Ein Jahr nach tödlicher Gleis-Attacke: Eltern des toten Leo (†8) mit Vorwürfen

Frankfurt am Main - Fast ein Jahr nach der tödlichen Gleis-Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof (TAG24 berichtete) hat die Familie des getöteten Jungen ihre Trauer zum Ausdruck gebracht und zugleich mehr Sicherheit an Bahnhöfen gefordert. 

Kuscheltiere und Beileidsbekundungen haben sich am Gleis 7 des Hauptbahnhofs an einer Gedenkstelle angesammelt.
Kuscheltiere und Beileidsbekundungen haben sich am Gleis 7 des Hauptbahnhofs an einer Gedenkstelle angesammelt.  © DPA/Arne Dedert

"Seit dem tragischen Verlust unseres kleinen Sohns und Bruders geht es uns nicht gut, in den vergangenen Monaten stand einzig die Erinnerung und Trauer um unseren kleinen Leo im Vordergrund", ließ die Familie am Dienstag über ihren Anwalt mitteilen. Demnach werden die Eltern und die Schwester weiterhin psychologisch betreut.

Die Familie zeigte sich unzufrieden mit dem bisherigen Ermittlungs- und Verfahrensstand, etwa die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den schweizerischen Behörden.

Gleiches gelte für einfach umzusetzende zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, um die Menschen an Bahnsteigen besser zu schützen. Die Angehörigen wünschen sich zudem eine Gedenktafel am Gleis, dazu sei man in enger Abstimmung mit der Bahn.

Ein aus Eritrea stammender Mann soll am 29. Juli 2019 den Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE auf das Gleis gestoßen haben. Der 40 Jahre alten Mutter gelang es, sich zur Seite zu rollen, das Kind wurde von dem Zug erfasst und getötet.

Die Frau und ihr Sohn waren auf dem Weg in den Urlaub. Der Tatverdächtige wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt. Zuletzt hatte er in der Schweiz gewohnt.

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt, am 19. August wird das Verfahren gegen den Mann vor dem Frankfurter Landgericht beginnen. Der Jahrestag und die bevorstehende Hauptverhandlung seien für die Familie besonders schwer zu ertragen, so der Anwalt.

Zugleich seien die Angehörigen sehr bewegt gewesen, von der Anteilnahme, den Briefen und Spenden zahlreicher fremder Menschen.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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