch die neue Maskenpflicht im Unterricht weniger Kinder in Quarantäne geschickt werden", sagte der Sprecher.

Update, 6. November, 13.25 Uhr: Hessen lockert einige Beschränkungen

Das Land Hessen lockert an zwei Stellen die Corona-Beschränkungen für den Teil-Lockdown. Die betrifft Musik- und Kunstschulen sowie den Amateur-und Freizeitsport.

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Update, 6. November, 12.10 Uhr: Hessische Linke verschiebt Parteitag

Die Linke in Hessen verschiebt wegen der Corona-Pandemie ihren für den 20. und 21. November in Gießen geplanten Parteitag.

Das habe der Landesvorstand beschlossen, teilte die Linke am Freitag in Frankfurt mit. "Auf Grund der Infektionslage zeichnete sich immer deutlicher ab, dass ein Landesparteitag mit rund 250 Teilnehmenden nicht verantwortungsvoll durchführbar ist", erklärten die Landesvorsitzenden Petra Heimer und Jan Schalauske.

Über einen neuen Termin will der Landesvorstand am 14. November beraten.

Update, 6. November, 12.06 Uhr: Corona-Tests in Frankfurter Gefängnis meist negativ

Bei dem Coronavirus-Ausbruch in einer Frankfurter Justizvollzugsanstalt haben sich wohl nur wenige weitere Menschen angesteckt.

Am Freitag lagen laut Justizministerium 76 Testergebnisse von Gefangenen vor. Davon "ist einer positiv und einer mutmaßlich positiv, 74 sind negativ", berichtete ein Sprecher in Wiesbaden. Die Testerergebnisse von acht Bediensteten waren bereits am Donnerstag negativ.

Anfang der Woche waren 28 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden: 26 Gefangene und 2 Bedienstete. Insgesamt sollten danach 140 Personen getestet werden.

Update, 6. November, 5.50 Uhr: Tafeln erwarten deutlichen Spendenrückgang zum Jahresende

Die Tafeln in Hessen rechnen mit einer in den nächsten Wochen deutlich nachlassenden Spendenbereitschaft.

"Wir erwarten einen starken Rückgang im vierten Quartal", sagte Willi Schmid, Vorsitzender des Landesverbandes Tafel Hessen in Wetzlar. Bisher sei das Spendenjahr trotz oder gerade wegen Corona allerdings "sehr positiv" verlaufen. Unternehmen und Privatleute hätten deutlich mehr gespendet als im Vorjahresvergleich – sowohl Geld als auch Waren. Es sei aber zu befürchten, dass dabei teilweise Weihnachts-Spenden vorgezogen worden seien.

Die 57 Tafeln in Hessen verteilen 25.000 Tonnen Lebensmittel pro Jahr an Bedürftige. Sie unterstützen 100.000 Menschen mit Essen und Dingen des täglichen Bedarfs.

Die Hilfseinrichtungen finanzieren sich laut Schmid zu 80 Prozent über Spenden, 20 Prozent würden durch den symbolischen Beitrag eingenommen, den Tafelkunden entrichten.

Update, 5. November, 17.26 Uhr: Quarantäne für Flüchtlingseinrichtung größtenteils aufgehoben

Nach positiven Corona-Tests in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Büdingen steht nur noch ein Teil der Bewohner unter Quarantäne. Das betreffe acht infizierte Personen sowie knapp 100 Kontaktpersonen, teilte der Wetteraukreis am Donnerstag in Friedberg mit.

Für alle anderen sei die Maßnahme wieder aufgehoben worden. Ende Oktober war die Einrichtung mit 600 Bewohnern komplett unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor hatten Corona-Tests bei drei von ihnen angeschlagen.

Im Wetteraukreis sind in den vergangenen sieben Tagen 112,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden.

Update, 5. November, 16.51 Uhr: Basketball-Team aus Gießen muss in zweiwöchige Corona-Quarantäne

Basketball-Bundesligist Gießen 46ers muss nach einem positiven Corona-Test sein Team und die Trainer in eine zweiwöchige Quarantäne schicken. Dies teilte der hessische Club am Donnerstag mit, nachdem ein Spieler positiv auf das Virus getestet wurde. Geschäftsführer Michael Koch sagte: «Wir haben uns vorschriftsmäßig an alle vorgegebenen Abläufe gehalten, unser Team sofort in
häusliche Quarantäne gestellt und alle verantwortlichen Instanzen, wie das Gesundheitsamt und die easyCredit BBL unmittelbar informiert.» Man sei froh, dass der positiv getestete Spieler wohlauf sei und keinerlei Symptome zeige.

Bundesligist Gießen hätte an diesem Samstag (18 Uhr) gegen Syntainics Mitteldeutscher BC seine Saison eröffnet, die Partie wurde nun von der Basketball-Bundesliga (BBL) auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch das Spiel bei den Hamburg Towers am 15. November wird nicht wie geplant stattfinden können, wenn sich Gießen für zwei Wochen in Quarantäne befindet.

"Aufgrund der verordneten Quarantänedauer werden wir Lösungen entwickeln, wie wir die Jungs zuhause den Umständen entsprechend fit halten können, um dann hoffentlich spätestens am dritten Spieltag gegen Ulm auf dem Parkett stehen zu dürfen", sagte Koch. Die beiden Spieler Brandon Thomas und Tim Uhlemann sind von der Quarantäne nicht betroffen, weil sie in den letzten Trainingseinheiten pausierten.

Update, 5. November, 15.20 Uhr: Bouffier darf häusliche Quarantäne verlassen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird im Laufe der kommenden Woche seine häusliche Corona-Quarantäne verlassen und wieder die Amtsgeschäfte in der Wiesbadener Staatskanzlei aufnehmen. Das sagte Regierungssprecher Michael Bußer am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Quarantäne war nötig, weil zwei Personen in der Staatskanzlei positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Der Ministerpräsident selbst wurde negativ getestet. Regierungssprecher Bußer befindet sich ebenfalls noch in häuslicher Quarantäne. Auch er wurde negativ auf das Coronavirus getestet.

Update, 5. November, 15.16 Uhr: Keine weiteren Mitarbeiter im Gefängnis infiziert

Bei dem Coronavirus-Ausbruch in der Frankfurter Justizvollzugsanstalt haben sich zumindest keine weiteren Mitarbeiter angesteckt. Die Testergebnisse der Insassen lagen am Donnerstagnachmittag noch nicht vor, wie das Justizministerium in Wiesbaden berichtete.

Das Ergebnis von acht Bediensteten sei vorab übermittelt worden: alle seien negativ. Zuvor waren 28 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden: 26 Gefangene und 2 Bedienstete. Insgesamt sollten 140 Personen getestet werden.

Update, 5. November, 13.05 Uhr: Erste Kliniken in Hessen verschieben OPs wegen zweiter Corona-Welle

Zweite Corona-Welle: Erste Kliniken in Hessen verschieben Operationen (Symbolbild).
Zweite Corona-Welle: Erste Kliniken in Hessen verschieben Operationen (Symbolbild).  © 123RF/everythingpossible

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Hessen ist die Situation in den Kliniken zunehmend angespannt.

Die Kapazitäten seien momentan noch ausreichend, "aber die Krankenhäuser sehen, was auf sie zukommt", sagte der Geschäftsführende Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Prof. Steffen Gramminger, der Deutschen Presse-Agentur. So schlage sich die Welle mit zwölf bis 14 Tagen Verzögerung in den Kliniken nieder.

Erste Krankenhäuser in Hessen würden bereits planbare Operationen verschieben. "Mir sind einzelne Kliniken bekannt, die versuchen, sich dadurch etwas Luft zu verschaffen." Gramminger betonte, dass es ausschließlich um nicht dringende Eingriffe gehe, bei denen eine Verzögerung medizinisch vertretbar sei. "Schwerkranke werden selbstverständlich weiterhin behandelt."

Kürzlich hatte etwa das Sana Klinikum in Offenbach angekündigt, zeitlich nicht dringend notwendige Operationen und Behandlungen zu vertagen.

"Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, wir übernehmen aber damit Verantwortung für unser Versorgungsgebiet und auch für unsere Beschäftigten", erklärte Klinik-Geschäftsführer Sascha John.

Update, 5. November, 10.23 Uhr: Wohl nur sehr geringes Corona-Risiko bei Kita-Kindern

Bei kleinen Kita-Kindern besteht nach einer Studie der Universität Frankfurt wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko. 825 Kinder sowie 372 Mitarbeiterinnen in 50 Kitas waren für die Studie zwölf Wochen lang getestet worden.

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Update, 5. November, 9.12 Uhr: Lufthansa noch tiefer im Minus als gedacht

Flugzeuge der Fluggesellschaft Lufthansa stehen am Rand des Rollfeldes nebeneinander.
Flugzeuge der Fluggesellschaft Lufthansa stehen am Rand des Rollfeldes nebeneinander.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Der Geschäftsrückgang in der Corona-Krise und die Stilllegung vieler Flugzeuge hat der Lufthansa im Sommer einen noch höheren Milliardenverlust eingebrockt als gedacht. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Minus von fast zwei Milliarden Euro, wie der MDax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Während die Lufthansa im operativen Geschäft – wie bereits bekannt – einen Verlust (bereinigtes Ebit) von knapp 1,3 Milliarden Euro verzeichnete, zogen Abschreibungen auf stillgelegte Passagierjets und Finanzgeschäfte zur Absicherung der Treibstoffpreise das Nettoergebnis zusätzlich nach unten. Analysten hatten unter dem Strich im Schnitt mit einem Minus von rund 1,6 Milliarden Euro gerechnet.

Angesichts der schwachen Ticketnachfrage wegen der Corona-Pandemie will der Konzern im vierten Quartal weiterhin höchstens ein Viertel der Vorjahreskapazität anbieten. Der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr will den Mittelabfluss im operativen Geschäft im vierten Quartal auf 350 Millionen Euro begrenzen.

Im Laufe des nächsten Jahres soll der operative Mittelzufluss wieder ins Positive drehen. Dazu müsse sich die Pandemie aber so entwickeln, dass der Konzern sein Flugangebot wieder auf rund 50 Prozent des Vorkrisenniveaus hochfahren kann, hieß es.

Update, 4. November, 19.38 Uhr: 26 Menschen in Wiesbadener Altenheim mit Coronavirus infiziert

In einem Wiesbadener Altenpflegeheim haben sich 26 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, darunter 17 Bewohner sowie 9 Mitarbeiter. Alle Infektionen verliefen derzeit leicht, teilte der Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus am Mittwoch mit. Einige Bewohner zeigten leichte Erkältungssymptome, bei anderen verliefen die Infektionen symptomlos. Kein Bewohner habe ins Krankenhaus verlegt werden müssen.

Den Angaben zufolge hatten zunächst vier Bewohner der Einrichtung sowie eine Mitarbeiterin Erkältungssymptome gezeigt. Daraufhin seien Ende Oktober alle Bewohnerinnen sowie die infrage kommenden Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet worden. Bereits direkt nach Bekanntwerden des ersten Verdachts seien Maßnahmen im Rahmen eines Schutzkonzeptes zusätzlich zu den geltenden Hygienemaßnahmen ergriffen worden.

Derzeit gelte für die Einrichtung ein Besuchsverbot, positiv getestete Bewohner würden auf ihren Einzelzimmern versorgt und eine Quarantäne sei organisiert worden, hieß es.

Update, 4. November, 18.25 Uhr: Maskenpflicht bei "Querdenken"-Demonstration in Frankfurt

Die Teilnehmer der geplanten "Querdenken"-Demonstration am Donnerstag in Frankfurt sind vom Ordnungsamt zum Tragen von Masken verpflichtet worden. Die mit Allgemeinverfügung für den Frankfurter Innenstadtbereich geregelte Maskenpflicht müsse auch für die Teilnehmenden der Querdenken 69-Demonstration gelten, sagte Amtsleiterin Karin Müller am Mittwoch.

"Dies haben wir diesem Anmelder zur Auflage gemacht und es wird bis auf Weiteres auch allen anderen Versammlungen zur Auflage gemacht werden."

Die letzte Demonstration der Initiative hatte Ende Oktober für Aufsehen gesorgt, da die Behörde die Maskenpflicht bei der Einhaltung des Mindestabstands ausgesetzt hatte.

Viele der rund 600 Teilnehmer hatten keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. Die Veranstaltung war friedlich verlaufen.

Die Demonstration soll am Donnerstag stattfinden (Symbolfoto).
Die Demonstration soll am Donnerstag stattfinden (Symbolfoto).  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 4. November, 18.06 Uhr: Maskenpflicht in Wiesbadener Grundschulen

In Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden müssen Grundschüler wegen der Corona-Pandemie künftig auch im Unterricht eine Maske tragen. Dieser Beschluss gilt von Montag (9. November) an bis zunächst einschließlich dem 27. November, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Die Grundschulen würden in einem extra Schreiben noch über die Details und Hintergründe der Regelung informiert.

Update, 4. November, 15.95 Uhr: Bundespolizei ermahnt Hunderte Menschen

Bundespolizisten der Direktion Koblenz haben grenzüberschreitend die Einhaltung der Coronaregeln in Rheinland-Pfalz, Saarbrücken und Hessen kontrolliert. Dabei hätten die Beamten am Dienstag etwa 500 Personen dazu auffordern müssen, die bestehende Maskenpflicht einzuhalten. "Von den angesprochenen Personen zeigten sich nahezu alle einsichtig", schreibt die Bundespolizei in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Lediglich in vier Fällen hätten Beamte die Gesundheitsbehörden über Verstöße informieren müssen, so dass entsprechende Bußgeldverfahren gegen uneinsichtige Personen eingeleitet wurden. Wie ein Sprecher mitteilte, waren etwa 400 Beamte der Bundespolizei in Koblenz, Kaiserslautern in Trier und in Saarbrücken unterwegs.

In Frankfurt und in Kassel wurde ebenfalls kontrolliert. Dabei standen Züge, Bahnhöfe und die Grenzgebiete zum Ausland im Fokus.

Update, 4. November, 15.28 Uhr: Land und Kommunen einig über Verteilung von Corona-Milliardenhilfe

Wiesbaden - Die hessische Landesregierung und die Kommunen haben sich grundsätzlich über die Verteilung von 2,5 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Pandemie geeinigt.

Das Geld stammt aus dem Corona-Sondervermögen des Landes und soll an Städte, Kreise und Gemeinden gehen. Wie die Verteilung konkret aussehen soll - das wollen die Landesregierung und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände am Freitag in Wiesbaden bei einem Termin in der Staatskanzlei erläutern.

Aus dem Sondervermögen sind bereits 661 Millionen Euro für den Ausgleich von Gewerbesteuerausfällen an die Kommunen geflossen.

Update, 4. November, 14.11 Uhr: Corona-Virus in Frankfurter Gefängnis nachgewiesen

In einer Frankfurter Justizvollzugsanstalt sind mehrere Bedienstete und Insassen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Insgesamt gelte dies für 28 Personen, 26 Gefangene und zwei Bedienstete, wie das Justizministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Zunächst sei am Montag ein Gefangener der JVA Frankfurt IV wegen leichter Erkältungssymptome auf Corona getestet worden. Er befinde sich dort seit Ende September im geschlossenen Vollzug. Vorsorglich seien Gefangene und Bedienstete derselben Station getestet worden, die Ergebnisse stammten vom Dienstagabend.

Weitere stünden noch aus. Insgesamt sollen 140 Personen getestet werden. Schwere Symptome von Covid-19 seien bisher nicht festgestellt worden.

In einem Gefängnis in Frankfurt sind mehrere Bedienstete und Insassen positiv auf das Corona-Virus getestet worden (Symbolbild).
In einem Gefängnis in Frankfurt sind mehrere Bedienstete und Insassen positiv auf das Corona-Virus getestet worden (Symbolbild).  © dpa/Marcus Führer

Update, 4. November, 13.45 Uhr: Stadtkämmerer sieht Frankfurt stark von Corona-Pandemie betroffen

Der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) blickt mit Sorge auf die Folgen der Corona-Pandemie. "Die Stadt Frankfurt am Main mit ihren Gesellschaften und Betrieben ist enorm von den Folgen der Pandemie betroffen", erklärte Becker am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2019.

Der CDU-Politiker nannte den Flughafen, die Messe, den öffentlichen Nahverkehr, den Kulturbereich und die Kernverwaltung, die neben vielen weiteren Bereichen in der Stadt unter erheblichen Ertragseinbußen und zusätzlichen Kosten litten.

Das Jahr 2019 habe die Stadt mit einem Konzernjahresüberschuss von rund 235 Millionen Euro abgeschlossen, 46 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Wesentlich gehe das positive Ergebnis auf die städtischen Beteiligungen zurück, darunter der Flughafenbetreiber Fraport und die Messe.

Die Kernverwaltung kam auf ein Minus von rund 101 Millionen Euro. Die Finanzplanung sei schon vor Corona bis zum Jahr 2023 von jährlichen Defiziten in dreistelliger Millionenhöhe in dem Bereich ausgegangen, erklärte Becker. Die Pandemie werde dies nun noch verstärken.

Ähnliches gelte für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Die Stadt wolle in den kommenden Jahren vor allem in den Neubau und die Sanierung von Schulen und Kitas, den Verkehrssektor sowie den Wohnungsbau investieren.

Update, 4. November, 12.16 Uhr: Überlastung der Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Hessen droht

Die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Hessen ist so gefragt wie seit dem Frühjahr nicht mehr. In der vergangenen Woche wurde der höchste Stand an eingegangenen Anrufen seit sieben Monaten registriert, wie die Kassenärztliche Vereinigung am Mittwoch mitteilte.

Bei dem Großteil der insgesamt 41.000 Anrufe sei es um Anfragen zum Bereitschaftsdienst sowie Corona gegangen, teilte die KV mit und warnte vor einer Überlastung: Zwar sei die Erreichbarkeit mit 85 Prozent noch immer sehr hoch, doch angesichts steigender Anrufer-Zahlen sei eine Verschlechterung eine Frage der Zeit, hieß es.

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst sei für Fragen hinsichtlich der Pandemie ausschließlich dafür da, "Patienten zu beraten und nach vordefinierten Fragen zu ermitteln, ob und wo ein Test durchgeführt werden sollte", heißt es in der Mitteilung.

So könnten die Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes beispielsweise keine Corona-Testergebnisse weitergeben.

Update, 4. November, 12.13 Uhr: Fußball-Regionalliga Südwest setzt Spiele bis Ende November ab

Die Fußball-Regionalliga Südwest hatte alle Spiele bis Ende November abgesetzt (Symbolbild).
Die Fußball-Regionalliga Südwest hatte alle Spiele bis Ende November abgesetzt (Symbolbild).  © 123RF/Thanarak Worakandecha

Die Fußball-Regionalliga Südwest hat sämtliche bis zum 30. November angesetzten Spiele abgesetzt. Außerdem werde der Spielbetrieb ab dem 1. Dezember nur dann wieder aufgenommen, wenn in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ab spätestens 17. November ein Mannschaftstraining unter Wettkampfbedingungen zulässig ist, teilte die Liga am Mittwoch mit.

In Baden-Württemberg und Hessen ist den Regionalliga-Teams gemäß der jeweiligen Corona-Verordnungen ihres Landes der Trainings- und Wettkampfbetrieb im November weiterhin gestattet. Im Saarland können die Clubs in begründeten Einzelfällen ausnahmsweise die Erlaubnis zum Betrieb und zur Nutzung von Sportstätten durch die zuständige Ortspolizeibehörde erhalten. In Rheinland-Pfalz hingegen ist der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Amateur- und Freizeitsport in Mannschaftssportarten in diesem Monat untersagt.

Nach dem von der Politik verhängten Teil-Lockdown hatte die Liga zunächst nur den für Dienstag und diesen Mittwoch geplanten 13. Spieltag abgesagt und eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen für diese Woche angekündigt.

Die Kickers Offenbach hatten sich zuvor vehement für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen, weil sie ihre Fußballer als Berufssportler sehen. "Wir werden das in Ruhe auswerten. Faktisch ist es die negativste Entscheidung, die getroffen werden konnte", sagte OFC-Präsident Joachim Wagner der Deutschen Presse-Agentur.

"Das ist für die ganze Regionalliga ein Horrorszenario und eine Entscheidung, die keinerlei Planungssicherheit gibt." Wagner verwies auf die wirtschaftlichen Konsequenzen und auf den immer engeren Spielplan, da im Winter ohnehin Spielausfälle zu erwarten seien.

Update, 3. November, 19.47 Uhr: Landesregierung schließt Sportanlagen wegen Corona

Alle Einrichtungen des Freizeit- und Breitensportbetriebs müssen ab Donnerstag (5. November) in Hessen wegen der Corona-Pandemie schließen. Das habe die Landesregierung nach Beratungen mit den Kommunalen Spitzenverbänden entschieden, teilte das hessische Innenministerium am Dienstag mit.

Dies gelte für überdachte Sportanlagen wie Hallen oder Schießstände sowie für Anlagen im Freien. Allerdings war seit Montag sowieso der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme der Sportausübung allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand in Sportanlagen verboten.

Sport als Individualsport im öffentlichen Raum wie Joggen, Radfahren oder Wandern ist nach der neuen Regelung weiter möglich. Auch Reiten, Rudern oder etwa Segeln sei erlaubt. Die Entnahme von Sportgeräten aus Sportanlagen sei zu diesem Zweck gestattet.

Der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports sowie der Schulsport bleiben laut Ministerium ebenso erlaubt, sofern ein Hygienekonzept vorliege. Dies umfasse nicht nur Berufssport, sondern auch den Nachwuchsleistungssport, der weiterhin den Trainings- und Wettkampfbetrieb fortsetzen dürfe.

Update, 3. November, 19 Uhr: Virologin: Nur Risikogruppen zu schützen nicht machbar

Nur Risikogruppen vor dem Coronavirus zu schützen, ist aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek weder möglich noch machbar. Das Robert Koch-Institut liste Vorerkrankungen auf, die ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf haben. Lege man diese Liste zugrunde, seien das 21,9 Millionen Menschen, sagte Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" am Dienstag. Über ein Viertel der Deutschen hatte demnach mindestens eine der berücksichtigten Vorerkrankungen und somit ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf.

"Wenn man sich jetzt mal überlegt was das bedeutet: 21,9 Millionen Menschen sollen geschützt werden vor den restlichen 60 Millionen, dann glaube ich merkt man, wie irrsinnig und wie schwierig das ist." Zur Risikogruppe gehörten nicht nur alte Menschen im Pflegeheim, "das ist einfach nicht der Fall".

Ein Drittel - 7,3 Millionen Menschen - dieser knapp 22 Millionen seien unter 60 Jahre. Die Strategie, nur die Risikogruppen zu schützen, hält Ciesek daher für nicht durchdacht: "Wie das gehen soll, das stelle ich mir extrem schwierig vor."

Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt wechselt sich mit dem Berliner Virologen Christian Drosten wochenweise ab.

Update, 3. November, 18.30 Uhr: Ältestenrat beschließt Maskenpflicht im Landtag

Im hessischen Landtag müssen die Abgeordneten künftig wegen der Corona-Pandemie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ab Montag (9. November) gelte eine entsprechende Maskenpflicht im gesamten Gebäude und damit auch im Plenarsaal sowie dort am Sitzplatz, erklärte Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) am Dienstag nach einer Sitzung des Ältestenrats in Wiesbaden, und: "Der Hessische Landtag kann es sich nicht aussuchen, ob er tagt oder nicht". Deswegen müsse es oberstes Ziel sein, die Funktion und die Handlungsfähigkeit der Ersten Gewalt zu gewährleisten.

Der Ältestenrat beschloss unter anderem auch Abstandsregelungen im Plenarsaal sowie das Angebot freiwilliger Corona-Schnelltests vor Ausschuss- und Plenarsitzungen. "Ich halte diese Bausteine für besonders wichtig, um Infektionsketten zu verhindern und die Funktionsfähigkeit des Parlaments zu sichern", sagte Rhein.

Auslöser für die Maskenpflicht war die AfD-Fraktion. Deren Mitglieder waren bei einer Sondersitzung des Parlaments ohne Masken erschienen - es gab allerdings auch keine Pflicht, nur eine Empfehlung.

Update, 3. November, 16.44 Uhr: Hessen bereitet Impfungen gegen Corona-Virus vor

Hessen bereitet sich auf den Start der Corona-Impfungen vor. Das Corona-Kabinett der Landesregierung habe beschlossen, eine Task Force einzurichten, die sich um die Planung und Steuerung der Impfungen gegen das Virus kümmern soll, teilten Sozialminister Kai Klose (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in Wiesbaden mit. Zur Vorbereitung der großangelegten Impfaktion im Land sollen 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereitgestellt werden.

Noch gebe es keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus, teilten die beiden Minister mit. Die Bundesregierung habe aber einen Impfstoff in den nächsten Wochen in Aussicht gestellt. "Wir bereiten uns schon jetzt so gut wie möglich darauf vor, damit die nötigen Prozesse dann möglichst reibungslos und zügig erfolgen können." Grundlage der Impfungen sei die nationale Impfstrategie, die derzeit von der Bundesregierung konzipiert werde.

Der Haushaltsausschuss des Landtags werde an diesem Mittwoch über die Bereitstellung der entsprechenden Mittel beraten, erklärten Klose und Beuth. Das Geld soll demnach vor allem für den Kauf von Spritzen, Kanülen, Tupfern und Desinfektionsmitteln sowie die aufwendige Impflogistik bereitstehen. Dabei gehe es etwa um die Lagerung, Kühlung und die Konfektionierung der Impfstoffe sowie deren Verteilung. Mit der Beschaffung der notwendigen Materialien habe die Landesregierung bereits begonnen. Die Beschaffung und Bezahlung des Impfstoffs übernehme der Bund.

Da nicht für alle Bürger in Hessen sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen wird, muss nach Angaben der Minister schrittweise vorgegangen werden. Dabei orientiere sich die hessische Landesregierung an den Empfehlungen, die der Bund derzeit erarbeitet. Über die konkreten Abläufe, wann ein zugelassener Impfstoff wie gelagert und transportiert wird und über welche Stellen die Impfungen stattfinden werden, liefen derzeit die Abstimmungen in der Gesundheitsministerkonferenz zwischen Bund und Ländern.

Update, 3. November, 16.03 Uhr: Auch Darmstadt sagt Weihnachtsmarkt ab

Auch der Weihnachtsmarkt in Darmstadt ist für dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und bis zuletzt geprüft, ob es Möglichkeiten zur Durchführung gibt", sagte der Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Dies sei jedoch nicht realistisch und verantwortbar.

Für eine Adventsstimmung in der Stadt sollen unter anderem Weihnachtsbeleuchtung und -bäume sorgen. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen wurden bereits reihenweise Weihnachtsmärkte abgesagt, darunter in Wiesbaden, Kassel und Frankfurt.

Update, 3. November, 15.22 Uhr: Landessportbund Hessen enttäuscht - "Nicht wieder hinter Bordellen"

Der Landessportbund Hessen ist über das Sportverbot im Zuge des Teil-Lockdowns "enttäuscht". Dies äußerte Präsident Rolf Müller am Dienstag in einer Mitteilung. Man werde der gesellschaftspolitischen Verantwortung zwar weiter nachkommen. "Das Verbot jeglichen Sportbetriebs auf den Sportanlagen trifft den Vereinssport aber sehr hart", fügte Müller an. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist Freizeit- und Amateursport bis Ende November nicht gestattet. Ausnahmen werden in manchen Bundesländern höchstens beim Individualsport gemacht, Mannschaftsspiele und Training sind bis 30. November bundesweit untersagt.

In Hessen ist "nunmehr jeglicher Betrieb von öffentlichen und privaten Sportanlagen für den Freizeit- und Amateurbereich untersagt", wie der LSB mitteilte. Man habe sich eine differenziertere Vorgehensweise gewünscht, sagte Präsident Müller, der auf andere Bundesländer und deren Ausnahmen verwies. "Auf dieser Grundlage hätten unsere Verbände sportartspezifische Empfehlungen aussprechen können. Das hatte sich schon im Frühjahr bewährt."

Dass der Vereinssport in den vergangenen Tagen von der Politik als "Freizeitgestaltung" bezeichnet wurde, ärgert den Landessportbund und seinen Chef. Man wünsche sich "mehr Wertschätzung" in den politischen Debatten. Wie es ab 1. Dezember weitergeht, ist derzeit noch offen. "Die Einordnung des Sports in den politischen Beschlüssen hinter den Spielhöllen und Bordellen sollte sich nicht wiederholen", mahnte Müller.

Update, 3. November, 14.59 Uhr: Nach Woidkes Corona-Infektion: Lufthansa-Chef Spohr lässt sich testen

Auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr (53) lässt sich nach Bekanntwerden einer Corona-Infektion von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf das Virus testen. Die beiden hatten zusammen mit weiteren Personen an der Eröffnung des neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER am vergangenen Samstag teilgenommen.

Spohr habe eine für diesen Dienstag geplante Reise nach Berlin abgesagt und werde sich umgehend testen lassen, erklärte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt auf Anfrage. Bei der Veranstaltung seien die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten worden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht laut einer Sprecherin in Quarantäne. Ein Schnelltest bei Scheuer sei negativ gewesen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) - ebenfalls bei der Eröffnung anwesend - verließ am Dienstag die laufende Senatssitzung.

Er wollte sich nach Angaben aus Senatskreisen auf das Coronavirus testen lassen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will sich ebenfalls testen lassen. Bis zum Ergebnis werde er sich in Quarantäne begeben, sagte Lütke Daldrup.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (53) bei der Eröffnung des Berliner Flughafens BER.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr (53) bei der Eröffnung des Berliner Flughafens BER.  © Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

Update, 2. November, 14.45 Uhr: Bereits drei Eilverfahren gegen Teil-Lockdown vor Gerichtshof

In Hessen wehren sich die ersten Betriebe gegen ihre erneuten Schließungen durch den Teil-Lockdown in der Corona-Pandemie. "Im Zusammenhang mit dem heute beginnenden 'Zweiten Lockdown' sind bereits drei infektionsschutzrechtliche Normenkontroll-Eilverfahren beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingegangen", sagte ein Gerichtssprecher am Montag.

Geklagt haben die Betreiber eines Tattoo-Studios, eines Yoga-Studios und einer Musikschule. Wann Hessens oberstes Verwaltungsgericht darüber entscheidet, blieb unklar. Erst müsse man die jeweils übrigen Beteiligten wie Behörden anhören.

Deren Stellungnahmen wiederum gehen dann den Klägern zu. Der Verwaltungsgerichtshof rechnet damit, dass in den nächsten Tagen und Wochen zahlreiche weitere Eilverfahren gegen Corona-Verordnungen bei ihm eingehen. Bei Verfahren zur Überprüfung von Rechtsnormen wie einer Verordnung des Landes ist er direkt zuständig.

Update, 2. November, 13.58 Uhr: Minister Al-Wazir und Dorn sehen keine Alternativen zu Teil-Lockdown

Mit Ketten und einem Schloss sind die Stühle der Außengastronomie eines Restaurants nahe der Frankfurter Fressgass gesichert.
Mit Ketten und einem Schloss sind die Stühle der Außengastronomie eines Restaurants nahe der Frankfurter Fressgass gesichert.  © Arne Dedert/dpa

In einer gemeinsamen Mitteilung haben Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) den Teil-Lockdown begründet.

"Die Infektionszahlen steigen seit Wochen an. Wir haben diesen Trend bis heute nicht stoppen können", erklärten sie am Montag. Das lasse nur einen Schluss zu: Man müsse die Kontakte wieder massiv reduzieren. Es gebe keinen anderen Weg, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Beide betonten, dass trotz der seit Montag geltenden Schließung von Restaurants, Fitnessstudios, Kinos, Theatern und Museen die dort erarbeiteten Hygienekonzepte nicht vergeblich seien. Sie würden dringend benötigt, wenn diese Bereiche wieder öffnen könnten.

"Jetzt geht es darum, Hilfen auf die Beine zu stellen, die bei denen ankommen, die sie am meisten brauchen", heißt es in der Erklärung.

Die Bundesregierung habe finanzielle Hilfen für betroffene Betriebe und auch für Soloselbstständige angekündigt, die deutlich weitreichender seien als im März. Die hessische Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass der Ankündigung rasch konkrete Taten folgten.

Update, 31. Oktober, 13.54 Uhr: Al-Wazir ruft eindringlich zum Einhalten der Corona-Regeln auf

Hessens Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) hat eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die neuen verschärften Corona-Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus einzuhalten. "Die Corona-Pandemie ist nicht nur noch da, sie hat sich mit voller Wucht sehr gefährlich weiterentwickelt", sagte Al-Wazir am Samstag in einer Sondersitzung des hessischen Landtags in Wiesbaden. "Die Lage ist in Deutschland und auch in Hessen ernst und wir müssen alles tun, um eine nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden."

Die hessische Landesregierung müsse wegen der rasant steigenden Infektionszahlen jetzt mit den verschärften Vorgaben handeln, damit es nicht später zu noch schwierigeren und entscheidenderen Maßnahmen komme, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung. "Uns ist bewusst, dass man auf Dauer ein Land nicht mit Vorschriften und Ordnungsbehörden führen und die Gesellschaft zusammenhalten kann." Dies könne nur gelingen, wenn die Menschen die getroffenen Maßnahmen akzeptierten und auch aus ihrer eigenen Überzeugung befolgten.

In Hessen wie auch in den anderen Bundesländern gelten von diesem Montag (2.11.) an neue Corona-Regeln für zunächst einen Monat. Dazu zählen deutliche Kontaktbeschränkungen für die Bevölkerung in der Öffentlichkeit und eine weitgehende Schließung von Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern oder Konzerthäuser. Auch Restaurants müssen schließen und dürfen nur noch Speisen liefern oder zum Abholen anbieten. Einzelhandel, Schulen und Kitas sollen grundsätzlich geöffnet bleiben.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) war kurzfristig für die Regierungserklärung ausgefallen: Nachdem zwei Personen in der Staatskanzlei positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, muss Bouffier die nächsten Tage in häuslicher Quarantäne verbringen. "Ministerpräsident Bouffier selbst ist negativ getestet, und es geht ihm gut", erklärte Regierungssprecher Michael Bußer kurz vor der Landtagssitzung. Bouffier werde die Amtsgeschäfte in der Quarantäne weiterführen. Eine der positiv getesteten Personen arbeite in Bouffiers direktem Umfeld.

Al-Wazir sagte in seiner Rede im Parlament, dass dieser das erste Mal in knapp 40 Jahren eine Landtagsdebatte nicht vor Ort, sondern vor dem Bildschirm verfolgen werde.

Update, 31. Oktober, 11 Uhr: Bouffier in Quarantäne, Test negativ

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird die nächsten Tage in häuslicher Quarantäne verbringen, nachdem zwei Personen in der Staatskanzlei positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. "Ministerpräsident Bouffier selbst ist negativ getestet, und es geht ihm gut", erklärte Regierungssprecher Michael Bußer am Samstag. Bouffier werde die Amtsgeschäfte in der Quarantäne weiterführen. Eine der positiv getesteten Personen arbeite in Bouffiers direktem Umfeld.

Die für den (heutigen) Samstag vorgesehene Regierungserklärung des Ministerpräsidenten in der Sondersitzung des Hessischen Landtags wird vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Tarek Al-Wazir (Grüne) vorgetragen. Regierungssprecher Bußer ist den Angaben zufolge ebenfalls in Quarantäne, aber gleichfalls negativ getestet.

Auch er führt die Amtsgeschäfte weiter.

Update, 30. Oktober, 20.54 Uhr: Mehr als 60 Corona-Fälle in Frankfurter Altenpflegeheim

In einer Frankfurter Altenpflegeeinrichtung sind 46 Bewohner und 22 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Acht der Senioren seien wegen Symptomen ins Krankenhaus gekommen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt. Ein infizierter Bewohner mit Vorerkrankungen sei mittlerweile gestorben.

Nach Angaben des Awo-Sprechers wurden die betroffenen Bewohner in der Einrichtung isoliert. Für die positiv getesteten Mitarbeiter sei Quarantäne angeordnet worden. Besuche in der Einrichtung seien derzeit nicht gestattet.

Die Einrichtung werde engmaschig durch den internen Krisenstab sowie die zuständigen Behörden begleitet, teilte die Awo weiter mit.

Update, 30. Oktober, 20.02 Uhr: Wiesbaden und Kassel sagen Weihnachtsmärkte ab

Der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt und der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt fallen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr aus.

"Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Aber unter den gegebenen Umständen ist es nicht möglich und verantwortbar, den Sternschnuppenmarkt durchzuführen", teilte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) am Freitag mit.

Um zumindest für eine gewisse vorweihnachtliche Stimmung in der Landeshauptstadt zu sorgen, sollen dennoch der Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz und die Weihnachtskrippe wie geplant aufgebaut werden.

In Kassel sagte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD): "Wir haben lange abgewogen, ob der Weihnachtsmarkt in einem anderen Format möglich wäre. Aber angesichts der momentanen Situation müssen zusätzliche soziale Kontakte und Begegnungen möglichst geringgehalten werden."

Ursprünglich sollte der Weihnachtsmarkt am 23. November losgehen, der Start des Sternschnuppenmarktes war am 24. November vorgesehen. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt in Hessens größter Stadt Frankfurt war bereits am vergangenen Wochenende abgesagt worden.

Update, 30. Oktober, 15.46: Biontech erwartet bald erste Ergebnisse zur Wirksamkeit von Impfstoff

Biontech-Chef Ugur Sahin gibt sich verhakten optimistisch.
Biontech-Chef Ugur Sahin gibt sich verhakten optimistisch.  © dpa/Biontech/Dominik Pietsch

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech rechnet nach eigenen Angaben mit ersten aussagekräftigen Ergebnissen bei den laufenden Wirksamkeitstests seines Corona-Impfstoffkandidaten in den nächsten Tagen.

"Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir den ersten sogenannten Readout haben, wo wir sehen, ob der Impfstoff in der Lage ist zu schützen", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin in einem Interview der Zeitungen der VRM (Mainz).

"Bis Mitte November werden wir nicht nur Aktivitäts-, sondern auch Verträglichkeitsdaten haben", sagte er in dem am Donnerstag geführten Gespräch. Sollten diese Daten positiv ausfallen, würden die Unterlagen bis Mitte November bei der US-Zulassungsbehörde FDA eingereicht.

Zudem stehe Biontech bereits mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in einem sogenannten rollierenden Verfahren. "Das bedeutet, wir reichen, immer wenn wir neue Daten haben, bei der Behörde die Daten ein, so dass sie in Echtzeit überprüft werden können."

Diese Behörden könnten dann basierend auf diesen Ergebnissen über eine Notfallzulassung entscheiden. "Wenn die Genehmigung stattfindet, ist die nächste Frage: Können wir prinzipiell Impfstoff liefern?", erläuterte Sahin die weiteren Schritte.

"Wir haben schon angefangen, Impfstoff zu produzieren. Der lagert bei uns, ist in den Qualitätskontrollen und noch nicht freigegeben." Diese Freigabe würde nur dann erfolgen, wenn eine Genehmigung vorliege. "Diese Schritte können prinzipiell noch dieses Jahr erfolgen."

Update, 30. Oktober, 14.34 Uhr: Universitäten verlegen Lehrveranstaltungen erneut ins Interne

Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Präsenzveranstaltungen für ihre Studenten auf ein Mindestmaß zurückgefahren. "Wir werden die Lehre in den kommenden Wochen erneut nach der Devise 'maximal digital' gestalten müssen", teilte die Hochschule am Freitag mit.

Präsenzlehrveranstaltungen werde es im beginnenden Wintersemester nur dort geben, wo sie zwingend erforderlich seien.

"Gerade wir als Universität müssen unseren Beitrag dazu leisten, soziale Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden, um dazu beizutragen, dass die Infektionszahlen wieder sinken", begründete die Universität die Entscheidung.

Auch andere hessische Hochschulen und Universitäten kündigten an, wegen der Pandemie ihren Lehrbetrieb hauptsächlich digital durchzuführen. Die Technische Universität (TU) Darmstadt entschied am Freitag nach einer Sitzung ihres Krisenstabs, von Montag (2. November) an Vorlesungen, Seminare und mündliche Prüfungen zunächst ausschließlich über das Internet anzubieten. Die Gebäude werden geschlossen.

Selbst Studenten erhalten nur noch in Begleitung eines Betreuers Zutritt. Die Goethe-Universität in Frankfurt hatte sich bereits zuvor für ein "Hybridsemester" entschieden. Auf dem Campus Westend muss auch im Freien eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Update, 30. Oktober, 12.35 Uhr: Geldstrafen wegen Betrugs mit Corona-Soforthilfen

Weil sie zu Unrecht finanzielle Corona-Soforthilfen vom Land Hessen kassiert haben, sind zwei Kleinunternehmer vom Amtsgericht Bad Homburg zu Geldstrafen verurteilt worden.

Wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag in Frankfurt mitteilte, müssen die 60 und 38 Jahre alten Geschäftsleute 900 Euro (60 Tagessätze) beziehungsweise 1350 Euro (90 Tagessätze) zahlen.

Der 60-Jährige hatte demnach im April nach der hessischen Richtlinie für Soforthilfe zunächst 5000 Euro erhalten und nur zwei Wochen später erneut diesen Betrag beantragt und ausgezahlt bekommen.

Der 38 Jahre alte Hausmeister habe durch diese "Doppelbeantragung" 10.000 Euro zu Unrecht erlangt. Während dieser die Strafe akzeptierte, habe der 60-Jährige Einspruch gegen den gerichtlichen Strafbefehl eingelegt, sagte Niesen.

Die zu Unrecht ausgezahlten Gelder seien vom Gericht eingezogen worden.

Update, 30. Oktober, 7.40 Uhr: Keine weiteren Corona-Testzentren in Hessen?

Trotz des schnellen Anstiegs bei den Corona-Neuinfektionen ist in Hessen bisher keine Entscheidung über einen Ausbau der Testzentren gefallen. "Natürlich beschäftigen wir uns mit Überlegungen, wie wir auf die steigende Zahl von Tests reagieren können", sagte Karl Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen. Er verwies dabei aber auch auf Probleme bei der Eröffnung neuer Corona-Testzentren.

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Update, 30. Oktober, 6 Uhr: Schuldnerberatungen in Hessen sorgen sich um die Mittelschicht

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen nach Ansicht der Schuldnerberatungen in Hessen immer mehr die Mittelschicht.

"Es kommen vermehrt Menschen, die bislang ein gesichertes Einkommen hatten und jetzt in die Verschuldung abzurutschen drohen, weil etwa das Kurzarbeitergeld nicht ausreicht", sagte Stefan Gillich von der Diakonie in Hessen. "Das ist ein ganz neues Klientel."

Auch Inhaber von Kleinstbetrieben und Soloselbstständige seien stark betroffen, zudem Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen. Den Trend bestätigten die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung Hessen (LAG-SB) sowie der Caritas-Verband.

Update, 29. Oktober, 21.05 Uhr: Hessischer Fußball-Verband setzt Spielbetrieb ab sofort aus

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) setzt seinen Spielbetrieb nach der Verkündung eines Teil-Lockdowns ab kommendem Montag mit sofortiger Wirkung aus.

Diese vorübergehende Maßnahme beschloss der Verbandsvorstand am Donnerstagabend bei einer Videokonferenz, wie der HFV im Anschluss mitteilte. An diesem Wochenende wird also bereits nicht mehr gespielt, obwohl dies rechtlich noch möglich wäre.

Präsident Stefan Reuß sagte zu dem Schritt: "Im Mittelpunkt unseres Handelns steht nach wie vor die Gesundheit unserer Mitglieder. Aufgrund des erneut massiven Anstieges der Infektionslage im Zusammenhang mit dem Coronavirus begrüßt der HFV eine zeitweise Aussetzung des Spielbetriebes für Aktive und Vereine und hält sich selbstverständlich strikt an sämtliche behördliche Vorgaben."

Dies betreffe sämtliche Spielklassen und Pokalwettbewerbe der Herren, Frauen und Jugend auf Sportplätzen im Freien sowie sämtliche Wettbewerbe in der Halle. Auch Freundschaftsspiele dürfen nicht mehr absolviert werden.

Update, 29. Oktober, 20.13 Uhr: Frankfurt hebt nach Urteil Sperrstunde auf

Die Stadt Frankfurt hat nach einem Urteil die Sperrstunde aufgehoben. Die Allgemeinverfügung sei entsprechend geändert worden, sagte ein Sprecher von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Donnerstagabend.

Allerdings gilt dies nur bis einschließlich Sonntag, weil von Montag an das bundesweit alle Gaststätten schließen müssen. Ein Wirt hatte vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel gegen die Sperrstunde geklagt und Recht bekommen.

Das Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr gilt auch weiterhin für das gesamte Stadtgebiet. Die Maskenpflicht wurde zudem für weite Teile der Innenstadt verlängert.

Der Verwaltungsstab beschloss, die entsprechende und bis Ende Oktober gültige Allgemeinverfügung zunächst bis Mitte November zu verlängern, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Die schärferen Regeln gelten auch dann noch, wenn in Hessen die von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen in Kraft treten.

Update, 29. Oktober, 17.31 Uhr: Hessens Corona-Kabinett beschließt Teil-Lockdown

Das hessische Corona-Kabinett hat die von Bund und Ländern vereinbarten Schritte über einen Teil-Lockdown ab kommenden Montag beschlossen. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die neuen, deutlich strengeren Regeln sollen zunächst für den gesamten November gelten.

Bund und Länder hatten sich am Vortag wegen der massiv steigenden Corona-Infektionszahlen unter anderem auf deutliche Kontaktbeschränkungen für die Bevölkerung in der Öffentlichkeit und eine weitgehende Schließung von Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern oder Konzerthäuser verständigt.

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist in Hessen ab 2. November nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet, höchstens jedoch mit zehn Personen. Private Veranstaltungen außerhalb der eigenen Wohnung sind untersagt. Ab der Klasse 5 gilt an hessischen Schulen künftig eine Maskenpflicht auch im Unterricht.

Auch Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Schulen und Kindergärten sollen dagegen ebenso wie der Einzelhandel geöffnet bleiben.

Update, 29. Oktober, 12.56 Uhr: Stadt und Landkreis Darmstadt führen Maskenpflicht im Unterricht ein

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg und in der Stadt Darmstadt müssen Lehrer und Schüler von Samstag an im Unterricht Schutzmasken tragen. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind nach Angaben des Landkreises lediglich Grundschüler. Mit der bis zum 12. November befristeten Verfügung soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

"Es ist unsere Aufgabe, hier deeskalierend zu wirken, den größtmöglichen Infektionsschutz sicherzustellen und dabei gleichzeitig den Schulbetrieb unbedingt aufrecht zu erhalten", teilten Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) und Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) am Donnerstag mit.

Der sogenannte "Eingeschränkte Regelbetrieb" sieht zudem unter anderem vor, dass in der Regel nur noch in festen Klassenverbänden unterrichtet wird. Schulveranstaltungen müssen abgesagt werden. Beim Sport dürfen sich Schüler nicht gegenseitig berühren. In der Sekundarstufe I muss der Sportunterricht zudem im Freien stattfinden.

Update, 29. Oktober, 12.23 Uhr: Lehrer, Eltern und Schüler in Hessen fordern Unterricht in kleineren Gruppen

Lehrer, Eltern und Schüler in Hessen fordern angesichts steigender Corona-Infektionszahlen einen Unterricht in kleineren Gruppen. Um flächendeckende Schließungen zu verhindern, müssten die Schulen zu einem Wechselmodell zwischen Präsenzunterricht und Distanzunterricht übergehen, heißt es in einem gemeinsamen offenen Brief an die Landesregierung, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Hierfür hätten die Schulen bereits im Frühjahr Konzepte entwickelt, die weiter ausgebaut werden sollten.

Der Brief wurde unterzeichnet vom Landesschulsprecher, dem Landeselternbeirat, dem Grundschulverband sowie von der Lehrer-Gewerkschaft GEW. Die Interessenvertreter fordern außerdem mehr Personal an den Schulen. Dafür sollten 150 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen des Landes fließen.

Der hessische Elternbund schlägt vor, die Lehrpläne zu kürzen. "Viele Kinder haben durch die Schulschließungen in den Monaten April bis Juni erhebliche Wissenslücken, die erst einmal nachgearbeitet werden müssten", teilte der Vorsitzende Klaus Wilmes-Groebel mit.

Die Corona-Hygienevorgaben verzögerten außerdem den Tagesablauf: "Gründliches Händewaschen mit 25 Grundschulkindern an einem oder zwei Waschbecken im Klassenraum dauert 20 Minuten, immer wieder 5 bis 10 Minuten Lüften kostet Zeit und geht unseren Kindern an Unterricht verloren."

"Weil es kein normales Schuljahr ist, darf es auch keine normalen Halbjahreszeugnisse geben", erklärte Wilmes-Groebel und forderte stattdessen individuelle Lernentwicklungsberichte und Förderpläne.

Update, 29. Oktober, 6.45 Uhr: Virologe mahnt Verhaltensänderung der Menschen an

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hält die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie (TAG24 berichtete) für sinnvoll, um die zweite Welle zu brechen – aber nur dann, wenn sich nach dem "Lockdown Light" das Verhalten der Menschen ändert. Der Wissenschaftler sagte wörtlich: "Die Menschen sind zu leichtsinnig geworden."

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Update, 29. Oktober, 5.42 Uhr: Corona-Kabinett beschließt neue Regeln zum Schutz vor Ansteckung

Das Corona-Kabinett der schwarz-grünen Landesregierung von Hessen wird an diesem Donnerstag die neuen Vorgaben zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2 festzurren. Bei dem Treffen in Wiesbaden geht es darum, die in der Bund-Länder-Schalte beschlossenen Maßnahmen mit einer Verordnung für Hessen zu fixieren.

Es wird erwartet, dass Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Anschluss die geplanten Einschränkungen für die hessische Bevölkerung zum Gesundheitsschutz im Detail vorstellt und erklärt. Die Maßnahmen sollen vom kommenden Montag (2.11.) an gelten.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch wegen der massiv steigenden Corona-Infektionszahlen auf erneute drastische Beschränkungen des öffentlichen Lebens verständigt.

Update, 28. Oktober, 16.14 Uhr: Geplante Schließungen im Gastgewerbe laut Dehoga "unverhältnismäßig"

Leere Tische und Stühle vor einem Lokal am Frankfurter Römer. (Archivbild)
Leere Tische und Stühle vor einem Lokal am Frankfurter Römer. (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Der Branchenverband Dehoga Hessen hält die wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus diskutierte neuerliche Schließung gastronomischer Betriebe nicht für gerechtfertigt.

"Dass der Schutz der Gesundheit an erster Stelle steht, ist auch aus Sicht des Dehoga Hessen unbestritten", erklärte der Verband am Mittwoch in Wiesbaden. Allerdings halte man neuerliche Schließungen für das Gastgewerbe für unverhältnismäßig.

"Es gibt keine belegbaren Zahlen, dass unsere Betriebe für ein besonders hohes Infektionsgeschehen verantwortlich sind", so der Verband - im Gegenteil: die Gastronomen und Hoteliers hätten in den vergangenen Monaten Geld und Mühe in aufwendige Hygienekonzepte und Luftfilteranlagen gesteckt.

In den Hotelzimmern seien, bis auf den engsten Familienkreis, in der Regel kaum Kontakte vorhanden. Die Gastronomie biete zudem ein kontrollierbares Umfeld, Abstände würden eingehalten, eine Nachverfolgung sei möglich.

"Die höchsten Ansteckungsraten finden im privaten Bereich statt", so der Verband. Eine Schließung des Gastgewerbes trage eher dazu bei, dass Menschen sich im unkontrollierbaren Raum träfen. Eine vorübergehende Eindämmung werde zudem das Problem nur temporär lösen

"Wichtig wäre es vielmehr, kurz- und mittelfristige Maßnahmen zu finden, die unserer Branche realistische Überlebensperspektiven geben." Bei einem erneuten Shutdown müsse seitens des Bundes und der Länder auch ein finanzieller Ausgleich des Schadens garantiert sein, "ansonsten sind Existenzen und Arbeitsplätze noch gefährdeter als bisher", hieß es.

Update, 28. Oktober, 15.42 Uhr: Quarantäne für Flüchtlingseinrichtung in Büdingen

Nach drei bestätigten Corona-Infektionen ist die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Büdingen unter Quarantäne gestellt worden. Betroffen von der Maßnahme sind 600 Bewohner, wie der Wetteraukreis am Mittwoch in Friedberg mitteilte.

Die positiven Tests betrafen einem Sprecher zufolge drei Bewohner. Solange die Dimension nicht abgeschätzt werden könne, müsse verhindert werden, "dass hier Menschen ein und aus gehen und die Gefahr bestehe, dass das Virus weiter verbreitet» werde, teilte der Kreis weiter mit. Im Wetteraukreis sind in den vergangenen sieben Tagen 76,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden.

Update, 28. Oktober, 13.35 Uhr: Plakataktion erinnert an Corona-Regeln

Mit der Plakataktion "Hessen, bleibt besonnen" wirbt die Landesregierung bei der Bevölkerung um eine Akzeptanz der Corona-Regeln. Eine Pandemie könne nicht allein mit Verordnungen bekämpft werden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden.

"Ich appelliere eindringlich an das Verantwortungsgefühl der hessischen Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin an die Regeln zu halten." Nur dann könnten wir es schaffen, gemeinsam weiterhin gut durch die Pandemie zu kommen.

Die Plakatmotive griffen drei Bereiche auf, die in Corona-Zeiten besonders im Fokus ständen, erläuterte der stellvertretende Ministerpräsident, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Gezeigt werden eine junge, feierfreudige Frau, eine Schülerin und ein Koch.

Die Slogans dazu lauten: "Ich feier dich, wenn du Abstand hältst", "Maske auf statt Schule zu" und "Halt dich an die Regeln, dann behalt ich meinen Job".

"Wir haben für unsere Kampagne bewusst eine positive Grundstimmung gewählt", erklärte Bouffier. "Wir heben nicht den Zeigefinger, sondern sprechen denjenigen Mut zu, die bereit sind, sich gemeinsam gegen das Virus zu stellen." Die Plakate sollen ab 30. Oktober unter anderem in nahezu allen hessischen Städten und Gemeinden an öffentlichen Plätzen, Bushaltestellen und Straßen zu sehen sein.

Update, 28. Oktober, 13.22 Uhr: Regierungschef Bouffier sieht "nationalen Gesundheitsnotstand"

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bewertet die derzeitige Situation Deutschlands in der Corona-Pandemie als "nationalen Gesundheitsnotstand". Nicht, weil man zurzeit Menschen noch nicht versorgen könne, sagte Bouffier am Mittwoch in Wiesbaden. "Aber wenn wir nicht handeln, dann kommen wir an einen Punkt, wo wir sie nicht versorgen können."

Das Infektionsgeschehen habe sich innerhalb einer Woche verdoppelt, sagte Bouffier. Nur mit einschneidenden Maßnahmen könne diese Entwicklung gestoppt werden. "Das tut weh, das tut mir auch weh. Aber wenn wir sie nicht treffen, dann werden wir noch viel härtere Maßnahmen treffen müssen, die noch viel länger dauern." Bund und Länder beraten am Mittwochnachmittag über deutliche Verschärfungen der bisherigen Corona-Beschränkungen.

Der Bund will laut einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf ab dem 4. November wegen massiv steigender Corona-Infektionszahlen zeitweise unter anderem Theater, Kinos, Opern oder Konzerthäuser sowie Kneipen, Bars und Diskotheken schließen.

Update, 28. Oktober, 12.38 Uhr: Erhöhte Reinigung, automatische Türöffner - VGF mit neuen Maßnahmen

Mehr Kontrollen von Mund-Nase-Bedeckungen, automatische Türöffnungen sowie verstärkte Reinigung und Desinfektion - mit diesen und anderen Maßnahmen will die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF für mehr Sicherheit in Bussen und Bahnen sorgen.

Zudem würden von montags bis samstags mehrmals am Tag an mehreren besonders stark genutzten Stationen Fahrscheinautomaten, die Notruf- und Informationssäulen, Aufzüge, Sitzgelegenheiten und Handläufe desinfiziert, berichtete das Unternehmen am Mittwoch über die zusätzlichen Maßnahmen, die die Ausbreitung des Coronavirus stoppen sollen.

Derzeit wird den Angaben zufolge in Pilotversuchen neue Technik getestet, die ebenfalls zum Gesundheitsschutz beitragen könnte: Zum einen wurde an einer Fahrtreppe ein UV-Gerät installiert, das die Zahl der Keime auf dem häufig angefassten Handlauf deutlich reduzieren soll. Zum anderen wurden neuralgische Stellen in einem Aufzug an der Station Konstablerwache mit einer antimikrobiellen Beschichtung versehen, die Viren, Bakterien und Pilze abtöten soll.

Nach der Auswertung will die VGF über eine Ausweitung auf andere Fahrtreppen oder Aufzüge entscheiden. Zudem sollen demnächst zunächst 20 Desinfektionsmittel-Spender an mehreren stark frequentierten U-Bahn-Stationen aufgestellt werden.

Update, 28. Oktober, 11.49 Uhr: Frankfurter Flughafen mit mehr Passagieren als London-Heathrow

In der Corona-Krise hat der Frankfurter Flughafen kurzfristig mehr Passagiere abgefertigt als Europas ewiger Branchen-Primus London-Heathrow. Im dritten Quartal dieses Jahres nutzten noch knapp 4 Millionen Passagiere den Rhein-Main-Flughafen, während in Heathrow nur gut 3,5 Millionen Gäste gezählt wurden.

Die Briten verloren wegen der besonders starken Rückgänge um 84,1 Prozent zum Vorjahresquartal ihren ersten Platz an Paris Charles-de-Gaulle mit 5,2 Millionen Passagieren. Dann folgt Amsterdam-Schipol mit 4,5 Millionen Fluggästen. Auch für die ersten neun Monate dieses Jahres liegt Paris in Europa vorn.

In ihrem Quartalsbericht vom Mittwoch nannte die Londoner Betreibergesellschaft die auf dem Kontinent bereits installierten Corona-Testmöglichkeiten als Grund für den Rückstand. In London sollen erst zum 1. Dezember Tests für Passagiere aus Hochrisiko-Gebieten angeboten werden.

Update, 27. Oktober, 18.20 Uhr: Priester scheitert mit Antrag gegen Maskenpflicht in Gottesdienst

Das Frankfurter Verwaltungsgericht hat den Eilantrag eines Priesters gegen die Maskenpflicht bei Gottesdiensten abgewiesen.

Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung und das Verhindern einer Überlastung des Gesundheitssystems hätten Vorrang, hieß es in dem Beschluss vom Dienstag. Zudem habe die katholische Kirche selbst das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes angeordnet.

Der Priester hatte seinen Antrag auch damit begründet, es solle bei der Maskenpflicht nach den räumlichen Gegebenheiten und der Gestaltung der Gottesdienste differenziert werden. So hätten die Besucher von katholischen Gottesdiensten nur eine passive Rolle. Gegen den Beschluss kann Beschwerde eingelegt werden.

Update, 27. Oktober, 8.23 Uhr: Fresenius rüstet Kliniken gegen Corona-Pandemie auf

Deutschlands größter privater Krankenhausbetreiber Fresenius rüstet seine Kliniken für mehr Corona-Patienten. Man habe bei der Tochter Fresenius Helios hierzulande rund 1300 Intensivbetten in Betrieb und könne kurzfristig weitere 1000 bereitstellen, teilte der Dax-Konzern der dpa mit. Das seien 700 Intensivbetten mehr als im Frühjahr.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sei hoch, was aber auch an umfangreicheren Tests als im Frühjahr liege, betonte Fresenius Helios. "Derzeit sind die positiv Getesteten in der Regel jünger als im Frühjahr und haben einen milderen Krankheitsverlauf." Viele Infizierte könnten in häuslicher Quarantäne bleiben und müssten nicht stationär versorgt werden. Die Neuinfektionen allein seien nicht aussagekräftig für die Lage in den Kliniken, sondern die Auslastung.

Ein generelles Aufschieben planbarer und nicht zwingend nötiger Operationen will Fresenius Helios in seinen 86 deutschen Krankenhäusern möglichst vermeiden. "Alle Patientinnen und Patienten, die einer Behandlung bedürfen, nehmen wir nach Dringlichkeit auf und behandeln sie zeitgerecht dem jeweiligen Krankheitsbild entsprechend", sagte Andreas Meier-Hellmann, Helios-Geschäftsführer Medizin.

Rückblickend wisse man, dass das komplette Aufschieben sogenannter elektiver Eingriffe - wie im Frühjahr geschehen - nicht nötig gewesen wäre. Bei Bedarf sei das aber in wenigen Tagen möglich, um Kapazitäten für Corona-Patienten zu schaffen. Die Corona-Krise hat Fresenius im Sommer vor allem im Klinikgeschäft getroffen. Im Frühjahr hatte Helios die Zahl der Intensivbetten kräftig aufgestockt und Operationen verschoben. Da die Pandemie aber glimpflich verlief, standen viele Intensivbetten leer, was die Geschäfte belastete.

Zuwendungen des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur mildern. Und da weniger operiert wurde, kamen weniger Medikamente aus der Fresenius-Sparte Kabi zum Einsatz. Daher musste Konzernchef Stephan Sturm die Geschäftsziele für dieses Jahr senken. Wie sich die Pandemie nun weiter ausgewirkt hat, wird sich bei der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal an diesem Donnerstag zeigen.

Update, 27. Oktober, 7 Uhr: Ruf nach Hilfen für Markthändler nach Weihnachtsmarkt-Absagen

Nach Absagen und Einschränkungen der Weihnachtsmärkte in Hessen fordern die Marktbeschicker staatliche Hilfen. Die Lage vieler Unternehmen sei "wirtschaftlich äußerst prekär", teilte der Geschäftsführer des Landesverbandes für Markthandel und Schausteller Hessen, Roger Simak, der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Mindestens seit den Weihnachtsmärkten 2019 habe es keine Erträge mehr gegeben, viele Kosten liefen aber fast unvermindert weiter, vor allem die Lebenshaltungskosten, die durch praktisch keine Art staatlicher Hilfe ersetzt würden, so Simak. Hier bleibe im Zweifel nur Hartz IV, "was niemand möchte und was bei ansonsten privat Versicherten nicht ausreicht."

Erst am Wochenende war der traditionelle Weihnachtsmarkt in Frankfurt abgesagt worden. "Zu Volksfesten und Jahrmärkten gibt es nun mal keinen echten Ersatz", so Simak. Die Hilfen sollten angemessen und unbürokratisch zu beantragen sein.

"Zudem ist eine zeitnahe Auszahlung wichtig, da die Reserven überwiegend aufgebraucht sind", mahnte der Landesverbandsgeschäftsführer. Die meisten Schaustellerunternehmen seien klassische und traditionelle Familienbetriebe, die ihren Lebensunterhalt aus den betrieblichen Erträgen bestritten.

Update, 26. Oktober, 21.27 Uhr: Frankfurt will Hilfe der Bundespolizei bei Corona-Kontrollen

Frankfurt will bei Corona-Kontrollen auf die Hilfe der Bundespolizei zugreifen. Die Stadt hat nach eigenen Angaben beim hessischen Innenministerium entsprechende Unterstützung angefordert.

"Unsere Stadtpolizisten leisten in der derzeitigen Situation hervorragende Arbeit. Aber sie brauchen Hilfe. Nur so können wir eine Kontrolldichte herstellen, die Maskenverweigerer abschreckt und verhindert, dass Sperrstunde und Alkoholverbote übergangen werden", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Montag.

Frankfurt ist die Stadt in Hessen mit der höchsten Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Kennziffer lag dort am Montag bei 199,6.

Deswegen gilt unter anderem eine Sperrstunde von 23.00 bis 6.00 Uhr für gastronomische Betriebe. Auf zahlreichen öffentlichen Plätzen, Parks und Grünanlagen gilt zudem ein ganztägiges Alkoholkonsumverbot. In der Innenstadt sowie auf zahlreichen Einkaufsstraßen ist eine Mund-Nase-Bedeckung Pflicht.

Update, 26. Oktober, 17.09 Uhr: Land verteilt weitere Schutzausrüstung an Krankenhäuser und Heime

Hessen verteilt seit dieser Woche zusätzliche Corona-Schutzausrüstung an Gesundheitseinrichtungen. Wie das Sozialministerium am Montag in Wiesbaden mitteilte, sollen mehr als 17 Millionen Masken und rund fünf Millionen Schutzhandschuhe an Krankenhäuser, Altenpflegeheime, den Rettungsdienst sowie Einrichtungen der Jugend-, Drogen- und Wohnsitzlosenhilfe gehen.

"Zusätzlich errichten wir eine Notfallreserve bei den örtlichen Gesundheitsämtern", erklärte das Ministerium. Die Ämter würden mit einem vollen Sortiment an Schutzanzügen, -brillen, -handschuhen und Masken ausgestattet, damit sie bei Notfällen schnell reagieren könnten.

Bereits am 19. Oktober seien die Krankenhäuser angewiesen worden, insgesamt 607 Intensivbetten und 1226 Normalbetten für die Versorgung von Covid-19-Patienten bereitzuhalten, wie das Ministerium erläuterte. Weitere Maßnahmen, wie etwa die Verfügbarmachung zusätzlicher Kapazitäten in den Krankenhäusern, würden derzeit vorbereitet.

"Auch wenn die Situation weiterhin sehr ernst ist, besteht in der jetzigen Situation kein Grund, sich um die stationäre Versorgung zu sorgen", teilte Sozialminister Kai Klose (Grüne) mit.

Hessen sei noch besser aufgestellt als im Frühjahr. Inzwischen verfüge das Land unter anderem über eingespielte Strukturen der Zusammenarbeit bei den Krankenhäusern und eine leistungsfähige Logistik für die Versorgung mit Schutzausrüstung.

Update, 26. Oktober, 14.56 Uhr: Landesärztekammerpräsident sagt, alle müssen mitmachen

Der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Edgar Pinkowski, hat erneut zu Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen aufgerufen: "Neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kommt es weiterhin darauf an, Abstand zu halten, zu lüften, die Hände regelmäßig zu waschen und Menschenansammlungen zu meiden", sagt Pinkowski am Montag.

"Nur wenn alle mitmachen und sich ihrer Verantwortung für sich und andere bewusst sind, können wir diese Pandemie bewältigen."

Das deutsche Gesundheitswesen sei nach wie vor gut aufgestellt. Man müsse allerdings beobachten, wie sich die Anzahl der schweren Krankheitsverläufe bei Covid-19 entwickle.

Update, 26. Oktober, 9.44 Uhr: RKI meldet 625 neue Corona-Infektionen in Hessen

In Hessen haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) mindestens 625 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 32.852 Menschen in dem Bundesland positiv getestet, wie das RKI am Montag mitteilte (Stand 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, nahm um zwei auf 611 zu.

Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen am Montag in Hessen 130 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen (Stand 9 Uhr). 57 Patienten wurden demnach beatmet.

Da am Wochenende nicht alle Landkreise ihre Fallzahlen melden, liegen die vom RKI genannten Zahlen womöglich niedriger als die tatsächliche Zahl der Neuansteckungen.

Update, 25. Oktober, 17.49 Uhr: Offenbacher Schulbetrieb wird ab Dienstag eingeschränkt

Die steigenden Infektionszahlen bereiten auch den Schulen zunehmend Sorgen. Die Stadt Offenbach beschloss einen eingeschränkten Regelbetrieb ab Dienstag. Lerngruppen sollen stärker als bisher voneinander getrennt werden, wie die Stadt am Sonntag mitteilte.

So soll bei einem Infektionsfall in einem Jahrgang die Zahl der Schüler und Lehrer reduziert werden, die dann 14 Tage zuhause bleiben müssen. In Grundschulen wird möglichst nur noch im festen Klassenverband unterrichtet. Ab der 5. Klasse muss bis mindestens 8. November weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz im Unterricht getragen werden.

Bislang war dies nur für die ersten zwei Wochen nach den Herbstferien vorgesehen.

Update, 25. Oktober, 13.11 Uhr: Frankfurter OB will Coronavirus "die rote Karte zeigen"

Mit einem dringlichen Appell hat der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Bevölkerung zur Einhaltung der jetzt auf weitere Stadtteile ausgedehnten Maskenpflicht aufgerufen. "Der Virus hasst Masken, er scheitert an diesem Stückchen Stoff", sagte Feldmann am Sonntag vor der Paulskirche. "Ich bin mir sicher, dass wir in Frankfurt stärker sind als der Virus und dass wir ihm die rote Karte zeigen können."

Nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen in Frankfurt auf nunmehr 173,5 Fälle auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Stand RKI-Zahlen vom Sonntag) beschloss der Verwaltungsstab der Stadt in einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung eine Verschärfung der bisherigen Corona-Maßnahmen.

Das bislang auf bestimmte Plätze beschränkte Verbot des Alkoholverkaufs ab 23 Uhr wurde auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachsenhausen muss im öffentlichen Raum ebenfalls Maske getragen werden, also auch in bevölkerungsreichen Stadtteilen wie Bornheim.

"Wenn das nicht reicht, werden wir die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten", sagte Feldmann. Im öffentlichen Raum dürfen sich jetzt maximal fünf statt bisher zehn Menschen oder alternativ die Angehörigen von zwei Hausständen treffen.

Abgesagt wurde der Weihnachtsmarkt. Ihm sei bewusst, dass dies keine gute Nachricht für Schausteller sei, sagte Feldmann. Aber "es ist das falsche Signal, jetzt den Weihnachtsmarkt durchzuführen."

Update, 24. Oktober, 22.02 Uhr: Frankfurter Weihnachtsmarkt wegen zu hoher Corona-Zahlen abgesagt

Die Stadt Frankfurt verschärft wegen des sprunghaften Anstiegs der Corona-Infektionen die Schutzmaßnahmen und hat auch den Weihnachtsmarkt abgesagt. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt in einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung am Samstag beschlossen, wie die Pressestelle am Abend mitteilte. Damit reagiert Frankfurt auf den hohen Inzidenzwert von gut 176. Das ist die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Zu den weiteren Maßnahmen gehört eine Ausweitung der Maskenpflicht.

"Unser Ziel ist und bleibt es, einen neuen Lockdown zu verhindern. Deshalb: Frankfurt trägt Maske. Alle Frankfurterinnen und Frankfurter sind aufgerufen, mitzuhelfen, die Infektionszahlen wieder abzusenken. Seien sie diszipliniert, tragen Sie Masken, halten sie Abstand und waschen Sie ihre Hände", appellierten Oberbürgermeister Peter Feldmann, Bürgermeister Uwe Becker und Gesundheitsdezernent Stefan Majer.

"Der Virus ist ein unsichtbarer Feind. Er nervt uns alle. Nur wenn wir zusammenhalten, schaffen wir es, ein Stück Normalität zu sichern, die wir uns alle wünschen", erklärte Feldmann. Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen gelten zunächst bis 31. Oktober. Eine Verlängerung sei angesichts der Infektionslage allerdings zu erwarten, hieß es.

Dazu gehören: Kontakte im öffentlichen Raum sind nur noch alleine oder in Gruppen von höchstens fünf Personen aus maximal zwei Haushalten oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen und in öffentlichen Einrichtungen gibt es eine Maskenpflicht. Innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachsenhausen muss ebenfalls Maske getragen werden. Für den Rest der Stadt wird sie empfohlen. Eine Pflicht für die ganze Stadt werde geprüft, sollten die Infektionszahlen weiter zulegen.

Auch in Autos werden Masken empfohlen, wenn Mitglieder von mehr als zwei Hausständen mitfahren. Das bisherige Alkoholverbot an bestimmten Orten bleibt weitgehend unverändert. Innerhalb der Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr gilt das Verbot im öffentlichen Raum im gesamten Stadtgebiet.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wurde wegen zu hoher Corona-Zahlen abgesagt.
Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wurde wegen zu hoher Corona-Zahlen abgesagt.  © dpa/Boris Rössler

Update, 24. Oktober, 13.17 Uhr: Klose spricht von "ernster Situation"

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für Samstag 1730 neue Fälle bestätigter Corona-Infektionen in Hessen gemeldet. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 31.128 Menschen in dem Bundesland positiv getestet, wie das RKI mitteilte (Stand 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, nahm um 7 auf 607 zu. Am Freitag hatte des RKI im Vergleich zum Vortag mindestens 958 neue Fälle registrierte

In der Stadt Frankfurt lag der Wert von registrierten Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen am Samstag damit bei 176,1 Neuinfektionen. Am Vortag lag dieser Wert bei 134,9.

"Bitte reduzieren Sie Ihre Kontakte – unabhängig von dem, was erlaubt ist – auf das Nötigste. Tragen Sie so dazu bei, dass sich das Virus nicht noch weiterverbreiten kann", wird Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) in einer Mitteilung seines Ministeriums zitiert. Die Situation sei sehr ernst. Das gelte für ganz Hessen, insbesondere für die Ballungsräume und die Stadt Frankfurt.

Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Instituts (RKI) war es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. So sind die Stadt Wiesbaden und der Landkreis Gießen am Freitag mit keiner Veränderung bei der Zahl der Neuinfektionen aufgelistet. Nach Angaben des RKI könnte es daher sein, dass die Zahl von 1730 neu bestätigten Infizierten auch Fälle beinhaltet, die am Freitag nachübermittelt wurden. Dadurch könnte die am Samstag gemeldete Steigerung überschätzt sein.

Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen am Samstag in Hessen 114 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen (Stand 12 Uhr). 47 Patienten wurden beatmet.

Update, 24. Oktober, 7.20 Uhr: Bangen um hessische Weihnachtsmärkte

Hessens Städte bangen um ihre Weihnachtsmärkte. Seit die Zahl der Corona-Infektionen steigt, wird vielerorts diskutiert, ob man weiter planen oder frühzeitig absagen soll. Klar ist: In diesem Jahr wird alles anders.

In Frankfurt würden Ende nächster Woche die ersten Vorarbeiten für den größten Weihnachtsmarkt Hessens beginnen, sagt der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Thomas Feda. Eröffnet würde er am 23. November. "Ich hoffe auf eine politische Entscheidung in der nächsten Woche: Machen wir weiter oder nicht?"

Wiesbaden bleibt derzeit noch bei der Mitte Oktober vorgestellten Planung für den "Sternschnuppenmarkt". In Fulda dürfte das Konzept für den "Adventszauber", der statt des traditionellen Weihnachtsmarktes geplant ist, noch einmal auf den Prüfstand kommen.

Update, 23. Oktober, 16.47 Uhr: Schulen in Darmstadt sollen Maskenkritiker von Gelände verweisen

Nach Vorfällen mit Kritikern der Maskenpflicht empfiehlt Darmstadt seinen Schulen und Kindergärten solche Personen zu vertreiben. "Die Schul- und Kitaleitungen sind in diesen Fällen ermächtigt, das Hausrecht durchzusetzen und die Personen des Geländes zu verweisen", erklärte die Stadtverwaltung am Freitag. Notfalls solle die Polizei gerufen werden.

Anlass seien Vorfällen am Mittwoch, als Demonstranten auf das Schulgelände der Georg-Büchner-Schule vorgedrungen seien. Deshalb hätten Krisenstab und Staatliches Schulamt diese Empfehlung ausgesprochen, damit Unterricht und Betreuung störungsfrei möglich seien.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) erklärte, dass das Demonstrationsrecht zwar ein hohes Gut sei. "Wenn aber, wie in dieser Woche geschehen, selbsternannte 'Querdenker' und sonstige 'Maskengegner' in Schulgebäude einzudringen versuchen und Schülerinnen und Schüler bedrängen und belästigen, müssen und werden wir entschlossen handeln."

Ebenfalls nicht hinnehmbar seien Drohungen und Beleidigungen dieser Personengruppen an Schulamt, Schulen sowie die Polizei. "Diese werden wir in jedem Fall auf strafrechtliche Relevanz hin überprüfen!"

Update, 23. Oktober, 14.53 Uhr: Trotz Corona-Infektion zum Dienst - Altenpfleger angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen einen Altenpfleger erhoben, der trotz eines positiven Corona-Tests mehrfach zum Dienst in einem Pflegeheim gekommen ist. Er stehe im Verdacht, mit dem Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz eine Straftat begangen zu haben, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag.

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Update, 23. Oktober, 14.50 Uhr: Rechtsstreit um Sperrstunde für Gastronomie geht weiter

Der Rechtsstreit um die Verlängerung der Sperrstunde für Gastronomen im Kreis Marburg-Biedenkopf geht weiter. Der Kreis kündigte am Freitag in einer Mitteilung an, gegen eine vorangegangene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gießen Beschwerde einzulegen.

Der Kreis hatte Anfang der Woche wegen steigender Corona-Infektionen angeordnet, dass Restaurants und Kneipen bereits ab 23 Uhr schließen müssen, dagegen hatte sich eine Betreiberin eines Marburger Lokals per Eilantrag erfolgreich zur Wehr gesetzt.

Konkret befand das Verwaltungsgericht Gießen die Allgemeinverfügung des Kreises für rechtswidrig (Beschluss vom 22.10.2020, Az.: 8 L 3610/20.GI). Der Kreis bemängelte nun, das Gericht habe sich bei seiner Entscheidung auf Zahlen des Robert Koch-Instituts von Anfang August bezogen. Seitdem habe sich das Infektionsgeschehen aber dramatisch verändert.

Den Vorgaben des Landes zufolge sei eine Sperrstunde schon bei einer weitaus niedrigeren Inzidenz vorgesehen. Die Verlängerung der Sperrstunde sei nicht als Zeichen des Misstrauens gegenüber der Gastronomie zu sehen, betonte der Kreis. Es gehe um ein "weiteres Werkzeug zum präventiven Schutz der Menschen."

Update, 23. Oktober, 13.17 Uhr: "Entscheidender Engpass" auf Intensivstationen

Zu wenige Pflegekräfte sind der Engpass bei der Betreuung schwer betroffener Covid-19-Patienten - Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat deswegen nun Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um Hilfe gebeten.

Konkret geht es um eine Bundesregelung namens Pflegepersonaluntergrenzenverordnung. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Freitag) darüber berichtet.

Die Verordnung legt fest, wie viel Personal in bestimmten Klinikbereichen mindestens vorgehalten werden muss. Können die Vorgaben nicht eingehalten werden, darf das Krankenhaus keine neuen Patienten aufnehmen. In der ersten Phase der Corona-Pandemie wurde die Verordnung ausgesetzt. Als sich die Lage im Sommer entspannte, wurde die Verordnung wieder in Kraft gesetzt.

Dieser Schritt müsse "aufgrund der in den letzten Tagen zu beobachtenden erheblichen Dynamik des Infektionsgeschehens nach meiner Überzeugung dringend überdacht werden", schrieb Klose an Spahn: "Die erfolgreiche Ausweitung der Intensivkapazität hängt inzwischen allein von der Verfügbarkeit des Personals ab."

Anders als im Frühjahr seien Schutzausrüstung oder Beatmungsgeräte "nicht mehr die limitierenden Faktoren", schrieb Klose. "Die Personalsituation ist tatsächlich der entscheidende Engpass in der Ausweitung der Intensivkapazität."

Update, 23. Oktober, 10 Uhr: Frankfurter Gesundheitsamt kann nicht mehr jeden Fall nachvollziehen

Einige Gesundheitsämter können angesichts der Vielzahl der Fälle nicht mehr jede Infektionskette nachvollziehen. "Jedem Fall genau nachzugehen, das gelingt nicht mehr", sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin".

In Frankfurt kämen derzeit zwischen 100 und 200 Fälle pro Tag dazu. "Eine solche Fülle kann man nicht mehr im Detail abarbeiten, das ist ganz klar."

Das Frankfurter Gesundheitsamt wird von der Bundeswehr unterstützt. 60 Soldaten helfen bei der Nachverfolgung. Dafür sei man dankbar, sagte Gottschalk, es reiche aber nicht aus.

Die Mitarbeiter müssten inzwischen die Fälle priorisieren. "Man muss sich jetzt gezielt die Fälle raussuchen, wo es besondere Dinge gibt, die es zu beachten gibt, wo es sich lohnt, genau nachzufragen", sagte Gottschalk.

Das könnte zum Beispiel ein Infizierter sein, der enge Kontakte mit Risikogruppen habe - anders als ein Ausbruch in einer jungen Familie.

Update, 23. Oktober, 8 Uhr: Frankfurter Weihnachtsmarkt steht vor dem Aus

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt soll laut Informationen der Frankfurter Rundschau vor der Absage stehen.Grund sind die steigenden Fallzahlen in der Mainmetropole. Die Fraktionen der Römer-Koalition, bestehend aus CDU, SPD und Grünen, halten unter dieser Voraussetzung das Veranstalten des Weihnachtsmarkts immer mehr für nicht verantwortbar.

Update, 22. Oktober, 17 Uhr: Besuchsverbote in vielen hessischen Kliniken wegen zunehmenden Corona-Infektionen

Die zunehmende Zahl der Corona-Infektionen in Hessen führt dazu, dass viele Kliniken Besuchsverbote erlassen (Symbolbild).
Die zunehmende Zahl der Corona-Infektionen in Hessen führt dazu, dass viele Kliniken Besuchsverbote erlassen (Symbolbild).  © Dmytro Zinkevych/123RF

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen gilt in einigen hessischen Kliniken wieder ein Besuchsverbot. "Das neue Besuchsverbot ist vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen und im Interesse der Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten leider unvermeidlich. Dafür bitten wir um Verständnis", erklärte am Donnerstag eine Sprecherin des Klinikums Fulda, in dem ab diesem Freitag ein komplettes Besuchsverbot gilt.

Ausnahmen könnten im Einzelfall nach Rücksprache mit der Station für werdende Väter, Besuche in der Kinderklinik sowie auf den Intensivstationen und der Palliativstation gemacht werden, teilte das Klinikum mit. In der Zentralen Notaufnahme hätten Begleitpersonen ebenfalls keinen Zutritt. Auf das neuerliche Besuchsverbot habe man sich in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern verständigt, hieß es.

Auch im Uniklinikum Gießen und Marburg betrachtet man die steigenden Fallzahlen mit Sorge. Am Standort Marburg gilt seit dem heutigen Donnerstag wieder ein Besuchsverbot. "Mit diesem Schritt schützen wir bestmöglich unsere Patientinnen und Patienten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor möglichen Infektionen und Kontakt mit dem Corona-Virus", teilte Harald Renz, Ärztlicher Geschäftsführer des Uniklinikums Marburg, mit.

Ausnahmen gibt es auch hier unter anderem für werdende Väter, Blutspender oder Angehörige von Palliativpatienten. Im Klinikum in Gießen hingegen sind Besuche noch erlaubt – allerdings an bestimmte Regeln geknüpft. So müssen sich die Gäste an die Abstandsregeln halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, pro Besuch darf nur eine Person kommen. Aber auch hier werde ein Besuchsverbot bereits diskutiert, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit.

Im Klinikum Kassel gilt seit Montag ein allgemeines Besuchsverbot. Als koordinierendes Krankenhaus für die Region Nordhessen ergreife man damit vorsorglich Maßnahmen für den maximalen Schutz der Patienten und Mitarbeiter, hieß es auf der Homepage des Klinikums. Auch am Klinikum Darmstadt müssen Besucher seit Samstag draußen bleiben.

Laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Hessen können Patienten innerhalb der ersten sechs Tage ihres Aufenthalts bis zu zwei Besuche und ab dem siebten Tag des Aufenthalts täglich Besuche von jeweils bis zu zwei Personen empfangen.

Update, 22. Oktober, 13.35 Uhr: Schüler in Frankfurt sollen Nahverkehr auch mal früher oder später nutzen

Die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq hat Schüler dazu aufgerufen, das gesamte Angebot des öffentlichen Nahverkehrs zu nutzen und damit Menschenansammlungen zu vermeiden.

"Oft bietet eine Fahrt früher oder später als gewohnt schon spürbar mehr Platz", teilte Tom Reinhold, Geschäftsführer von Traffiq, am Donnerstag mit. Man appelliere deshalb an die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Am vergangenen Montag hatte nach den Herbstferien wieder die Schule begonnen.

Durch das ungemütlichere Wetter im Herbst stiegen nach den Ferien viele Schüler vom Fahrrad wieder auf Bus und Bahn um.

"Und weil natürlich jeder möglichst spät zur Schule und möglichst früh wieder heimfahren will, sind es im dichten Frankfurter Nahverkehrsangebot zumeist nur einzelne Bahnen oder Busse, die stärker besetzt sind, als es in Corona-Zeiten gut ist", hieß es weiter.

Zudem rief die Verkehrsgesellschaft dazu auf, sich weiterhin an Abstands- und Maskenregeln zu halten.

Update, 22. Oktober, 11.10 Uhr: "Ball des Sports" 2021 in Wiesbaden wegen Corona-Krise abgesagt

Die Deutsche Sporthilfe hat den "Ball des Sports" 2021 wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie abgesagt. Geplant war die Benefizgala zugunsten der deutschen Nachwuchs- und Spitzensportler am 6. Februar in Wiesbaden. Es ist die zweite Absage in der mehr als 50-jährigen Geschichte der Veranstaltung.

1991 fiel der Ball aufgrund des Golfkrieges aus. Um die Erlöse aus dem "Ball des Sports" von rund 750.000 Euro aufzufangen, arbeitet die Sporthilfe laut einer Mitteilung der Stiftung vom Donnerstag bereits an Alternativkonzepten.

"Wir bedauern die Absage des Ball des Sports 2021 sehr", sagte der Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende Thomas Berlemann. Die Gala sei das wichtigste Event des Jahres, "um auf die Relevanz der Förderung unserer deutschen Nachwuchs- und Spitzensportler aufmerksam zu machen".

In den vergangenen Monaten sei ein umfangreiches Hygienekonzept und ein angepasstes Veranstaltungskonzept erarbeitet worden. Die aktuell stark ansteigenden Infektionszahlen und die Ungewissheit bezüglich möglicher kurzfristig notwendiger behördlicher Einschränkungen hätten das Risiko zu groß werden lassen.

"Wir haben eine große Verantwortung und Vorbildfunktion gegenüber unseren Gästen, allen Sportlern, Partnern und Sponsoren sowie den Bürgern von Wiesbaden. Ihre Gesundheit steht für uns an erster Stelle", sagte Berlemann.

Update, 21. Oktober, 16.28 Uhr: Hessens Kultusminister Lorz mahnt zur Verantwortung in Schulen

Mit Mundschutzmaske kommt Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen, zu einem Besuch ins Helmholtz-Gymnasium in Frankfurt.
Mit Mundschutzmaske kommt Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen, zu einem Besuch ins Helmholtz-Gymnasium in Frankfurt.  © Boris Roessler/dpa

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat wenige Tage nach Ende der Herbstferien zur Verantwortung in den Schulen gemahnt.

Auch mit Blick auf die beginnende kalte Jahreszeit komme es angesichts der Corona-Pandemie auf jeden Einzelnen an. "Die nächsten Wochen sind entscheidend für den weiteren Verlauf des Schuljahrs", sagte Lorz am Mittwoch bei einem Besuch der Frankfurter Helmholtzschule. Der Minister hatte sich in dem Gymnasium über die Organisation des Unterrichts unter Corona-Bedingungen informiert.

Oberstes Ziel sei, die Schulen offen zu halten. "Das ist uns bisher gelungen. Bis zu den Herbstferien konnten an jedem Schultag 99 Prozent der Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen", erklärte Lorz. Er betonte auch die wichtige Bedeutung der Digitalisierung. Da habe sich während der Pandemie glücklicherweise ein Nachholeffekt eingestellt.

Nach zwei Wochen Herbstferien hat an den hessischen Schulen am Montag wieder der Unterricht begonnen. In vielen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet gilt wegen der hohen Zahlen bei Neuinfektionen eine generelle Maskenpflicht für alle Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien.

Update, 20. Oktober, 16.10 Uhr: Lufthansa fliegt auch im Sommer Milliardenverlust ein

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa auch im Sommer einen Milliardenverlust eingebrockt.

Trotz der Ausweitung des Flugangebots im Juli und August belief sich der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal auf 1,26 Milliarden Euro, wie der in der Krise vom Staat gerettete Konzern überraschend am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im zweiten Quartal hatte sich das Minus allerdings noch auf 1,7 Milliarden Euro belaufen.

Dank der Staatshilfen zeigte sich das Management zuversichtlich, dass der Lufthansa-Konzern auch weiteren Belastungen durch die Corona-Pandemie standhalten kann. Ende September verfügte der Konzern den Angaben zufolge über flüssige Mittel von 10,1 Milliarden Euro.

Update, 20. Oktober, 16 Uhr: Mehrheit der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte über der kritischen Corona-Marke

In Hessen haben am Dienstag weitere Regionen die als kritisch geltende Schwelle der Corona-Neuinfektionen überschritten.

Über der Marke von 50 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegen nun auch die Landkreise Darmstadt-Dieburg (52,7), Gießen (54,7), Main-Kinzig (55,1), Rheingau-Taunus (57,1) und die Stadt Darmstadt (68,2). Das geht aus Zahlen des hessischen Sozialministeriums (Stand 0 Uhr) hervor.

Damit liegt nun eine Mehrheit der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte über diesem Wert.

Die höchsten Zahlen habe weiterhin die Stadt Offenbach mit einer sogenannten Inzidenz von 127,1, Frankfurt mit 121,8, und Kassel mit 108. Sie liegen zusammen mit dem Landkreis Groß-Gerau (81,9) in der höchsten Warnstufe des Landes Hessen.

Ab einer Inzidenz von 75 übernimmt der Planungsstab des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage.

Unterdessen ist die Zahl der seit Beginn der Pandemie bestätigten Infektionen auf 26.558 geklettert. Das sind 782 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich um acht auf 584.

Update, 20. Oktober, 15.55 Uhr: Streit um Corona-Regeln bringt weiter viel Arbeit für Verwaltungsrichter

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen weiterhin Hessens Verwaltungsgerichte. Insgesamt 16 Verfahren sind allein vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel anhängig, die mit der Pandemie und den daraus resultierenden Beschränkungen zusammenhängen.

"Die Eilanträge richten sich im Wesentlichen gegen die sogenannte Maskenpflicht und die Schließung der Bordelle", sagte ein VHG-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die meisten Fälle bearbeite der für das Infektionsschutzrecht zuständige Senat. Dort seien zwölf Eilverfahren anhängig, die meisten mit Bezug zur Maskenpflicht und Bordellen. Der für das Gaststättenrecht zuständige Senat bearbeite drei Beschwerdeverfahren aus Frankfurt und Gießen, in denen es um coronabedingte Sperrzeitverlängerungen gehen. Beim Versammlungsrecht gab es zu Beginn der Pandemie einige Eilverfahren. Aktuell wird hier weniger gestritten: Es sei ein Verfahren anhängig, bei dem Corona-Auflagen zudem nur eine Nebenrolle spielten.

Der Verwaltungsgerichtshof hatte in den vergangenen Tagen bereits in mehreren Corona-Verfahren entschieden. Unter anderem bestätigte er das Verbot einer Waffenbörse in Kassel, wies eine Beschwerde gegen die Sperrstunde in Frankfurt ab und entschied, dass das Land Hessen die Tragen von Masken im Unterricht empfehlen darf.

Update, 20. Oktober, 12.12 Uhr: Negative Corona-Tests bei Ministern Al-Wazir und Klose

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose (beide Grüne) sind negativ auf das Coronavirus getestet worden. Beide hätten sich aber nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in häusliche Quarantäne begeben, teilte Regierungssprecher Michael Bußer am Dienstag in Wiesbaden mit.

Diese dauere noch bis zum kommenden Montag. In der Zwischenzeit würden sie aus dem Homeoffice weiterarbeiten. Alle öffentlichen Termine der beiden Minister seien in dieser Woche abgesagt worden. Nach der Corona-Infektion von Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) hatten sich auch ihre Kabinettskollegen testen lassen.

Al-Wazir und Klose galten wegen einer gemeinsamen längeren Besprechung mit Dorn vor wenigen Tagen als Kontaktpersonen ersten Grades. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Vortag darüber berichtet, dass sich Dorn infiziert habe.

Update, 19. Oktober, 17.07 Uhr: Hessen verschärft Corona-Vorgaben

Angesichts steigender Infektionszahlen in der Corona-Pandemie verschärft Hessen seine Regeln unter anderem für private Feiern deutlich. Damit würden Beschlüsse zwischen Bund und Ländern umgesetzt, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Maßgeblich im angepassten Eskalationskonzept seien jeweils die Zahlen der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen - die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz.

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Update, 19. Oktober, 15.05 Uhr: Erneute Corona-Besuchsbeschränkungen für Altenheime möglich

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schließt eine erneute Verschärfung der Corona-Beschränkungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen nicht aus.

Sollte es zu einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen kommen, sei dieser Schritt denkbar, sagte der Regierungschef am Montag in Wiesbaden. Geplant seien dazu in der kommenden Woche am Mittwoch auch Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden.

Es gebe aber eine Grenze bei den Beschränkungen: "Und diese Grenze ist die Würde des Menschen", betonte der Ministerpräsident. Deshalb sei das eine extrem schwierige Abwägung zwischen der Infektionsbekämpfung und einem möglicherweise wochenlangen Kontaktverbot für ältere Menschen.

Bis Ende September durften Bewohner von Alten- und Pflegeheimen innerhalb einer Kalenderwoche nur dreimal eine Besucherin oder einen Besucher empfangen.

In Einrichtungen für Behinderte konnte täglich ein Mensch zu Besuch kommen. Diese verbindlichen Vorgaben waren danach aufgehoben und als Maßgabe stattdessen zunächst die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen genommen worden.

Update, 19. Oktober, 14.04 Uhr: Wissenschaftsministerin Dorn mit Coronavirus infiziert

Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) ist mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Da Dorn in den vergangenen Tagen an einer Besprechung mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose teilgenommen habe, seien die beiden Grünen-Politiker derzeit in Quarantäne.

Weitere Details zum Zustand der Kabinettsmitglieder nannte der Regierungschef nicht. Hessens Sozialminister Klose sollte am Montag eigentlich zusammen mit Bouffier die aktuellen Beschlüsse des Corona-Kabinetts präsentieren. Stattdessen nahm Kultusminister Alexander Lorz (CDU) an der Pressekonferenz teil.

Update, 19. Oktober, 13.52 Uhr: Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

Hessen schafft das Beherbergungsverbot ab. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden mit. In Hessen gab es seit Juli ein Beherbergungsverbot. Mehrere Länder hatten die Regel zuletzt gekippt.

Update, 19. Oktober, 10.24 Uhr: Hessischer Einzelhandel sieht keine flächendeckenden Hamsterkäufe

Die wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen haben in Hessen nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes bislang nicht zu verbreiteten Hamsterkäufen geführt. "Derzeit beobachten wir keine flächendeckenden Veränderungen des Einkaufsverhaltens der Kundinnen und Kunden", erklärte Verbandspräsident Jochen Ruths am Montag laut einer Mitteilung. Die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften gehe aktuell nicht über die Bevorratung des normalen Bedarfs hinaus.

Die Warenversorgung sei stabil und es gebe keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen, berichtete der Handelsverband Hessen. Niemand müsse leere Regale fürchten. Ruths appellierte an die Verbraucher: "Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da."

Fotos in den sozialen Medien hatten in den vergangenen Tagen wieder häufiger leere Regale insbesondere für Klopapier gezeigt. Erste Politiker haben an die Bürger appelliert, sich nur für den tatsächlichen Bedarf einzudecken. Einer Umfrage zufolge will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken.

Update, 18. Oktober, 12.31 Uhr: Lehrer und Eltern vor Schulstart nach Herbstferien besorgt

Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag. (Symbolbild)
Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag. (Symbolbild)  © dpa/Bernd Wüstneck

Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag.

"Wir sehen das kritisch - vor allem mit Blick auf die kalte Jahreszeit", sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch in Wiesbaden. Problematisch werde das Stoßlüften, das laut Hygieneplan alle 20 Minuten für die Klassenräume vorgeschrieben ist.

"Schüler frieren ja eh schon grundsätzlich", sagte Koch. Jedes Öffnen der Fenster werde für Unruhe sorgen. "Wir werden es dennoch machen, aber das ist nicht lustig."

Die Gewerkschaft vermisse nach wie vor griffige Konzepte der Landesregierung im Kampf gegen die Pandemie. Der neu aufgelegte Hygieneplan, der nach den Herbstferien gilt, sei im Vergleich zum vorangegangenen nur minimal verändert worden.

Sie plädiere für Präsenzunterricht in kleineren Gruppen, auch um solche Kinder besser fördern zu können, die in der Corona-Krise zu kurz gekommen seien, sagte Koch. "Abstand halten ist ja das Gebot der Stunde." Dafür müssten beispielsweise Klassen geteilt werden - während ein Teil Unterricht habe, sollte der Rest in der Schule betreut werden.

Der Vorsitzende des Elternbundes Hessen, Klaus Wilmes-Groebel, sieht den Schulstart nach eigenen Worten "mit großer Sorge und auch mit Angst".

Dabei habe er aber nicht nur die Gesundheit der Kinder im Blick - sondern die möglicherweise drohenden erneuten Schließungen von Schulen und Kitas wegen der Pandemie. "Homeschooling hat in Kombination mit Homeoffice in vielen Familien für große Probleme gesorgt", sagte er.

Besonders betroffen seien Alleinerziehende und sozial schwächere Familien. Auch hätten es Grundschüler insgesamt schwerer, zu Hause zu lernen, als ältere Kinder, betonte Wilmes-Groebel.

Das zurückliegende Schuljahr habe bereits bei vielen Schülern zu deutlichen Wissenslücken geführt. Er forderte von der Landesregierung spezielle Förderpläne. Im Lehrplan werde der Rückstand nicht berücksichtigt. Zum Elternbund Hessen haben sich rund 300 Eltern zusammengeschlossen.

Update, 17. Oktober, 10.35 Uhr: Weitere Kommunen in Hessen überschreiten kritischen Corona-Wert

Der Anstieg der Corona-Infektionen in Hessen hält an. Die Stadt Offenbach lag laut RKI mit einem Wert von 117,4 weiter bei mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Die Stadt hatte wegen steigender Infektionszahlen am Freitag die Kontakte ihrer Bürger weiter eingeschränkt und die Maskenpflicht ausgeweitet (TAG24 berichtete).

In Kassel lag der Wert bei 105,9 nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft.

Den kritischen Wert von 50 überschreiten weiter auch Frankfurt (91,8), der Kreis Groß-Gerau (89,2) und der Main-Taunus-Kreis (67,1).Zu den Corona-Hotspots in Hessen zählen laut RKI auch Wiesbaden mit einem Wert von 55,3, der Hochtaunuskreis (57,0) und der Landkreis Offenbach (61,3).

Hinzu kamen den Angaben zufolge die Stadt Darmstadt mit einem Wert von 54,4, der Lahn-Dillkreis (50,5) sowie der Kreis Marburg-Biedenkopf (52,2).

Update, 17. Oktober, 9 Uhr: Kultusminister appelliert vor Schulstart nach Herbstferien an Eltern

Zum Schulstart nach den Herbstferien am Montag appelliert Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) an die Eltern, ihre Kinder nicht mit Symptomen einer möglichen Coronavirus-Infektion in die Schule zu schicken.

Hier gehe es ausdrücklich nicht um die normale Schnupfennase, die kein Problem sei. Aber bei den typischen Symptomen wie Fieber, trockenem Husten oder einem Verlust des Geschmackssinns sei Vorsicht geboten, sagte der Minister der dpa in Wiesbaden.

Seit Beginn des neuen Schuljahres hätten sich die Schulen nicht als Treiber der Pandemie gezeigt, betonte Lorz. "Unsere Schulen haben sich nicht zu Hotspots entwickelt. An jedem Tag konnten über 99 Prozent der Schüler zur Schule gehen."

Trotzdem sei die Corona-Pandemie natürlich eine Belastung für alle in der Schulgemeinde. "Ich glaube, alle sehnen sich danach, die Pandemie irgendwann ad acta legen und einfach mal wieder ganz normal zur Schule gehen zu können."

Aber das Land werde voraussichtlich noch einen langen Atem brauchen. "Trotzdem glaube ich, mit jeder Woche, die erfolgreich ins Land geht, stellt sich eine gewisse Routine im Handling dieser Pandemie ein", sagte Lorz. "Das stimmt mich optimistisch für die bevorstehende kalte Jahreszeit."

Update, 17. Oktober, 7.45 Uhr: Rund 7860 Verstöße gegen Corona-Regeln seit März

Die Polizei in Hessen hat seit März mehr als 7000 Verstöße gegen die Corona-Regeln verzeichnet (Symbolbild).
Die Polizei in Hessen hat seit März mehr als 7000 Verstöße gegen die Corona-Regeln verzeichnet (Symbolbild).  © DPA/Arne Dedert

Hessens Polizei hat bislang rund 7860 Verstöße gegen die Corona-Regeln registriert. Das teilte das Innenministerium in Wiesbaden auf dpa-Anfrage mit (Stichtag 10. Oktober).

Der größte Teil der Verfahren betraf seit März mit etwa 6500 Fällen die Kontaktbeschränkungen. Die Zahl der Verstöße gegen die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, liege bei rund 690, mehr als 440 Mal wurden angeordnete Schließungen etwa in der Gastronomie oder von Spielplätzen missachtet. Die Hygienevorschriften seien 90 Mal nicht eingehalten worden.

Die Zahl der Verstöße insgesamt waren im August (430) und September (420) recht konstant, im Oktober wurden in den ersten zehn Tagen 60 Fälle gezählt, wie das Ministerium mitteilte.

Ein Sprecher verwies darauf, dass in den Zahlen ausschließlich die Ordnungswidrigkeitsanzeigen erfasst seien, die von der Polizei gefertigt werden. Die Höhe der verhängten Bußgelder sowie eine statistische Erhebung aller Anzeigen werde nicht zentral erfasst, da die Zuständigkeit bei den Gesundheits- und Ordnungsämtern liege.

"Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern steht bei allen Maßnahmen im Vordergrund", erklärte der Sprecher. Vorrangiges Ziel sei es, das Verständnis herzustellen. Daher würden Bußgelder in der Regel erst verhängt, wenn ein wiederholter oder willentlicher Verstoß festgestellt wird.

Ausnahme seien Verstöße gegen das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Bussen und Bahnen, die immer geahndet würden.

Update, 16. Oktober, 16.10 Uhr: Offenbach schränkt Kontakte ein und weitet Maskenpflicht aus

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen schränkt die Stadt Offenbach die Kontakte ihrer Bürger weiter ein. Die Maskenpflicht wird ausgeweitet. Die neuen Regeln gelten ab Montag.

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Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz! Corona stoppen!" prangt am Ortseingang von Offenbach.
Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz! Corona stoppen!" prangt am Ortseingang von Offenbach.  © Arne Dedert/dpa

Update, 16. Oktober, 16 Uhr: Amt schließt Bordell in Wiesbaden nach Verstößen gegen Corona-Verordnung

Wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung hat die Stadt Wiesbaden ein Bordell geschlossen.

Bei einer Kontrolle am Donnerstagabend habe das Ordnungsamt trotz des geltenden Prostitutionsverbots unter anderem sieben Prostituierte und zwei Freier angetroffen, teilte die Verwaltung am Freitag mit.

Fast alle Frauen hätten zudem erforderliche Bescheinigungen wie etwa Gesundheitsatteste nicht vorlegen können.

In dem Bordell in Wiesbaden wurden trotz Prostitutionsverbots Prostituierte und Freier angetroffen (Symbolbild).
In dem Bordell in Wiesbaden wurden trotz Prostitutionsverbots Prostituierte und Freier angetroffen (Symbolbild).  © dpa/Boris Roessler

Update, 16. Oktober, 14.15 Uhr: Hessen will Beherbergungsverbot abschaffen

Hessen plant die Abschaffung des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots. Das kündigte die Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Freitag an.

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Update, 16. Oktober, 12.40 Uhr: Partei Die Linke kritisiert strengere Corona-Maskenpflicht in Rhein-Main

Das Foto aus dem August dieses Jahres zeigt Schüler einer Sechsten Klasse mit Gesichtsmasken im Unterricht.
Das Foto aus dem August dieses Jahres zeigt Schüler einer Sechsten Klasse mit Gesichtsmasken im Unterricht.  © Gregor Fischer/dpa

Die angekündigte verschärfte Maskenpflicht für viele Schüler im Rhein-Main-Gebiet stößt bei der Linksfraktion im hessischen Landtag auf Kritik.

"Die nun beschlossene Maskenpflicht ab Jahrgangsstufe 5 ist nicht mehr als ein verzweifeltes Pflasterkleben auf große Wunden", erklärte die bildungspolitische Sprecherin Elisabeth Kula am Freitag in Wiesbaden. Besser wäre ein Konzept, wie in Schulen mit Kleinstgruppen und genügend Sicherheitsabstand unterrichtet werden kann.

Die derzeit besonders betroffenen Städte und Landkreise im Rhein-Main-Gebiet hatten sich auf gemeinsame und weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verständigt. Sie betreffen die Landkreise Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Taunus, Main-Kinzig, Offenbach und Rheingau-Taunus sowie die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt.

Die Kommunen verständigten sich nach Angaben des Sozialministeriums unter anderem auf eine generelle Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gilt eine verbindliche Sperrstunde für Gastronomiebetriebe einschließlich eines generellen Außenabgabeverbots von Alkohol von 23 bis 6 Uhr. Zudem gelten verschärfte Regeln für Besuche in Altenheime und für Sportveranstaltungen.

"In unserer eng verflochtenen Metropolregion pendeln viele Menschen täglich über die Stadt- und Landkreise hinweg", hatte Sozialminister Kai Klose (Grüne) erklärt. "Möglichst synchrone Regeln erleichtern die Orientierung."

Update, 16. Oktober, 12.05 Uhr: Ärztekammer-Präsident sieht viele Menschen grundlos in Quarantäne

Der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Edgar Pinkowski, hat deutliche Kritik an einer Maskenpflicht im Freien oder einem Beherbergungsverbot aufgrund der Corona-Krise geübt. Er meinte zudem, viele Menden würden grundlos in Quarantäne geschickt.

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Update, 16. Oktober, 8.08 Uhr: Weitere Kommunen in Hessen überschreiten kritischen Corona-Wert

Der Anstieg der Corona-Infektionen in Hessen hält an. Kassel überschritt den Angaben zufolge die 100 bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tagen: Die nordhessische Stadt liegt nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft laut RKI bei einer Inzidenz von 100,9.

Zu den Corona-Hotspots in Hessen zählen den Angaben zufolge nun auch Wiesbaden mit einem Wert von 53,1, zudem der Rheingau-Taunus-Kreis mit 56,6 und der Hochtaunuskreis mit 52,8.

Den kritischen Wert von 50 überschreiten weiter auch Offenbach (95,2) und Frankfurt (75,2) sowie der Kreis Groß-Gerau (84,5) und der Main-Taunus-Kreis (61,6).

Update, 15. Oktober, 14.06 Uhr: Sperrstunde in Frankfurt wird bis Ende Oktober verlängert

Angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen in Frankfurt wird die seit der vergangenen Woche geltende Sperrstunde um 23 Uhr bis Ende Oktober verlängert. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag beschlossen. Parallel zur Sperrstunde in Bars, Kneipen und Restaurants werde ein generelles Alkoholverkaufsverbot in der Zeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens eingeführt, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nach der Sitzung des Krisenstabs.

Am Mittwoch noch hatte die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen 70,9 betragen und war damit nicht mehr weit entfernt von der höchsten Warnstufe des Landes Hessen.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) kündigte an, dass für öffentliche Veranstaltungen eine Höchstgrenze von 100 Teilnehmern gelte - Ausnahmen seien möglich, wenn mit dem Gesundheitsamt ein Hygienekonzept abgestimmt werde. Im öffentlichen Raum werde eine Kontaktbeschränkung auf 10 Personen eingeführt. Auch für private Feiern gelte eine Höchstzahl von 10 Menschen, die aus höchstens zwei Hausständen stammen dürften. Profi-Sportveranstaltungen müssen nun ohne Zuschauer stattfinden.

Update, 15. Oktober, 12.50 Uhr: Tourismus in Hessen verzeichnet Einbruch bei Gästezahlen um knapp die Hälfte

Die Corona-Pandemie hat weiter erhebliche Auswirkungen auf den hessischen Tourismus. Die Beherbergungsbetriebe zählten im August 45 Prozent weniger Gäste und 37 Prozent weniger Übernachtungen als noch im gleichen Monat 2019, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. 36 Prozent weniger Inlandsgäste blieben über Nacht, aus dem Ausland reisten sogar 71 Prozent weniger Gäste an.

Die geöffneten Betriebe hätten wegen der Corona-Pandemie zahlreiche Auflagen erfüllen müssen, erklärte das Landesamt. "Dadurch reduzierte sich das Bettenangebot gegenüber August 2019 um ein Zehntel, die durchschnittliche Auslastung sank um ein Drittel auf 26 Prozent." Die Beherbergungsbetriebe registrierten im August 816.300 Gäste und rund 2,15 Millionen Übernachtungen.

Die stärksten Rückgänge der Übernachtungszahlen mussten Betriebe in Frankfurt (minus 62 Prozent) und im Landkreis Groß-Gerau (minus 59 Prozent) hinnehmen. Am wenigsten waren die Landkreise Waldeck-Frankenberg (minus 8 Prozent), Schwalm-Eder-Kreis (minus 11 Prozent) und Limburg-Weilburg (minus 13 Prozent) betroffen.

Ein anderes Bild zeigt sich auf den Campingplätzen. Zwar sei ein gutes Zehntel der Betriebe im August 2020 geschlossen geblieben, teilte das Landesamt mit. Die 205 geöffneten Plätze verzeichneten jedoch ein Gästeplus von fünf Prozent.

Update, 15. Oktober, 6 Uhr: Weihnachtsmärkte in Hessen sind möglich

Trotz der Corona-Pandemie kann es in Hessen Weihnachtsmärkte geben – aber mit Auflagen. Die Veranstalter wollen unter anderem die Fläche der Weihnachtsmärkte ausdehnen und sie dadurch entzerren, wie eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Auch sollen Stände für Speisen und Getränke einen Verzehrbereich einrichten, in dem die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln gelten wie in Restaurants.

In Frankfurt ist etwa ein Weihnachtsmarkt vom 23. November bis 22. Dezember geplant, wie der Veranstalter berichtete. Auch in Wiesbaden, Darmstadt und Kassel sind Weihnachtsmärkte angedacht.

Nach Angaben der Staatskanzlei gelten die gleichen Corona-Regeln wie für Wochenmärkte, etwa was den Abstand und die Hygiene angeht.

Update, 14. Oktober, 17.13 Uhr: Kassel mit höchstem Corona-Wert in Hessen

Wegen einem Corona-Ausbruch in einem Flüchtlingsheim in Kassel hat die Stadt nun den höchsten Corona-Wert Hessens. Es stehen 301 Bewohner unter Quarantäne.

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Update, 14. Oktober, 13.15 Uhr: Corona-Pandemie reißt großes Loch in die Kassen der hessischen Verkehrsunternehmen

Die Corona-Pandemie wird nach Einschätzung des hessischen Verkehrsministeriums im öffentlichen Nahverkehr in diesem Jahr Verluste von rund 300 Millionen Euro verursachen.

Grund seien die zwischenzeitlich stark gesunkenen Fahrgastzahlen, sagte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch dem Sender hr-iNFO. Aus Bundesmitteln kämen ungefähr 250 Millionen Euro, weshalb damit zu rechnen sei, dass das Land etwas darauflege. Dies ließe sich aus dem Corona-Sondervermögen stemmen.

Auch nächstes Jahr sei dies möglich. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir nächstes Jahr bei den Einnahmen wieder bei 100 Prozent sein werden", sagte Al-Wazir.

Wichtig sei das Vertrauen der Fahrgäste. Bisher habe sich gezeigt, dass der öffentliche Nahverkehr kein Hotspot bei der Übertragung des Corona-Virus sei.

Update, 14. Oktober, 5.55 Uhr: Corona-Infektionsquellen in Frankfurt und Hessen oft nicht mehr ermittelbar

Tests auf das SARS-CoV-2-Virus werden in einem Labor ausgewertet.
Tests auf das SARS-CoV-2-Virus werden in einem Labor ausgewertet.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Hessens Gesundheitsämter können einen erheblichen Teil der neuen Corona-Infektionen nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen.

Die Quote der nicht mehr nachvollziehbaren Ansteckungen lag in den vergangenen 14 Tagen je nach Kommune zwischen 29 und 76 Prozent, wie Stichproben der Deutschen Presse-Agentur bei Städten und Kreisen mit erhöhten Infektionszahlen zeigen. In Frankfurt beispielsweise konnte – abgesehen von größeren Ausbrüchen in Einrichtungen – in weniger als 50 Prozent der gemeldeten Fälle, eine Person oder Situation ermittelt werden, von der die Infektion ausging.

Wird eine Corona-Infektion festgestellt, versuchen die Ämter die Infektionskette nachzuvollziehen und zu unterbrechen. Doch angesichts steigender Infizierten-Zahlen arbeiten die Behörden vielerorts am Limit.

Der Verband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes kritisiert die bisherige Strategie: "Die Frage ist: Ist es sinnvoll, allen Verdachtsfällen nachzujagen oder wenden wir uns den kranken Leuten zu? Verbrennen wir weiter Laborkapazitäten oder schalten wir langsam in den Modus medizinischer Vernunft um und kümmern uns um die Infizierten/Kranken und Schutzbedürftigen?", sagte Jürgen Krahn, Vorstand der Verbands in Hessen.

Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hatte bei einer Pressekonferenz am Montag das Ziel genannt, die Infiziertenzahlen nach unten zu drücken, um eine Nachverfolgbarkeit von Infektionen durch die Gesundheitsämter weiter zu gewährleisten.

Update, 13. Oktober, 19.13 Uhr: Frankfurt vor höchster Corona-Warnstufe

Die Stadt Frankfurt steuert auf die höchste Corona-Warnstufe in Hessen zu.

Nach Berechnungen des städtischen Gesundheitsamts liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage bei 74,8, teilte die Stadt am Dienstagnachmittag mit.

Die fünfte Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes greift ab 75. Nach der Nachbarstadt Offenbach forderte auch Frankfurt die Unterstützung der Bundeswehr bei der Kontakt-Nachverfolgung an.

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Update, 13. Oktober, 7.46 Uhr: Rückschlag für Passagierverkehr am Frankfurter Flughafen

Die Erholung des Passagierverkehrs am Frankfurter Flughafen in der Corona-Krise hat im September einen Rückschlag erlitten.

Der Flughafenbetreiber Fraport zählte an Deutschlands größtem Airport knapp 1,15 Millionen Fluggäste und damit 82,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie er am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das waren zudem rund 360.000 Passagiere weniger als im August, als der Rückgang im Jahresvergleich 78,2 Prozent betragen hatte. Das Aufkommen an Fracht und Luftpost sank im September im Jahresvergleich um 5,2 Prozent auf 162.558 Tonnen.

Wegen neuer Infektionswellen haben Regierungen in Europa seit Mitte August wieder verstärkt Reisewarnungen für wichtige Urlaubsregionen und ganze Länder erlassen. Damit wurde die Erholung des Flugverkehrs in der Corona-Krise wieder ausgebremst, die nach der Aufhebung der Reisewarnungen innerhalb der EU Mitte Juni begonnen hatte.

Zuvor war der Reiseverkehr wegen der Pandemie auf ein Minimum zusammengebrochen. Branchenvertreter erwarten, dass der Passagierverkehr erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Coronavirus-Pandemie erreichen wird.

Update, 13. Oktober, 5.40 Uhr: Wohnungslosenhilfe in Hessen fordert Anerkennung als systemrelevant

Eine CO2-Ampel misst in der Bahnhofsmission Frankfurt am Main am Hauptbahnhof den Zustand der Atemluft in den Räumen.
Eine CO2-Ampel misst in der Bahnhofsmission Frankfurt am Main am Hauptbahnhof den Zustand der Atemluft in den Räumen.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Angesichts der sich verschärfenden Corona-Situation fürchten Sozialverbände einen Mitarbeitermangel in ihren Hilfseinrichtungen für Obdachlose.

"Daher ist unsere dringende Forderung an das Land Hessen, die Wohnungslosenhilfe als systemrelevant anzuerkennen", sagte der Leiter des Arbeitskreises Armut, Migration und soziale Integration der Wohlfahrtspflege, Stefan Gillich. Dann hätten Mitarbeiter Anspruch auf Notbetreuungsprogramme für ihre Kinder.

"Kollegen berichten mir, dass sie Schwierigkeiten haben, Einrichtungen offen zu halten", erklärte Gillich, der auch Leiter des Referats Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie ist. Denn bei Kitaschließungen wegen Corona-Verdachtsfällen müssten die Eltern zur Betreuung ihrer Kinder bisher zu Hause bleiben. Sie fehlten dann als Mitarbeiter in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. Würden die als systemrelevant anerkannt, könnten sie ihre Kinder in eine Notbetreuung geben.

Nach Abgaben des Landes Hessen gelten nur Menschen und Institutionen als systemrelevant, die unmittelbar in der gesundheitlichen Versorgung tätig sind oder die die Beratung in Notfällen oder akuten Krisensituationen gewährleisten.

"Die im Bereich der Betreuung der Wohnungslosen tätigen Beschäftigten fallen nicht hierunter", erklärte eine Ministeriumssprecherin. Es gebe nur wenige Ausnahmen, wie bei der Ausgabe von Mittagessen und der Nutzung der Kleiderkammern.

Update, 12. Oktober, 18.57 Uhr: Gastwirtin wehrt sich gegen Sperrstunde, Gericht lehnt Antrag ab

Das Verwaltungsgericht in Frankfurt hat den Eilantrag einer Gastwirtin gegen die von der Stadt verhängte Sperrstunde ab 23 Uhr abgelehnt.

Es verwies am Montag auf die fragiler werdende Situation mit der Gefahr einer Überlastung des Gesundheits-Systems. Die Sperrzeit-Regeln verfolgten einen legitimen Zweck und seien geeignet und notwendig, um das Ziel zu erreichen, das Virus einzudämmen, teilte das Gericht mit.

Wegen der gestiegenen Corona-Infektionen gilt in den Frankfurter Gaststätten und Restaurants seit dem vergangenen Freitag eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Die Gastwirtin wollte ihren Betrieb weiterhin bis Mitternacht offen halten.

Im Rahmen einer Interessen-Abwägung sei der Nachteil für die Antragstellerin nicht schwerer zu gewichten, hieß es in der Begründung des Gerichts. Die neuen Regelungen gelten vorerst bis 18. Oktober.

Update, 12. Oktober, 17.06 Uhr: Gastronomen dürfen künftig Ausweis verlangen

Ein Ordner mit der Aufschrift "Kontaktdaten Coronaverordnung" liegt in einer Gaststätte auf der Theke. (Symbolbild)
Ein Ordner mit der Aufschrift "Kontaktdaten Coronaverordnung" liegt in einer Gaststätte auf der Theke. (Symbolbild)  © dpa/Marijan Murat

Gastronomen in Hessen können sich zur Überprüfung von korrekten Angaben auf den Corona-Gästelisten künftig den Ausweis ihrer Kunden zeigen lassen.

"Wir haben ausdrücklich beschlossen, dass auf Verlangen des Service-Personals derjenige, der in eine Gaststätte möchte, auch den Personal-Ausweis vorlegen muss oder ein anderes amtliches Dokument", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Das sei der richtige Schritt um zu verhindern, dass auf den Listen Fantasienamen stünden, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten mit Covid-19 verhindern.

Laut Bouffier gilt bei solchen Überprüfungen aber das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Wenn es eine Vermutung gebe, dass die Angaben des Gastes falsch seien, müsse das Gastronomie-Personal eingreifen.

Gelten sollen die Änderungen ab Montag (19. Oktober).

Update, 12. Oktober, 16.53 Uhr: Hessen begrenzt private Feiern in angemieteten Räumen auf 50

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen beschränkt das Land Hessen die Zahl der maximal erlaubten Teilnehmer bei Feiern im öffentlichen Raum auf 50.

Diese Zahl gelte in angemieteten Räumen unabhängig vom Infektions-Geschehen in der Region, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Bei Feiern in den eigenen vier Wänden sollen es maximal 25 Gäste sein - allerdings sei das nur eine Empfehlung. "Wir nehmen besondere Rücksicht auf den geschützten Raum der eigenen Wohnung."

Gelten sollen die Änderungen ab Montag (19. Oktonber). In Wiesbaden hatte zuvor das Corona-Kabinett getagt. Es handelt sich dabei um einen ressortübergreifenden Krisenstab der hessischen Landesregierung.

Update, 12. Oktober, 13.40 Uhr: Zunächst keine weiteren Maßnahmen in Offenbach geplant

Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz ! Corona stoppen !" prangte im August 2020 am Ortseingang von Offenbach.
Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz ! Corona stoppen !" prangte im August 2020 am Ortseingang von Offenbach.  © Arne Dedert/dpa

Im Corona-Hotspot Offenbach hat der Krisenstab am Montag trotz der zugespitzten Situation keine weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen. Es werde insgesamt zehn Tage lang abgewartet, wie die seit Freitag geltenden Regeln wirkten, sagte ein Sprecher der Stadt.

Der Inzidenzwert ist am Montag leicht auf 77,5 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken, am Sonntag hatte er bei 80,6 gelegen. Zwei Neuinfektionen wurden bekannt.

Es seien nicht nur größere Veranstaltungen oder Feiern gewesen, bei denen sich die Menschen angesteckt hätten, erklärte der Sprecher. Auch viele Pendler, die außerhalb von Offenbach arbeiteten, hätten sich infiziert – etwa in dem Paketzentrum in Obertshausen Ende September. "Bei der Kontaktverfolgung kommen wir kaum mehr hinterher. Es gibt immer mehr Fälle, bei denen wir nicht alle Personen ermitteln können." Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien an ihrer Belastungsgrenze.

Unterstützt werden sie bei der Kontaktverfolgung und der Durchführung von Tests spätestens ab Dienstag von 16 Sanitätern der Bundeswehr. Die Stadt hatte diese am Wochenende angefordert.

Ähnlich wie in der Nachbarstadt Frankfurt gilt in Offenbach derzeit eine Sperrstunde ab 23 Uhr in Bars und Restaurants, zudem gibt es Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum.

Update, 12. Oktober, 9.36 Uhr: Offenbacher Krisenstab befasst sich mit Corona-Situation

In Offenbach ist am Montagmorgen der Krisenstab zusammengetreten, um die seit dem Wochenende noch einmal zugespitzte Situation der Corona-Infektionen zu erörtern. Neue Angaben zu den Infektionszahlen konnte eine Sprecherin der Stadt am Morgen noch nicht machen. Am Sonntag war in Offenbach die höchste Warnstufe des Landes Hessen überschritten worden.

Am Sonntag hatte der sogenannte Inzidenzwert bei 80,6 Infizierten pro 100.000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen gelegen. Mit 142 aktiv infizierten Menschen war zudem ein neuer Höchstwert in der Stadt erreicht worden. Zur Unterstützung des Stadtgesundheitsamtes bei der Kontaktnachverfolgung und der Durchführung von Tests hatte die Stadt am Wochenende bereits medizinisches Personal der Bundeswehr angefordert.

Ähnlich wie in der Nachbarstadt Frankfurt, wo in der vergangenen Woche die zweithöchste Warnstufe des Landes erreicht wurde, gibt es in Offenbach derzeit eine Sperrstunde ab 23 Uhr in Bars und Restaurant und Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum.

Update, 11. Oktober, 20.47 Uhr: Rund 300 Asylbewerber in Kassel unter Quarantäne

Kassel - Die Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung in Kassel-Niederzwehren sind wegen mehrerer Infektionen mit dem Coronavirus vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. Zunächst war in der vergangenen Woche ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Regierungspräsidium Gießen am Sonntag mitteilte.

Später wurden zwei Frauen, ein Mann und ein Kind, die in der Unterkunft leben, ebenfalls positiv getestet. Die Betroffenen und ihrer Kontaktpersonen seien sofort isoliert worden. Am Freitag wurde die Einrichtung demnach auf Veranlassung des zuständigen Gesundheitsamtes unter Quarantäne gestellt.

Am kommenden Dienstag (13. Oktober) sollen nun alle 301 Bewohner der Einrichtung getestet werden, hieß es. Wegen der Quarantäne dürften die Asylbewerber das Gelände bis auf Weiteres nicht verlassen. Sie würden vor Ort medizinisch und sozial betreut.

In fünf Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen leben nach Angaben des Regierungspräsidiums derzeit 3219 Menschen. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden bisher 22 von ihnen positiv auf das Coronavirus getestet.

Update, 11. Oktober, 18.02 Uhr: Bouffier präsentiert neue Maßnahmen gegen das Coronavirus

Das hessische Corona-Kabinett berät an diesem Montag über weitere Maßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden im Anschluss (15.30 Uhr) in Wiesbaden über die Beschlüsse informieren.

Bundesweit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Zuletzt waren innerdeutsche Corona-Reisebeschränkungen beschlossen worden. Das Corona-Kabinett ist ein ressortübergreifender Krisenstab der hessischen Landesregierung.

Update, 11. Oktober, 12.36 Uhr: Offenbach erreicht höchste Corona-Warnstufe

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionen hat die Stadt Offenbach die höchste landesweite Warnstufe erreicht. Wie eine Sprecherin des Sozialministeriums am Sonntag in Wiesbaden sagte, wurden innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner mehr als 80 nachgewiesene Corona-Infektionen gemeldet.

Die genauen Zahl lag zunächst nicht vor. Das gestaffelte Eskalationskonzept der Landesregierung sieht vor, dass ab einem Inzidenz-Wert von 75 der Planungsstab Covid-19 des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage übernimmt. Die Stadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Update, 10. Oktober, 16 Uhr: Offenbach kurz vor neuer Warnstufe - fast 500 neue Fälle in Hessen

Mit mehr als 70 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner an sieben aufeinanderfolgenden Tagen steuert Offenbach auf die höchste Warnstufe der Eskalationsskala des Landes zu. Das Sozialministerium gab am Samstag (Stand 0 Uhr) den Wert der sogenannten Inzidenz mit 70,4 an.

Einen hohen Wert verzeichnet weiterhin Frankfurt mit 65,2. In beiden Städten gelten jetzt verschärfte Maßnahmen und Regeln. Mit 21 586 bestätigten Coronafällen in Hessen stieg die Zahl innerhalb eines Tages um 494 Fälle. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg um zwei auf 559.

Das Eskalationskonzept der Landesregierung sieht beim Überschreiten verschiedener Inzidenzwerte gestaffelte Warnstufen vor. Ab einer Inzidenz von 20 ist dies etwa erhöhte Aufmerksamkeit. Über einem Wert von 35 sind weitere Beschränkungen möglich. Ab einem Wert von 50 greift laut Sozialministerium ein "konsequentes Beschränkungskonzept".

Ab einem Wert von 75 übernimmt der Planungsstab des Sozialministeriums in Wiesbaden die Steuerung der medizinischen Lage.

Update, 10. Oktober, 11.01 Uhr: Mieterbund warnt vor Kündigungen

Wegen coronabedingter Zahlungsschwierigkeiten hat der Mieterbund in Hessen vor zunehmenden Kündigungen gewarnt. "Wir haben festgestellt, dass es vermehrt Probleme gibt", sagte Verbandsdirektorin Eva-Maria Winckelmann. Die Zahl der Mietkündigungen sei gestiegen. "Nach den Sommerferien hat sich die Lage deutlich verschärft", erklärte sie. Und es sei zu befürchten, dass die Welle im Herbst noch weiter steige.

In der Corona-Krise hatte die Bundesregierung zunächst eine Stundungsregel eingeführt. So mussten Mieten unter bestimmten Voraussetzungen zwischen April und Juni nicht sofort gezahlt werden. Vermieter durften den Betroffenen nicht wegen ausbleibender Mietzahlungen kündigen. Seit Juli gilt dieser Schutz aber nicht mehr.

Wegen Corona seien viele Menschen in Kurzarbeit oder hätten ihre Jobs verloren, sagte Winckelmann. "Sie haben jetzt Schwierigkeiten, ihre Mieten zu bezahlen und Angst, ihre Wohnungen zu verlieren." Und: "Die Reserven der Leute sind aufgebraucht."

Update, 9. Oktober, 17.45 Uhr: Schulen bekommen mehr Flexibilität bei Organisation

Hessen schafft einen rechtlichen Rahmen für mehr digitalen Distanzunterricht während der Corona-Pandemie. Schulen und Lehrerverbände seien mit Beginn des neuen Schuljahrs mehrfach mit der Bitte an das Kultusministerium herangetreten, dass sie die mit den digitalen Unterrichtselementen verbundenen Chancen als Ergänzung zum Präsenzunterricht stärker nutzen können, erklärte Kultusministerium Alexander Lorz (CDU) am Freitag in Wiesbaden.

Nach dem neuen Modell könne für die Dauer der Corona-Pandemie der Präsenzunterricht an beruflichen Schulen, in der Sekundarstufe II sowie in besonderen Fällen auch in den Klassenstufen 8 bis 10 der allgemein bildenden Schulen auf Basis des Schulgesetzes durch digital-gestützten Distanzunterricht ersetzt werden, erklärte Lorz. Dabei gelte eine Obergrenze von 25 Prozent der Unterrichtsstunden und für die Berufsschule von 50 Prozent.

Der digital-gestützte Distanzunterricht werde auf freiwilliger Basis eingerichtet. Voraussetzung sei die Zustimmung der schulischen Gremien und des Schulträgers sowie eine entsprechende technische Ausstattung der Schulen und ihrer Schüler, berichtete der Minister. Mit dem Angebot werde den Schulen während der Corona-Pandemie mehr Flexibilität bei der Organisation des Unterrichts ermöglicht. Die Genehmigung der entsprechenden Anträge erfolge über das Kultusministerium.

Update, 9. Oktober, 13.55 Uhr: Offenbach nicht mehr weit von höchster Corona-Warnstufe entfernt

Angesichts weiter steigender Zahlen nachgewiesener Corona-Infektionen ist die Stadt Offenbach nicht mehr weit von der höchsten Warnstufe des Landes Hessen entfernt.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 70,6 Fällen, wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht. Ab einem Wert von 75 übernimmt der Planungsstab des Sozialministeriums in Wiesbaden die Steuerung der medizinischen Lage.

Am Donnerstag waren auf 100.000 Einwohner 68,3 Infektionen binnen sieben Tagen gemeldet worden.

Die von der Stadt Offenbach veröffentlichten Zahlen liegen häufig über denen des Landes.

Einer der Gründe dafür sind nach früheren Angaben eines Sprechers die unterschiedlichen Übermittlungszeiten an das Robert Koch-Institut (RKI), wodurch es zu Verzögerungen kommen kann.

Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz ! Corona stoppen !" prangte im August 2020 am Ortseingang von Offenbach.
Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz ! Corona stoppen !" prangte im August 2020 am Ortseingang von Offenbach.  © Arne Dedert/dpa

Update, 9. Oktober, 13.05 Uhr: Dorf-Bevölkerung in Nordhessen fast komplett in Quarantäne

In Nordhessen ist nach einem Corona-Ausbruch ein Großteil der Bevölkerung eines Mini-Dorfs unter Quarantäne gestellt worden. Hübenthal ist ein Stadtteil der Stadt Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis und hat rund 90 Einwohner.

Mehr Infos >> hier.

Die Versorgung der Menschen soll durch Nachbarschaftshilfe erfolgen (Symbolbild).
Die Versorgung der Menschen soll durch Nachbarschaftshilfe erfolgen (Symbolbild).  © Fabian Strauch/dpa

Update, 9. Oktober, 12.32 Uhr: Schulschließungen laut Frankfurter Gesundheitsamt nicht mehr nötig

Das Foto von Ende Juli zeigt eine siebenjährige Schülerin mit Gesichtsmaske in einem Frankfurter Klassenzimmer.
Das Foto von Ende Juli zeigt eine siebenjährige Schülerin mit Gesichtsmaske in einem Frankfurter Klassenzimmer.  © Andreas Arnold/dpa

Schulschließungen sind nach Einschätzung des Leiters des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, kein Mittel gegen steigende Corona-Infektionszahlen.

"Die Schulschließungen insgesamt haben nicht viel dazu beigetragen, dass die Fallzahlen runtergegangen sind", sagte Gottschalk dem Sender hr-iNFO am Freitag. Jüngere Schüler seien keine Infektionsquelle, sie steckten Erwachsene nicht an - eher umgekehrt. Lehrer und ältere Schüler könnten Masken tragen. Schulschließungen müsse man nicht mehr als Mittel in Erwägung ziehen.

Das Beherbergungsverbot für Menschen aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen in mehreren Bundesländern bezeichnete Gottschalk als nicht nachvollziehbar und infektiologisch nicht vernünftig. Angesichts der Inkubationszeit des Virus von 14 Tagen sage ein negativer Test im Prinzip gar nichts aus.

Solche uneinheitlichen Regelungen seien auch ein Grund, für Zweifel an den Maßnahmen in der Bevölkerung. "Wenn man keine einheitlichen Regelungen schafft und dafür Sorge trägt, dass ich in Bayern ganz anders behandelt werde als im Saarland oder in Schleswig-Holstein, dann muss ich mich nicht wundern, wenn das nicht mehr verstanden wird", sagte Gottschalk.

Die Sperrstunden-Verfügung, die ab diesem Freitag jeweils um 23 Uhr in Frankfurter Gaststätten gilt, sei hingegen richtig. Dort würden nicht zulässige Kinn-Nasen-Schutzbedeckungen getragen oder teils gar keine Masken. "Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum insbesondere in der jungen Bevölkerung sich das Virus wieder ausbreiten kann."

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts seien derzeit kaum mehr in der Lage, jede Infektionskette bis ins Detail nachverfolgen zu können. Bislang hätten sie auch darauf geachtet, ob Menschen aus Risikogruppen betroffen sein könnten. Wenn dies nicht mehr gelinge, drohten Engpässe in den Krankenhäusern.

Update, 9. Oktober, 12.25 Uhr: Das Land Hessen darf Masken im Unterricht empfehlen

Das Land Hessen darf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Schulunterricht empfehlen. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs hervor.

Die Kasseler Richter lehnten den Eilantrag eines Schülers ab, der sich gegen eine von seiner Schule ausgesprochene dringende Empfehlung gewehrt hatte. Diese stelle eine Meinungsäußerung dar, die der Adressat zwar berücksichtigen solle, die aber seine Entscheidungsfreiheit unberührt lasse, so das Gericht.

Der Schüler werde somit in seinen Grundrechten nicht verletzt. Diese Entscheidung ist rechtskräftig.(Aktenzeichen: 7 B 2192/20)

Bei dem Fall aus dem Rheingau-Taunus-Kreis hatte die Schule unter anderem festgeschrieben: "Aufgrund der Lerngruppengrößen von über 15 Personen ist es dringend empfohlen, auch während des Unterrichts eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, da in den Räumen nicht der notwendige Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann."

Der Schüler wehrte sich und bekam vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden zunächst Recht. Doch das Land Hessen hatte mit seiner Beschwerde dagegen Erfolg.

Die Kasseler Richter erklärten aber auch, dass die Situation anders gewesen wäre, wenn die Äußerung nur vom Wortlaut her eine Empfehlung gewesen wäre, in Wirklichkeit aber als Pflicht verstanden werden müsse.

Aus den dienstlichen Erklärungen der Lehrer lasse sich aber entnehmen, dass das Befolgen freiwillig sei.

Update, 9. Oktober, 6.10 Uhr: Corona-Hotspots Frankfurt und Offenbach

Die Mainmetropole Frankfurt hat sich zu einem Corona-Hotspot entwickelt.
Die Mainmetropole Frankfurt hat sich zu einem Corona-Hotspot entwickelt.  © Boris Roessler/dpa

Innerhalb von Tagen haben sich auch in Hessen die Corona-Infektionszahlen rasant entwickelt – insbesondere in den Ballungszentren der Rhein-Main-Region. Hinzu kommt: Meist sind die hohen Fallzahlen nicht auf Einzelereignisse zurückzuführen.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sieht das Krisenmanagement vor einer Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Oberbürgermeistern mehrerer Großstädte daher auch als Gemeinschaftsaufgabe über die kommunalen Grenzen hinaus. "Ich werde in dem zweiten Gespräch mit der Kanzlerin dafür werben, dass sich die Metropolen bei ihren Corona-Maßnahmen noch besser koordinieren. Das schafft Verlässlichkeit und Vertrauen", sagte Feldmann der Deutschen Presse-Agentur.

Einheitliche Regeln schafften Akzeptanz und Vertrauen, hatte Feldmann zuvor schon nach einer Sitzung des Verwaltungsrats über zusätzliche Maßnahmen in Frankfurt betont. "Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass es keinen regionalen Flickenteppich aus Corona-Regeln gibt.

"In Frankfurt ist am Donnerstag die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten worden. Das teilte Hessens größte Stadt mit.

Die aktuelle Inzidenz liege in der Mainmetropole bei 59,1, heißt es in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt erließ. Im benachbarten Offenbach lag der Wert am Donnerstag sogar bei 68,3.

Update, 9. Oktober, 5.55 Uhr: Gastwirte in Hessen investieren vor Corona-Winter

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants.
Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants.  © picture alliance / dpa

Mit Investitionen in Luftfilter, Heizpilze und Abtrennungen aus Plexiglas bereitet sich die Gastronomie in Hessen in der Corona-Krise auf kühlere Temperaturen vor.

Die Lage in der Branche sei nach wie vor sehr angespannt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, Julius Wagner. Der Sommer sei für die Gaststätten, die draußen Plätze anbieten konnten, auf dem Land wie in der Stadt relativ stabil verlaufen. 20 bis 30 Prozent Minus beim Umsatz seien es im Vorjahresvergleich aber dennoch mindestens gewesen.

Nun machten sich die Gastronomen Gedanken, wie sie angesichts der Corona-Pandemie durch den Herbst und Winter kommen könnten. In den großen hessischen Städten Frankfurt, Wiesbaden, Fulda, Darmstadt und Kassel seien Vereinbarungen getroffen worden, um Außenplätze weiter anbieten zu können – auch mit Windschutz und Heizmöglichkeiten.

Gezeigt habe sich, dass es sich lohne, wenn Gastronomen die Corona-Regeln einhielten. Dann kämen die Gäste auch in die Innenräume. Hier werde auch teils kräftig investiert, etwa in spezielle Anlagen zur Luftreinigung.

Im September machte die Branche in Hessen insgesamt 45 Prozent weniger Umsatz. Dazu zählen auch Hotels und Clubs sowie Diskotheken. Letztere sind seit Mitte März geschlossen. Die Stadthotellerie verbuche ein Minus zwischen 60 und 80, teils sogar 90 Prozent wegen fehlender Messegäste.

Eine aktuelle Umfrage habe ergeben, dass 15 Prozent der Betriebe sicher davon ausgehen, dass sie ihr Geschäft in den nächsten zwei Monaten aufgeben müssten. Grund sei, dass Rücklagen aufgebraucht seien und es keine Perspektive gebe. Die Branche warte deshalb auf das von der Landesregierung angekündigte Nothilfeprogramm.

Update, 8. Oktober, 13.59 Uhr: Gastwirte wollen wegen Sperrstunde gegen Frankfurt klagen

Mehrere Gastwirte haben Klagen gegen die von der Stadt Frankfurt verhängte Sperrstunde ab 23 Uhr angekündigt. "Es wird Eilanträge geben, dann werden Gerichte das entscheiden", sagte der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, am Donnerstag. Eine Sperrstunde um diese Zeit mache keinen Sinn und sei unbegründet.

Der Anstieg der Infektionszahlen gehe nicht auf die Gastronomie zurück. Problematisch seien private oder illegale Partys, gegen die die Stadt bisher nicht ausreichend vorgegangen sei. "Wir sehen nicht ein, dass wir der Sündenbock sein sollen", sagte Djamegari.

In der Initiative sind zahlreiche Frankfurter Gastronomen vertreten. Sie würden eine Sperrstunde ab Mitternacht akzeptieren, sagte Djamegari. Frankfurt hatte die Zeit bereits von 22 auf 23 Uhr nach hinten geschoben. Die Sperrstunde soll ab diesem Freitag gelten.

Update, 8. Oktober, 13.56 Uhr: Sperrstunde in Frankfurt nun erst ab 23 Uhr

Die von Freitag an geplante Sperrstunde in Frankfurt soll nun zwischen 23 und 6 Uhr statt wie ursprünglich geplant ab 22 Uhr gelten. Das hat der Corona-Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag beschlossen, wie eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats mitteilte. Damit reagiere Frankfurt auf entsprechende Beschlüsse der Städte Offenbach und Berlin.

In Bayern hatte das Kabinett bereits im September die Möglichkeit für eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr geschaffen. Frankfurt hatte in den vergangenen Tagen hohe Infektionszahlen verzeichnet und näherte sich der Warnstufe 4 der Eskalationsskala des Landes Hessen. Zuvor hatte hessenschau.de darüber berichtet.

"Einheitliche Regeln schaffen Akzeptanz und Vertrauen", sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nach der Sitzung des Krisenstabs. Es werde zu Recht erwartet, "dass es keinen regionalen Flickenteppich aus Corona-Regeln gibt".

Update, 8. Oktober, 13.24 Uhr: Weiter kostenlose Corona-Tests für Erzieherinnen in Kitas

Nach einer Fortführung kostenloser Corona-Test für die Lehrer in Hessen hat die Landesregierung auch für Erzieherinnen und Beschäftigte in der Kindertagespflege diese Vorsichtsmaßnahme verlängert.

Das vom Land finanzierte Angebot gelte nun bis zum 15. November, teilte das hessische Sozialministerium am Donnerstag mit. "Ein Test ist weiterhin alle 14 Tage möglich, um so diesen Beschäftigten in der Kinderbetreuung, einem Arbeitsfeld, in dem weder das Abstandsgebot eingehalten noch die Maskenpflicht umgesetzt werden kann, die Sicherheit zu geben", erklärte Staatssekretärin Anne Janz (Grüne). Das kostenlose Test-Angebot wäre am Donnerstag ausgelaufen.

Voraussetzung für den kostenlosen Test ist, dass es keine konkreten Symptome einer Corona-Infektion gibt. Ausgenommen seien auch andere, bereits geregelte Testanlässe, wie zum Beispiel bei Reiserückkehrern.

"Im Sinne eines auch in Zeiten der Pandemie möglichst reibungslos funktionierenden Regelbetriebs der hessischen Kindertagesstätten und -tagespflegestellen und vor dem Hintergrund aktuell wieder steigender Infektionszahlen geben wir gerne die Möglichkeit, sich regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Frank Dastych.

Update, 8. Oktober, 5.50 Uhr: Verteilung von Tablets an Pflegeheime nahezu abgeschlossen

Eine Frau spielt im Seniorenheim mit ihrem Tablet Mahyong.
Eine Frau spielt im Seniorenheim mit ihrem Tablet Mahyong.  © Uwe Zucchi/dpa

Die Verteilung von 10.000 Tablets an hessische Pflegeheime aus einem Corona-Hilfsprogramm der Landesregierung ist nahezu abgeschlossen. Künftig soll ein Gerät pro sechs bis acht Bewohner in den Einrichtungen zur Verfügung stehen. Die Tablets sollen den Kontakt zu den Angehörigen und Freunden erleichtern, etwa wenn es Besuchsbeschränkungen gibt.

Die Verteilung der Geräte sei jeweils zur Hälfte über die zur Verfügung stehenden und die tatsächlich belegten Plätze errechnet worden. Das geht aus den Antworten von Sozialminister Kai Klose (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Yanki Pürsün in Wiesbaden hervor.

Nach Angaben des Sozialministeriums wurden die Tablets in Chargen ausgehändigt. Momentan laufe eine Auswertung zur Verteilung der Geräte, die noch nicht ganz abgeschlossen sei. Erste Zahlen ließen jedoch vermuten, dass ein geringer Restbestand an Tablets noch nicht verteilt oder aus anderen Gründen nicht angenommen worden sei. Für diese Geräte lägen bereits Anfragen aus anderen Einrichtungen vor.

Klose und Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) hatten im Juni symbolisch die ersten Geräte übergeben. "Mit den digitalen Begleitern erleichtern wir den Alltag für diese Menschen ein wenig und wirken der Vereinsamung und sozialen Isolation entgegen", hatte Klose erklärt.

Laut Sinemus profitieren landesweit mehr als 1000 Einrichtungen mit insgesamt knapp 70.000 Bewohnern von der Aktion. Die Tablets kosteten den Angaben zufolge pro Stück rund 140 Euro und wurden über die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt.

Update, 7. Oktober, 14.32 Uhr: Frankfurt liegt bei 7-Tage-Inzidenz unter kritischer Marke

Bei den Corona-Neuinfektionen hat Frankfurt am Mittwoch unter der kritischen Zahl von 50 pro 100 000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen gelegen.

Die Inzidenz betrug am Mittag 46,3, wie das Gesundheitsdezernat mitteilte. Am Dienstag lag der Wert bei 46,5 Fällen. In der vergangenen Woche waren in Frankfurt nach Angaben der Stadt insgeamt 365 Neuinfektionen gemeldet worden, das ist der höchste Wochenwert seit Beginn der Pandemie.

Der Verwaltungsstab der Stadt hatte angesichts der gestiegenen Infektionszahlen eine Reihe von Einschränkungen beschlossen, die voraussichtlich ab Freitag gelten. So wird in Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen wie der Zeil eine Maskenpflicht eingeführt.

Voraussichtlich bis Ende kommender Woche soll außerdem für Gaststätten eine Sperrstunde in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr eingeführt werden. Im öffentlichen Raum - auf Plätzen, Straßen und Grünflächen - werde Alkoholkonsum verboten.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) hatte am Dienstag erklärt, er rechnete damit, dass in den nächsten Tagen die Zahl von 50 Infizierten bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz überschritten werden könnte. Das entspricht der Warnstufe Rot des Eskalationskonzepts des Landes.

Update, 7. Oktober, 11.48 Uhr: Gastgewerbe kritisiert geplante Corona-Beschränkungen in Frankfurt

Die geplanten Corona-Beschränkungen in Frankfurt stoßen im Gastgewerbe auf scharfe Kritik. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, Julius Wagner, nannte die Regelungen im Interview des Radiosenders hr-iNFO einen "empfindlichen Angriff auf die Umsatzlage der ohnehin schon angeschlagenen Gastronomie". Frankfurt sei eine pulsierende Stadt, in der die Menschen vor allem am Wochenende spät Essen gingen.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt unter anderem beschlossen, dass voraussichtlich von Freitag (9.10.) an und bis Ende kommender Woche für Gaststätten eine Sperrstunde in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr gelten soll.

Damit würden diejenigen Gastronomen in Zwangshaft genommen, die die bisherigen Regeln ordnungsgemäß umsetzten und ihre Kapazitäten beschränkten, sagte Wagner. Dabei handele es sich um die Mehrheit.

"Das ist eigentlich eine unsagbare Maßnahme", sagte Wagner mit Blick auf die Sperrstunde. Die Ordnungsbehörden müssten stattdessen deutlich stärker durchgreifen und die bestehenden Regeln umsetzen, forderte Wagner.

Update, 7. Oktober, 6 Uhr: Mehr als 16.700 Studierende in Hessen stellen Antrag auf Corona-Nothilfe

Hessische Studierende haben bis zum 1. August mehr als 16.700 Anträge auf Nothilfe in der Corona-Pandemie gestellt. Wie aus einer Antwort des Wissenschaftsministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervorgeht, wurden gut 38 Prozent der Anträge abgelehnt. Demnach habe in vielen Fällen keine Notlage vorgelegen, die durch die Corona-Krise ausgelöst worden sei.

Zu den häufigsten Gründen für eine Ablehnung zählten auch, dass die Unterlagen unvollständig oder unlesbar gewesen seien oder die Frist für Nachbesserungen ohne Rückmeldung verstrichen sei. Die Anträge werden von den Studentenwerken in Marburg, Frankfurt, Gießen, Kassel und Darmstadt bearbeitet.

Das hessische Wissenschaftsministerin hatte im April zunächst 395.000 Euro für schnelle Hilfen für Studenten bereitgestellt. Ende April trat dann ein Hilfsprogramm des Bundes in Kraft, dass neben zinslosen Studienkrediten auch insgesamt 100 Millionen Euro für Zuschüsse vorsieht. Die Anträge für diese Zuschüsse können seit Mitte Juni gestellt werden. Aus dem Bundesfonds sind rund 10 Millionen Euro für Hessen vorgesehen.

Das Land Hessen hält weitere 10 Millionen Euro an Nothilfen für Studierende aus dem Corona-Sondervermögen bereit. Ausgezahlt werde erst, wenn die Bundesmittel erschöpft seien, teilte das Ministerium mit.

Update, 6. Oktober, 18.50 Uhr: Firma testet 700 Mitarbeiter nach Corona-Fällen bei Familienfeier:

Nachdem sich mehrere Menschen bei einer Familienfeier in Mittelhessen mit dem Corona-Virus angesteckt haben, sollen 700 Mitarbeiter einer Firma getestet werden. Wie das Design-Unternehmen am Dienstag bestätigte, habe es seine beiden Werke in Marburg und Fronhausen vorübergehend geschlossen. Zuvor hatten Medien berichtet.

Wie der Landkreis Marburg-Biedenkopf mitteilte, soll eine infizierte Person, die auch auf der Feier im Kreis Gießen gewesen war, zuvor bei dem Unternehmen gearbeitet und offenbar Mitarbeiter angesteckt haben. Zwölf Kollegen, von denen fast alle ebenfalls auf der Feier gewesen sein sollen, seien inzwischen positiv getestet worden.

Die private Feier fand nach Angaben des Landkreises Ende September in einem Gastronomiebetrieb im benachbarten Landkreis Gießen statt. Von 25 der 27 Anwesenden lagen am Montag positive Nachweise vor.

Der Landkreis Gießen kritisierte das Verhalten der Menschen auf der Geburtstagsfeier. "Durch die Befragung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der Kontaktermittlungen durch das Gesundheitsamt lässt sich ein gutes Bild über den Hergang der Feier zeichnen", teilte die Behörde mit. Es habe "Geburtstagslieder, Umarmungen und sogar Küsschen" gegeben.

Update, 6. Oktober, 18.48 Uhr: Vier positive Corona-Fälle in Staatstheater

Nachdem vier Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, hat das Hessische Staatstheater in Wiesbaden zwei Vorstellungen abgesagt. Der durch Quarantänevorgaben entstandene Personalmangel zwinge das Theater dazu, die für das Wochenende geplanten Vorführungen von "Lady Macbeth von Mzensk" und "Jesus Christ Superstar" abzusagen, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Nach Angaben des Theaters sind zunächst zwei technische Mitarbeiter unabhängig voneinander positiv getestet worden. Daraufhin hätten alle Kontaktpersonen aus Technik, Beleuchtung, Ton, Requisite und Dekoration einen Corona-Test gemacht, wobei zwei weitere Infektionen festgestellt worden seien.

Erst vor zwei Wochen hatte das Theater den Spielbetrieb kurzfristig eingestellt. Grund dafür war ein Missverständnis zwischen der Theaterleitung, dem Wiesbadener Gesundheitsamt und dem hessischen Kunstministerium über das Corona-Hygienekonzept.

Update, 6. Oktober, 16.20 Uhr: Frankfurt beschließt weitere Beschränkungen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Frankfurt hat der Verwaltungsstab der Stadt eine Reihe von Einschränkungen beschlossen. Voraussichtlich von Freitag an und bis Ende kommender Woche werde für Gaststätten eine Sperrstunde in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr eingeführt, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Krisenstabs.

Im öffentlichen Raum - auf Plätzen, Straßen und Grünflächen - werde Alkoholkonsum verboten. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen wie der Zeil werde eine Maskenpflicht eingeführt. "Wir müssen jetzt reagieren, sonst verspielen wir die erreichten Erfolge", betonte Feldmann.

Ob ähnlich wie in der Nachbarstadt Offenbach eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen angeordnet werde, solle in der kommenden Woche - noch vor Ende der Herbstferien - entschieden werden, sagte Majer. Bei privaten Feiern sollen in öffentlichen oder angemieteten Räumen maximal 25 Menschen zusammenkommen. Für Feiern in privaten Räumen werde dringend eine Begrenzung auf höchstens zehn Personen empfohlen.

Update, 6. Oktober, 8.45 Uhr: Firma testet 700 Mitarbeiter nach Corona-Fällen bei Familienfeier

Nachdem sich mehrere Menschen bei einer Familieneier in Mittelhessen mit dem Corona-Virus angesteckt haben, sollen 700 Mitarbeiter einer Firma getestet werden. Wie das Design-Unternehmen am Dienstag bestätigte, habe sie ihre beiden Werke in Marburg und Fronhausen vorübergehend geschlossen. Zuvor hatten weitere Medien berichtet.

Wie der Landkreis Marburg-Biedenkopf mitteilte, soll eine infizierte Person, die auch auf der Feier im Kreis Gießen gewesen war, zuvor bei dem Unternehmen gearbeitet und offenbar Mitarbeiter angesteckt haben. Zwölf Kollegen, von denen fast alle ebenfalls auf der Feier gewesen sein sollen, seien inzwischen positiv getestet worden.

Die private Feier fand nach Angaben des Landkreises Ende September in einem Gastronomiebetrieb im benachbarten Landkreis Gießen statt. Von 25 der 27 Anwesenden lagen am Montag positive Nachweise vor.

Update, 6. Oktober, 5.53 Uhr: Corona-Pandemie verändert Arbeit von Gebäudereinigern in Hessen

Eine Gebäudereinigerin wischt einen Flur.
Eine Gebäudereinigerin wischt einen Flur.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Pandemie wirbelt auch die Geschäfte von Hessens Gebäudereinigern durcheinander. Die Unternehmen müssten teilweise auf eine stark veränderte Nachfrage reagieren, sagte Guido Hahn, Sprecher der Landesinnung Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks: "Es gibt Kunden, da haben sich die Aufträge erhöht." In anderen Bereichen lasse die Zunahme von Home-Office Aufträge weg brechen.

Ein direkter Effekt der Pandemie ist laut der Innung die boomende Nachfrage nach Desinfektionslehrgängen. Zwar sei diese Ausbildung in den wenigsten Fällen wirklich erforderlich. Kunden wollten aber derartige Fachkenntnisse nachgewiesen haben.

Die Gebäudereiniger sind mit 150.000 Beschäftigten in Hessen das Handwerk mit den meisten Jobs. 300 Betriebe vertritt die Innung. Für die Branche habe die Corona-Krise zunächst einen Auftragseinbruch bedeutet. Durch den Lockdown wurden Geschäfte geschlossen. Firmen schickten ihre Mitarbeiter an Heimarbeitsplätze.

Dann sei die Nachfrage plötzlich stark gestiegen: Hotels und Kaufhäuser öffneten. Flächen, mit denen Menschen Kontakt haben, sollten auf Kundenwunsch öfter gereinigt werden. Besonders die Glas- und Sonderreiniger – letztere bieten Leistung über die reguläre Gebäudereinigung hinaus – hätten stark profitiert.

"Die hatten Probleme, bei den Zusatzaufträgen überhaupt hinterher zu kommen." Die klassischen Reinigungskräfte hätten dagegen oft weniger Arbeit als vor der Pandemie – je nachdem, wie stark ihre Kunden von der Krise betroffen sind.

Update, 5. Oktober, 17.38 Uhr: Mehrheit der RMV-Fahrgäste trägt Mund-Nasen-Bedeckung korrekt

In den Bussen und Bahnen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) hält sich die Mehrheit der Fahrgäste an die Maskenpflicht und trägt die Mund-Nasen-Bedeckung korrekt. Bei 92 Prozent der Fahrgäste gebe es keine Beanstandungen, berichtete eine RMV-Sprecherin am Montag zur Zwischenbilanz der RMV-Präventionsteams und zu den Erfahrungen mit mehr als 300.000 Fahrgästen.

"Die überwältigende Mehrheit der Fahrgäste hält sich nach wie vor an die Maskenpflicht", sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Bereits die Ansprache der Fahrgäste, die sich nicht korrekt verhalten, habe einen großen Effekt. Weniger als ein Prozent aller Fahrgäste waren komplett ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs. Knapp sieben Prozent trugen ihre Bedeckung falsch, etwa unter der Nase.

Mehr als 88 Prozent der Fahrgäste ohne oder mit nicht korrekt getragener Maske zeigten sich den Angaben zufolge einsichtig, korrigierten die Bedeckung oder nahmen eine Maske vom Präventionsteam entgegen. Die Zahl der Fahrgäste mit nicht korrekt getragener Maske sei beispielsweise im regionalen Schienenverkehr über den September hinweg von knapp sieben Prozent auf gut fünf Prozent gesunken.

Insgesamt 36 Mitarbeiter einer RMV-Tochtergesellschaft sind seit Mitte August in Bussen und Bahnen unterwegs, um Fahrgäste auf das korrekte Tragen der Masken hinzuweisen und bei Bedarf Masken gegen die Verbreitung des Coronavirus zu verteilen.

Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF wies am Montag darauf hin, dass sogenannte Kinnvisiere in Bussen und Bahnen nicht ausreichten. Sie seien keine ausreichende Mund-Nasen-Bedeckung gemäß der hessischen Corona-Verordnung, hieß es. Bei Kontrollen würden Fahrgäste, die Kinnvisiere nutzen, darauf angesprochen und um das Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung gebeten.

Die Bußgeldvorgaben für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen waren in Hessen Mitte August verschärft worden. Wer keine Abdeckung für Mund und Nase trägt, muss seitdem sofort 50 Euro zahlen - ohne vorherige Ermahnung. Allerdings können Bußgelder aus rechtlichen Gründen nicht von den Fahrkarten-Kontrolleuren erhoben werden. In mehreren Kommunen gab es daher bereits gemeinsame Kontrollen mit Stadt- oder Landespolizei oder Mitarbeitern örtlicher Ordnungsämter.

Update, 5. Oktober, 15.42 Uhr: Frankfurt bei Corona-Infektionen kurz vor Warnstufe vier

Frankfurt steuert bei der Zahl der Corona-Infektionen auf die nächste Warnstufe zu: Mit 48,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen befindet sich die Stadt kurz vor der 4. Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes. "Wir befürchten, dass wir beim Infektionsgeschehen in den nächsten Tagen die Eskalationsstufe rot erreichen werden", sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Montag.

Nachdem der Schwerpunkt der Neuinfektionen in der vergangenen Woche der Fokus auf einem lokal begrenzten Infektionsausbruch gelegen habe, werde in dieser Woche deutlich, "dass zwei Drittel der Infektionen mittlerweile im Bereich des Alltagslebens stattfinden, und nun andere Maßnahmen erforderlich sind", sagte Majer.

Majer kündigte außer lokalen Maßnahmen eine konsequente Umsetzung der Beschlüsse von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs an. Auch in Frankfurt müsse damit gerechnet werden, dass bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche höchstens 25 Teilnehmende in öffentlichen oder angemieteten Räumen erlaubt sind.

Für Feiern in privaten Räumen werde voraussichtlich eine Höchstzahl von 10 Personen dringlich empfohlen. Am Dienstag befasst sich in Frankfurt der Verwaltungsstab, der Krisenstab der Stadt mit den Maßnahmen bei Erreichen der Warnstufe "Rot".

Update, 4. Oktober, 7.18 Uhr: Angebot kostenloser Corona-Tests für Lehrer bis Mitte November

Das Angebot kostenloser Corona-Tests für hessische Lehrer wird verlängert. Das Land habe sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung und einem Frankfurter Labor geeinigt, die Tests wie bisher bis 15. November fortzusetzen, teilte das Kultusministerium der dpa in Wiesbaden mit. Einen Anspruch haben alle Mitarbeiter an Schulen oder der Jugendhilfe, die regelmäßig Kontakt zu Schülerinnen und Schülern haben. Sie können sich alle 14 Tage testen lassen.

Das freiwillige Angebot war zunächst bis zu den Herbstferien begrenzt gewesen. Es greift, wenn keine konkreten Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus vorliegen.

Zum Schulstart nach den Herbstferien am 19. Oktober gilt in Hessens Schulen zudem ein aktualisierter Hygieneplan. Er sieht unter anderem detailliertere Angaben zu Hygiene, Alltagsmasken und Mindestabstand vor, wie aus einem Schreiben des Kultusministeriums an die Schulleiter hervorgeht.

Der Plan gibt unter anderem vor, auf eine intensive Lüftung der Räume zu achten. Alle 20 Minuten sei eine Stoßlüftung beziehungsweise Querlüftung durch vollständig geöffnete Fenster über die Dauer von drei bis fünf Minuten vorzunehmen, heißt es.

Update, 2. Oktober, 12.45: Paul-Ehrlich-Institut genehmigt neue Impfstoff-Tests

Das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat erste Tests mit einem Covid-19-Impfstoff genehmigt, der auf einem Impfstoff gegen Pocken basiert.

In der ersten Phase der klinischen Prüfung wird der Impfstoff auf Sicherheit, Verträglichkeit und auf seine spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht.

Die klinische Studie soll Anfang Oktober "mit der Rekrutierung der ersten der insgesamt 30 Studien-Teilnehmer im medizinischen Auftragsinstitut CTC North am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) starten", wie das UKE Hamburg mitteilte.

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Update, 2. Oktober, 11.25 Uhr: Frankfurt überschreitet Grenzwert

Frankfurt hat nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) den nächsten Grenzwert des hessischen Eskalationskonzeptes überschritten. Das RKI in Berlin meldete am Freitag 42 neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. Ab einem Wert von 35 tritt in Hessen die nächste Warnstufe in Kraft.

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Update, 1. Oktober, 12.35 Uhr: Hessen bei Corona-Überbrückungshilfen durchschnittlich schnell

In Hessen haben bislang 8700 kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt (Symbolbild).
In Hessen haben bislang 8700 kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt (Symbolbild).  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die hessischen Behörden legen bei der Bewilligung von Corona-Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen nur ein mittleres Tempo vor. Laut einer Übersicht des Bundeswirtschaftsministeriums waren zum 29. September im Land 60,6 Prozent der gestellten Anträge bewilligt. Das lag knapp über dem Bundesschnitt von 60,3 Prozent, aber deutlich hinter Spitzenreiter Schleswig-Holstein (74,5 Prozent).

In Hessen haben bislang 8700 kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt. Im Schnitt wollten sie knapp 15.000 Euro, zusammen beläuft sich die Antragssumme auf 128,5 Millionen Euro. Von diesen sind bislang 70,7 Millionen Euro bewilligt.

Die Auszahlung der Gelder über die Länder lief zunächst schleppend, auch weil das Verfahren komplex ist. Wegen der nur spärlich abfließenden Überbrückungshilfen hatte die Bundesregierung Mitte September nachgebessert. Bis zum 29. September wurden von den insgesamt rund 103.600 Anträgen etwa 62.500 bewilligt mit einem Fördervolumen von fast 871 Millionen Euro, wie aus der Übersicht hervorgeht. Sie lag dpa vor, zuvor hatte das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtet.

Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Sie sollen die wirtschaftliche Existenz betroffener Unternehmen, Soloselbstständiger sowie von Freiberuflern sichern. Die Bundesregierung hatte kürzlich diese Zuschüsse bis Jahresende verlängert sowie erhöht und die Zugangsbedingungen vereinfacht.

Demnach können Unternehmen je nach Höhe der Fixkosten für die Monate September bis Dezember bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten. Bisher wurden für die Monate Juni bis August fixe Betriebskosten wie Mieten von zusammen bis zu 150.000 Euro erstattet, wenn Firmen erhebliche Umsatzausfälle nachweisen konnten. Zudem werden bis zu 90 Prozent der Fixkosten erstattet statt bisher 80 Prozent.

Die Überbrückungshilfe ist neben der seit Juli geltenden, befristeten Mehrwertsteuersenkung ein Eckpfeiler des 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets. Bis Ende September hat der Bund insgesamt 70 Milliarden Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen bewilligt, wie es in der Übersicht heißt. Der größte Teil entfiel mit 45,3 Milliarden Euro auf Kredite aus dem Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW.

Update, 1. Oktober, 5.50 Uhr: Lehrer-Gewerkschaft wegen Schulunterricht im Herbst sehr in Sorge

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) blickt angesichts der Pandemie mit Sorge auf den Rest des Schuljahres.

"Es sind überhaupt keine Vorkehrungen getroffen, wie wir im Herbst und Winter unter Corona-Bedingungen zurechtkommen sollen", sagte die GEW-Vorsitzende Birgit Koch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Man habe in den Schulen immer noch "viel zu viele Menschen viel zu lange Zeit und in viel zu kleinen Räumen ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz".

Mitte August hatte für mehr als 760.000 hessische Schüler das Schuljahr begonnen. Es gab jedoch immer wieder Quarantäne für Schüler und Lehrer wegen positiver Corona-Tests.

Meistens habe Unterricht aber stattgefunden, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Seit Schuljahresbeginn hätten an jedem Tag immer mehr als 99 Prozent der Schüler in die Schule gehen können.

Update, 30. September, 9.15 Uhr: Kreis Groß-Gerau verschärft Corona-Regeln wegen steigender Zahlen

Die Corona-Infektionszahlen im südhessischen Kreis Groß-Gerau sind gestiegen (Symbolbild).
Die Corona-Infektionszahlen im südhessischen Kreis Groß-Gerau sind gestiegen (Symbolbild).  © Yasin Akgul/dpa

Der Kreis Groß-Gerau reagiert auf steigende Corona-Infektionszahlen und beschränkt deshalb unter anderem die Teilnehmerzahl für private Feste und Feiern.

So sind seit diesem Mittwoch nicht mehr als 25 Gäste bei privaten Zusammenkünften und Feiern in angemieteten wie auch privaten Räumen erlaubt, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Unter freiem Himmel sind bis zu 100 Teilnehmer erlaubt.

Bei Zusammenkünften und Veranstaltungen im öffentlichen Raum muss außer auf dem eigenen Sitzplatz zudem eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen tragen. Für Sportveranstaltungen wird die Zahl der Zuschauer auf 50 in Hallen und 100 unter freiem Himmel begrenzt. Die verschärften Regeln gelten zunächst bis zum 13. Oktober.

Zuletzt war im Kreis Groß-Gerau wieder die Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten Tagen (Inzidenz) überschritten worden. Mit den schärferen Regeln will der Kreis die weitere Ausbreitung von Sars-Cov-2 eindämmen.

Das Land Hessen verhängt wegen der Corona-Pandemie weiterhin keine allgemeinen Beschränkungen für private Feiern zuhause, empfiehlt aber dringend, bei steigenden Infektionszahlen die Zahl der Gäste zu begrenzen. Wird eine Inzidenz von 35 oder höher erreicht, dann sollte die Zahl der Gäste bei einer Privatfeier 25 nicht überschreiten, hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstagabend gesagt.

Update, 30. September, 5.30 Uhr: Jeder vierte Arbeitslose in Hessen infolge von Corona

Ein Schild weist auf die Agentur für Arbeit hin.
Ein Schild weist auf die Agentur für Arbeit hin.  © Sina Schuldt/dpa

Nach fünf Monaten mit steigenden Arbeitslosenzahlen könnte der September eine kleine Wende am hessischen Arbeitsmarkt bringen. Die Regionaldirektion der Arbeitsagentur will an diesem Mittwoch (10 Uhr) ihre Zahlen für den nahezu abgelaufenen Monat vorstellen, der aber weiterhin auch unter den Einflüssen der Corona-Pandemie gestanden hat.

Die Gründe für eine mögliche Entspannung sind saisonal. Nach den Sommerferien stellen die Betriebe üblicherweise wieder neue Leute ein und junge Menschen beginnen Ausbildungen oder andere Bildungsgänge. Auf der anderen Seite sind viele Beschäftigte weiterhin in Kurzarbeit, auch wenn das Ifo-Institut zuletzt von sinkenden Zahlen ausging.

Zum Stichtag im Vormonat August zählten die Arbeitsämter 208.467 Frauen und Männer im Land ohne Job. Das waren nach Angaben der Regionaldirektion 4226 mehr als im Juli dieses Jahres und 56.058 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent. So hohe August-Zahlen hatte es seit zehn Jahren nicht gegeben.

Etwa jeder vierte Arbeitslose ist nach Einschätzung von Direktionschef Frank Martin direkt auf die Folgen der Pandemie zurückzuführen.

Update, 29. September, 19.34 Uhr: Keine Einschränkungen für Feiern zuhause - aber Empfehlungen

Hessen verhängt wegen der Corona-Pandemie weiterhin keine Beschränkungen für private Feiern zuhause, spricht aber dringende Empfehlungen dafür aus. Die Zahl der Gäste soll dabei an die sogenannte Inzidenz gekoppelt sein, einer wichtigen Kennziffer für den Verlauf der Pandemie.

Werden 35 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen verzeichnet, dann sollte die Zahl der Gäste bei einer Privatfeier 25 nicht überschreiten, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag nach einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Bundesländern. Bei einer Inzidenz von 50 sollte die Zahl der Gäste bei maximal 10 liegen.

Anders sieht es dagegen bei privaten Festen und Feiern in angemieteten Räumen aus, für die strengere Regeln gelten, die auch kontrolliert werden können: Werden demnach regional mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen registriert, sind noch höchstens 50 Gäste für solche Feiern zugelassen. Bei einer Inzidenz von 50 sind es noch 25 Gäste.

Update, 29. September, 13 Uhr: Mutmaßlicher Corona-Betrüger festgenommen

Hessische Ermittler haben einen mutmaßlichen Betrüger festgenommen, der unrechtmäßig Corona-Soforthilfen beantragt haben soll.

Wie das Landeskriminalamt in Wiesbaden und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gemeinsam mitteilten, soll der 46-Jährige zusammen mit einem 44 Jahre alten Mann insgesamt fünf falsche Anträge gestellt haben. Bei der Durchsuchung von sieben Wohn- und Geschäftsräumen im Rhein-Main-Gebiet stellten die Beamten am Dienstag umfangreiches Beweismaterial sicher.

Der 46-Jährige steht im Verdacht, eigens Firmen gegründet zu haben, um mit ihnen an die Soforthilfen des Landes zu gelangen. Dazu nutzte er den Angaben zufolge unter anderem gefälschte Dokumente. Sein mutmaßlicher Komplize soll die Konten für die Auszahlung des Geldes bereitgestellt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer 10.000 Euro ergaunerten. In drei Fällen zahlte das zuständige Regierungspräsidium Kassel das Geld nicht aus, in einem Fall sperrte die Bank rechtzeitig das Konto.

Nach früheren Angaben der Generalstaatsanwaltschaft werden hessenweit derzeit mehrere Hundert Ermittlungsverfahren wegen ähnlicher Betrügereien geführt.

Update, 29. September, 6 Uhr: Besuchs-Beschränkungen für Altenheime in Hessen aufgehoben

Die Besuchs-Beschränkungen in den hessischen Altenheimen infolge der Corona-Krise sind aufgehoben (Symbolbild).
Die Besuchs-Beschränkungen in den hessischen Altenheimen infolge der Corona-Krise sind aufgehoben (Symbolbild).  © Daniel Karmann/dpa

Die allgemeinen Corona-Beschränkungen für Besuche in hessischen Alten- und Pflegeheimen gelten von diesem Dienstag an nicht mehr. Das Land hatte angekündigt, die verbindlichen Vorgaben zur Dauer und Anzahl der Besuche aufzuheben. Maßgeblich sind nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen.

Bislang durften Bewohner von Alten- und Pflegeheimen innerhalb einer Kalenderwoche nur dreimal eine Besucherin oder einen Besucher empfangen. In Einrichtungen für Behinderte durfte täglich ein Mensch zu Besuch kommen.

Verbände hatten teils kritisch auf die Ankündigung reagiert. Nach Einschätzung privater Anbieter sozialer Dienste beginnt nach dem Ende der allgemeinen Besuchsbeschränkungen für die Einrichtungen ein schwieriger Balanceakt. Wichtig sei, dass die Angehörigen weiter diszipliniert seien.

Die Liga Hessen warnte vor einer steigenden Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter durch die Corona-Lockerung. Um die Hygienevorgaben einhalten zu können, müsse die Zahl der gleichzeitigen Besuche gesteuert werden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz befürchtete, dass nun in den rund 800 hessischen Heimen womöglich strengere individuelle Corona-Schutzmaßnahmen gelten könnten als bislang. Immer wieder würden Träger aus Angst vor Infektionsausbrüchen über das Ziel hinaus schießen. Bund und Länder müssten mit allgemein gültigen Regelungen ein Mindestmaß an Freiheitsrechten sicherstellen, forderte die Stiftung.

Seit Beginn der Corona-Pandemie bis Anfang August hat es in Hessen mehr als 100 Covid-19-Ausbrüche in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gegeben. Bis zum Stichtag 4. August seien allein 47 Hotspots in Alten- und Pflegeheimen registriert worden, teilte das Sozialministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Landtag in Wiesbaden mit. In Krankenhäusern habe es 34 Ausbrüche gegeben, in Reha-Einrichtungen 11. Außerdem gab es einzelne Hotspots unter anderem in Seniorentagesstätten und Praxen.

"Als Ausbruch gelten Infektionsgeschehen mit zwei oder mehr Fällen, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist", erläuterte das Ministerium.

Update, 28. September, 17.07 Uhr: Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen - Frankfurt stellt Ideen vor

Die Stadt Frankfurt hat erste Ideen für die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes unter Corona-Bedingungen vorgestellt. Wegen der bestehenden Pandemie soll er unter anderem in der Fläche deutlich ausgedehnt und damit entzerrt werden. Geplant sei, auch auf dem Opernplatz und der benachbarten Fressgass' Buden aufzustellen, teilte die Stadt am Montag mit.

Zudem sollen gastronomische Stände einen Verzehrbereich einrichten, in dem die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln gelten wie in Restaurants. "Unser Frankfurter Weihnachtsmarkt mit seiner tollen Kulisse, den vielen Lichtern und Düften, gehört in der Adventszeit einfach dazu", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Dass sie den Weihnachtsmarkt trotz der Pandemie gerne ausrichten möchte, hatte die Stadt bereits Mitte September signalisiert. Details zur Umsetzung will sie in der kommenden Woche klären. Erst dann wird das Konzept den Behörden und dem Magistrat zur Genehmigung vorgelegt. Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt gilt als der größte in Hessen. Er soll vom 23. November bis zum 22. Dezember stattfinden.

Am Freitag hatte bereits die Landeshauptstadt Wiesbaden verkündet, dass ihr berühmter "Sternschnuppenmarkt" unter Corona-Bedingungen stattfindet.

Update, 28. September, 5.45 Uhr: Lassen Corona und Homeoffice den Bürobedarf in Frankfurt einbrechen?

Die berühmte Skyline von Frankfurt am Main besteht aus Büro-Türmen.
Die berühmte Skyline von Frankfurt am Main besteht aus Büro-Türmen.  © 123RF/sborisov

Die zunehmende Verbreitung von Homeoffice infolge der Corona-Krise könnte laut einer Studie die Büronachfrage in Frankfurt einbrechen lassen. Mittelfristig werde der Flächenbedarf um 10 bis 14 Prozent des Bestands fallen, schätzt der Immobilienspezialist NAI Apollo. Im Extremfall werde der Rückgang 20 Prozent betragen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Papier.

Demnach könnten 28.500 bis 68.000 der Büroarbeitsplätze in Frankfurt ungenutzt bleiben, im Mittel 47.000. Das werde aber ein Prozess über mehrere Jahre sein – Mietverträge lassen sich nicht über Nacht kündigen. Zudem könnten offene Versicherungsfragen und Arbeitsgesetze einen schnellen Wandel zum Homeoffice bremsen. Die Zahl der Bürobeschäftigten in Frankfurt schätzt NAI Apollo auf rund 370.000.

Für die Studie hat der NAI Apollo drei Szenarien für die Büronachfrage durchgerechnet. Betrachtet wurden etwa die Branchen "Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister", "Kanzleien, Notare und Rechtsberater" sowie "Kommunikation, IT und EDV". Hier unterstellt der Frankfurter Immobilienspezialist Homeoffice-Quoten von im Schnitt 20 Prozent der Vollzeitstellen. Wegen der großen Bedeutung für Frankfurt dürften mit Abstand die meisten Büroarbeitsplätze in der Finanzbranche entfallen.

Weniger Potenzial sieht NAI Apollo in der öffentlichen Verwaltung, wo wegen "starrer Strukturen" mit 10 Prozent gerechnet wird. Berücksichtigt wurde auch, dass beim Wegfall von Büroarbeitsplätzen Allgemeinflächen nicht genauso schrumpfen. "Die Flächenzuschnitte müssen neuen Anforderungen gerecht werden", sagte Andreas Wende, Geschäftsführer von NAI Apollo.

Der wahrscheinliche Verzicht auf Büroflächen sei aber kein alleiniges Phänomen in Frankfurt: Dies könne mit "leichten Nuancen" auch auf andere Großstädte in Deutschland übertragen werden.

Update, 26. September, 13.55 Uhr: Bouffier will trotz Coronakrise wieder schwarze Null ab 2024

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will trotz der Corona-Pandemie in vier Jahren wieder eine schwarze Null im Landeshaushalt erreichen. Die Hilfszahlungen und Kredite in der Krise könnten nicht unendlich sein, sagte er auf dem Landesparteitag im nordhessischen Willingen: "Deshalb werden wir ab dem Jahr 2024 - so wie wir das in den letzten Jahren immer gemacht haben - wieder einen Haushalt ohne neue Schulden vorlegen."

Der Landtag hatte im Sommer mit den Stimmen der Regierung ein Sondervermögen in Höhe von zwölf Milliarden Euro verabschiedet. Es soll die Folgen der Corona-Krise finanzieren. Bis Ende 2023 dürfen Kredite aufgenommen werden, beispielsweise um Steuerverluste des Landes und der Kommunen auszugleichen.

Im Mittelpunkt des Landesparteitags steht die Wiederwahl von Bouffier zum CDU-Landesvorsitzenden. Er will zum sechsten Mal Parteichef werden. Auch eine Satzungsänderung ist Thema, um künftige Parteitage wegen der Corona-Pandemie mit reduzierter Delegiertenzahl möglich zu machen. Wegen Covid-19 steht der Parteitag besonders im Fokus. Für die 352 Delegierten gelten strenge Corona-Regeln.

Update, 26. September, 7.35 Uhr: Finanzhilfe während Pandemie für Kinder von Alleinerziehenden kaum gestiegen

Die Corona-Krise hat zunächst kaum zu mehr finanzieller Unterstützung des Staates für Kinder von Alleinerziehenden nach dem sogenannten Unterhaltsvorschussgesetz geführt. Im zweiten Quartal des Jahres stieg die Zahl der Fälle von April an lediglich um 246 auf 54766, wie das hessische Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

"Uns sind bisher nur wenig Fälle bekannt, in denen der zum Barunterhalt verpflichtete Elternteil aufgrund der Zahlung von Kurzarbeitergeld oder durch die Pandemie bedingter Arbeitslosigkeit Unterhaltszahlungen gekürzt oder eingestellt hat."

Eine Erklärung könne sein, dass das Kurzarbeitergeld teilweise von den Arbeitgebern aufgestockt wird und die Reduzierung des Einkommens sich beim unterhaltspflichtigen Elternteil nicht so gravierend auswirke. Zudem sei zu vermuten, dass sich beide Elternteile auf Stundungen, Kürzungen, Ratenzahlungen oder auch einen vorübergehenden Verzicht einigen konnten. Es könne allerdings auch sein, dass sich die Pandemie erst langfristig auf die Zahlungen auswirke.

Beim Unterhaltsvorschuss werden seit Anfang des Jahres für Kinder bis fünf Jahre 165 Euro, von sechs bis elf Jahren 220 Euro und ab zwölf Jahren bis zur Volljährigkeit 293 Euro gezahlt. Das Geld holt sich der Staat im Zweifelsfall vom säumigen Unterhaltszahler zurück, wenn dieser wieder zahlungsfähig ist. "Denn zahlungspflichtig ist beim Kindesunterhalt nur, wer in der Lage ist, zu zahlen oder wer zahlen könnte, wenn alle zumutbaren Anstrengungen unternommen wurden", heißt es auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums.

Update, 25. September, 16.57 Uhr: Infektionen in Paketzentrum lassen Fallzahlen in Hessen steigen

In einem Paketverteilzentrum in Obertshausen (Kreis Offenbach) hatte es in den vergangenen Tagen 33 bestätigte Corona-Infektionen gegeben.

Die Gesundheitsämter verschiedener Kreise waren am Freitag damit beschäftigt, die Kontaktpersonen der Infizierten zu ermitteln. Laut Kreisverwaltung wohnen nur 17 der Infizierten im Kreis Offenbach. Die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Offenbach lag am Freitag bei 18,5. Am Freitag gab es nach Angaben einer Sprecherin keinen neuen Stand.

Man warte auf die Ergebnisse der Tests der rund 750 Beschäftigten des Zentrums. Weitere Kreise in der Region führen einen Anstieg bei den Fallzahlen auf diesen Ausbruch zurück.

Der Main-Kinzig-Kreis (Sieben-Tages-Inzidenz 16,1) beispielsweise meldete am Freitag zwölf neue Coronavirus-Fälle: "Vier dieser Fälle sind dem Ausbruch in einem Paketzentrum im Landkreis Offenbach zuzurechnen", hieß es.

Update, 25. September, 16.48 Uhr: Heilbäder und Kurorte leiden unter Corona-Krise

Angesichts von Millionen-Einbußen durch die Corona-Pandemie fordern die hessischen Heilbäder und Kurorte mehr Unterstützung des Landes.

"Die Existenz der 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen muss sichergestellt werden", erklärte der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Michael Köhler, am Freitag in Bad Soden-Salmünster.

Nötig sei der volle Ausgleich der coronabedingten Mindereinnahmen an Kur- oder Tourismusabgaben. Auch der sogenannte Bäderpfennig müsse angehoben werden. Mit dieser Förderung des Landes sollen die spezielle Kur-Infrastruktur der Heilbäder und Kurorte unterstützt und Wettbewerbsnachteile ausgeglichen werden.

"Wir wollen auch weiterhin einen hohen Beitrag zur Gesundheit - gerade in diesen schwierigen Zeiten - leisten", erklärte Köhler. "Das können wir aber nur, wenn gesichert ist, dass die Infrastruktur auch weiterbetrieben werden kann."

Falls beispielsweise Thermen dauerhaft schließen oder Heilquellen "vom Netz genommen" werden sollten, müssten die Heilbäder und Kurorte ihr Prädikat abgeben.

Dies hätte eine "tiefgreifende Veränderung der kurspezifischen und touristischen Landschaft in Hessen" zur Folge, die besonders den ländlichen Raum träfe, warnte Köhler.

Update, 25. September, 15.45 Uhr: Lufthansa-Chef erwartet grünes Licht für Flüge mit Corona-Tests

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet in den kommenden Wochen grünes Licht seitens der Regierungen für die geplanten Corona-Schnelltests auf Flügen zwischen Deutschland und Nordamerika.

Die Tests seien der Schlüssel zur Wiedereröffnung zahlreicher Strecken, sagte der Vorstandschef des MDax-Konzerns am Freitag auf einer virtuellen Luftverkehrs-Konferenz. Ohne diese Tests werde der Transatlantik-Verkehr nicht in Schwung kommen.

Mit den Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug sollen wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken möglich werden.

Negative Testergebnisse müssten die Passagiere dabei von den geltenden Einreise-Verboten befreien. Spohr kündigte erste Flüge unter diesen Bedingungen noch in diesem Jahr an, ein testbasiertes Verbindungsnetzwerk werde voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2021 entstehen.

Man sei zu den Einreisebestimmungen in Verhandlungen mit den Regierungen der USA und Kanada.

Update, 25. September, 15.30 Uhr: Virologe Stürmer blickt mit "Sorgenfalten" auf Herbst und Winter

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer warnt vor Sorglosigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie bei jungen Menschen.

"Herbst und Winter können einem schon Sorgenfalten auf die Stirn treiben", sagte der Laborleiter und Dozent am Freitag im Interview mit hessenschau.de. "Noch haben wir zwar einen moderaten Anstieg. Aber wir müssen einiges tun, damit es nicht schlimmer wird."

Aktuell gebe es das Problem, dass sich sehr viele junge Menschen infizierten, nicht zuletzt beim Feiern.

"Über kurz oder lang wird das Virus so doch wieder mehr in die ältere Bevölkerung hineingetragen. Und dann haben wir ein ganz großes Problem."

Dass die Zahl der Todesfälle nicht in gleichem Maße ansteigt wie die Zahl der Infizierten, sei "ein trügerisches Zeichen". Stürmer schlägt vor, die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern stärker zu begrenzen.

Update, 25. September, 12.50 Uhr: Rechnungshof nimmt Land und Kommunen in Corona-Krise in die Pflicht

Der Landesrechnungshof hat die hessischen Kommunen aufgefordert, auch in der Corona-Pandemie auf ihre freiwilligen Ausgaben zu achten.

"Auch wenn Krisen keine Gewinner haben, zeigt sich doch, dass es Kommunen gibt, die aktuell besser durch die Krise kommen als andere", erklärte Rechnungshof-Präsident Walter Wallmann am Freitag in Wiesbaden mit Blick auf die Finanzierung von Kulturveranstaltungen sowie Frei- und Hallenbädern.

Städte, Gemeinden und Landkreise müssten die "fetten Jahre" zur Krisenvorsorge nutzen. Gerade wegen des Ausfallrisikos bei der Gewerbesteuer sollten die Kommunen in guten Zeiten vorausschauend Rücklagen für "magere Jahre" bilden.

Die Gewerbesteuer sei im Vorjahr für die Summe der hessischen Kommunen die wichtigste Steuerart gewesen, berichtete Wallmann. Da diese Zahlungen aber stark schwanken können, bestehe ein hohes Risiko. Wie risikobehaftet die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien und wie schnell diese weg brechen können, verdeutliche auch die aktuelle Corona-Pandemie.

Im ersten Quartal habe das Bruttoaufkommen der Gewerbesteuer noch ungefähr auf dem Niveau der Vorjahre gelegen. Ab dem zweiten Quartal sei nach vorläufigen Berechnungen von einem Rückgang von rund 40 Prozent im Vergleich zu 2019 auszugehen.

Update, 24. September, 13.27 Uhr: Lufthansa will Corona-Schnelltests für Passagiere anbieten

Das Foto vom 17. September zeigt Passagiermaschinen der Lufthansa auf dem leeren Rollfeld des Frankfurter Flughafens.
Das Foto vom 17. September zeigt Passagiermaschinen der Lufthansa auf dem leeren Rollfeld des Frankfurter Flughafens.  © Boris Roessler/dpa

Mit verbindlichen Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug will der Lufthansa-Konzern wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Zunächst geht es um ein Pilotprojekt auf einigen Verbindungen in die USA, das noch im Oktober starten soll, wie ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt bestätigte. Negative Testergebnisse sollten die Passagiere von den geltenden bilateralen Einreiseverboten befreien. Dazu bräuchte es auch die Zustimmung der beteiligten Regierungen.

Die Luftverkehrsbranche sieht die Tests auch als Alternative zu den beispielsweise in Deutschland geplanten Quarantänevorschriften bei Einreisen aus Risikogebieten. Der Airlineverband IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests zum Stückpreis unter zehn Euro erhältlich sein werden und innerhalb von 15 Minuten sichere Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei nicht nötig. IATA-Präsident Alexandre de Juniac hatte sich am Dienstag für eine Testpflicht auf sämtlichen Flügen ausgesprochen, wobei die Kosten von staatlicher Seite getragen werden sollten.

"Wir arbeiten konkret mit Partnern in den USA an transatlantischen Pilotstrecken, um für unsere Kunden und uns Erfahrungen im Umgang mit Schnelltests sowie zum Reisen unter von Corona-Prävention bestimmten Maßnahmen zu sammeln", sagte der Lufthansa-Sprecher. Man stehe mit mehreren Pharmaherstellern und Dienstleistern im Kontakt. Konkret wurden Roche und Abbott genannt. In den nächsten Wochen sollten erste Chargen bestellt und den Kunden angeboten werden.

Lufthansa will die Tests voraussichtlich nicht mit eigenem Personal durchführen. Schon bislang hat das Unternehmen bei den freiwilligen Tests am Frankfurter Flughafen auf die Dienste des Anbieters Centogene zurückgegriffen. Denkbar ist auch eine Verlagerung der Kosten auf die Passagiere.

Der Interkontinentalverkehr ist in Folge der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Die häufig wechselnden Einreiseregeln und -verbote erschweren eine verlässliche Planung für die Passagiere. Die Fluggesellschaften verzeichnen nach einem leicht verbesserten Feriengeschäft im Sommer aktuell sehr wenige Buchungen.

Update, 23. September, 19.16 Uhr: Corona-Ausbruch in Darmstädter Kindergarten

Bei einer Erzieherin in einem Darmstädter Kindergarten ist eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden.

Vermutlich werden deshalb rund 80 Kinder in Quarantäne geschickt, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte.

Wie viele Kolleginnen und Kollegen der Frau von der Maßnahme betroffen sein werden, werde derzeit noch geklärt. Der Kindergarten befindet sich im Stadtteil Eberstadt.

Rund 80 Kinder sollen nun in Quarantäne geschickt werden. (Symbolbild)
Rund 80 Kinder sollen nun in Quarantäne geschickt werden. (Symbolbild)  © DPA/Arne Dedert

Update, 23. September, 16.38 Uhr: Corona-Fall beim Regionalligisten FC Gießen

Wegen eines Corona-Falls beim FC Gießen sind die nächsten drei Spiele des Fußball-Regionalligisten abgesagt worden. Dies teilte die Regionalliga Südwest am Mittwoch mit.

Nachdem ein Spieler der Hessen positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet wurde, muss sich die gesamte Mannschaft bis zum 3. Oktober in Quarantäne begeben.

Die Partien gegen den FC Astoria Walldorf, beim VfR Aalen und gegen den FSV Mainz 05 II fallen damit aus und müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Update, 23. September, 15.37 Uhr: Luxushotel "Hessischer Hof" an der Frankfurter Messe wird geschlossen

Der "Hessische Hof", das bekannte Grandhotel an der Frankfurter Messe, wird geschlossen. (Archivbild)
Der "Hessische Hof", das bekannte Grandhotel an der Frankfurter Messe, wird geschlossen. (Archivbild)  © Michael Holz/Hessische Hausstiftung/dpa

Das bekannte Grandhotel "Hessischer Hof" an der Frankfurter Messe wird geschlossen. Die Unternehmensgruppe "Prinz von Hessen" begründete den Schritt am Mittwoch mit hohen Verlusten in Folge der Corona-Pandemie und den schlechten Geschäftsaussichten in der Business- und Messehotellerie.

63 Mitarbeitern soll nach den Vorschriften eines Sozialplans im vierten Quartal dieses Jahres gekündigt werden. Das entspreche rund 20 Prozent der Belegschaft in der Unternehmensgruppe "Prinz von Hessen".

Das Gebäude in unmittelbarer Nähe des Messe-Haupteingangs bleibt einem Sprecher zufolge im Besitz der Hessischen Hausstiftung, in der das Landgrafengeschlecht von Hessen seine Besitztümer organisiert hat.

Die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen will sich auf ihre touristischen Betriebe, die Forst- und Landwirtschaft sowie Weinbau, Events und Kulturveranstaltungen konzentrieren. Sie betreibt auch das Schlosshotel Kronberg und das Gut Panker in Schleswig-Holstein.

"Der Entschluss ist schmerzhaft, aber er dient dem Schutz der gesamten Unternehmensgruppe. Alle Prognosen weisen klar darauf hin, dass sich die Segmente Tagungen, Messen sowie Geschäftsreisen nur sehr langfristig erholen werden und auch in den kommenden zwei Jahren mit weiterhin hohen Verlusten gerechnet werden muss", erklärte Donatus Landgraf von Hessen.

Der luxuriöse "Hessische Hof" mit der legendären "Jimmy's Bar" war bei den großen Präsenz-Messen in Frankfurt stets ein wichtiger Treffpunkt. Wegen der Corona-Pandemie finden derzeit aber kaum Veranstaltungen auf dem Messegelände statt.

Update, 23. September, 11.58 Uhr: Corona-Flaute ermöglicht umweltschonenderen Flugzeug-Anflug in Frankfurt

Ein Flugzeug setzt am Flughafen Frankfurt zur Landung an.
Ein Flugzeug setzt am Flughafen Frankfurt zur Landung an.  © Boris Roessler/dpa

Die Corona-Flaute im Luftverkehr hat an den Flughäfen München und Frankfurt umweltschonendere Anflüge ermöglicht. Man habe innerhalb von fünf Wochen ein neues Verfahren entwickelt, das mehr als 2000 Tonnen CO2-Emissionen im Monat vermeide, berichteten Lufthansa und Deutsche Flugsicherung am Mittwoch.

Die Jets können seit Mai ihren kontinuierlichen Sinkflug schon mehr als 370 Kilometer vor dem Startpunkt des eigentlichen Landeanflugs beginnen und ihren Kurs weitgehend ohne nachträgliche Korrekturen verfolgen.

In einem vollbesetzten Luftraum sind hingegen eine deutliche engere Führung der Flugzeuge durch die Lotsen und Anflugverfahren mit mehreren Richtungswechseln üblich.

Der für das Drehkreuz Frankfurt verantwortliche Lufthansa-Manager Klaus Froese erklärte: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird."

Update, 21. September, 16.21 Uhr: 13 Schulen seit Schuljahresbeginn wegen Corona geschlossen

In Hessen sind seit Schuljahresbeginn 13 Schulen wegen Corona-Infektionen tageweise geschlossen worden. Insgesamt gebe es im Land 1795 Schulen, sagte ein Sprecher des Kultusministerium in Wiesbaden am Montag. Das neue Schuljahr hatte Mitte August begonnen. Zur Zahl der bestätigte Corona-Fälle in Schulen machte das Ministerium keine Angaben. Ob und wie lange eine Schule geschlossen werden müsse, liege zudem nicht in der Zuständigkeit der staatlichen Schulbehörden, sondern aufseiten der lokalen Gesundheitsbehörden.

Laut dem Ministerium durften zuletzt 4718 der 760.000 Schüler wegen Corona-Maßnahmen nicht am Unterricht in den Schulen teilnehmen. Ursachen waren Schulschließungen oder Quarantäne. Bei den Lehrern seien 483 von 62 500 betroffen. Zuletzt hatte die Wiesbadener Carl von Ossietzky-Schule wegen eines Corona-Falls eine einwöchige Schließung bis Freitag angekündigt.

Wie viel Unterricht in Hessen bisher durch die Pandemie ausgefallen ist, werde nicht erfasst, sagte der Sprecher. Der Präsenzunterricht - direkt vor Ort in der Schule - sei im Regelfall nur sehr schwer vollwertig durch digitalen Unterricht zu ersetzen. "Daher bleibt es das Ziel, diesen so oft und viel wie möglich anzubieten."

Die Situation in den Schulen sollte am Abend länderübergreifend Thema werden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Kultusminister der Bundesländer wollten über die Lage an den Schulen in Corona-Zeiten beraten.

In Hessen mussten seit Schuljahresbeginn 13 Schulen wegen Corona geschlossen werden (Symbolfoto).
In Hessen mussten seit Schuljahresbeginn 13 Schulen wegen Corona geschlossen werden (Symbolfoto).  © Marijan Murat/dpa

Update, 21. September, 5.35 Uhr: Parteien bereiten sich auf Kommunalwahlen in Hessen unter Corona-Bedingungen vor

Angesichts der Corona-Krise beweisen die hessischen Parteien bei den Vorbereitungen auf die Kommunalwahlen 2021 Kreativität: CDU und SPD in Frankfurt organisierten ihre Parteitage in einem Fußballstadion, andere Diskussionen und Treffen fanden in einer Turnhalle oder unter freiem Himmel statt.

Die Kandidatenlisten der Parteien können nach Einschätzung des Innenministeriums derzeit in Präsenzveranstaltungen aufgestellt werden – wenn die Corona-Regeln gelten.

"Die derzeitige Infektionslage rechtfertigt verfassungsrechtlich noch keine Abweichung von der gesetzlichen Form der Bewerberaufstellung", erklärte das Ministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rainer Rahn in Wiesbaden.

Die Kommunalwahlen in Hessen sind für den 14. März 2021 geplant.

Update, 18. September, 14.21 Uhr: Hessens Kinos leiden wegen Corona

Die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie treffen Hessens Kinos hart. Im ersten Halbjahr 2020 hat sich die Zahl der Besucher und der Umsatz der Lichtspielhäuser mehr als halbiert, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen der Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin hervorgeht. Demnach besuchten von Januar bis Juni 2,02 Millionen Menschen die Kinos. Im Vorjahreszeitraum waren es 4,16 Millionen gewesen. Die Umsätze sanken von 35,57 Millionen Euro auf 16,97 Millionen.

Hessens Kinos waren wegen des sogenannten Lockdowns mehrere Monate geschlossen gewesen. Erst im Mai hatten die Lichtspielhäuser wieder öffnen dürfen, einige sind aber bis heute zu. Die Beschränkungen wegen der Pandemie erlauben nur, einen Teil der Sitzplätze zu belegen. Branchenvertreter hatten daher kürzlich eine Lockerung der Auflagen gefordert, um den Kinobetrieb rentabel zu machen.

Nach Einschätzung des Film- und Kinobüros Hessen gibt es bisher keine Pleitewelle bei Kinos. Das belegen auch die Daten der FFA: Demnach stieg die Zahl der Kinostandorte im ersten Halbjahr sogar von 71 auf 76 und die Zahl der Leinwände von 334 auf 347.

Die Filmförderungsanstalt hatte jedoch bereits bei der Veröffentlichung der Bundeszahlen am Dienstag gewarnt: Die Statistiken täuschten, viele Kinobetreiber kämpften derzeit um ihre Existenz. Die wirklichen Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft würden erst in den kommenden Monaten sichtbar werden.

Update, 18. September, 14.17 Uhr: Hessen hebt Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf

Hessen hebt die coronabedingten allgemeinen Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf. Es werde keine verbindlichen Vorgaben des Landes zur Dauer und Anzahl der Besuche mehr geben, teilten Staatskanzlei und Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden mit. Maßgeblich seien nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen.

Update, 17. September, 14.14 Uhr: Lufthansa steht in Afrika jetzt in den Startlöchern

Die Lufthansa bereitet sich nach weitgehenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen wieder auf mehr Flüge in afrikanische Länder vor.

"Wir stehen in den Startlöchern", sagte der für den Kontinent zuständige Lufthansa-Manager André Schulz am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seit August sei die Zahl der Flüge nach Kenia wieder auf vier pro Woche hochgefahren, nach Namibia wird die Flugverbindung zwischen Frankfurt und Windhuk an diesem Samstag aufgenommen werden.

Auch Mauritius könnte zum Jahresende wieder ins Programm genommen werden. "Das Reiseverhalten und die Nachfragestrukturen werden sich verändern - wir sind aber sehr zuversichtlich beim Blick auf den Markt", sagte Schulz.

Ein wichtiger Mosaikstein sei die am Vorabend in Südafrika verkündete Grenzöffnung nach sechsmonatiger Luftraumsperre.

Update, 17. September, 11.05 Uhr: Biontech will Werk in Marburg für Impfstoff-Produktion übernehmen

Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs will das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg übernehmen.

Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können.

In dem Werk in Marburg sind den Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Über den Kaufpreis machten weder Biontech noch Novartis Angaben. Der Vertrag wurde am Mittwochabend unterzeichnet. Die Arbeits-Verhältnisse der Beschäftigten in Marburg bleiben laut Novartis von der Übernahme unberührt.

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen und sein US-Partner Pfizer wollen im Falle eines Erfolgs der aktuell laufenden klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen.

Update, 17. September, 6.30 Uhr: Seit März Einbußen von 60 Prozent im Gastgewerbe

Ein halbes Jahr nach dem Lockdown und den massiven Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise ist die Lage für viele hessische Gaststätten und Hotels laut Dehoga immer noch prekär.

"Die Bilanz ist katastrophal. Das sind die größten Umsatz-Einbrüche, die wir seit dem Zweiten Weltkrieg im Gastgewerbe verzeichnet haben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hessen, Julius Wagner.

Seit Angang März hätten die Betriebe im Vorjahresvergleich Einbußen von 60 Prozent verkraften müssen.

Trotz des schönen Sommers und obwohl viele Menschen Urlaub in Deutschland gemacht haben, verzeichneten die Hotels den Angaben zufolge im Juli ein Minus von 50 Prozent. Hessen sei ein starker Messe- und Kongressstandort - und dieser Bereich sei total eingebrochen, sagte Wagner.

Erfreulich sei, dass sich die Kommunen flexibel zeigten und den Gaststätten Raum auf der Straße zur Verfügung stellten. Er gehe einigermaßen optimistisch in den Herbst. Denn auch in den kühleren Zeiten könnten viele Außenflächen mit Hilfe von Zelten, Planen und Heizmöglichkeiten weiter betrieben werden.

Update, 16. September, 7.42 Uhr: Bouffier begrüßt bundesweite Fan-Rückkehr

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die flächendeckende Fan-Rückkehr in die Sportstadien begrüßt. "Es ist gut, dass die einzelnen Sportarten und Vereine nun Klarheit haben", erklärte er nach Mitteilung der Staatskanzlei in Wiesbaden vom Dienstag.

"Dabei profitieren vor allem die Ligen, die von den Zuschauern leben. Aber natürlich profitieren auch die Fans, die nun
ihre Sportarten wieder live erleben können." Bouffier betonte, die neue Pilotphase müsse sich bewähren. "Das alles wird aufgrund der Erfolge bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland möglich, wir müssen aber weiterhin verantwortungsbewusst die Hygienekonzepte einhalten", mahnte der hessische Regierungschef.

Zuvor hatten sich die Länder in einer Videoschalte auf eine sechswöchige Testphase mit einer Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität geeinigt. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden. Die Regelung gilt neben dem Fußball auch für die anderen großen Teamsportarten Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey, die in den kommenden Wochen ebenfalls wieder den Spielbetrieb aufnehmen.

Update, 15. September, 11.50 Uhr: Tourismusbranche leidet nach wie vor massiv unter Corona-Pandemie

Die hessische Tourismusbranche leidet nach wie vor erheblich unter der Corona-Pandemie. Die Beherbergungsbetriebe zählten im Juli 2020 nur halb so viele Gäste wie im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im Juli dieses Jahres zählten die Betriebe 741.000 Gäste und 1,97 Millionen Übernachtungen - 42 Prozent weniger Übernachtungen als im Juli 2019. Allein aus dem Ausland seien 74 Prozent weniger Besucher angereist, teilte das Landesamt mit.

Da die geöffneten Betriebe zahlreiche Auflagen hätten erfüllen müssen, habe sich das Bettenangebot im Vergleich zum Juli 2019 um ein Zehntel reduziert. Die durchschnittliche Auslastung sank um mehr als ein Drittel auf 27 Prozent.

Rund 85 Prozent der Übernachtungsgäste kamen laut Statistik aus Deutschland, nur 15 Prozent reisten aus dem Ausland an. Die am stärksten vertretenen Nationen waren die Niederlanden, die Schweiz und Dänemark.

Die stärksten Rückgänge der Übernachtungszahlen mussten im Juli den Angaben zufolge Betriebe in Frankfurt (minus 67 Prozent) und im Landkreis Groß-Gerau (minus 65 Prozent) hinnehmen. Am wenigsten waren die Landkreise Limburg-Weilburg (minus 2 Prozent) und Waldeck-Frankenberg (minus 8 Prozent) betroffen.

Die rund 200 hessischen Campingplätze, die geöffnet hatten, registrierten dagegen elf Prozent mehr Gäste als im Vorjahresmonat und genauso viele Übernachtungen.

Update, 15. September, 8.02 Uhr: Besucher unterstützen Theater in der Corona-Krise

Hessens Theater und Opern haben in der Corona-Krise erhebliche finanzielle Unterstützung von ihrem Publikum erhalten. Die Zuschauer hätten Geld gespendet oder auf Rückzahlungen von Tickets ausgefallener Vorstellungen verzichtet, berichten mehrere Kultureinrichtungen. An der Oper Frankfurt sind nach Angaben eines Sprechers durch den Verzicht der Rückerstattung mehr als 110.000 Euro zusammengekommen.

Die Theaterleitung des Staatstheaters Wiesbaden bedankt sich ebenfalls beim Publikum: "Einige Kartenkäufer haben seit März 2020 auf die Erstattung des Kartenpreises ihrer gekauften Karten verzichtet und den Betrag gespendet." So seien bislang 18 800 Euro zusammengekommen. "Dieser Beweis, dass unser Publikum ihr Hessisches Staatstheater Wiesbaden und alle Mitarbeiter so großzügig unterstützt, hilft einem über viele tägliche Hindernisse und Probleme hinweg", sagte Intendant Uwe Eric Laufenberg.

Das Staatstheater Kassel habe bisher auf eine offizielle Spendenaktion verzichtet, erklärte Intendant Thomas Bockelmann. Denn auch ohne habe das Publikum dem Theater die Treue gehalten. "Unsere Zuschauer haben zu zwei Dritteln auf Rückzahlungen verzichtet." Eine Summe nannte das Staatstheater nicht. Zudem sei die Zahl der sonst üblichen Abokündigungen zum Spielzeitende deutlich zurückgegangen.

Bockelmann schloss nicht aus, dass eine Spendensammlung noch nötig werden könnte: Angesichts einbrechender Einnahmen und sinkender Steuereinnahmen für Städte und das Land Hessen werde es in den kommenden Jahren schwierig werden. Bockelmann appellierte an die Behörden, die Corona-Regeln für die Theater zu lockern.

Statt maximal ein Viertel müsse man wieder die Hälfte der Plätze im "Schachbrettmuster" wie bei den Salzburger Festspielen besetzen können. Dann könne man den meisten Abonnenten wieder einen Platz in jeder Vorstellung garantieren, sagte Bockelmann.

Update, 14. September, 13.30 Uhr: Steuerausfälle in Hessen wegen Corona-Krise massiver als erwartet

Hessen muss wegen der Corona-Krise in den nächsten Jahren mit deutlich weniger Steuereinnahmen auskommen als noch im Frühjahr erwartet. Die Steuerausfälle werden bis 2024 bei mehr als 7,8 Milliarden Euro liegen, wie Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) am Montag in Wiesbaden mitteilte. Nach der Steuerschätzung vom Mai waren die Experten noch von einem Rückgang von 6,4 Milliarden Euro ausgegangen.

Update, 14. September, 6.18 Uhr: Heizpilze bleiben wegen Corona in Frankfurt erlaubt

Heizpilze bleiben in Hessens größter Stadt Frankfurt erlaubt. Das sagte ein Sprecher des zuständigen Ordnungsdezernats auf Anfrage. Die Heizpilze werden bei kühleren Temperaturen vor allem von Restaurants und Cafés im Freien aufgestellt, sind aber aus Gründen des Klimaschutzes umstritten. Die Mainmetropole hatte zu Beginn des Jahres noch darüber nachgedacht, sie zu verbannen, das war allerdings noch vor Beginn der Corona-Pandemie.

Die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus ist nach Einschätzung von Medizinern im Freien aber deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Die Infektionszahlen müssten unten bleiben - und dies gehe am besten draußen, hatte auch schon der für Wirtschaft und Ordnung zuständige Stadtrat Markus Frank (CDU) kürzlich der "Bild"-Zeitung gesagt. Dabei sollten die Menschen nicht im Kalten stehen gelassen werden.

Update, 13. September, 8.05 Uhr: Kaum Belege für Ansteckung in Bus und Bahn

Studien gegen Ansteckungsangst: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) verweist auf mehrere Studien, aus denen hervorgehe, dass von einer Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr kein erhöhtes Ansteckungsrisiko ausgehe. "Übertragungen im öffentlichen Bereich (in Verkehrsmitteln, Gaststätten, Hotels) kamen, sicher auch bedingt durch die massiven Gegenmaßnahmen, vergleichsweise deutlich seltener vor", heißt es in einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) von mehr als 55.000 Fällen.

Auch die Bahn bekräftigte vergangene Woche mit Blick auf eine noch nicht abgeschlossene Studie mit Mitarbeitern, dass es aus ihrer Sicht bislang kein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko in Zügen gibt.

Demnach wurden bei Zugbegleitern im Fernverkehr etwas seltener entsprechende Antikörper nachgewiesen als bei Beschäftigten ohne Kundenkontakt.

Ein Hinweiszettel hängt an der Scheibe eines RMV-Busses.
Ein Hinweiszettel hängt an der Scheibe eines RMV-Busses.  © Arne Dedert/dpa

Update, 12. September, 8.37 Uhr: Protestaktion gegen Corona-Politik in Wiesbaden

In Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden wollen an diesem Samstag zahlreiche Gegner der staatlichen Corona-Maßnahmen (ab 14 Uhr) auf die Straße gehen. Die Protestaktion ist nach Angaben der Stadt für bis zu 3000 Personen angemeldet worden. Die Polizei rechnet mit einer Teilnehmerzahl im hohen dreistelligen Bereich. Es soll auch eine Mahnwache geben.

Die Stadt hat die Demonstration unter Auflagen für den Veranstalter genehmigt: Dieser soll eigene Ordner für den reibungslosen Ablauf stellen. Die Protestierenden müssen eine Maske tragen und einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten. Die bisherigen Proteste in Wiesbaden gegen die staatlichen Corona-Regeln waren bislang ohne größere Probleme verlaufen. Ähnliche Aktionen soll es am Samstag auch in München und Hannover geben.

Update, 12. September, 8.34 Uhr: Mehrere Dutzend Verstöße gegen Quarantäneauflagen

Hessische Gesundheitsämter haben inzwischen mehrere Dutzend Verstöße gegen Corona-Quarantäneauflagen registriert. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums von Mitte August auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Landtag in Wiesbaden hervor. Acht Menschen hätten zwangsweise untergebracht werden müssen, nachdem Gespräche und Appelle an die Vernunft erfolglos geblieben seien.

Demnach hat eine Umfrage unter den Gesundheitsämtern ergeben, dass allein in den Landkreisen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie 44 Verstöße gegen Quarantäneauflagen der Gesundheitsämter bekannt wurden.

Allerdings stammten die Informationen zu einigen Fällen aus der Bevölkerung und hätten nicht ausreichend verifiziert werden können. Nach Angaben des Ministeriums verhängten die Landkreise zweimal Bußgelder in Höhe von 528,50 Euro und dreimal in Höhe von 500 Euro.

In Frankfurt haben sich nach Angaben des Gesundheitsamtes 15 Menschen den Quarantänevorgaben widersetzt, wie das Ministerium mitteilte. Aus den anderen kreisfreien Städten hätten keine Zahlen vorgelegen.

Update, 10. September, 6.13 Uhr: Hessens Gastgewerbe fordert dringend mehr Corona-Hilfen

Hessens Hotel- und Gastronomieverband Dehoga fordert nachdrücklich weitere Hilfen für die Branche im Kampf gegen die enormen Einbußen durch die Corona-Pandemie. "Die Überbrückungshilfen des Bundes kommen bei der Breite der Unternehmen des Gastgewerbes überhaupt nicht an", sagte Präsident Gerald Kink der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. "Hier wurde ein Programm an der Wirklichkeit der Bedürfnisse und der Strukturen vieler Hotels und Gastronomiebetriebe vorbei kreiert."

Wenn es einen ernstzunehmenden politischen Willen zur Rettung der Unternehmen in Hotellerie und Gastronomie gebe, dann müssten die Überbrückungshilfen auf Bundesebene grundlegend neu gefasst werden, mahnte Kink.

Auch das Land Hessen sollte sich in den Herbst- und Wintermonaten finanziell engagieren. Mit den umfassenden Absagen sämtlicher Veranstaltungen von der Messe über Tagungen bis zu Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen sowie der fortdauernden Komplettschließung von Clubs und Diskotheken blicke die Branche "in den nahenden Abgrund eines wirtschaftlichen Totalausfalls".

Nach Angaben des Branchenverbands sind die coronabedingten Ausfälle in Hessen größer als im Bundesdurchschnitt. Das betreffe sowohl die Umsatzeinbußen von März bis August als auch nur die beiden Sommermonate Juli und August.

Auch bei der Prognose für das Gesamtjahr sind die hessischen Betriebe pessimistischer: Während die gesamte Branche nach einer Umfrage des Verbands von Umsatzverlusten in Höhe von 50 Prozent für das gesamte Jahr ausgehen, liege dieser Wert in Hessen bei 54 Prozent.

Update, 10. September, 12.57 Uhr: Corona-Pandemie bremst Lage auf Hessens Ausbildungsmarkt merklich

Die Corona-Pandemie hat die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Hessen deutlich verschlechtert. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei bisher deutlich niedriger als im vergangenen Jahr, sagten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, am Donnerstag in Wiesbaden.

Nicht nur die Unternehmen würden weniger Ausbildungsstellen ausschreiben. Auch viele junge Menschen seien verunsichert und würden sich seltener als noch im vergangenen Jahr für eine Ausbildung entscheiden, teilten Al-Wazir und Martin mit. Durch die Corona-Krise hätten sich die Entscheidungsprozesse merklich verzögert.

Die duale Berufsausbildung gehe aber trotz der Corona-Pandemie weiter, betonte der Agenturchef. "Wir werden auch in diesem Jahr jedem Jugendlichen ein Angebot unterbreiten und alles dafür tun, damit es nicht zu einer Generation-Corona kommt."

Der Fokus liege nun ganz klar auf der Nachvermittlung und der Intensivierung der Informationskampagnen, teilte der Wirtschaftsminister mit.

Ein Auszubildender eines Elektroinstallationsbetrieb, spricht mit einer Kollegin (Symbolfoto).
Ein Auszubildender eines Elektroinstallationsbetrieb, spricht mit einer Kollegin (Symbolfoto).  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 8. September, 17.28 Uhr: Positiv getesteter Kellner beschäftigt Frankfurter Gesundheitsamt

Ein Kellner, der trotz eines positiven Corona-Tests arbeiten gegangen ist, beschäftigt derzeit das Frankfurter Gesundheitsamt. Mehr als 400 Kontakte des Mannes müssten nun angerufen werden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats am Dienstag.

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Update, 8. September, 17.05 Uhr: Städel verschiebt Rembrandt-Ausstellung um fast ein Jahr

Das Städel Museum in Frankfurt verschiebt die geplante Ausstellung zum Barock-Maler Rembrandt.

Wie das Städel am Dienstag mitteilte, soll die Schau mit dem Titel "Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam" nun erst am 6. Oktober 2021 beginnen und bis zum 30. Januar 2022 gehen. Ursprünglich war der Ausstellungsbeginn für den 9. Dezember in diesem Jahr geplant.

Als Grund nannte das Museum die "internationalen Einschränkungen durch die Covid-19 Pandemie".

In der geplanten Ausstellung des Städel und der National Gallery of Canada in Ottawa soll es um den Aufstieg des niederländischen Malers (1606-1669) zu internationalem Ruhm gehen. Das Städel besitzt selbst einige bedeutende Werke Rembrandts, hinzu sollen Leihgaben anderer Ausstellungshäuser kommen.

Update, 8. September, 9.30 Uhr: Medien: Lufthansa drohen noch stärkere Einschnitte

Der Lufthansa könnten einem Zeitungsbericht zufolge noch stärkere Kürzungen bevorstehen als gedacht. Wenn der Konzern weiterhin so viel Geld verbrenne wie derzeit, sei die Kasse trotz der neun Milliarden Euro schweren Staatshilfe in einem Jahr leer, berichtete das Handelsblatt am Dienstag unter Berufung auf Konzernkreise. Auf erneute Hilfe der Regierung wolle der MDax-Konzern aber unbedingt verzichten. Der Vorstand arbeite an einer neuen Strategie. Nun könnte die Flugzeugflotte deutlich stärker schrumpfen als bisher gedacht - mit Folgen für den Stellenabbau.

Dass die zunächst geplante Verkleinerung der Flotte um 100 auf etwa 660 Maschinen möglicherweise nicht ausreicht, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bereits Anfang August angekündigt. Seitdem geht er von einer Verringerung um "mindestens" 100 Maschinen aus. Dem Bericht zufolge ist sogar mit einer "erheblich" stärkeren Schrumpfung zu rechnen. Denn der Vorstand erwartet, dass der weltweite Luftverkehr erst 2024 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht.

In der Folge könnte die Zahl der Stellen beim Kabinenpersonal abhängig von der weiteren Entwicklung im Luftverkehr statt um 2700 um knapp 4000 sinken, schreibt das Handelsblatt. Ein Lufthansa-Sprecher sagte am Dienstag, in Sachen Personalabbau gebe es keine neuen Pläne. Es bleibe bei dem genannten Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen im Konzern, was aufgrund der hohen Teilzeitquote etwa 26.000 Beschäftigten entspricht.

Die Lufthansa hat mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo zwar einen Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen vereinbart. Weil sich der Flugverkehr aber langsamer erholt als gedacht und die Verhandlungen mit den Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit nicht vorankommen, hält es Vorstandschef Spohr seit Anfang August für nicht mehr realistisch, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Dem Handelsblatt zufolge verliert die Lufthansa trotz der Hilfe durch Kurzarbeitergeld derzeit immer noch rund eine halbe Milliarde Euro pro Monat.

Update, 7. September, 15.39 Uhr: Biontech testet Corona-Impfstoff nun auch in Deutschland

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer dürfen ihren möglichen Corona-Impfstoff nun auch in Deutschland testen. Das Paul-Ehrlich-Institut habe die Erlaubnis dazu erteilt, teilte Biontech am Montag mit.

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Update, 7. September, 14.39 Uhr: Corona-Auflagen auch für Hanau gelockert

Nach einem deutlichen Rückgang der Corona-Infektionszahlen hat der Main-Kinzig-Kreis seine am 24. August verhängte Allgemeinverfügung mit besonderen Auflagen für Hanau sowie für Maintal, Bruchköbel, Erlensee, Nidderau und Neuberg vorzeitig aufgehoben.
Nach einem deutlichen Rückgang der Corona-Infektionszahlen hat der Main-Kinzig-Kreis seine am 24. August verhängte Allgemeinverfügung mit besonderen Auflagen für Hanau sowie für Maintal, Bruchköbel, Erlensee, Nidderau und Neuberg vorzeitig aufgehoben.  © DPA/Arne Dedert

Die Stadt Hanau und mehrere umliegende Kommunen können aufatmen: Nach einem deutlichen Rückgang der Corona-Infektionszahlen hat der Main-Kinzig-Kreis seine am 24. August verhängte Allgemeinverfügung mit besonderen Auflagen für die Brüder-Grimm-Stadt sowie für Maintal, Bruchköbel, Erlensee, Nidderau und Neuberg vorzeitig aufgehoben.

Auch seien die Übertragungs-Wege zu rund 90 Prozent nachzuvollziehen und die aktuellen Ansteckungen spielten sich vor allem im persönlichen Umfeld und damit im erwartbaren Bereich ab, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD). Vor diesem Hintergrund könne von einer "kontrollierten Lage" gesprochen werden.

Hintergrund für die verschärften Auflagen war ein zeitweise deutlicher Anstieg der Covid-19-Fallzahlen. So hatte die Zahl der Neuinfektionen in Hanau über mehrere Tage über der kritischen Marke von 50 Fällen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gelegen.

Der Landkreis hatte deshalb verschärfte Regeln bei Veranstaltungen, privaten Treffen und Freizeit-Beschäftigungen erlassen. Außerdem war unter anderem der praktische Sportunterricht abgesagt und eine Maskenpflicht für alle weiterführenden Schulen ausgesprochen worden. Ursprünglich sollten die Auflagen für vier Wochen gelten.

Update, 6. September, 16.11 Uhr: Offenbach lockert Corona-Beschränkungen

Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz! Corona stoppen!" prangt am Ortseingang von Offenbach über einer Straßenkreuzung.
Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz! Corona stoppen!" prangt am Ortseingang von Offenbach über einer Straßenkreuzung.  © Arne Dedert/dpa

In Offenbach sank die Coronna-Inzidenz in den letzten Tagen stetig. Am 25. August hatte der Wert noch bei 59 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelegen. Am Sonntag nannte die Stadt den Wert 17,9, das Land sprach von einer Inzidenz von 17,6.

Die Stadt Offenbach kündigte an, die zuvor erlassenen Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu lockern. Ab diesem Montag (7.9.) gilt damit keine Maskenpflicht mehr im Unterricht, im öffentlichen Raum dürfen sich wieder mehr Menschen treffen, wie die Stadt am Sonntag mitteilte.

Auch die Sperrstunde für die Gastronomie werde aufgehoben. "Das Risiko in Offenbach ist nicht mehr größer als in anderen Orten", sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß.

Zuvor galten in der Stadt aufgrund steigender Infiziertenzahlen strenge Kontaktbeschränkungen. So waren Aufenthalte im öffentlichen Raum nur alleine, in Gruppen von höchstens fünf Menschen oder mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts erlaubt."

Der starke Rückgang der Neuinfektionen zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen für die Stadt Offenbach sinnvoll und notwendig waren", sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD).

Update, 5. September, 17.20 Uhr: Corona-Warnschwelle in ganz Hessen unterschritten

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist hessenweit unter die Warnschwelle gesunken.

Wie das Sozialministerium in Wiesbaden am Samstag mitteilte, kam unter den Landkreisen und kreisfreien Städten der Main-Taunus-Kreis auf die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die sogenannte Inzidenz, ein wichtiger Wert für den Verlauf der Pandemie, lag dort bei 19,7 (Stand: 0.00 Uhr). Am Vortag (4. September) lag sie noch bei 21,8.

Auch in den Städten Frankfurt und Offenbach, die zuletzt mit steigenden Zahlen zu kämpfen hatten, lagen die Werte unter der kritischen Marke von 20, die in Hessen die Warnschwelle ist.

Frankfurt meldete eine Inzidenz von 12,4, und in Offenbach lag sie bei 16,1. Insgesamt wurden am Samstag 66 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle lag weiter bei 535.

Update, 5. September, 14.36 Uhr: Wiesbadener Fastnachts-Umzug abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie fällt in Wiesbaden im kommenden Jahr der Karnevals-Umzug am Fastnachts-Sonntag aus.

Große Veranstaltungen wie die Saal-Fastnacht und dem Umzug mit 400.000 Zuschauern sowie den Kinder-Umzug werde es in der bisherigen Form nicht geben, sagte Simon Rottloff, Vorsitzender der Dachorganisation (Dacho) Wiesbadener Karneval 1950, am Samstag. Das habe die Dacho auf ihrer Jahreshauptversammlung am Freitag beschlossen.

"Das tut uns richtig weh, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Rottloff. Man gehe allerdings davon aus, dass im Februar in Sachen Corona eine ähnliche Situation wie jetzt herrsche.

Da sich die Dacho dem Gesundheits-Schutz der Bevölkerung verpflichtet fühle, habe man sich zur Absage entschlossen.

Ausfallen soll die Fastnacht als Brauchtum aber nicht: "Wir werden trotzdem kleinere Formate anbieten." Dazu gehöre beispielsweise das Fahnen-Hissen am 11. November am Wiesbadener Rathaus - als "symbolischer Akt, nicht als Großveranstaltung".

Wegen der Corona-Pandemie wird Fastnacht in Hessen in der kommenden Saison wenig bis gar nicht gefeiert. Viele Sitzungen und Umzüge sind landesweit bereits abgesagt.

Auf diese Bilder müssen die Wiesbadener im kommenden Jahr leider verzichten. Der Fastnachts-Umzug 2021 wurde abgesagt. (Archivbild)
Auf diese Bilder müssen die Wiesbadener im kommenden Jahr leider verzichten. Der Fastnachts-Umzug 2021 wurde abgesagt. (Archivbild)  © dpa/Frederik von Erichsen

Update, 4. September, 11.17 Uhr: Corona-Befunde beim SV Wehen Wiesbaden

Das Fußball-Testspiel zwischen dem Drittligisten SV Wehen und dem Zweitligisten SV Sandhausen an diesem Freitag ist wegen positiver Corona-Tests bei zwei Personen im Umfeld der Profis des Wiesbadener Clubs abgesagt worden.

Das teilten beide Clubs kurzfristig mit. Der Fall sei dem zuständigen Gesundheitsamt bereits gemeldet worden.

Die Betroffenen zeigen laut Mitteilung bislang keine Symptome. Der gesamte Profikader sowie das Trainerteam und der Staff haben sich in häusliche Quarantäne begeben. Bis auf Weiteres trainieren die Wiesbadener individuell.

"Je nach Befundlage im Rahmen der nächsten Testungen wird anschließend mit den Experten des Gesundheitsamtes über das weitere Vorgehen entschieden", hieß es.

Update, 4. September, 6.24 Uhr: Ab Montag in Frankfurt keine Masken-Pflicht mehr im Unterricht

Am Montag, 7. September, endet an den weiterführenden Schulen in Frankfurt die Maskenpflicht im Unterricht für Lehrer und Schüler. Das kündigte die Stadt am Donnerstag an.

"Nachdem die Infektions-Zahlen wieder gesunken sind, sehen wir von einer Verlängerung der Maskenpflicht im Unterricht ab", sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Gemäß den Vorgaben des Landes Hessen muss eine Abdeckung für Mund und Nase weiterhin auf dem Schulgelände getragen werden, sie darf jedoch während des Unterrichts abgelegt werden.

Frankfurt hatte die verschärfte Maskenpflicht an weiterführenden Schulen vorübergehend für zwei Wochen eingeführt, da die Zahl der Neuinfektionen innerhalb weniger Tage rasch angestiegen war. Mittlerweile hat sich die Situation aber wieder etwas entspannt.

Ab Montag müssen Frankfurter Schüler und Lehrer im Unterricht keine Masken mehr tragen. (Archivbild)
Ab Montag müssen Frankfurter Schüler und Lehrer im Unterricht keine Masken mehr tragen. (Archivbild)  © dpa/Bernd Wüstneck

Update, 4. September, 6.21 Uhr: Viel Mehrarbeit für Ordnungsämter durch Corona-Pandemie

Die Auflagen rund um die Corona-Pandemie sorgen bei den Ordnungsämtern in Hessen für erhebliche Mehrarbeit.

Vor allem in Frankfurt, aber auch in Wiesbaden und Kassel haben die Mitarbeiter von Stadtpolizei und Ordnungsämtern Tausende Kontrollen in den vergangenen Monaten durchgeführt.

Teils arbeiteten die Kollegen an der Kapazitäts-Grenze, sagte etwa ein Sprecher des Ordnungsamtes Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Für Entlastung könnten nun Pläne sorgen, die Sanktionen bei Masken-Verstößen in öffentlichen Verkehrsmitteln anders zu organisieren.

Am Vortag hatte der Präsident des Hessischen Städtetages, der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) erklärt, Ziel sei, die Maskenpflicht in die allgemeinen Beförderungs-Bestimmungen des öffentlichen Nahverkehrs zu integrieren.

Ähnlich wie beim Schwarzfahren könnte dann das Personal der Verkehrs-Verbünde entsprechende Vertragsstrafen verhängen. Bisher dürfen in solchen Fällen nur Bedienstete von Ordnungsämtern, Stadt- oder Landespolizei entsprechende Bußgelder verhängen.

Update, 3. September, 16.04 Uhr: Opposition warnt vor "Generation Corona"

Vertreter der Opposition im hessischen Landtag warnen davor, dass die Corona-Krise Schulabgängern die Suche nach einem Ausbildungsplatz erschwert.

Allein in Hessen seien im August dieses Jahres knapp 8000 Bewerberinnen und Bewerber noch ohne Stelle gewesen - das sind 14,3 Prozent mehr als im Vorjahr, erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Stefan Naas, am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden. "Auf der anderen Seite ging die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen zurück. Das ist dramatisch."

Nach einem Vorschlag der FDP-Fraktion sollte das Land Unternehmen, die stark unter der Corona-Krise gelitten haben, finanziell beim Azubi-Gehalt unterstützen. "Wir können es uns in der Krise nicht leisten, einen Jahrgang auf der Straße stehen zu lassen", sagte Naas.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tobias Eckert, sagte: "Wir dürfen nicht zulassen, dass es eine Generation Corona gibt, denn ohne Fachkräfte wird es keine Wertschöpfung geben." Die Corona-Krise verstärke die Probleme am Ausbildungsmarkt, Stellenangebote würden weniger und Betriebe müssten schließen.

Update, 3. September, 12.53 Uhr: Frankfurt seit Corona-Krise dreckiger

Seit Beginn der Corona-Krise sind in Frankfurt die Kosten für die Reinigung im öffentlichen Raum gestiegen.

Nach aktuellem Stand und kalkuliert bis Anfang Oktober belaufen sie sich auf etwa 360.000 Euro, sagte ein Sprecher des Frankfurter Entsorgungsunternehmens FES. Die Pandemie habe Erscheinungen sichtbarer gemacht, die es schon vorher gab - etwa die Entsorgung von Verpackungen im öffentlichen Raum.

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Ein Müllfahrzeug der FES fährt durch die Innenstadt. Obwohl an jeder Ecke öffentliche Mülleimer stehen, sind viele Bereiche Frankfurts durch achtlos weggeworfenen Müll verschmutzt.
Ein Müllfahrzeug der FES fährt durch die Innenstadt. Obwohl an jeder Ecke öffentliche Mülleimer stehen, sind viele Bereiche Frankfurts durch achtlos weggeworfenen Müll verschmutzt.  © Boris Rössler/dpa

Update, 3. September, 12.50 Uhr: Stadt Mainz ermittelt nach Infektionen auf Hochzeit

Nach einer großen Hochzeitsfeier mit rund 100 Gästen in Mainz, bei der sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben, hat die Stadt ein Bußgeld-Verfahren eingeleitet.

Dabei sei genau zu klären, bei wem die Verantwortung als Veranstalter liege, sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag.

"Als Veranstalter hätte das Brautpaar die Verantwortung gehabt, die Personenzahl zu begrenzen", sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Untersucht werde auch die Rolle des Vermieters des Veranstaltungs-Zentrums.

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Update, 2. September, 14.44 Uhr: Nach Coronafall bei Schüler alle Lehrer in Quarantäne

Nach einem Corona-Fall an einer Schule im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind alle 40 Lehrer unter Quarantäne gestellt worden.

Deswegen falle der Unterricht in der Gesamtschule in Wildeck-Obersuhl zunächst komplett aus, sagte ein Kreissprecher am Mittwoch. Auch 111 Schüler der neunten Jahrgangsstufe seien in Quarantäne.

Der Sprecher betonte zudem, es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Es gibt keine Hinweise auf ein Fehlverhalten."2 Zuvor hatten verschiedene Medien über das Thema berichtet.

Laut dem Kreis war am Mittwoch ein Neuntklässler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun sollen alle Lehrkräfte in den nächsten Tagen getestet werden.

Sobald die ersten negativen Ergebnisse bei Lehrern vorlägen, solle der Präsenz-Unterricht wieder aufgenommen werden. Lehrkräfte die in direktem Kontakt mit dem positiv getesteten Schüler standen, sollen zunächst in Quarantäne bleiben.

Update, 2. September, 11.37 Uhr: Schule darf Maske im Unterricht nicht "dringend empfehlen"

Eine Schule darf laut einer Entscheidung des Wiesbadener Verwaltungsgerichts keine "dringende Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht" aussprechen.

Dafür gebe es keine Rechtsgrundlage, teilte das Verwaltungsgericht Wiesbaden am Mittwoch mit. Die Richter gaben damit dem Eilantrag eines Schülers teilweise statt.

Da die "dringende Empfehlung" über eine "einfache Bitte oder Empfehlung" hinausgehe, "würde eine Form von Zwang ausgeübt, die dazu führe, dass im Falle einer Abweichung mit Sanktionen oder gar diskriminierendem Verhalten durch den Lehrkörper mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen sei", hieß es in der Begründung. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

Zwar sei die Schule verpflichtet, einen eigenen Corona-Hygieneplan aufzustellen. Sie habe aber missachtet, dass nach der aktuellen Verordnung des Landes ein Mund-Nasen-Schutz im Unterricht gerade nicht zwingend zu tragen sei.

Das Tragen von Masken im Unterricht habe damit eine Ausnahme zu sein und nicht der Regelfall, erklärte das Verwaltungsgericht. Einzelne Schulen dürften davon nicht abweichen.

Der Schüler wehrte sich derweil vergeblich gegen die Empfehlung der Schule, die Corona-Warn-App zu installieren. Diese wurde von den Richtern nicht beanstandet, da es keine Verpflichtung sei.

Update, 1. September, 15.53 Uhr: Hessens Kultusminister lehnt Maskenpflicht im Unterricht weiter ab

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) ist weiter gegen eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht. Alle Corona-Maßnahmen müssten verhältnismäßig bleiben, sagte Lorz am Dienstag in seiner Regierungserklärung im hessischen Landtag in Wiesbaden. Bei allen Entscheidungen habe jedoch das Wohlergehen der Schüler und Lehrer immer oberste Priorität. Die Verantwortlichen seien in der Lage, alle Maßnahmen jederzeit in die eine oder andere Richtung anzupassen. Es gelte aber auch weiterhin, besonnen zu sein.

Die Einschätzung der lokalen Gesundheitsämter sei in Absprache mit den kommunalen Entscheidungsträgern ausschlaggebend dafür, ob es eine Verschärfung der derzeitigen Corona-Regeln in den Schulen gibt, erklärte der Minister. Die Gesundheitsbehörden vor Ort könnten zwar in Abhängigkeit von der Entwicklung der Corona-Fallzahlen das Tragen einer Maske auch im Unterricht zeitweise anordnen. Auf eine grundsätzliche Maskenpflicht im Unterricht wolle er jedoch aus pädagogischen und Gründen der sozialen Interaktion verzichten, betonte Lorz

Er verwies dabei auch auf viele Rückmeldungen von Eltern. Das bestärke das Land darin, dass es derzeit nicht angebracht sei, flächendeckend eine solche Verpflichtung auch im Unterricht anzuordnen. In Hessen gilt seit Schuljahresbeginn außerhalb des Unterrichts in Schulgebäuden und auf dem Schulgelände eine Maskenpflicht.

Lorz verwies nochmals auf den Leitfaden für die Schulen, der in Absprache mit der Kultusministerkonferenz vier Stufen je nach Infektionsgeschehen vorsieht. Die erste Stufe sei der angepasste Regelbetrieb, mit dem das Schuljahr begonnen worden sei. In der zweiten Stufe, dem eingeschränkten Regelbetrieb, gelten strengere Anforderungen an die Maskenpflicht, das Abstandsgebot und die Zusammensetzung der Lerngruppen. In der dritten Stufe greife ein Wechselmodell mit einer Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht in geteilten Lerngruppen. Stufe vier sehe einen Verzicht auf Präsenzunterricht und schulbezogene oder regionale Schulschließungen vor.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU).
Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU).  © Andreas Arnold/dpa

Update, 1. September, 15.01 Uhr: 165 neue Coronavirus-Infektionen in Hessen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Hessen ist innerhalb eines Tages um 165 gestiegen. Die Gesamtzahl der Menschen, die nachweislich mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert wurden, liegt damit landesweit bei 15.596, wie das Sozialministerium am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die mit der Krankheit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich um einen auf 532 (Stand 14.00 Uhr).

Unter den Landkreisen und kreisfreien Städten in Hessen hat Wiesbaden nach wie vor die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die sogenannte Inzidenz lag den Zahlen des Ministeriums zufolge bei 26,9. In den Tagen zuvor hatte sie jedoch teils deutlich höher gelegen, noch am Montag war der Wert mit 35,5 beziffert worden. Wegen der gestiegenen Zahlen sind in Hessens Landeshauptstadt unter anderem Besuche in und Zugang zu Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen stark eingeschränkt worden.

In Offenbach sank die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen nach Angaben der Landesregierung auf 19,9, die Stadt berichtete von einem Wert von 20,2. Der Unterschied liegt am Zeitpunkt der Erfassung, das Land berücksichtigt nur Zahlen, die bis zu einer bestimmten Zeit in dem Meldesystem erfasst wurden.

In Frankfurt, der größten Stadt in Hessen, betrug der Wert nach Angaben des Ministeriums 18,5. In den beiden Nachbarstädten waren die Corona-Maßnahmen zuletzt verschärft worden, unter anderem war eine Maskenpflicht im Unterricht an zahlreichen Schulen eingeführt worden.

Update, 1. September, 9.55 Uhr: Corona-Krise hat hessischen Arbeitsmarkt weiterhin fest im Griff

Die Corona-Krise lässt die Zahl der Arbeitslosen in Hessen weiter steigen. Im August zählten die Arbeitsämter 208.467 Frauen und Männer im Land ohne Job. Das waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag 4226 mehr als im Juli dieses Jahres und 56.058 mehr als im August 2019.

Damit stieg die Zahl der Erwerbslosen in Hessen im fünften Monat in Folge. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent. Zuletzt lag die Quote den Angaben zufolge vor zehn Jahren in einem August auf diesem Niveau.

Die Lage dürfte nach Einschätzung von Agenturchef Frank Martin angespannt bleiben: "Die Betriebe agieren erkennbar zurückhaltend, wenn es um Neueinstellungen geht."

Ein Mann ist auf dem Weg zur Agentur für Arbeit in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden. (Archivbild)
Ein Mann ist auf dem Weg zur Agentur für Arbeit in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden. (Archivbild)  © Arne Dedert/dpa

Update, 31. August, 14.38 Uhr: Drei Jugendherbergen schließen in Hessen

Drei Jugendherbergen in Hessen müssen zum Ende des Jahres schließen. Der Jugendherbergsverband begründete den Schritt am Montag in Frankfurt mit dem finanziellen Druck, der durch die Corona-Krise entstanden sei. Bei den Standorten handele es sich um die Jugendherbergen in Gießen und Weilburg in Mittelhessen sowie im südhessischen Zwingenberg.

Die Aufsichtsratsvorsitzende Marjana Schott sagte: "Das ist ein herber Verlust für unseren Landesverband, aber die Auswirkungen der Corona-Krise lassen uns leider keine anderen Möglichkeiten."

Die drei Häuser seien in den vergangenen Jahren immer nur knapp rentabel gewesen, berichtete der Vorstandsvorsitzende Timo Neumann. Investitionen in die Zukunftssicherung seien schon länger nur zu Lasten der anderen 27 Jugendherbergen möglich gewesen.

Nach Angaben des Jugendherbergsverbands gibt es jedoch Signale aus den Städten Gießen und Weilburg für eine finanzielle Unterstützung, die Standorte mittelfristig wieder zu öffnen. Aus Sanierungsgründen sind nach Angaben eines Verbandssprechers derzeit bereits die Standorte Marburg und Rüdesheim geschlossen. Die Sanierungsprojekte seien aber momentan auf Eis gelegt. Wann diese beiden Jugendherbergen wieder öffnen, sei noch unklar.

Update, 30. August, 9.53 Uhr: Hessische Theater und Opernhäuser starten ausgedünnt in die Saison

Nachdem wegen der Corona-Pandemie monatelang fast keine Vorstellungen möglich waren, starten die hessischen Theater und Opernhäuser in die neue Spielzeit - unter denkbar schwierigen Bedingungen.

Wie eine Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab, können wegen der behördlichen Verfügungen viele Häuser nur rund ein Viertel der sonstigen Sitzplätze anbieten.

Zudem müssen sie sich an strenge Hygiene-Regeln halten. Karten-Verkäufe, Pausen-Gastronomie und selbst die vorgeschriebenen Wege innerhalb der Foyers müssen umorganisiert werden.

Update, 29. August, 10.47 Uhr: Trotz Corona nicht mehr Fehltage in Hessen

Der Krankenstand in Hessen ist trotz der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 kaum gestiegen - das legt eine Auswertung der Krankenkasse DAK nahe. Zwar gab es mehr Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen - aber weniger als in schweren Grippe-Jahren.

"Entgegen der Erwartungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit ausgeblieben, obwohl es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab", erklärte Sötkin Geitner, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Hessen.

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Zwar gab es mehr Krankschreibungen wegen Atemwegs-Erkrankungen - aber weniger als in schweren Grippe-Jahren. (Symbolbild)
Zwar gab es mehr Krankschreibungen wegen Atemwegs-Erkrankungen - aber weniger als in schweren Grippe-Jahren. (Symbolbild)  © Arno Burgi/ZB/dpa

Update, 28. August, 18.01 Uhr: Hanau setzt auf UV-Technik gegen Covid-19

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die derzeit stark betroffene Stadt Hanau auf UV-Technik zur Entkeimung setzen.

Dazu schloss die Stadt eine strategische Partnerschaft mit Heraeus Noblelight, einer Sparte des Edelmetallkonzerns Heraeus. Von kommender Woche an werde an Themen gearbeitet, für die ein Einsatz der entsprechenden Technologie in Frage komme, sagte der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Freitag.

Dazu gehörten beispielsweise Klassenräume in Schulen, aber auch Omnibusse, Krankenhäuser oder Behörden.

Hanau lag in den vergangenen Tagen deutlich über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die Stadt hatte deshalb die Gegenmaßnahmen gegen die Pandemie ähnlich wie zuvor bereits Offenbach verschärft.

Bei der Technologie geht es um UV-C-Strahlung, ein energiestarkes Licht, das zur Desinfektion von Oberflächen und Luft genutzt werden kann, wie der Geschäftsführer von Heraeus Noblelight, Martin Ackermann, erläuterte.

Die Strahlung mache Viren und Bakterien "mit einer Wirksamkeit von 99,99 Prozent unschädlich". Die entsprechenden Geräte saugen beispielsweise beim Einsatz in Klassenräumen die Luft ein, entkeimen sie mittels der Strahlung, geben sie wieder an den Raum ab und wälzen die Luft so stetig um.

Update, 28. August, 14.48 Uhr: Lufthansa kommt mit Ticket-Erstattungen voran

Die Lufthansa kommt mit den Erstattungen stornierter Tickets aus der Corona-Krise voran. Im laufenden Jahr seien in der Gruppe nun 2,5 Milliarden Euro an 5,6 Millionen Kunden zurückgeflossen, teilte der MDax-Konzern am Freitag in Frankfurt mit.

Damit sind aber immer noch 1,2 Millionen Anträge offen mit einem Volumen von rund 600 Millionen Euro.

In den vergangenen sieben Tagen wurden den Angaben zufolge täglich 20.000 Fälle erledigt. Ginge es im gleichen Tempo ohne neue Stornierungen weiter, wäre der Berg in 60 Tagen abgearbeitet. Der Konzern hatte angekündigt, bis Ende August die Fälle aus der ersten Jahreshälfte zu erledigen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen veranlassten Stornierungen zur Rückzahlung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen verpflichtet.

Nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs im März hatte Lufthansa automatische Erstattungs-Prozesse abgestellt und auf Einzelfall-Prüfungen bestanden.

Wie andere Gesellschaften auch versuchte sie zudem, die Kunden mit Gutscheinen zu befriedigen. Das Vorgehen löste scharfe Kritik von Verbraucherschützern und Anzeigen bei den Luftaufsichts-Behörden aus.

Update, 28. August, 13.24 Uhr: Sechs Schulen wegen Corona kurzzeitig geschlossen

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat zwei Wochen nach dem Schulbeginn in Hessen von einem positiven Start gesprochen. Er nehme die Sorgen wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen aber sehr ernst, versicherte Lorz am Freitag in Wiesbaden.

Seit Beginn des Schuljahres seien sechs der insgesamt 1795 Schulen im Land für einen oder mehrere Tage geschlossen worden, weil ein Verdacht oder eine Infektion bei einem Schüler oder einer Lehrkraft vorlagen.

Nach zwei Wochen Unterricht könne damit festgestellt werden, "dass sich Schulen bislang nicht als Hotspots erwiesen haben", sagte der Minister.

Drei Prozent der Lehrer haben sich nach Angaben des Kultusministers vom Präsenz-Unterricht freistellen lassen. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs habe dieser Wert noch bei mehr als zehn Prozent gelegen.

Mindestens bis zu den Herbstferien könnten sich Mitarbeiter an Schulen, die keine Symptome zeigen, alle 14 Tage einem kostenlosen Corona-Test unterziehen.

Seit Beginn des Schuljahres mussten sechs der insgesamt 1795 Schulen im Land für einen oder mehrere Tage geschlossen werden.
Seit Beginn des Schuljahres mussten sechs der insgesamt 1795 Schulen im Land für einen oder mehrere Tage geschlossen werden.  © DPA/Arne Dedert

Update, 28. August, 12.45 Uhr: Testzentren am Frankfurter Flughafen bleiben geöffnet

Am Frankfurter Flughafen bleiben die Corona-Testzentren für Reisende weiter geöffnet. Das erklärten die Betreiber Deutsches Rotes Kreuz und Centogene am Freitag auf Nachfrage.

Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstag wird für Rückkehrer aus Risiko-Gebieten die alte Regelung eines Pflichttests mindestens noch bis zum 1. Oktober weiter bestehen. Für die übrigen Heimkehrer sollen die kostenlosen Tests ab dem 16. September entfallen.

Das DRK-Testzentrum am Flughafen Frankfurt werde bis auf weiteres regulär weitergeführt, teilte eine Sprecherin mit. Man sei weiterhin vom Land Hessen beauftragt, kostenlose Tests für Reise-Rückkehrer anzubieten, die aus Risiko-Gebieten mit dem Flugzeug am Frankfurter Airport ankommen.

Seit der Eröffnung am 30. Juli wurden in dem DRK-Zentrum 55.000 Tests durchgeführt, von denen rund ein Prozent eine Infektion mit dem Covid-19-Virus anzeigte.

Update, 28. August, 11.43 Uhr: Frankfurt sieht von erneuten Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab

Wegen stagnierender Fallzahlen sieht die Stadt Frankfurt zunächst von einer erneuten Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte am Freitag, es sei derzeit nicht notwendig, die Verordnungen des Landes auf kommunaler Ebene kleinteilig nachzuschärfen.

Nach Angaben von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) waren in Hessens größter Stadt zuletzt 301 Menschen mit einer aktiven Covid-19-Infektion gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 30 Fällen gegenüber dem Vortag.

Majer sprach von einer "Seitwärtsentwicklung im Infektionsgeschehen". Eine Trendwende sehen er und Feldmann nach eigener Darstellung hingegen nicht.

Ob der im Dezember geplante Weihnachtsmarkt stattfinden kann, ließ Feldmann offen. Man werde "auf Sicht fahren" und Hygiene-Konzepte mit den Veranstaltern besprechen.

Seit Beginn der Pandemie sind in Frankfurt 2646 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. 2276 von ihnen gelten als genesen.

Update, 28. August, 6.10 Uhr: Landeselternbeirat beklagt volle Busse und Bahnen

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Hessen hat sich der Landeselternbeirat besorgt wegen überfüllter Busse und Bahnen auf den Schulwegen in vielen Regionen gezeigt.

"Das ist eine Katastrophe", sagte der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirats Hessen, Korhan Ekinci, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Wiesbaden. Es könne nicht sein, dass für die Schulen sorgsam Hygienepläne mit Maskenpflicht teils auch im Unterricht und anderen Maßnahmen ausgearbeitet würden und die Schüler auf dem Weg zur und von der Schule eng gedrängt in Bussen und auch manchen Zügen stehen oder sitzen müssten, so Ekinci.

Viele Kommunen verweisen nach seinen Worten darauf, dass ihnen das Geld für den Einsatz von mehr Bussen fehle. Dieses Argument will Ekinci aber nicht gelten lassen. "Als die Banken in Schieflage waren, wurden sie gerettet", sagte er. Hier aber gehe es um die Gesundheit der Kinder.

Covid-19-Infektionen an mittlerweile zahlreichen Schulen im Bundesland bis hin zur Schließung ganzer Schulen machten deutlich, dass die "Einschläge" immer näher kämen, so Ekinci. "Wir brauchen eine Regie", so der Landeselternbeiratsvorsitzende.

Es müsse ein Plan ausgearbeitet werden, der den kompletten Schultag der Kinder einbeziehe – vom Start an der Haustür morgens bis zur Rückkehr am Nachmittag.

Update, 27. August, 19.37 Uhr: Keine Verschärfung der Corona-Beschränkungen in Hessen

In Hessen wird es keine Verschärfung der Corona-Beschränkungen geben.

Der hessische Stufenplan funktioniere, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag nach einer Schalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU).

Der Regierungschef mahnte jedoch, die Bevölkerung dürfe nicht leichtsinnig werden, da die Corona-Infektionen in der Summe bundesweit und auch in Hessen ansteigen.

"Das muss uns besorgen." Das gelte gerade mit Blick auf den Herbst und den Winter. "Deshalb bleibt Rücksicht, Umsicht und Vorsicht die Grundmelodie", betonte Bouffier. Es sei nicht die Zeit, über Corona-Lockerungen zu diskutieren.

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Der hessische Stufenplan funktioniere, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag nach einer Schalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Der hessische Stufenplan funktioniere, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag nach einer Schalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 27. August, 18.22 Uhr: Offenbach wieder unter kritischem Wert

In Offenbach sank eine wichtige Kennzahl, die zuletzt oberhalb der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (7-Tage-Inzidenz) gelegen hatte: Der Wert betrug dem Ministerium zufolge nun 47,5. Die Stadt nannte einen Wert von 48,2. Wiesbaden stand mit 44,9 weiterhin kurz davor, die Schwelle zu erreichen.

Nichtsdestotrotz verlängerte Offenbach die jüngst beschlossenen verschiedenen, strengeren Kontakt-Beschränkungen bis zum 6. September. Beispielsweise sind Aufenthalte im öffentlichen Raum weiter nur alleine, in Gruppen von höchstens fünf Menschen oder mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts erlaubt.

Für Gastronomie und Bars gilt eine Sperrstunde von 0 bis 6 Uhr. Auch die Auflage für Schüler im Unterricht eine Maske zu tragen, gilt von nun an bis dahin, aufgehoben wird sie zum kommenden Montag indes für Grundschüler.

Die Stadt Hanau wies zuletzt eine Inzidenz von etwa 58 auf. Zwischenzeitlich hatte diese bei 70 gelegen.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sprach einer Mitteilung zufolge von einem "dynamischen Prozess" und einem erwarteten "Zick-Zack-Kurs" der Werte.

"Maßgeblich ist, dass wir sieben Tage am Stück die Schwelle von 35 Neuinfektionen unterschreiten - dann bin ich bereit, über Lockerungen nachzudenken."

Update, 26. August, 19.49 Uhr: Offenbach sagt Internationale Lederwarenmesse ab

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat die Stadt Offenbach die Internationale Lederwarenmesse ILM abgesagt.

"Die ILM hatte sich auf die Messe umfassend vorbereitet und ein sehr gutes Hygiene-Konzept erarbeitet. Aus diesem Grund war die Messe zu der Zeit genehmigt worden, als Offenbach noch unter der vom Land Hessen definierten Stufe von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner lag" teilte die Stadt am Mittwoch mit. Die Stadt verzeichnete zuletzt 59 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

"Bedauerlicherweise lässt das Infektions-Geschehen jetzt ein solches Ereignis auch mit Fachpublikum nicht mehr zu, weil sich die Situation in der Stadt drastisch verändert hat", erläuterte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD).

Die Absage sei "extrem bitter". Die Messe hätte vom 5. bis 7. September stattfinden sollen.

Update, 26. August, 19.30 Uhr: Friedberger Schule wegen Corona geschlossen

Nach einer bestätigten Corona-Infektion und mehreren Verdachtsfällen geht eine Schule in Friedberg komplett in Quarantäne.

Alle Schüler, Lehrer sowie Hilfskräfte müssten bis einschließlich 4. September in Quarantäne, teilte der Wetteraukreis am Mittwoch mit. Das betrifft nach Angaben einer Sprecherin 113 Schüler und 50 Beschäftigte.

Es werde zudem geprüft, ob und welche Busfahrer betroffen seien. Der Schulbetrieb soll wieder am 7. September aufgenommen werden. An der betroffenen Wartbergschule werden geistig und körperlich behinderte Schüler unterrichtet.

"Das positiv getestete Kind hatte Kontakt zu den Mitschülern, Lehrkräften, Schulbegleitungen und Busfahrern im ansteckungsfähigen Zeitraum", zitierte der Kreis eine Mitteilung der Schule.

Wegen der Besonderheiten der Schule sei eine "glaubhafte weitere Unterteilung der Kontakt-Personen nicht gegeben" und die Quarantäne für alle daher nötig. Die Betroffenen sollen getestet werden.

Update, 26. August, 16.45 Uhr: Positiver Corona-Fall bei Handball-Bundesligist Melsungen

Der Handball-Bundesligist MT Melsungen verzeichnet einen positiven Corona-Fall. Die Nordhessen informierten am Mittwoch umgehend das Gesundheitsamt der Region Kassel, das über weitere Maßnahmen berät.

Das für diesen Donnerstag geplante Testspiel gegen den Bundesligarivalen TSV Hannover-Burgdorf Melsungen wurde vorsorglich abgesagt, teilte der Verein mit.

Nach Informationen des "Sportbuzzer" soll sich eine Person aus dem Betreuerstab der MT mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben.

Ob dies Auswirkungen auf das Hinspiel in der ersten Qualifikationsrunde der European League am Sonntag beim dänischen Vertreter Bjerringbro-Silkeborg hat, war zunächst offen.

Update, 26. August, 14.15 Uhr: In Offenbach wieder mehr Infektionsfälle

In Offenbach ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen weiter angestiegen. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, meldete das Gesundheitsamt acht neue Sars-CoV-2-Infektionsfälle.

Darunter sind demnach vier Reiser-Rückkehrer sowie eine Kontakt-Person. Bei drei Menschen sei die Ursache für die Ansteckung nicht bekannt, hieß es. Wie eine Sprecherin sagte, wird weiter nach der Ursache geforscht.

Unter den positiv getesteten Menschen ist nach Angaben der Stadt auch ein Schüler der Erich-Kästner-Schule. 13 Schüler und drei Lehrer der Schule befänden sich nun in Quarantäne hieß es.

Insgesamt sind demnach in Offenbach aktuell 115 Fälle nachgewiesen, in denen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert sind.

Die 7-Tage-Inzidenz lag auch am Mittwoch wieder über einem kritischen Messwert von 50. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen belief sich nach Angaben der Stadt auf 59 Fälle.

Update, 26. August, 13.35 Uhr: Flughafenchef kritisiert pauschale Quarantäne

Der Chef des Frankfurter Flughafens hat die geplante Quarantäne-Anordnung für Reise-Rückkehrer als "Schritt in die völlig falsche Richtung" kritisiert.

"Eine pauschal angeordnete Quarantäne bedeutet faktisch einen zweiten Lockdown für die Luftverkehrs- und Tourismus-Branche und für alle Menschen, die über Länder-Grenzen hinweg unterwegs sein müssen", erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwoch laut einer Mitteilung.

Neben Urlaubern würden insbesondere Geschäfts-Reisende getroffen.

Schulte sprach sich dafür aus, die Test-Kapazitäten für das Coronavirus auszubauen. "Hier am Flughafen Frankfurt haben wir gezeigt, dass dieses System funktioniert. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Politik und Wirtschaft haben wir innerhalb kürzester Zeit die benötigte Infrastruktur geschaffen. Nur weil in einigen Fällen die Test-Kapazitäten knapp werden, ist es völlig falsch, die bereits aufgebaute Test-Infrastruktur abzuschaffen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und mehrere Ressortkollegen aus den Ländern streben an, die kostenlosen Corona-Tests für Reise-Rückkehrer abzuschaffen.

Rückkehrer aus Risiko-Gebieten sollen sich in Quarantäne begeben und diese künftig frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen.

Im Moment gilt für diese Reisenden noch, dass sie die Quarantäne mit Vorlage eines maximal 48 Stunden alten Tests bei der Einreise oder durch einen in Deutschland auf Anordnung der Behörden gemachten Test umgehen können.

Update, 26. August, 13.37 Uhr: Flughafen und Lufthansa bereit für Verteilung des Corona-Impfstoffs

Bei der Verteilung des Impfstoffs wird der Frankfurter Flughafen eine große Rolle spielen.
Bei der Verteilung des Impfstoffs wird der Frankfurter Flughafen eine große Rolle spielen.  © Boris Roessler/dpa-flughafen-ffm

Der Frankfurter Flughafen wird bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffes eine wichtige Rolle spielen. Bei einem Fachkongress am größten Frachtdrehkreuz Europas zeigten sich der Betreiber Fraport und die dominierende Airline Lufthansa Cargo am Mittwoch einsatzbereit.

Besonders wichtig ist bei Medikamenten eine ununterbrochene Kühlkette. Aktuell stehen laut Fraport rund 12.000 Quadratmeter temperaturgeführte Umschlagkapazitäten zur Verfügung, weitere 2000 Quadratmeter seien kurz vor der Inbetriebnahme.

Für den Transport über das Vorfeld könnten 20 hochmoderne Thermotransporter eingesetzt werden. Eine Vielzahl von Handlingfirmen erfülle zudem in Frankfurt die entsprechenden internationalen Zertifikate.

Im vergangenen Jahr wurde an dem Flughafen rund 120 000 Tonnen Impfstoffe, Arzneimittel und andere Pharma-Produkte umgeschlagen.

"Wenn es soweit ist, werden wir zusammen mit unseren Partnern bei der Verteilung von Impfstoff und Medikamenten bestmöglich unterstützen", sagte Fraport-Manager Max Philipp Conrady. Lufthansa Cargo verwies auf die langjährige Erfahrung im Pharma-Transport, auf den man sich als eine der ersten Airlines weltweit spezialisiert habe.

"Auch wenn es darum gehen wird, einen Impfstoff gegen das Corona-Virus zu transportieren, wird Lufthansa Cargo alles unternehmen, um eine schnelle Verteilung über den Luftweg zu ermöglichen", erklärte Fracht-Spezialist Jörg Bodenröder.

Update, 26. August, 12.24 Uhr: Zweites Corona-Hilfspaket im Volumen von rund 200 Millionen Euro

Hessens Landesregierung will mit einem zweiten Hilfspaket aus dem Corona-Sondervermögen mittelständische Unternehmen sowie Sportvereine und -verbände unterstützen. Zudem sollen aus dem insgesamt rund 200 Millionen Euro umfassenden Paket Corona-Tests für Beschäftigte in Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen finanziert werden, sagte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden anlässlich der Sitzung des Haushaltsausschusses des hessischen Landtags.

Seit der Einrichtung des Sondervermögens Anfang Juli wurden laut Boddenberg fast 40 Hilfen und rund 1,4 Milliarden Euro auf den Weg gebracht.

"Das ist ohne Frage eine hohe Belastung für Hessen." Die Landesregierung achte jedoch sorgsam auf diese coronabedingten Kosten. Das kreditfinanzierte Sondervermögen des Landes hat insgesamt ein Volumen von zwölf Milliarden Euro.

Mit dem Geld sollen bis Ende 2023 vor allem Steuerverluste des Landes und der Kommunen wegen der Corona-Krise ausgeglichen werden.

Bereits Ende Juli hatte der Haushaltsausschuss einem ersten Hilfspaket mit einem Volumen von fast 1,2 Milliarden Euro zugestimmt.

Update, 25. August, 17.40 Uhr: Etliche Corona-Fälle in Wiesbaden nach großer Hochzeit in Mainz

Nach einer großen Hochzeitsfeier mit rund 100 Gästen ist es in Wiesbaden zu etlichen neuen Corona-Fällen gekommen. Mindestens 18 Personen seien in Hessens Landeshauptstadt betroffen, sagte ein Sprecher der Stadt am Dienstag. Da nicht alle Gäste der Feier mit dem Gesundheitsamt kooperierten, sei die Ermittlung der Infizierten schwierig gewesen.

Nach Auftreten des ersten Falles seien von den infizierten Personen keine genauen Angaben zu den Kontaktpersonen gemacht worden. Danach habe es einige Tage gedauert, bis das zuständige Gesundheitsamt eine unvollständige Gästeliste erhalten habe, teilte die Stadt mit. In dieser Zeit seien die Gäste nicht in Quarantäne gewesen, sondern in die Schulen sowie Arbeitsstätten gegangen und hätten Kontakt mit Freunden und Familienmitgliedern gehabt.

"Aufgrund des Ausbruchsgeschehens ist ganz klar, dass sich auf der Veranstaltung nicht an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten wurde", sagte die Leiterin des Wiesbadener Gesundheitsamtes, Kaschlin Butt.

Da die Veranstaltung im Mainzer Stadtgebiet stattgefunden habe, sei das dort ansässige Gesundheitsamt zuständig. "Wir prüfen derzeit, ob und welche Bußgelder wir für die Wiesbadener Gäste verhängen können", erklärte Butt. Diese Bußgelder könnten bei der Behinderung der Ermittlungsarbeit und der damit einhergehenden Gefährdung für die Bevölkerung verhängt werden.

Update, 25. August, 14.40 Uhr: Infektionsgeschehen alarmiert Spielplaner im hessischen Fußball

Die Hessenliga soll am ersten September-Wochenende starten (Symbolbild).
Die Hessenliga soll am ersten September-Wochenende starten (Symbolbild).  © 123RF/Thanarak Worakandecha

Der hessische Fußball-Verband befürchtet angesichts der steigenden Infektionszahlen in der Corona-Zeit Auswirkungen auf den Spielbetrieb der neuen Saison.

"Unsere Spielplaner tauschen sich diesbezüglich aus und beurteilen, wie das Spielgeschehen bei Bedarf am Sinnvollsten verlagert werden kann. Dafür müssen die entsprechenden Puffer in den Spielplänen bewertet werden", sagte HFV-Präsident Stefan Reuß am Dienstag in einer Pressemitteilung.

In einzelnen Kreisen habe die Entwicklung auch Einfluss auf den Trainings- und Spielbetrieb. "Wir beobachten das Geschehen genau, die steigenden Infektionszahlen bereiten uns dabei große Sorgen. Selbstverständlich setzen wir alle behördlichen Vorgaben penibel um, um eine weitere Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern", erklärte Reuß. "Dabei müssen wir das Geschehen individuell pro Kreis betrachten und stehen diesbezüglich mit den jeweiligen Gesundheitsämtern in Kontakt." Für diesen Mittwoch ist eine Videokonferenz mit allen hessischen Kreisfußballwarten angesetzt.

Nur vereinzelte Auswirkungen habe das Infektionsgeschehen auf die Hessenliga, die am ersten September-Wochenende starten soll. "Wenn einige Spiele nicht ausgetragen werden können – beispielsweise der Mannschaften aus Hanau und Erlensee – müssen diese zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden", sagte Jürgen Radeck, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Spielbetrieb und Fußballentwicklung.

Update, 25. August, 8.20 Uhr: Weniger Passagiere am Frankfurter Flughafen als in der Vorwoche

Die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen haben bei ihrer Erholung aus dem Corona-Tief einen Rückschlag erlitten. Nach dem Ende der hessischen Sommerferien zählte der Flughafenbetreiber Fraport in der Woche vom 17. bis 24. August an Deutschlands größtem Airport 330.428 Fluggäste und damit 78,7 Prozent weniger als in der entsprechenden Kalenderwoche ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Das waren rund 23.000 Passagiere weniger als in der Vorwoche, als der Rückgang im Jahresvergleich 77,3 Prozent betragen hatte.

Update, 24. August, 16.20 Uhr: Lehrergewerkschaft fordert kürzeren Unterricht in Hessen wegen Maskenpflicht

Das Foto vom 1. August zeigt Schüler einer Sechsten Klasse mit Gesichtsmasken beim Schulunterricht.
Das Foto vom 1. August zeigt Schüler einer Sechsten Klasse mit Gesichtsmasken beim Schulunterricht.  © Gregor Fischer/dpa

Der hessische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält eine Maskenpflicht über den gesamten Schultag für unzumutbar.

Die GEW forderte am Montag, an den Schulen, an denen bereits eine Maskenpflicht herrsche, den Unterricht auf zwei Doppelstunden am Tag mit einer halben Stunde Pause zu begrenzen. In Teilen des Landkreises Groß-Gerau, sowie in Frankfurt und Offenbach ist seit vergangener Woche das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch während des Unterrichts Pflicht – in Frankfurt in weiterführenden Schulen, in Offenbach in allen Schulen.

Laut GEW habe es aus den Schulen Berichte über Kopfschmerzen, fehlende Konzentration und Übelkeit gegeben. Die Masken behinderten die pädagogische Arbeit.

Es sollten Vorbereitungen getroffen werden, um kurzfristig wieder zu einem Unterricht in kleineren Gruppen zurückkehren zu können.

Update, 24. August, 16.15 Uhr: Etliche Verstöße gegen die Maskenpflicht in Offenbach

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Offenbach steigt weiter an. Mittlerweile liege die sogenannte Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage, bei 57,5 Fällen, teilte die Stadt am Montag mit.

Das Ordnungsamt habe zudem am Wochenende etliche Verstöße gegen die Maskenpflicht in Offenbach geahndet, erklärte ein Sprecher am Montag. Nach Angaben der Polizei gab es am gesamten Wochenende 135 Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

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Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz! Corona stoppen !" prangt am Ortseingang von Offenbach über einer Straßenkreuzung.
Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Distanz! Corona stoppen !" prangt am Ortseingang von Offenbach über einer Straßenkreuzung.  © Arne Dedert/dpa

Update, 24. August, 13.15 Uhr: Lehrergewerkschaft fordert kürzeren Unterricht wegen Maskenpflicht

Der hessische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält eine Maskenpflicht über den gesamten Schultag für unzumutbar. Die GEW forderte am Montag, an den Schulen, an denen bereits eine Maskenpflicht herrsche, den Unterricht auf zwei Doppelstunden am Tag mit einer halben Stunde Pause zu begrenzen.

In Teilen des Landkreises Groß-Gerau, sowie in Frankfurt und Offenbach ist seit vergangener Woche das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch während des Unterrichts Pflicht - in Frankfurt in weiterführenden Schulen, in Offenbach in allen Schulen.

Laut GEW habe es aus den Schulen Berichte über Kopfschmerzen, fehlende Konzentration und Übelkeit gegeben. Die Masken behinderten die pädagogische Arbeit. Es sollten Vorbereitungen getroffen werden, um kurzfristig wieder zu einem Unterricht in kleineren Gruppen zurückkehren zu können.

Update, 23. August, 20.11 Uhr: Kita in Bad Nauheim bleibt wegen positiven Corona-Tests geschlossen

Wegen eines positiven Corona-Testergebnisses bei einem Kind bleibt eine Kita in Bad Nauheim (Wetteraukreis) für mindestens zwei Wochen geschlossen.

Das Gesundheitsamt habe zudem verfügt, dass alle Kinder und Erzieherinnen als Kontaktperson ersten Grades bis einschließlich zum 4. September in Quarantäne müssten, teilte der Landkreis am Sonntagabend mit. Ferner müssten die Betroffenen der Kita Im Sichler am kommenden Mittwoch zum Abstrichtest. Die Angehörigen der Kinder seien nicht von der Quarantäne betroffen, hieß es weiter.

Derweil fällt am Montag für zwei Klassen zweier Schulen im Vogelsbergkreis der Unterricht aus. Weil es den Verdacht einer Corona-Erkrankung bei jeweils einem Schüler der Grundschule Schlitz und der Integrierten Gesamtschule Schlitz gebe, müssten die jeweiligen Klassen zu Hause bleiben, teilte der Kreis ebenfalls am Sonntagabend mit. "Es handelt sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme, es besteht kein Grund zur Beunruhigung", sagte Henrik Reygers vom Gesundheitsamt des Kreises.

Erst am Freitag war in Dieburg eine Schule aufgrund zweier positiver Covid-19-Tests geschlossen worden. Zwei Schüler seien infiziert, teilten Schulleitung und Gesundheitsamt Darmstadt/Darmstadt-Dieburg mit.

Da diese in der vergangenen Woche zahlreiche Kontakte hatten, sei deren Nachverfolgung sehr aufwendig. Die Schließung der Schule sei eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass alle möglichen Kontakte zurückverfolgt und alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet werden könnten.

Update, 23. August, 17.15 Uhr: Inzwischen 33 Corona-Infizierte nach Hochzeit im Kreis Groß-Gerau

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau ist die Zahl der Corona-Infizierten mittlerweile auf 33 gestiegen.

Die Personen hätten zum Teil selbstständig einen Test veranlasst, erklärte Ute Kepper vom Kreisgesundheitsamt. "Die Testungen wurden in verschiedenen Testzentren oder auch beim Hausarzt durchgeführt. Deshalb dauert es auch unterschiedlich lang, bis die Ergebnisse eintreffen. Die positiven Ergebnisse werden uns umgehend gemeldet", so Kepper.

Das Brautpaar hatte nach Angaben des Kreises am 7. und 14. August in Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau zweimal gefeiert – einmal mit 100, einmal mit 160 Gästen. Dabei hätten ein oder mehrere Infizierte unwissentlich andere angesteckt.

Update, 23. August, 14.37 Uhr: Wiesbaden verbietet Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen

Aufgrund erhöhter Corona-Fallzahlen hat die Stadt Wiesbaden Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit mehr als 50 Menschen verboten.

Wie die Stadt am Sonntag mitteilte, gilt die Regelung ab Dienstag vier Wochen lang. Veranstaltungen ab 50 Personen müssten nun bis mindestens einschließlich 21. September durch das Gesundheitsamt genehmigt werden. Darunter fielen neben Privatfeiern im öffentlichen und nicht-öffentlichen Raum beispielsweise auch Kulturangebote wie Theater und Kinos.

Ob die Allgemeinverfügung dann noch einmal verlängert oder gar verschärft werde, hänge von den gemeldeten Neuinfektionen ab. Auch weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie könnten folgen.

Update, 23. August, 12.59 Uhr: Polizei kontrolliert verstärkt Corona-Regelungen in Offenbach

Die Polizei in Offenbach kontrolliert verstärkt die verschärften Corona-Regelungen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, sind mehr Kräfte als sonst im Einsatz. Die Nacht von Samstag auf Sonntag sei unproblematisch verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Es habe nur vereinzelt Verstöße gegeben. Die kontrollierten Menschen zeigten sich demnach einsichtig. Die Polizei hatte am Samstag angekündigt, die Lage genau zu beobachten. Offenbach hatte am Freitag als erste hessische Stadt wegen des Anstiegs über den kritischen Schwellenwert wieder strengere Kontaktbeschränkungen eingeführt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Zudem gilt seit der Nacht von Samstag auf Sonntag jeweils ab 0. Uhr eine nächtliche Sperrstunde für Gaststätten und Bars. Aufenthalte im öffentlichen Raum sind laut Stadtverwaltung nur allein, in Gruppen von höchstens fünf Menschen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Diese Regelung gilt auch bei Besuchen von Restaurants, Cafés und Bars.

Update, 23. August ,12 Uhr: Corona-Infektionszahlen in Hanau deutlich über kritischer Schwelle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Hanau nach Angaben eines Stadtsprechers weiter sprunghaft gestiegen. Mittlerweile liege die Zahl der Neuinfektionen bei 60 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Die Stadt mit zuletzt knapp unter 100.000 Einwohnern gehört zum Main-Kinzig-Kreis, strebt aber die Kreisfreiheit an. An diesem Montag werde man mit dem Landkreis Maßnahmen beraten, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen.

Die Stadt hatte bereits eine für den Vortag geplante Demonstration zum Gedenken an die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags vom 19. Februar mit Tausenden erwarteten Teilnehmern wegen der Corona-Entwicklung untersagt. Bei einer Kundgebung, die stattdessen veranstaltet wurde, war die Teilnehmerzahl auf 249 beschränkt worden.

Zuvor hatte bereits die Stadt Offenbach ihre Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 verschärft. Dort gelten nun strengere Kontaktbeschränkungen und eine nächtliche Sperrstunde in der Gastronomie.

Update, 23. August, 11 Uhr: Wiesbaden erreicht nächste Eskalationsstufe

In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ist die 7-Tage-Inzidenz auf 35,2 gestiegen. Damit überschreitet die Stadt die nächste Corona-Stufe.

Erweiterte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie müssen nun ergriffe werden. Noch ist unklar, wie diese aussehen. Die Stadt äußerte sich noch nicht dazu.

Update, 22. August, 17.18 Uhr: Offenbach verschärft Maßnahmen und erlässt Sperrstunde

In Offenbach gilt ab der Nacht von Samstag auf Sonntag jeweils ab 0 Uhr eine nächtliche Sperrstunde für Gaststätten und Bars. Daneben gelten weitere Einschränkungen im öffentlichen Raum.

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Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialminister des Landes Hessen, steht am Freitag zu Beginn einer Pressekonferenz im Offenbacher Stadion neben einem Plakat mit der Aufschrift "Zurück aus einem Risikogebiet?".
Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen), Sozialminister des Landes Hessen, steht am Freitag zu Beginn einer Pressekonferenz im Offenbacher Stadion neben einem Plakat mit der Aufschrift "Zurück aus einem Risikogebiet?".  © Arne Dedert/dpa

Update, 21. August, 15.58 Uhr: Offenbach beschränkt Personenzahl für Veranstaltungen

Angesichts steigender Infektionszahlen ergreift die Stadt Offenbach weitere Schritte zur Eindämmung des Corona-Virus. Bis 3. September werden Veranstaltungen unter freiem Himmel auf maximal 100 Personen beschränkt, in geschlossenen Räumen seien höchstens 50 Menschen erlaubt, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) am Freitag in Offenbach.

Es sei aber kein "Shutdown" für Offenbach beschlossen werden, es gebe keinen Anlass für Panik. Offenbach habe nun aber einen Punkt erreicht, wo jeder nicht nötige Kontakt vermieden werden solle. In der Gastronomie gilt ab der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Sperrstunde ab 0 Uhr.

Update, 21. August, 15.35 Uhr: Corona-Zahlen steigen binnen Tagesfrist so stark wie zuletzt im April

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist am Freitag binnen eines Tages so stark gestiegen wie seit Mitte April nicht mehr. Wie das hessische Sozialministerium mitteilte, kletterte die Zahl der Corona-Fälle im Vergleich zum Donnerstag um 231 auf insgesamt 14.260. Einen höheren Zuwachs hatte es nach Angaben des Ministeriums zuletzt am 17. April mit plus 233 gegeben, bereits am 15. August war die Zahl im Vergleich zum Vortag um 203 gestiegen.

Die Anzahl der Todesfälle, die mit der Erkrankung Covid-19 in Verbindung gebracht werden, blieb am Freitag seit Dienstag unverändert bei 528. Das Land bezieht sich bei der Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle auf alle registrierte Infizierte seit 11. März.

In der Stadt Offenbach stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern über den kritischen Wert von 50. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag lag der Wert Stand 0 Uhr bei 52, das Sozialministerium bezifferte ihn mit 51,3. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit laut Ministerium im Kreis Groß-Gerau bei 29, in Wiesbaden bei 24,4 und in Frankfurt bei 23,7.

Eine von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.

Update, 21. August, 15.30 Uhr: 30 Corona-Infizierte nach Hochzeit

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau ist die Zahl der Corona-Infizierten auf 30 gestiegen. "Die 160 Hochzeitsgäste sind ermittelt und in häuslicher Quarantäne", sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer am Freitag in Groß-Gerau. Besonders betroffen sei eine Familie des Hochzeitspaars.

Das Brautpaar hatte nach Angaben des Kreises am 7. und 14. August in Kelsterbach zweimal gefeiert - einmal mit 100, einmal mit 160 Gästen. Dabei hätten ein oder mehrere Infizierte unwissentlich andere angesteckt.

"Ein achtköpfiges Team des Kreisgesundheitsamts ist rund um die Uhr mit der Nachverfolgung beschäftigt", sagte Astheimer. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Infektionsverläufen nachzugehen und die Infektionsketten zu unterbrechen."

Die Zahl der Infizierten ist gestiegen (Symbolfoto).
Die Zahl der Infizierten ist gestiegen (Symbolfoto).  © Uwe Anspach/dpa

Update, 21. August, 13.22 Uhr: Frankfurter Landgericht sucht nach Ausweich-Quartieren

Das Landgericht Frankfurt ist wegen der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln auf der Suche nach auswärtigen Verhandlungs-Sälen.

Spätestens, wenn im kommenden Jahr ein großes Steuerstrafverfahren gegen etliche Angeklagte mit entsprechend großem öffentlichen Interesse beginnen werde, könne nicht mehr in den angestammten Justizgebäuden im Frankfurter Gerichtsviertel verhandelt werden, sagte Gerichtspräsident Wilhelm Wolf am Freitag.

Darüber hinaus kämen Zivilprozesse mit mehr als 40 Beteiligten auf die Justiz zu, bei denen in den derzeitigen Sälen die Abstände ebenfalls nicht einzuhalten seien.

Neben diversen Bürgerhäusern komme als Ausweichort auch die Haftanstalt in Frankfurt-Preungesheim in Betracht. In der damals eigens umgebauten Kantine war bereits vor mehr als 30 Jahren das Hochsicherheitsverfahren gegen einen Flugzeugentführer geführt worden.

Update, 21. August, 13.17 Uhr: Stadt Offenbach überschreitet kritischen Infektionswert

In der Stadt Offenbach ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern über den kritischen Wert von 50 gestiegen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag lag der Wert Stand 0 Uhr bei 52. Die Stadt bestätigte die Überschreitung der kritischen Marke. Derzeit tage der Verwaltungsrat zum weiteren Vorgehen, sagte eine Sprecherin. Für den Nachmittag (15 Uhr) ist eine Pressekonferenz geplant.

Offenbach hatte wegen steigender Infektions-Zahlen bereits Einschränkungen erlassen. So wurde die Masken-Pflicht ausgeweitet, unter anderem müssen Schüler auch während des Unterrichts eine sogenannte Alltagsmaske tragen.

Zudem gilt seit Anfang August ein Grill- und Picknickverbot im öffentlichen Raum, um größere Menschen-Ansammlungen zu vermeiden.

Nach dem Eskalations-Konzept des Landes Hessen ist ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen ein "konsequentes Beschränkungskonzept" vorgesehen.

Zudem soll es eine enge Zusammenarbeit mit dem Planungsstab sowie dem jeweils koordinierenden Krankenhaus des Versorgungsgebiets geben. Gegebenenfalls kann es auch zu Einschränkungen der Mobilität kommen.

Update, 21. August, 7.33 Uhr: Erste Bilanz zu Schulstart in Zeiten von Corona

Wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahres in Hessen ziehen Schüler, Eltern und Lehrer ein gemischtes Fazit.

Die Schüler kämen zwar gut mit den Corona-Maßnahmen zurecht, trügen jedoch auch eine gewisse Angst mit sich, sagte Landes-Schulsprecher Paul Harder der Deutschen Presse-Agentur. "Und man merkt schon, dass die Schulen nicht vorbereitet waren."

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Update, 20.August, 19.42 Uhr: Dieburger Schule nach zwei Corona-Fällen am Freitag geschlossen

Nur wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahrs in Hessen bleibt die Dieburger Goetheschule am Freitag geschlossen. Zwei Schüler seien positiv auf Covid-19 getestet wurden, teilten Schulleitung und Gesundheitsamt Darmstadt/Darmstadt-Dieburg am Donnerstagabend mit. Da diese in der vergangenen Woche zahlreiche Kontakte hatten, sei die Kontaktnachverfolgung sehr aufwendig, hieß es. Die Schließung der Schule sei eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass alle möglichen Kontakte nachverfolgt und alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet werden könnten.

"Es gibt formal gesehen noch kein Ausbruchsgeschehen an der Schule", sagte Jürgen Krahn, der Leiter des Gesundheitsamts. Informationen, ob und für wen der Unterricht am Montag wieder startet, sollen am Sonntag auf der Homepage der Schule veröffentlicht werden.

In Bad Vilbel ist unterdessen ein Kind in einer Kindertagesstätte nach einem Fall in der Familie positiv auf Corona getestet worden. Da das Kind keine Symptome hatte, habe es vor dem Test weiterhin die Kita besucht, berichtete ein Sprecher der Stadt. Nachdem alle Kontakte bis Montag rückwirkend nachvollzogen worden seien, müssten nun alle Erzieher und Kinder der Ü3-Betreuung und der Hortbetreuung von Freitag an bis einschließlich 3. September unter Quarantäne gestellt werden.

Zudem werde sich das gesamte Kitapersonal sowie alle Kinder einem Test unterziehen müssen, da durch die Rückkehr in den Regelbetrieb auf dem Außengelände der Kita wieder gruppenübergreifend gespielt worden sei.

Update, 20. August, 16.45 Uhr: Hochzeitsgäste mit Corona infiziert

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau haben sich 16 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Die 160 Gäste mussten in Quarantäne.

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Update, 20. August, 16.31 Uhr: Maskenpflicht auch in Frankfurts Schulen

Wegen steigender Zahlen an Corona-Neuinfektionen hat auch Frankfurt eine Maskenpflicht für viele Schulen angeordnet. Sie gilt ab Montag zunächst für zwei Wochen in allen weiterführenden Schulen, wenn die Abstandsregel von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, wie Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Donnerstag sagte.

Öffentliche Versammlungen von mehr als 250 Personen würden zudem zunächst nicht mehr genehmigt. Frankfurt hat die Schwelle von 25 Neuinfektionen binnen einer Woche unter 100.000 Einwohnern erreicht.

Majer wie auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Stadtrat Markus Frank (CDU) riefen die Bevölkerung eindringlich auf, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen sowie auch bei privaten Feiern den Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Frank kündigte an, die Stadtpolizei werde ihre diesbezüglichen Kontrollen verstärken, auch in Bussen und Bahnen.

"Wir wollen alles tun, um die Lockerungen zu verteidigen", sagte Feldmann. Ansonsten drohe enormer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Schaden. Feldmann kündigte an, er werde sich am Abend mit dem Offenbacher Oberbürgermeister treffen, um von den Erfahrungen der Nachbarstadt zu lernen.

Das Frankfurter Gesundheitsamt sieht Reiserückkehrer aus Risikogebieten als einen Grund des Anstiegs. Zudem deuteten die erhöhten Fallzahlen unter jungen Menschen darauf hin, dass diese die Corona-Regeln nicht ausreichend einhielten. Es sei in den kommenden Tagen mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, sagte der Experte Antoni Walczok vom Gesundheitsamt.

Liegt der Wert bei mehr als 20 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen, ist nach dem Konzept des Landes Hessen eine erste Stufe überschritten: So gilt eine erhöhte Aufmerksamkeit, das Meldewesen wird erweitert, und es können auch schon einzelne Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

An Frankfurts Schulen besteht nun Maskenpflicht (Symbolfoto).
An Frankfurts Schulen besteht nun Maskenpflicht (Symbolfoto).  © Boris Roessler/dpa

Update, 20. August, 15.19 Uhr: Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Offenbach

Die Stadt Offenbach hat die höchste Zahl an neuen Corona-Infektionen binnen eines Tages gezählt. Seit Mittwoch habe das Stadtgesundheitsamt 22 gemeldet, davon 19 Reiserückkehrer, teilte die Kommune am Donnerstag mit.

Damit lag die 7-Tage-Inzidenz nun bei 44,3 Fällen je 100.000 Einwohner. Damit überschreitet Offenbach die nächste Schwelle im mehrstufigen Präventionskonzept des Landes. Das sieht ab einem Wert von 35 erweiterte Maßnahmen sowie die Einbindung des Planungsstabes Covid-19 des Sozialministeriums vor.

Die allermeisten Neuinfektionen gingen auf jüngere Reiserückkehrer zurück. So hätten sich beispielsweise Schüler in den Ferien in Kroatien und Portugal aufgehalten, beides Länder, die zu dem Zeitpunkt keine Risikogebiete gewesen seien. Am Donnerstag sprach das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Teile Kroatiens aus.

Der Verwaltungsstab in Offenbach beschloss eine erweiterte Maskenpflicht, auch für Vereinsräume, Umkleide- und Sanitärräume, Bildungsstätten sowie Sport- und Kultureinrichtungen. Auch bei Gottesdiensten oder anderen Veranstaltungen in Kirchen, Moscheen und Synagogen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Eine Melde- und Quarantänepflicht gilt in Offenbach fortan auch für Einreisende etwa aus Kroatien, Rumänien und Bulgarien, die nur teilweise als Risikogebiete ausgewiesen seien. Zudem muss in den Schulen auch in den Unterrichtsräumen eine Alltagsmaske getragen werden. Lehrer seien gehalten, keine Schüler ohne Maske in Unterrichtsräume zu lassen.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sagte, 51 der 57 Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen gingen auf Urlauber zurück, die nach ihrer Rückkehr positiv getestet worden seien. "Wir kennen also die Ursache für die gestiegenen Zahlen in Offenbach relativ gut. Aktuell müssen wir vorerst nichts verbieten und nichts schließen."

Update, 20. August, 14.22 Uhr: Besuchsrecht bei Kindern gilt auch in Corona-Zeiten

Das gerichtlich geregelte Besuchsrecht für ein gemeinsames Kind getrenntlebender Eltern darf nicht einfach mit dem Verweis auf eine Corona-Infektionsgefahr verweigert werden.

Nach einem Beschluss des Oberlandesgerichtes Frankfurt (OLG) darf der gerichtlich festgelegte Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil nicht ohne eine Entscheidung des Familiengerichts unter Hinweis auf die Kontaktbeschränkungen versagt werden. Dies teilte das Oberlandesgericht am Donnerstag mit. Der Beschluss sei nicht anfechtbar.

Der Umgang der Eltern mit dem zehnjährigen Kind war vom Familiengericht im August 2018 geregelt worden. Dem Vater wurden Wochenendbesuche sowie gemeinsame Zeit in den Ferien mit dem bei der Mutter lebenden Kind zugestanden.

Ende März habe die Mutter mitgeteilt, dass sie den direkten Umgang aussetze, da im Haushalt Corona-Risikogruppen lebten. Der Vater könne mit dem Kind telefonieren und es auf dem Balkon sehen. Mit im Haus, jedoch nicht in derselben Wohnung, würden auch die Großeltern des Kindes leben.

Auf Antrag des Vaters habe das Familiengericht Ende Mai wegen Verstoßes gegen das Besuchsrecht ein Ordnungsgeld gegen die Mutter festgelegt. Die Beschwerde der Mutter dagegen hatte jetzt vor dem OLG keinen Erfolg.

Auch der Verweis der Mutter auf eine freiwillige Quarantäne wegen einer eigenen Vorerkrankung und dem Alter der im Haus lebenden Großeltern sei ohne Erfolge geblieben.

Update, 20. August, 10.01 Uhr: Auch Mainzer Fernsehfastnacht noch ungewiss

Auch die TV-Sendung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" hängt wegen der Corona-Pandemie in der Warte-Schleife.

Ob die wohl bekannteste Fernseh-Fastnachtssitzung 2021 über die Bühne geht, ist nach Angaben des übertragenden Senders Südwestrundfunk noch ungewiss.

Die Verantwortlichen befänden sich dazu in Gesprächen, sagte eine SWR-Sprecherin. "Da gibt es noch keine abschließende Entscheidung für oder gegen."

"Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" wird jedes Jahr live aus dem Kurfürstlichen Schloss in Mainz übertragen. Die Sendung wird in ihrer heutigen Form seit 1973 im Wechsel von ZDF und vom SWR für die ARD im Ersten übertragen.

Derzeit wird diskutiert, ob Fastnachts- und Karnevalsveranstaltungen wegen der Corona-Infektionsgefahren überhaupt stattfinden können.

Update, 19. August, 16.20 Uhr: Mehrere Städte über erstem Schwellenwert

Gleich mehrere Städte in Hessen liegen über einem ersten im Land festgelegten Corona-Schwellenwert. Konkret gibt es in Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden und Kassel mehr als 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Vorne rangierte am Mittwoch bei dieser sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Sozialministeriums die Stadt Offenbach mit 32,2 (Stand: 14 Uhr). Laut Kommune kamen seit Dienstag vier Neuinfizierte dazu. Frankfurt und Wiesbaden liegen dahinter, mit Werten von 24,7 beziehungsweise 24,0 sowie Kassel mit 21,3. Kein einziger Kreis blieb vergangene Woche ohne Neuinfektion.

Nach dem aktuellen Präventions- und Eskalationskonzept der Landesregierung werden ab einer Zahl von 20 Neuinfektionen eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie ein erweitertes Meldewesen angeordnet, sowie nach Bedarf weitere Maßnahmen. Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sind erweiterte Maßnahmen sowie die Einbindung des Planungsstabs Covid-19 des Sozialministeriums vorgesehen.

Offenbach hatte bereits verschärfte Maßnahmen verhängt - unter anderem häufigere Kontrollen, um «Maskenverweigerer» zu erreichen, sowie ein Grill- oder Picknickverbot auf öffentlichen Flächen. Die Stadt führt die anhaltend hohen Corona-Zahlen auf Reiserückkehrer zurück. Viele kämen vom Balkan, aber auch aus Spanien und den Niederlanden sowie der Türkei, also teils aus Risikogebieten, erklärte ein Sprecher. Die Stadt Frankfurt will am (morgigen) Donnerstag über weitere Maßnahmen informieren.

Update, 19. August, 12.12 Uhr: Corona-Pandemie lässt Unfallzahlen in Hessen auf Rekordtief sinken

Die Zahl der Unfall-Verunglückten in Hessen ging wegen der Corona-Krise deutlich zurück (Symbolbild).
Die Zahl der Unfall-Verunglückten in Hessen ging wegen der Corona-Krise deutlich zurück (Symbolbild).  © dpa/Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen

Die Zahl der Unfälle auf Hessens Straßen mit Toten und Verletzten ist im ersten Halbjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie auf ein Rekordtief gesunken. Bei 7911 Unfällen kamen Menschen zu Schaden – das bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 19 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Seit Beginn der Statistik in der Bundesrepublik habe es in einem ersten Halbjahr in Hessen noch nie so wenige Unfälle mit Personenschaden gegeben wie 2020, erläuterte Jacek Walsdorfer vom Landesamt.

Die Zahl der Verunglückten ging um 21 Prozent auf 10.300 zurück. Von Januar bis Juni starben laut Statistik 88 der Verunglückten. Das seien 24 weniger als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor und genauso viele wie beim bisherigen Tiefststand im ersten Halbjahr 2016 gewesen.

Wegen der Corona-Pandemie war das öffentliche Leben ab März massiv eingeschränkt worden. Deswegen waren deutlich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs gewesen.

Allein im Juni gab es mit 1565 Crashs ein Viertel weniger Straßenverkehrsunfälle mit Toten und Verletzten als im Vorjahresmonat, wie das Landesamt mitteilte. Von den 1974 Verunglückten kamen 16 ums Leben. Das waren zehn Getötete weniger als im gleichen Monat 2019. 340 Männer und Frauen (minus 31 Prozent) wurden im Juni 2020 schwer und 1620 Menschen (minus 28 Prozent) leicht verletzt.

Im Vergleich zum Mai 2020 nahm die Zahl der Unfälle mit Personenschaden im Juni dagegen wieder zu, und zwar um 12 Prozent.

Update, 18. August, 14.30 Uhr: Schüler mit Coronavirus infiziert

In Bad Nauheim hat sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Bereits vor Schulbeginn ließ er sich in seiner Hausarztpraxis testen. Doch anstatt das Ergebnis abzuwarten, ging er trotzdem in die Schule.

Nun müssen seine Mitschüler und zwei Lehrer in Quarantäne. Sie werden ebenfalls auf das Coronavirus getestet.

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Update, 18. August, 10.48 Uhr: Weiterhin deutlich weniger Passagiere am Frankfurter Flughafen

Passagiere warten in einem Terminal des Frankfurter Flughafens auf das Einchecken.
Passagiere warten in einem Terminal des Frankfurter Flughafens auf das Einchecken.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Wegen der Corona-Pandemie sind auch Mitte August deutlich weniger Menschen über den Frankfurter Flughafen gereist als im Vorjahr. Vom 10. bis 16. August zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 353.289 Fluggäste und damit 77,3 Prozent weniger als in der entsprechenden Kalenderwoche Mitte August 2019, wie er am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das waren rund 150 Passagiere weniger als in der Vorwoche, als der Rückgang im Jahresvergleich 77,5 Prozent betragen hatte.

Die Zahl der Flugbewegungen sank nun im Vergleich zur entsprechenden Kalenderwoche des Vorjahres um 61,3 Prozent auf 4029 Starts und Landungen. Das Aufkommen an Fracht und Luftpost fiel um 13,7 Prozent auf 32 588 Tonnen, nachdem sich der Rückgang in der Vorwoche im Jahresvergleich 11,0 Prozent betragen hatte.

Viele Fluggesellschaften bieten seit Juni wieder mehr Flüge an, nachdem der Passagierverkehr wegen der weltweiten Reisebeschränkungen seit Ende März weitgehend zusammengebrochen war. Seit 15. Juni hat das Auswärtige Amt die Reisewarnungen für die meisten EU-Mitgliedsstaaten, den Schengen-Raum und Großbritannien aufgehoben. Allerdings gibt es inzwischen wieder Reisewarnungen für bestimmte Regionen, darunter das spanische Festland und die balearischen Inseln inklusive Mallorca.

Branchenvertreter erwarten, dass der Passagierverkehr erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Coronavirus-Pandemie erreicht.

Update, 17. August, 17.41 Uhr: 24 Mitarbeiter in Erstaufnahmeeinrichtung mit Corona infiziert

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im mittelhessischen Neustadt sind 24 Mitarbeiter sowie vier Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Beschäftigten befinden sich in häuslicher Quarantäne, die Bewohner und ihre Kontaktpersonen wurden in einem gesonderten Gebäudebereich isoliert, wie das zuständige Regierungspräsidium Gießen (RP) am Montag mitteilte. Von den infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 22 bei einem privaten Sicherheitsdienst tätig, zwei weitere bei einem medizinischen Dienstleister.

Der Behörde zufolge wurden alle Beschäftigte und Bewohner auf das Virus getestet, nachdem erste Fälle bekannt geworden waren. Die vier infizierten Bewohner zeigten demnach nur leichte oder keine Symptome. "Sie dürfen den Standort bis zur Genesung nicht mehr verlassen." Bei ihren ermittelten Kontakten sei der Corona-Test negativ ausgefallen.

"Es gilt jetzt die Gesamtlage genauestens zu prüfen sowie die Infektionsketten zu analysieren", sagte Manfred Becker, der für die Erstaufnahmeeinrichtung verantwortliche RP-Abteilungsleiter, der Mitteilung zufolge. Die Erkenntnisse sollen dann in das Sicherheitskonzept einfließen. Es sei nun entscheidend, "dafür zu sorgen, dass alles unternommen wird, um eine solche Situation für die Zukunft zu verhindern".

Das Konzept sieht unter anderem vor, dass neu ankommende Asylsuchende mindestens zwei Wochen lang in separaten Räumlichkeiten untergebracht werden. Verdachtsfälle werden noch vor einem Testergebnis isoliert. Dieses Vorgehen habe sich bislang in der Corona-Krise bewährt, so das RP. Seit März gab es an Hessens verschiedenen Erstaufnahme-Standorten bis zum Bekanntwerden der neuen Fälle neun Corona-Infektionen unter den Bewohnern. Derzeit leben in den Einrichtungen 2800 Menschen. In Neustadt sind 324 Flüchtlinge untergebracht.

Update, 17. August, 17.30 Uhr: 10.000 Testungen von Reiserückkehrern am vergangenen Wochenende

Am vergangenen Wochenende sind im Testzentrum auf dem Frankfurter Flughafen etwa 10.000 Rückkehrer aus Risikogebieten auf das Corona-Virus getestet worden. Das waren etwa doppelt so viele wie bei der Eröffnung des Zentrums zwei Wochen vorher, sagte Benedikt Hart, der Leiter des vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Testzentrums. Insgesamt seien seitdem rund 30.500 Menschen getestet worden.

Zu der erhöhten Zahl der Testungen dürfte auch die Entscheidung des Robert Koch-Instituts beigetragen haben, das spanische Festland und die Balearen als Risikogebiet einzustufen. "Auch wir sind davon überrascht worden", sagte Hart der Deutschen Presse-Agentur. "Das führte am Wochenende dann schon zu einem hohen Andrang und längeren Wartezeiten."

Für die Laborbefunde der Test und die Übermittlung der Ergebnisse sah Hart angesichts dieser Zahlen zunächst kein Problem: "Da hätten wir sogar noch Kapazitäten." Schwieriger sei es, gerade bei kurzfristigen Änderungen der Risiko-Einstufung, die Wartezeiten für die Rückkehrer am größten deutschen Verkehrsflughafen so kurz wie möglich zu halten.

Bisher waren 1,08 Prozent der getesteten Urlaubsrückkehrer positiv auf Corona getestet worden.

Reiserückkehrer stehen am Frankfurter Flughafen in der Warteschlange für die Corona-Tests.
Reiserückkehrer stehen am Frankfurter Flughafen in der Warteschlange für die Corona-Tests.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 17. August, 17.02 Uhr: Kreis Groß-Gerau ordnet Maskenpflicht im Unterricht an

In Teilen des Landkreises Groß-Gerau müssen Lehrer und Schüler auch während des Unterrichts eine sogenannte Alltagsmaske wegen der Corona-Pandemie tragen. Landrat Thomas Will (SPD) begründete die Anordnung am Montag mit den zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen im nördlichen Teil des Kreisgebiets.

"Für Schulen in Rüsselsheim am Main, Raunheim, Kelsterbach, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung auch für den Präsenzunterricht im Klassen- oder Kursverband", teilte der Kreis mit. Ein Sportunterricht dürfe nicht stattfinden.

Die Regelung gilt zunächst bis Ende August. Das neue Schuljahr hatte am Montag in Hessen nach Ende der Sommerferien begonnen. Landesweit gilt, dass Schüler und Lehrer auf dem Schulgelände eine Maske tragen müssen, sie während des Unterrichts aber ablegen können. Kommunen können die Regelung aber verschärfen, wenn es die Ansteckungszahlen erforderlich machen. Auch den übrigen Schulen im Kreisgebiet werde dringend empfohlen, dass Schüler wie Lehrer eine Mund-Nasenbedeckung auch während des Unterrichts tragen, erklärte die Behörde.

Der Kreis Groß-Gerau kommt nach Angaben des hessischen Sozialministeriums derzeit auf 22 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen (Stand: 17. August). Vor allem Reiserückkehrer haben der Kreisbehörde zufolge zuletzt für einen Anstieg gesorgt. Die Infektionsfälle seien im Kreis ungleich verteilt und in einigen Kommunen stark erhöht.

Landrat Thomas Will (SPD) kritisierte das Kultusministerium in Wiesbaden deutlich: "Ich habe schon vor den Ferien darauf hingewiesen, dass der pauschale Unterrichtsbeginn mit allen Kindern zur gleichen Zeit uns Probleme machen wird, aber darauf wollte man ja im Kultusministerium nicht hören."

Update, 17. August, 15.19 Uhr: Minister appelliert an Schüler: Schulschließungen vermeiden helfen

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat zum Start ins neue Schuljahr an die Vernunft der Schülerinnen und Schüler appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten.

Die Zeit vor den Sommerferien habe gezeigt, wie diszipliniert sich die überwältigende Zahl der Kinder und Jugendlichen verhalten habe, erklärte er bei einem Schulbesuch in Wiesbaden am Montag. "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns auch im neuen Schuljahr auf sie verlassen und erneute Schulschließungen wie im März hoffentlich vermieden werden können."

Hessen arbeite mit Hochdruck daran, die Schulen auf das digitale Lernen vorzubereiten, jedoch könne kein technisches Hilfsmittel den direkten Austausch in der Klasse vollständig ersetzen, betonte Lorz. Die Gesamtschülerzahl liegt im Schuljahr 2020/21 an den 1795 öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bei 760.500, darunter 55.600 Erstklässler. Es stehen rund 55.470 Lehrerstellen und damit 770 mehr als zu Beginn des vergangenen Schuljahres zur Verfügung.

Auf Schulgeländen in Hessen muss bis zum Betreten des Klassenraums ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die 1,5-Meter-Abstand-Regel gilt zwischen Lehrern, Schülern und Betreuern im Unterricht nicht mehr. Der Mindestabstand soll jedoch beispielsweise bei Konferenzen oder Schulveranstaltungen nach wie vor eingehalten werden.

Update, 15. August, 19.53 Uhr: Infektionen von Reise-Rückkehrern aus Kassel zu verspätet gemeldet

Der Stadt Kassel sind eigenen Angaben zufolge Corona-Infektionen von Reise-Rückkehrern verspätet aus Bayern gemeldet worden.

In der Stadt sei die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle binnen eines Tages um 26 deutlich angestiegen, hieß es am Samstag.

Im Landkreis Kassel sei die Zahl der aktuell Infizierten um 6 auf 24 gestiegen. "Ein Großteil der betroffenen Personen ist von Reisen aus der Balkanregion zurückgekehrt", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

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Update, 15. August, 19.45 Uhr: Nach dem Mallorca-Urlaub ab in Quarantäne

Mallorca Risikogebiet, Reisewarnung, Corona-Test, Quarantäne: So haben sich die Rückkehrer das Ende ihres Urlaubs auf der Ferieninsel nicht vorgestellt.

Etliche von ihnen sind am Samstag auf dem Frankfurter Flughafen gelandet.

Heil zwar, aber gesund? Das muss erst der Corona-Test zeigen, der seit der Reisewarnung von Freitag für alle Mallorca-Heimkehrer Pflicht ist.

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Passagiere warten in einer langen Schlange am Frankfurter Flughafen auf einen kostenlosen Corona-Test.
Passagiere warten in einer langen Schlange am Frankfurter Flughafen auf einen kostenlosen Corona-Test.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Update, 13. August, 17.10 Uhr: Gericht bestätigt Schulunterricht ohne Mindestabstand in Hessen

Der Unterricht in hessischen Schulen ohne Mindestabstand in den Klassenzimmern darf wie geplant an diesem Montag beginnen.

Das entschied der Hessische Verwaltungsgerichtshof in einem Eilverfahren (Az: 8 B 1912/20.N), wie das Gericht am Donnerstag in Kassel mitteilte. Geklagt hatte eine Schülerin aus Frankfurt. Sie argumentierte dem Gericht zufolge damit, dass die vorgesehenen Corona-Regelungen in den Schulen zu einem höheren Ansteckungsrisiko führten. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb im Klassenraum andere Abstandsregeln gälten als in fast allen Bereichen des täglichen Lebens.

Inzwischen ist festgelegt, dass Lehrer und Schüler in Hessen mit Beginn des neuen Schuljahres am Montag auf dem Schulgelände eine sogenannte Alltagsmaske tragen müssen, sie dürfen diese aber während des Unterrichts ablegen. Der sonst gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern gilt nicht in den Klassenzimmern – die ganze Klasse soll wieder gemeinsam in einem Raum unterrichtet werden.

Die Schülerin hatte sich noch gegen eine frühere Regelung in einer Verordnung des Landes zur Corona-Bekämpfung gewehrt – demnach war es den Schulen überlassen, eine Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts zu verfügen. Die Richter verwarfen ihren Eilantrag. Denn die angeordnete Abstandsregelung in Hessen gelte für den öffentlichen Raum, zu dem die Klassenräume aber nicht zählten. Der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs ist unanfechtbar.

Update, 13. August, 17.05 Uhr: Offenbach verlängert verschärfte Corona-Maßnahmen

In Offenbach gilt weiterhin eine verschärfte Maskenpflicht (Symbolbild).
In Offenbach gilt weiterhin eine verschärfte Maskenpflicht (Symbolbild).  © Fabian Strauch/dpa

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres liegt die Zahl der Neuinfektionen in Offenbach weiterhin über der ersten Warnstufe in Hessen.

Deshalb werden die Maßnahmen zum Infektionsschutz bis zum 26. August verlängert, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. "Noch immer kehren viele Urlauber aus Risikogebieten zurück, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Deshalb hat sich die Lage in Offenbach noch nicht entspannt", erklärte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD).

Mehr als 500 Menschen seien derzeit in der Stadt in Quarantäne und damit so viele wie nie seit Beginn der Seuche. Die Stadt müsse dem Land täglich melden, welche Maßnahmen ergriffen werden, und eine Lockerung sei derzeit nicht möglich. Am 24. August werde man beraten, ob eine weitere Verlängerung notwendig sei, sagte Schwenke.

Als normal werde die Lage erst dann wieder betrachtet, wenn die Zahl von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten werde. Diese Schwelle gilt in Hessen als erste Warnstufe, derzeit liegt dieser Wert in Offenbach nach Angaben der Stadt bei 25,6 Fällen.

Zu den Schutzmaßnahmen gehören eine Maskenpflicht beim Betreten und Verlassen von Lokalen und Hotelbetrieben. Außerdem müssen Gäste eine Alltagsmaske tragen, wenn sie nicht an einem Tisch sitzen – etwa beim Gang zur Toilette.

Außerdem gilt vorerst bis 26. August weiterhin ein Grill- und Picknickverbot im öffentlichen Raum, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Update, 13. August, 11.39 Uhr: Schärfer Bußgeld-Regeln für Masken-Verweigerer im Nahverkehr

Hessen verschärft die Bußgeld-Regeln für Masken-Verweigerer in Bussen und Bahnen.

Wer keine Abdeckung für Mund und Nase trägt, müsse künftig sofort 50 Euro Bußgeld bezahlen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden.

Bislang galt die Regel, dass vorher einmal ermahnt wird, bevor ein Bußgeld fällig wird.

Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske im Nahverkehr sei wichtig, da dort der Mindestabstand zu anderen Menschen nicht immer eingehalten werden könnte, sagte Al-Wazir.

Für Masken-Verweigerer wird jetzt im Nahverkehr sofort ein Bußgeld fällig (Archivbild).
Für Masken-Verweigerer wird jetzt im Nahverkehr sofort ein Bußgeld fällig (Archivbild).  © dpa/Uwe Rössler

Update, 13. August, 11.07 Uhr: Schul- und Kitakinder mit Schnupfen müssen nicht mehr nach Hause

Kindergarten- und Schulkinder mit einem Schnupfen sollen künftig in Hessen nicht mehr sofort nach Hause geschickt werden.

Die entsprechenden Leitlinien seien angepasst worden, sagte die hessische Sozialstaatssekretärin Anne Janz (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden.

Eine solche Maßnahme müsse nur noch bei den für die Erkrankung mit Covid-19 typischen Symptomen wie Fieber, trockener Husten oder allgemeine Abgeschlagenheit ergriffen werden.

Update, 13. August, 10.37 Uhr: Weihnachtsmärkte sollen stattfinden

Hessens Landesregierung will Weihnachtsmärkte auch in der Corona-Pandemie ermöglichen.

"Ja, es soll Weihnachtsmärkte geben", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden.

Rechtlich sollten die Märkte wie andere Märkte auch behandelt werden, es müssten aber gewisse Regeln eingehalten werden. So sei etwa zwischen Essens-Ständen und anderen Ständen zu trennen. Einzelne Kinder-Karussells dürften fahren.

Update, 13. August, 10.34 Uhr: Hessen verlängert Corona-Maßnahmen bis Ende Oktober

Hessen verlängert alle derzeit geltenden Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Oktober.

Dazu zählen etwa eine Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr oder Beschränkungen für Veranstaltungen mit größeren Teilnehmerzahlen.

"Die Pandemie ist noch nicht vorbei", warnte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Veranstaltungen mit bis zu 250 Menschen könnten weiterhin ohne besondere Genehmigung durch die Behörden, aber mit Hygiene-Konzept stattfinden.

Update, 12. August, 16.15 Uhr: Corona-Pandemie belastet Flughafenbetreiber Fraport weiter schwer

Ein Flugzeug setzt am Morgen auf dem Flughafen Frankfurt zur Landung an. Infolge der Corona-Pandemie ist das Flugaufkommen auch an Deutschlands größtem Airport drastisch gesunken.
Ein Flugzeug setzt am Morgen auf dem Flughafen Frankfurt zur Landung an. Infolge der Corona-Pandemie ist das Flugaufkommen auch an Deutschlands größtem Airport drastisch gesunken.  © Boris Roessler/dpa

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat den Einbruch des Flugverkehrs trotz der jüngst gelockerten Reisebestimmungen auch im Juli weiter stark zu spüren bekommen.

Sowohl an Deutschlands größtem Airport als auch an seinen Flughäfen im Ausland lag die Zahl der Fluggäste im abgelaufenen Monat nur bei einem Bruchteil des Vorjahresniveaus, wie aus einer am Mittwoch auf der Internetseite des Konzerns verfügbaren Statistik hervorgeht. Im Vergleich zu den beiden Vormonaten besserte sich die Lage aber etwas.

So ging die Zahl der Passagiere am Flughafen Frankfurt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar immer noch um 81,0 Prozent auf gut 1,3 Millionen zurück. Im April, Mai und Juni hatte der Rückgang noch bei mehr als 90 Prozent gelegen.

Bei den Auslandsflughäfen des Konzerns blieben die Rückgänge im Juli fast überall sehr hoch – etwa in Peru und Brasilien, aber auch im türkischen Antalya und in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana.

Am Flughafen im chinesischen Xi'an, an dem Fraport mit 24,5 Prozent beteiligt ist, fiel der Rückgang mit 25,4 Prozent bereits deutlich niedriger aus. Im russischen St. Petersburg belief sich das Minus im Jahresvergleich noch auf 49 Prozent.

Update, 12. August, 12.28 Uhr: Schüler in Hessen müssen außerhalb der Klassenzimmer Masken tragen

In Hessen müssen Schüler und Lehrer mit Beginn des neuen Schuljahres an diesem Montag außerhalb der Klassenzimmer sogenannte Alltagsmasken tragen. Das Land macht den Schulen damit einheitliche Vorgaben wegen der Corona-Pandemie, wie Staatskanzlei und Kultusministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilten.

Eine Grundschülerin setzt sich vor dem Betreten eines Schulgeländes eine Einweg-Maske auf.
Eine Grundschülerin setzt sich vor dem Betreten eines Schulgeländes eine Einweg-Maske auf.  © Boris Roessler/dpa

Update, 11. August, 16 Uhr: Frankfurt-Marathon Ende Oktober abgesagt

Der Frankfurt-Marathon 2020 ist wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Diese Entscheidung hat der Veranstalter am Dienstag gemeinsam mit dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt getroffen.

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Das Foto zeigt Teilnehmer des Frankfurt-Marathons 2019.
Das Foto zeigt Teilnehmer des Frankfurt-Marathons 2019.  © Silas Stein/dpa

Update, 11. August, 7.30 Uhr: Dehoga ruft Wirte und Gäste zur Einhaltung von Corona-Regeln auf

Angesichts zunehmender Neuinfektionen dringt das hessische Gastgewerbe auf die Einhaltung der Corona-Vorschriften. Gerade jetzt komme es darauf an, die bestehenden Verordnungen in den Betrieben mit großer Sorgfalt und Umsicht umzusetzen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Hessen, Julius Wagner, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Auch an die Gäste appellierte Wagner, die Dokumentationspflichten der Gastwirte ernstzunehmen und nicht durch falsche Angaben zu unterlaufen. "Es ist ein Missstand, dass viele Gäste nicht bereit sind, korrekte Daten abzugeben." Bei der Nachverfolgung von Infektionsketten war nach Angaben Wagners zuletzt in hessenweit drei Fällen aufgefallen, dass ein teils relativ hoher Anteil von Lokalbesuchern Fantasie-Angaben bei der Datenerfassung gemacht hatte.

Belastbare hessenweite Zahlen dazu lägen zwar nicht vor, doch seien in den genannten Fällen bis zu 30 Prozent der Daten aus der Luft gegriffen gewesen, sagte Wagner.

Update, 9. August, 16.43 Uhr: Corona-Lage in Offenbach weiter angespannt

Nach der starken Zunahme von Corona-Infektionen in Offenbach hat die Stadt noch keine Entwarnung gegeben. Die "in kurzer Zeit massiv zugespitzte Lage" sei zwar erst einmal überwunden, erklärte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) am Sonntag.

"Die Lage ist aber weiterhin deutlich angespannter als noch vor zwei Wochen."

So wurden seit Freitag in Offenbach 14 neue Infektionen bekannt. Die 7-Tage-Inzidenz lag damit am Sonntag bei 21,7 Fällen auf 100.000 Einwohner

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Auf ein Masken-Sonderangebot macht ein Schild in der Fußgängerzone von Offenbach aufmerksam. Die Stadt hat momentan mit Besorgnis erregenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen zu kämpfen.
Auf ein Masken-Sonderangebot macht ein Schild in der Fußgängerzone von Offenbach aufmerksam. Die Stadt hat momentan mit Besorgnis erregenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen zu kämpfen.  © dpa/Boris Rössler

Update, 8. August, 10.55 Uhr: Kritik am Schulstart in Hessen bei andauernder Corona-Krise

Die hessischen Schulen sind aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds angesichts der andauernden Corona-Krise wegen Raummangels und vager Hygiene-Vorgaben aus der Politik nur bedingt gerüstet für den Schulstart am 17. August.

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Trotz Corona-Krise: Am 17. August soll der Schulunterricht in Hessen wieder beginnen (Symbolbild).
Trotz Corona-Krise: Am 17. August soll der Schulunterricht in Hessen wieder beginnen (Symbolbild).  © Boris Roessler/dpa

Update, 8. August, 7.35 Uhr: Heute startet Corona-Testpflicht am Frankfurter Flughafen

Für Urlauber aus internationalen Risiko-Gebieten greift ab Samstag eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. Der Frankfurter Flughafen erwartet am Wochenende keinen Ansturm auf die beiden Test-Center am größten deutschen Airport.

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Update, 7.August, 18.38 Uhr: Kostenlose Corona-Tests für Erzieherinnen in hessischen Kitas

Erzieherinnen in hessischen Kitas können ab Mitte August kostenlos einen Corona-Test machen lassen.

Das kündigte das Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden an. Das Angebot gelte für alle Menschen, die in der Kindertagesbetreuung oder Tagespflege unmittelbar mit Kindern arbeiten.

Nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums seien Hochrechnungen zufolge rund 54.000 Personen zu einem solchen Test berechtigt.

"Wir hoffen, dass wir mit diesem Service-Angebot des Landes dazu beitragen, bestehende Sorgen vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 in der Zeit der vollständigen Aufnahme des Regel-Betriebes nach den Sommerferien begegnen zu können", erklärte Staatssekretärin Anne Janz (Grüne).

Das Einhalten des Abstands-Gebots und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung seien im Alltag bei der Arbeit mit Kindern in Kitas oder der Kindertagespflege nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Das Test-Angebot gilt zwischen dem 17. August und dem 8. Oktober. Die Kosten werden vom Land Hessen getragen.

Update, 7. August, 13.05 Uhr: Flughafen Frankfurt erwartet keinen Ansturm wegen Corona-Testpflicht

Zu Demonstrationszwecken entnimmt eine Mitarbeiterin der Firma Centogene einer Kollegin einen Rachenabstrich.
Zu Demonstrationszwecken entnimmt eine Mitarbeiterin der Firma Centogene einer Kollegin einen Rachenabstrich.  © Boris Roessler/dpa

Der Frankfurter Flughafen erwartet am Wochenende keinen Ansturm auf die Corona-Testcenter am größten deutschen Airport.

Ab Samstag müssen sich alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. "Wir rechnen nicht damit, dass die Zahlen explodieren", sagte Benedikt Hart, Leiter des DRK-Testzentrums am Flughafen, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Flughafenbetreiber Fraport sieht sich gut gerüstet. "Die Infrastruktur ist da", sagte eine Sprecherin. Neben dem DRK bietet die Firma Centogene im Übergang zwischen dem Terminal 1 und Fernbahnhof – kostenpflichtige – Covid-19-Tests an.

Laut Fraport kommen derzeit rund 16.000 Passagiere aus Risikogebieten pro Woche in Frankfurt an – rund 2500 pro Tag.

Nicht alle müssen sich am Flughafen testen lassen. Sie können das schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise erledigen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen.

Das geht auch in Gesundheitsämtern, Arztpraxen, Testzentren oder Drive-In-Centern.

Update, 6. August, 16.19 Uhr: Lufthansa droht Personal mit Entlassungen

Nach einem erneut milliardenschweren Quartalsverlust hat die Lufthansa ihrem Personal erstmals mit betriebsbedingten Kündigungen gedroht.

Bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigte sich Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag enttäuscht über die weiter heftigen Corona-Einschränkungen im Luftverkehr sowie über die schleppenden Verhandlungen zu Sparbeiträgen des Personals in Deutschland.

Es sei daher nicht mehr realistisch, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, erklärte der Chef der mit neun Milliarden Euro Staatshilfe gestützten Lufthansa.

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Update, 6. August, 16.15 Uhr: Corona-Lage in Offenbach stabil

Nach einem größeren Corona-Ausbruch in Offenbach bleibt die Situation in der Stadt stabil.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag am Donnerstag bei 29 und damit auf Vortagsniveau, wie das hessische Sozialministerium mitteilte.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz war am Dienstag zunächst auf 39 gestiegen und dann gesunken. Als Schwellenwert für strengere Maßnahmen zum Infektionsschutz gilt ein Wert von 50.

Die Stadt Offenbach hatte jedoch bereits auf die Situation reagiert: Sie erließ unter anderem ein Picknick- und Grillverbot in Parks.

Im Odenwaldkreis ist die Situation mit 26 Infektionen auf 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen etwas angespannt. Dahinter folgt der Rheingau-Taunus-Kreis mit 22.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz war in Offenbach am Dienstag zunächst auf 39 gestiegen und dann gesunken. Als Schwellenwert für strengere Maßnahmen zum Infektionsschutz gilt ein Wert von 50.
Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz war in Offenbach am Dienstag zunächst auf 39 gestiegen und dann gesunken. Als Schwellenwert für strengere Maßnahmen zum Infektionsschutz gilt ein Wert von 50.  © dpa/Boris Rössler

Update, 6. August, 16.09 Uhr: Handwerk erholt sich leicht

Nach dem jähen Konjunkturdämpfer durch die Corona-Krise hat sich das hessische Handwerk leicht erholt.

Bei einer aktuellen Umfrage für das zweite Quartal dieses Jahres zeigten sich 71 Prozent der Betriebsinhaber mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden, wie die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Von Januar bis März seien es lediglich 59 Prozent der Betriebe gewesen. Der Anstieg sei vor allem dem wiedererwachten Zukunfts-Optimismus vieler Betriebe zu verdanken, erklärte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft, Heinrich Gringel.

Zwischen den einzelnen Gewerken gebe es allerdings Unterschiede. So hätten die Bau- und Ausbaubetriebe ihre Geschäfte trotz Einschränkungen weitgehend fortsetzen können, und es habe keine gravierenden Einbrüche bei der Nachfrage gegeben.

Besonders schwer habe die Corona-Krise hingegen die personenbezogenen Gewerke wie die Friseure getroffen, die zeitweise ganz schließen mussten. Lediglich 60 Prozent der Betriebe beurteilten die aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend, hieß es.

Sorgen bereiten Gringel die Personalplanungen der Betriebe. Im dritten Quartal wollten nur etwa acht Prozent die Zahl ihrer Beschäftigten vergrößern, 13 Prozent planten hingegen mit weniger Mitarbeitern.

"Angesichts der Tatsache, dass im dritten Quartal normalerweise die neuen Auszubildenden eingestellt werden, ist dies äußerst beunruhigend", so Gringel.

Positiv stimmen ihn aber die Zukunftserwartungen der Betriebe. Nur noch 23 Prozent und damit deutlich weniger als noch Ende März fürchten demnach eine Verschlechterung der Geschäftslage, 64 Prozent erwarten stabile Geschäfte und 13 Prozent hoffen auf eine Verbesserung im dritten Quartal.

Update, 6. August, 7.23 Uhr: Corona-Krise brockt Lufthansa weiteren Milliardenverlust ein

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Vorfeld eines Flughafens.
Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Vorfeld eines Flughafens.  © Sven Hoppe/dpa

Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt.

Unter dem Strich stand ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der inzwischen vom Staat gestützte Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) lag mit knapp 1,7 Milliarden Euro noch höher. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen einem Rekordergebnis seiner Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet, dass der Flugverkehr frühestens im Jahr 2024 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreicht. Der Konzern will deshalb seine Kosten bis zum Jahr 2023 um 15 Prozent senken, die Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinern und 22.000 Vollzeitstellen abbauen.

Bis Ende Juni hat die Lufthansa die Zahl ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8300 gesenkt.

Update, 5. August, 18.43 Uhr: Gießener Forscher testen Botenstoff gegen Covid-19

Lungenforscher der Uni Gießen wollen einen möglichen Wirkstoff gegen schwere Verläufe der Corona-Erkrankung Covid-19 testen. Für die klinische Studie bekommen die Wissenschaftler um Susanne Herold bis Ende des kommenden Jahres rund 1,84 Millionen Euro Fördermittel des Bundesforschungsministeriums, wie die mittelhessische Hochschule am Mittwoch mitteilte.

In der Studie geht es demnach um ein Protein, von dem bereits bekannt sei, dass es Schädigungen des Lungengewebes abwenden könne. Der Botenstoff spiele eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Bakterien und Viren in der Lunge. "Unser Ansatzpunkt ist ein natürlicher Botenstoff, der die Bildung und Aktivierung bestimmter Immunzellen beeinflusst und gleichzeitig die Reparatur der geschädigten Lunge beschleunigt", sagte Herold, die die Gießener Professur für Infektionskrankheiten der Lunge inne hat.

Die Forscher wollen nun prüfen, ob die Inhalation des entsprechenden Wirkstoffs Covid-19-Patienten helfen und ein akutes Lungenversagen verhindern kann.

Update, 5. August, 15.25 Uhr: Corona-Tests für Lehrer und Schulpädagogen ab kommender Woche

Hessen bietet seinen Lehrkräften und sozialpädagogischen Mitarbeitern an Schulen kostenlose und freiwillige Corona-Tests an. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) stellte Details zu den Plänen am Mittwoch in Wiesbaden vor. "Die deutliche Ausweitung der Testkapazitäten ermöglicht es uns, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen, sie zu unterbrechen und das Risiko einer unerkannten Verbreitung des Coronavirus an unseren Schulen zu minimieren", erklärte Lorz.

Das mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen entwickelte Angebot soll am Montag (10. August) - also eine Woche vor Schulbeginn - anlaufen und richte sich speziell an Lehrer sowie Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und sozialpädagogische Mitarbeiter, die keine konkreten Covid-19-Symptome zeigten, so der Minister.

Bis zu den Herbstferien können sie sich alle 14 Tage einem kostenlosen Test unterziehen. Eine Verpflichtung dazu bestehe ausdrücklich nicht, doch sei jeder Tag, an dem die Schulen geöffnet bleiben könnten, ein guter Tag für den Lernfortschritt der Schüler. "Gerade vor dem Hintergrund aktuell wieder steigender Fallzahlen trägt jede getestete Person dazu bei, die Pandemie auch im neuen Schuljahr wirksam einzudämmen", so Lorz. Dabei müsse auch klar sein, dass jedes Testergebnis - auch wenn es negativ ausfalle - nur eine Momentaufnahme sei.

Hessenweit hätten sich bereits mehr als 300 Praxen bereiterklärt, die Testungen anzubieten. Eine Übersicht finden interessierte Lehrkräfte und Schul-Pädagogen von diesem Donnerstag (6. August) an im Internetangebot der Kassenärztlichen Vereinigung. Im Falle eines positiven Tests werde das jeweilige Labor zunächst das zuständige Gesundheitsamt informieren, das dann wiederum die Schule der betroffenen Lehrkraft in Kenntnis setzt. Die Schule informiere daraufhin das jeweilige Schulamt. Alle weiteren Maßnahmen würden dann mit dem örtlichen Gesundheitsamt abgestimmt, erklärte das Ministerium.

Update, 4. August, 19.10 Uhr: Masken-Regelung an Schulen bleibt gleich

In der Diskussion um eine Maskenpflicht an Schulen bleibt Hessen bislang bei seiner Linie, die Entscheidung in die Hände der Schulleitungen vor Ort zu legen. "Diese Regelung besteht nach wie vor", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag in Wiesbaden. Man beobachte allerdings sehr genau das Corona-Infektionsgeschehen und den Umgang der anderen Länder in der Maskenfrage. Bis zum hessischen Schulstart Mitte August werde sich dann entscheiden, ob die bisher geplante Regelung noch mal angepasst werden müsse.

In Hessen ist vorgesehen, dass die Schulleitung für die Zeiten außerhalb des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Schulgebäude anordnen kann, soweit dies durch die Verhältnisse vor Ort erforderlich ist. Eine solche Vorgabe geschieht in Absprache mit dem Gesundheitsamt.

In mehreren anderen Bundesländern müssen Schüler und Lehrer im neuen Schuljahr auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, in Nordrhein-Westfalen gilt die Pflicht zumindest vorübergehend auch im Unterricht. In Mecklenburg-Vorpommern - wo die Schule bereits begonnen hat - gilt die Maskenpflicht ab Mittwoch für Schüler ab Klasse fünf.

Update, 4. August, 15.19 Uhr: Offenbach nähert sich Corona-Schwellenwert

Die Infektionszahlen in der Stadt Offenbach rücken näher an die Grenze für weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Am Dienstag stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen von 36 auf 39, wie das Hessische Sozialministerium mitteilte. Der Schwellenwert liegt bei 50. Der Rheingau-Taunus-Kreis folgt mit 22, danach der Odenwaldkreis und Wiesbaden mit je 20.

Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle am Wochenende hatte Offenbach bereits von sich aus einige Corona-Maßnahmen verschärft. Unter anderem wurden das Grillen und Picknicks auf öffentlichen Flächen verboten, Besuche in Altenheimen sind nur noch im Freien oder größeren Räumen wie Besucherzimmern möglich. Unter dem Strich gab es Dienstag aber nur einen moderaten Anstieg der Infektionszahlen.

Laut Stadt wurden im Vergleich zum Vortag fünf neue Fälle registriert. Am Wochenende war die Zahl auf den bisherigen Höchststand von 65 aktiv Erkrankten geklettert. Aktuell gibt es 64 akute Covid-19-Fälle in der Stadt.

Nach dem positiven Covid-19-Test bei einem vierjährigen Kind seien mehrere Gruppen einer Kindertagesstätte unter Quarantäne gestellt worden, teilte die Stadt am Abend mit. "Das Gesundheitsamt hat alle Kontakte in der Kita ermittelt und Tests bei Erzieherinnen und Erziehern sowie den Kindern veranlasst", hieß es. "Alle Kontakte sind derzeit in Quarantäne – deswegen ist es nicht notwendig, die Kindertagesstätte vollständig zu schließen."

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist unterdessen am Dienstag im Vergleich zum Vortag um 57 gestiegen. Insgesamt gibt es seit Beginn der Pandemie 12.199 Fälle, wie das Sozialministerium in Wiesbaden (Stand: 14 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, war seit Freitag stabil gewesen. Nun stieg sie um eins auf 521. In der Statistik des Ministeriums werden nur Angaben erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt wurden.

Update, 4. August, 6.27 Uhr: Hessen gibt 364 Millionen Euro für Corona-Schutzausrüstung aus

Die hessische Landesregierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie für mehr als 364 Millionen Euro brutto Schutzausrüstung gekauft. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Landtagsfraktion in Wiesbaden hervor (Stand: 26. Mai). Demnach wurden allein rund 234,2 Millionen Euro für knapp 55 Millionen Atemschutzmasken ausgegeben. Hinzu kommen nochmals 46,8 Millionen Euro für mehr als 63,5 Millionen chirurgische Mundnasenschutze.

Angeschafft wurden außerdem Schutzbrillen, Schutzkittel, Ganzkörperanzüge und Desinfektionsmittel. Für knapp 23 Millionen Euro wurden mehr als 130 Millionen Einweghandschuhe gekauft. In Einzelfällen hätten die Lieferungen nicht den Erwartungen entsprochen, teilte das Innenministerium mit. Es werde derzeit geprüft, ob dies rechtliche Folgen habe. Die Verfahren seien noch nicht abgeschlossen.

Vor der Pandemie lagerten bei der hessischen Landesverwaltung unter anderem rund 165.400 Atemschutzmasken und etwa 418.800 Einmalhandschuhe, wie aus den Angaben des Ministeriums hervorgeht.