Polizei-Skandal in Hessen zieht weiter seine Kreise: Erneut persönliche Daten abgerufen

Wiesbaden/Berlin - Die hessische Polizei geht weiteren Fällen von rechtsextremen Bedrohungen möglicherweise aus den eigenen Reihen nach. 

Der Schriftzug «Polizei» am 1. Polizeirevier auf der Frankfurt Zeil (Symbolbild).
Der Schriftzug «Polizei» am 1. Polizeirevier auf der Frankfurt Zeil (Symbolbild).  © dpa/Boris Rössler

Von einem Rechner der hessischen Polizei seien persönliche Daten einer Künstlerin - der Kabarettistin Idil Baydar (45) - abgerufen worden sein, die von Rechtsextremisten seit Monaten mit Schmäh- und Drohschreiben überzogen werde, berichtete die Frankfurter Rundschau am Dienstag.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt betätigte am Dienstag, dass es "weitere Fälle" gebe. "Wir haben mehrere Drohschreiben gegen mehrere Geschädigte." Namen wollte sie nicht nennen.

Die jeweiligen Drohmails weisen Ähnlichkeiten in Aufbau und Wortlaut zu bisher bekannt gewordenen Fällen auf, wie die Zeitung unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete. So hatte die Frankfurter Anwältin Basay-Yildiz, die im NSU-Prozess Nebenkläger aus den Familien der Opfer der rechtsextremen Mordserie vertrat, 2018 Drohschreiben erhalten, die mit "NSU 2.0" unterzeichnet waren.

In diesem Jahr hatte Hessens Linken-Fraktionschefin, Bundesparteivize Janine Wissler, solche Schreiben erhalten; dabei waren zuvor jeweils persönlichen Daten der Frauen über einen hessischen Polizeicomputer abgefragt worden.

Innenminister Peter Beuth (CDU) hat keine Belege, aber den Verdacht, dass es ein rechtes Netzwerk in der hessischen Polizei geben könnte.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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