Stein-Attacke auf Polizei und Feuerwehr: "Da hat sich etwas entladen"

Dietzenbach - Es war ein unfassbarer Gewaltausbruch in einem Hochhausviertel in der hessischen Kreisstadt Dietzenbach. Vor zwei Wochen legten Randalierer Feuer und lockten Polizei und Feuerwehr in einen Hinterhalt (TAG24 berichtete).

Nach den Attacken auf Einsatzkräfte befragen Polizisten vor Ort Zeugen.
Nach den Attacken auf Einsatzkräfte befragen Polizisten vor Ort Zeugen.  © dpa/Boris Rössler

Die Einsatzkräfte wurden mit bereitgelegten Steinen attackiert - nur durch Glück wurde niemand verletzt.

Zwei Wochen nach der Stein-Attacke gegen die Einsatzkräfte herrscht in der wenig beschaulichen Hochhaus-Siedlung nach wie vor erhöhte Polizei-Präsenz.

Beamte führen in dem Viertel Kontrollen durch, wie ein Polizeisprecher am Freitag in Offenbach sagte. "Im Spessart-Viertel ist seitdem aber Ruhe eingekehrt", sagte Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Der überwiegende Teil der Menschen dort ist genervt von den Leuten, die dort Unruhe stiften", sagte Rogg. "Wir gehen davon aus, dass die dort bekannt sind."

Aber die Menschen in der Hochhaus-Siedlung würden nicht gerne mit Leuten reden, die von außen kommen. Intern werde dort aber schon kommuniziert. In dem Viertel leben Tausende Menschen aus mehr als 80 Nationen zusammen.

Rogg bezeichnete das Konstrukt als "fragil". "Wir haben in der Corona-Zeit ein Stück weit den Kontakt verloren." Jetzt sollen alle Angebot wie ein Box-Training, Hausaufgaben-Hilfen oder Streetworker wieder hochgefahren werden.

"Da hat sich etwas entladen", sagte Rogg über das Viertel, das vor Jahren schon einmal im Blickpunkt stand und als Brennpunkt gilt.

Das werde aber sicherlich keine Serie. Es gebe aus der Jugend-Szene keinerlei Rückmeldungen, dass sich irgendwer mit der Tat rühme. "Die Menschen sind eher geschockt, weil überregional Schaden angerichtet wurde."

Polizei in Dietzenbach sammelt Hinweise von Zeugen und wertet Kamera-Aufzeichnungen aus

Der Polizei zufolge waren vor zwei Wochen zunächst ein Container und ein Bagger angezündet worden, um Einsatzkräfte im Kreis Offenbach in den Hinterhalt zu locken.
Der Polizei zufolge waren vor zwei Wochen zunächst ein Container und ein Bagger angezündet worden, um Einsatzkräfte im Kreis Offenbach in den Hinterhalt zu locken.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Bei Kontrollen in den vergangenen Tagen wurden nach Angaben eines Polizei-Sprechers auch vereinzelt Drogen und Waffen wie Messer und Schlagstöcke sichergestellt.

Weitere Angriffe wie vor zwei Wochen habe es seither aber nicht gegeben. "Aber es gibt Unmuts-Bekundungen bei denen, die kontrolliert werden." Warum es in der Nacht vor zwei Wochen zu dem Gewaltausbruch kam, ist unklar.

Die Ermittler riefen mit einem Online-Portal, in den sozialen Medien oder jüngst mit einem Flyer zu Zeugen-Aussagen auf. Mittlerweile gebe es Hinweise im mittleren zweistelligen Bereich (TAG24 berichtete).

"Die Zahl der eingehenden Hinweise wird aber geringer", sagte der Polizei-Sprecher. Nach wie vor würden zum Beispiel Kamera-Aufzeichnungen ausgewertet. Weitere Festnahmen gab es nicht.

Der Polizei zufolge waren vor zwei Wochen zunächst ein Container und ein Bagger angezündet worden, um Einsatzkräfte im Kreis Offenbach in den Hinterhalt zu locken.

Als die Helfer am frühen Morgen eintrafen, wurden sie von etwa 50 Männern mit Steinen beworfen. Ein 19 Jahre alter Mann war vorläufig festgenommen, später aber wieder entlassen worden.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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