Droht zweiter Lockdown? Lufthansa kritisiert Quarantäne-Pläne für Reiserückkehrer

Frankfurt am Main - Die Lufthansa fürchtet neue Unsicherheit und Buchungsrückgänge, sollten Corona-Tests für Reiserückkehrer durch eine Quarantänepflicht ersetzt werden.

Reisende stehen mit ihren Koffern am Frankfurter Flughafen (Symbolfoto).
Reisende stehen mit ihren Koffern am Frankfurter Flughafen (Symbolfoto).  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Wenn wir die Tests abschaffen und jeden direkt in Quarantäne schicken, droht uns ein zweiter Lockdown, und das, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, diese Testzentren innerhalb kürzester Zeit aufzubauen", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem "Spiegel" (Donnerstag).

Auch Reisewarnungen führten regelmäßig zu Buchungseinbrüchen. 

"Deshalb sind wir auch für den September und Oktober nicht mehr so optimistisch, wie wir das noch vor Kurzem waren", so Hohmeister. Der aktuelle Plan der Bundesregierung bringe "nicht mehr Sicherheit, sondern zusätzliche Unsicherheit". 

Es sei nicht nachzuvollziehen, warum man die umfangreichen Teststrukturen an Flughäfen nun gefährde. Stattdessen sollten die Tests über den Winter ausgebaut werden.

Müssen Einreisende aus Nicht-Riskogebieten wieder Cornona-Tests bezahlen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vorgeschlagen, die kostenlosen Corona-Tests nach der Sommerreisesaison abzuschaffen und stattdessen auf eine vorübergehende verpflichtende Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten zu setzen.

Über das Thema berät auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Donnerstag. Merkel will die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten am Ende der Sommerferien aller Bundesländer mit dem 15. September beenden, hieß es nach Informationen der dpa in einer Beschlussvorlage des Bundes. 

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten in jedem Fall verpflichtet sein, sich für 14 Tage nach ihrer Einreise in Quarantäne zu begeben.

Auch der Betreiber des Frankfurter Flughafens hatte die Quarantäne-Pläne der Bundesregierung kritisiert. "Eine pauschal angeordnete Quarantäne bedeutet faktisch einen zweiten Lockdown für die Luftverkehrs- und Tourismusbranche und für alle Menschen, die über Ländergrenzen hinweg unterwegs sein müssen", hatte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte am Mittwoch moniert.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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