Waffenverbots-Zone in Frankfurt? Polizei stellt klare Forderung

Frankfurt am Main - Das berüchtigte Bahnhofsviertel der Mainmetropole Frankfurt ist immer wieder der Schauplatz teils äußerst brutaler Verbrechen - nun fordert die Polizei der Stadt eine Waffenverbots-Zone für das Quartier.

Ende Mai kam es im Frankfurter Bahnhofsviertel zu einer blutigen Messerstecherei - nun fordern die Beamten eine Waffenverbots-Zone in dem Areal.
Ende Mai kam es im Frankfurter Bahnhofsviertel zu einer blutigen Messerstecherei - nun fordern die Beamten eine Waffenverbots-Zone in dem Areal.  © 5vision.media

Erst im Oktober war es im Frankfurter Bahnhofsviertel zu einer Messer-Attacke gekommen, ein 37-jähriger Mann wurde dabei schwer verletzt.

Das Polizeipräsidium der Stadt forderte am heutigen Mittwoch eine Waffenverbots-Zone für das Quartier, um den Kampf der Beamten gegen die Drogen- und Straßenkriminalität zu unterstützen.

Die Polizisten plädieren für "ein Verbot von waffenähnlichen, gefährlichen Gegenständen wie Messern jeglicher Art, soweit sie nicht bereits dem Waffengesetz unterliegen, von metallenen oder scharfkantigen oder spitzen Gegenständen, welche als Schlag-, Stich oder Wurfwaffe eingesetzt werden können, sowie von Reizstoffsprühgeräten jeglicher Art", wie ein Sprecher erklärte.

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Der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller (50) ergänzte: "Ich bin überzeugt davon, dass eine Waffenverbots-Zone im Bahnhofsgebiet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit in Frankfurt leisten kann. Insbesondere Messer spielen viel zu oft eine gefährliche Rolle bei nächtlichen Auseinandersetzungen. Zu vorgerückter Stunde und unter Alkoholeinfluss wird häufig alles eingesetzt, was mitgeführt wird."

Je früher die Polizei solche Waffen sicherstelle, desto besser sei es. "Das ist unmittelbarer Opferschutz", unterstrich der Polizeipräsident.

Waffenverbots-Zone würde das Rotlicht-Viertel von Frankfurt umfassen

Die Frankfurter Polizei veröffentlichte diese Grafik: Die rote Umrandung zeigt die von den Beamten geforderte Waffenverbots-Zone im Bahnhofsviertel der Mainmetropole.
Die Frankfurter Polizei veröffentlichte diese Grafik: Die rote Umrandung zeigt die von den Beamten geforderte Waffenverbots-Zone im Bahnhofsviertel der Mainmetropole.  © Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Die Frankfurter Polizei veröffentlichte auch eine Grafik, welche die von den Beamten erwünschte Waffenverbots-Zone zeigt.

Demnach soll die Zone zwischen der Mainzer Landstraße im Norden und der Gutleutstraße im Süden eingerichtet werden. Im Osten würde sie durch die Weserstraße begrenzt, im Westen durch den Frankfurter Hauptbahnhof.

Zudem soll die Waffenverbots-Zone auch zeitlich begrenzt werden und nur von 21 Uhr bis 5 Uhr gelten. Hierdurch möchte die Polizei insbesondere Bauarbeitern und Handwerkern entgegenkommen, die durch ihre Berufe zwangsläufig mit gefährlichen Werkzeugen ausgestattet seien.

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Der Bereich der Zone, der auch das Frankfurter Rotlicht-Viertel in und um die Taunusstraße umfasst, sei bewusst gewählt worden, da in diesem Areal bis zu zwei Drittel der im Bahnhofsgebiet registrierten Gewaltdelikte verübt würden.

So habe sich etwa die Anzahl der Waffendelikte in dem Areal in den letzten drei Jahren von 102 im Jahr 2019 auf 239 im Jahr 2021 mehr als verdoppelt. Bei einem großen Teil dieser Straftaten seien im zurückliegenden Jahr Messer (102) und Reizgas (109) als Tatwaffen verwendet worden. Die Täter seien meist männlich und unter 30 Jahre alt.

Auch die Zahl von Straftaten wie Raub, Körperverletzung, Bedrohungen, Nötigungen oder von "Straftaten gegen das Leben" habe sich deutlich erhöht. Von 454 im Jahr 2019 auf 929 Delikte im Jahr 2021. Dabei hätten im letzten Jahr Raub- (136) und Körperverletzungsdelikte (643) deutlich überwogen.

Frankfurter Polizei möchte kein Verbot von Glasflaschen und Trinkgläsern

Die Polizei in Frankfurt verlangt allerdings kein Verbot von Glasflaschen und Trinkgläsern. Diese Maßnahme sei nicht zielführend, da sie nur mit zahlreichen Ausnahmetatbeständen für die Gastronomie und den Einzelhandel umsetzbar sei.

Ob die Stadtverwaltung oder das Stadtparlament auf die Forderung der Ermittler reagieren und tatsächlich eine Waffenverbots-Zone im Bahnhofsviertel etablieren, bleibt abzuwarten.

Das Polizeipräsidium Frankfurt plädiert in jedem Fall dafür, eine derartige Maßnahme zunächst für drei Jahre umzusetzen und danach zu evaluieren.

Titelfoto: 5vision.media

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