Meine Meinung: Fitnessstudios wegen Lockdown dicht: Frau Merkel, haben sie 'ne Macke?

Frankfurt am Main - In "freudiger" Erwartung blickt Deutschland auf den zweiten Lockdown des Jahres. Aber seien wir doch froh, dass wir diesmal lediglich eine Light-Version um die Ohren gehauen bekommen. Als Fitness-begeisterter Mensch weiß ich jedoch eines ziemlich gut: Light ist oft nicht mehr als eine riesige Verarsche! 

Eine Frau übt Kniebeugen in einem Fitnessstudio aus (Symbolfoto).
Eine Frau übt Kniebeugen in einem Fitnessstudio aus (Symbolfoto).  © dpa/Bernd Wüstneck

Und genau bei diesem Bild möchte ich im Folgenden bleiben, um meine Sicht auf die bevorstehenden Einschränkungen kundzutun. Denn blickt man auf die lange Liste der erneut geschlossenen Etablissements und verbotenen Aktivitäten wird, wie beim Blick auf die Inhaltsstoffe eines Light-Produktes, klar: Hier wird gewaltige Augenwischerei betrieben!

Viele Fitness-Fanatiker, mich eingeschlossen, haben der Wiedereröffnung der Studios entgegengefiebert und in der Zwischenzeit hart an sich gearbeitet. Dass nun schon wieder Schluss damit ist, tut auf vielen Ebenen weh und sorgt für Missmut. 

Den wenigsten Trainierenden ist es aus verschiedensten Gründen möglich, ihr Training auch außerhalb eines Studios ähnlich zu gestalten. Die Erfolge, die zwangsweise für mehr Selbstbewusstsein und besser Laune sorgten, schwinden somit ohne eigene Schuld dahin.

Und tatsächlich gibt es noch andere Aspekte, die eine Schließung der "Gyms" als eher wenig sinnvoll erscheinen lassen. Verschiedene Studien haben ergeben, dass Fitnessstudios bei Weitem kein sogenannter Superspreader für das Coronavirus sind. 

So zeigte die "SafeACTiVE Study", eine länderübergreifende Testreihe, die in Deutschland zwölf weiteren EU-Staaten sowie dem Vereinigten Königreich durchgeführt wurde, dass die Infektionsrate tatsächlich bei 0,78 auf 100.000 Studio-Besuchern liegt. Schon eine ähnliche Studie aus Norwegen hatte während des ersten Lockdowns ergeben, dass sich nur einer der über 3000 Probanden AN SEINEM ARBEITSPLATZ infizierte.

Fitnessstudios als Corona-Superspreader? Allein schon aus wissenschaftlicher Sicht lächerlich!

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66).  © dpa/Kay Nietfeld

Zudem galt es schon lange vor Corona als erwiesen, dass sportliche Aktivität ein wahrer Heilsbringer für seelisches und körperliches Befinden ist und im Umkehrschluss auch einen gewissen Schutz vor einer Infektion bieten KANN!

Wirtschaftlich ist es für die Betreiber - vor allem kleinerer Nicht-Ketten-Studios - ähnlich wie beispielsweise in der Gastronomie ein erneuter Rückschlag, der diesmal für den Bankrott sorgen könnte. Und das trotz im Vorfeld zugesicherter Staatshilfen.

Denn erneut werden viele Kunden, von denen es allein in Deutschland rund 12 Millionen und somit weitaus mehr als beispielsweise aktive Fußballer (7 Millionen) gibt, auf die Zahlung ihrer Beiträge verzichten. Geld, das auf kurz oder lang fehlen und - zumindest langfristig - für enorme Schwierigkeiten sorgen wird. 

Und auch wenn die Entscheidungen, die von der Politik gerade beim Thema Corona getroffen werden (müssen), sicherlich deutlich schwieriger sind, als wir es uns vorstellen mögen, kann ich im Bezug auf den mir erneut auf unbestimmte Zeit verwehrten Fitnessstudio-Besuch mit bestem Gewissen behaupten:

"Frau Merkel, wenn Sie erneut auch die Fitnessstudios schließen: Haben Sie 'ne Macke?

Titelfoto: Montage: DPA/Bernd Wüstneck, Kay Nietfeld, TAG24/Angelo Cali

Mehr zum Thema Frankfurt am Main:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0