Razzia in Frankfurt und Rhein-Main: Festnahmen wegen Schwarzarbeit

Frankfurt am Main - Bei einem Großeinsatz von Zoll und Polizei gegen Schwarzarbeit im Reinigungsgewerbe sind am Dienstagmorgen im Rhein-Main-Gebiet acht Menschen festgenommen worden.

Zollbeamte führen während einer Razzia bei einem Reinigungsunternehmen in Frankfurt einen Mann zur Personalien-Überprüfung.
Zollbeamte führen während einer Razzia bei einem Reinigungsunternehmen in Frankfurt einen Mann zur Personalien-Überprüfung.  © Boris Roessler/dpa

Insgesamt werde gegen 20 Verdächtige ermittelt, sagte eine Sprecherin des Hauptzollamts Frankfurt.

Der Hauptschwerpunkt der Aktion lag demnach bei einem Unternehmen. Bei den festgenommenen Hauptverdächtigen handele es sich um sechs Männer und zwei Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren.

An den Durchsuchungen von 50 Firmenräumen und Privatwohnungen in der Rhein-Main-Region, in Köln und der Umgebung von Passau seien mehr als 550 Einsatzkräfte beteiligt gewesen, darunter eine Spezialeinheit des Zolls.

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Ein Teil der aufgrund von Haftbefehlen der Staatsanwaltschaften in Frankfurt und Darmstadt Festgenommenen soll seit dem Jahr 2015 in ihrem Frankfurter Reinigungsunternehmen Personal illegal beschäftigt haben.

Durch die Schwarzarbeit soll ein Steuerschaden von mehr als neun Millionen Euro, etwa durch nicht gezahlte Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge, entstanden sein.

Gleichzeitig soll das Unternehmen fast 40 Millionen Euro Umsatz durch Aufträge der öffentlichen Verwaltung erwirtschaftet haben.

Ein Polizist steht während der Razzia im Lagerraum des Frankfurter Reinigungsunternehmens.
Ein Polizist steht während der Razzia im Lagerraum des Frankfurter Reinigungsunternehmens.  © Boris Roessler/dpa

Um die Schwarzlohnzahlungen zu verschleiern, sollen Scheinrechnungen angeblicher Subunternehmen verbucht worden sein, die sich auf mehr als 16 Millionen Euro beliefen. Dafür sei aber nie eine Arbeitsleistung erbracht worden, hieß es.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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