Kein Aprilscherz! Jetzt nimmt uns das Coronavirus auch noch den geliebten Eisbecher

Frankfurt am Main - Das Thermometer zeigt zumindest tagsüber teils frühlingshafte Werte, überall um uns herum blüht die Natur auf. Doch aufgrund der Corona-Krise sind wir dazu angehalten, Wege nach draußen möglichst zu minimieren, überwiegend zu Hause zu bleiben. Und nun auch noch DAS!

Die obligatorische Portion Eis von der geliebten Eisdiele wird trotz frühlingshafter Temperaturen zunächst ausbleiben (Symbolbild).
Die obligatorische Portion Eis von der geliebten Eisdiele wird trotz frühlingshafter Temperaturen zunächst ausbleiben (Symbolbild).  © dpa/Patrick Seeger

Wie die Polizei Westhessen am Mittwoch auf Twitter mitteilte, müssen Eisdielen im Zuge der Coronavirus-Maßnahmen komplett geschlossen werden. "Kein Deal bei Eisdielen. Auch nicht zum Abholen und/oder Mitnehmen", heißt es in dem Beitrag.

Somit müssen Eis-Liebhaber zunächst auf das geliebte Eis verzichten - außer es ist im Supermarkt in Spagetii-Form erhältlich. Doch das regte eine hitzige Diskussion mit einigen Usern an, denen diese drastische Maßnahme bis zu diesem Zeitpunkt scheinbar unbekannt war.

So kommentierte ein Twitter-Nutzer samt angehängtem Screenshot aus den Verordnungen des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration: "Also der Außer-Haus-Verkauf an der Theke findet doch statt - und ist doch erlaubt, oder?" 

Tatsächlich ist auf dem Bildausschnitt zu lesen, dass Eisdielen noch immer Außerhaus-Lieferungen anbieten könnten. 

Dem widersprachen die Ordnungshüter jedoch prompt und verwiesen auf eine aktuelle Anordnung der hessischen Staatskanzlei. Dort steht geschrieben, dass Eisdielen zu schließen seien und somit denselben Regularien wie Clubs, Kneipen oder Diskotheken unterliegen.

Eisdielen-Betreiber wussten teilweise selbst nichts von erforderlichen Schließungen

Doch nicht nur Privatpersonen sind erstaunt über den willkürlich anmutenden Unterschied zwischen Restaurants und Eisdielen. So bestätigte eine Eisdielen-Besitzerin aus Frankfurt der Hessenschau: "Nein, davon weiß ich nichts. Ich muss erst einmal bei der Polizei anrufen, ob das wirklich so ist. Die hatten vor ein paar Tagen noch gesagt, dass alles so in Ordnung geht".

Bei einer Bestätigung seitens der Behörden sei sie jedoch umgehend dazu bereit, den bestehenden Regularien Folge zu leisten. Der Grund für das Verbot - vor allem für den Straßenverkauf: Eis ist als Genuss- und nicht als Grundnahrungsmittel deklariert, eine Aufforderung zur Schließung von Eisdielen also legitim.

Außerdem befürchte man, dass gerade beim Anstehen in der Warteschlange für ein kühles Bällchen, eine vermeidbare Verbreitung des Virus entstehen könnte. Da half auch ein Eilantrag einer nordrhein-westfälischen Eisdiele nichts, die gegen die Zwangsschließung vorgehen wollte.

Die abschließenden - durchaus vernünftigen - Worte der Polizei werden den meisten Eis-Freunden derweil wohl nur wenig Genugtuung verschaffen. So heißt es dort: "Gönnt euch nach der Corona-Krise eine extra Portion Eis in der Eisdiele. Bis dahin gilt weiterhin: #StayAtHome #FlattenTheCurve".

Ein User kommentierte mit einem (wohl veralteten) Auszug aus den Corona-Regularien, die den Außerhaus-Verkauf für Eisdielen noch erlaubte.
Ein User kommentierte mit einem (wohl veralteten) Auszug aus den Corona-Regularien, die den Außerhaus-Verkauf für Eisdielen noch erlaubte.  © Screenshot Twitter
Tatsächlich gelten für Eisdielen aber dieselben Regularien wie für Diskotheken, Bars, Clubs und Kneipen.
Tatsächlich gelten für Eisdielen aber dieselben Regularien wie für Diskotheken, Bars, Clubs und Kneipen.  © Screenshot: Hessische Staatskanzlei zum Coronavirus

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Titelfoto: dpa/Patrick Seeger

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