Sprengungen, Drogen und Brand-Attentat: Polizei gelingt Schlag gegen kriminelle Bande

Frankfurt am Main - Staatsanwaltschaft und Polizei ist am gestrigen Dienstag im Rhein-Main-Gebiet ein schwerer Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Dabei wurden sieben Personen festgenommen.

Mit den Gasflaschen (l.) wurden die Geldautomaten gesprengt, ein angezündetes Auto blockierte die Zufahrtswege zum Tatort.
Mit den Gasflaschen (l.) wurden die Geldautomaten gesprengt, ein angezündetes Auto blockierte die Zufahrtswege zum Tatort.  © Bild-Montage: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Die Tatverdächtigen sollen Angehörige einer Bande aus dem Rhein-Main-Gebiet sein, die sich auf Sprengungen von Geldautomaten und den Handel mit Drogen spezialisiert hat. Zwischen 22 und 33 Jahre sind die sieben Festgenommenen alt und haben die deutsche, marokkanische und jordanische Staatsangehörigkeit.

Drei Beschuldigten wird konkret vorgeworfen, mit weiteren schon zuvor festgenommenen Tatverdächtigen an Geldautomaten-Sprengungen am 5. Januar 2021 in Offenbach und Obertshausen sowie am 25. Februar 2021 in Lauterbach (Vogelsbergkreis) maßgeblich beteiligt gewesen zu sein.

Ein 33 Jahre alter Mann soll demnach für die Planung und Koordination der zeitgleich in Offenbach und Obertshausen durchgeführten Taten zuständig gewesen sein.

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Sein 23-jähriger Komplize hatte sich demnach um das Beobachten und Blockieren von Zufahrtsstraßen gekümmert und zu diesem Zweck auch Autos angezündet.

Außerdem soll eine 28-Jährige, die ebenfalls der Bande angehört, zwei hochmotorisierte Fluchtfahrzeuge, ein Hotelzimmer und eine Ferienwohnung zum Auskundschaften des Tatorts in Lauterbach angemietet haben.

Die Bande soll in einem Jahr mehrere Hundert Kilogramm Drogen - darunter auch Kokain (l.) - umgesetzt haben.
Die Bande soll in einem Jahr mehrere Hundert Kilogramm Drogen - darunter auch Kokain (l.) - umgesetzt haben.  © Bild-Montage: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Bande setzte in einem Jahr mehrere Hundert Kilogramm Drogen um

Amphetamine (l.) stellte die Bande selbst. Auch größere Mengen Marihuana wurden angebaut.
Amphetamine (l.) stellte die Bande selbst. Auch größere Mengen Marihuana wurden angebaut.  © Bild-Montage: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Den anderen vier Festgenommenen wird vorgeworfen, 2020 und 2021 mit großen Mengen an Kokain, Heroin, Amphetamin, Haschisch und Marihuana gedealt zu haben.

Insgesamt soll die Bande innerhalb eines Jahres mehrere Hundert Kilogramm Drogen umgesetzt haben, von denen sie einen großen Teil selbst hergestellt hatten.

Außerdem sollen zwei der verhafteten Personen in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2020 einen Brandanschlag auf ein ehemaliges Mitglied der Gruppe im Main-Taunus-Kreis verübt haben. Dabei wurde durch einen "Molotov-Cocktail" ein Schaden von 50.000 Euro in einem Betrieb verursacht.

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Im Zusammenhang mit den Festnahmen durchsuchten Polizisten in Offenbach sowie im Landkreis Darmstadt-Dieburg mehrere Objekte und stellten unter anderem Mobiltelefone, Laptops, diverse Unterlagen, Drogen und eine Geldzählmaschine sicher.

An den Aktionen waren insgesamt rund 140 Polizisten - darunter auch Spezialkräfte - beteiligt.

Titelfoto: Bild-Montage: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

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