Nach der Blutnacht von Hanau: Frankfurt beschließt Aktionsplan gegen Rassismus

Frankfurt am Main - Als Reaktion auf die sogenannte Blutnacht von Hanau hat der Frankfurter Magistrat einen Aktionsplan gegen Rassismus und Extremismus beschlossen. Bei dem rassistischen Anschlag in Hanau im Februar waren insgesamt elf Menschen gestorben.

Das friedliche Miteinander der Kulturen und Religionen in Frankfurt soll durch einen Aktionsplan gefördert werden.
Das friedliche Miteinander der Kulturen und Religionen in Frankfurt soll durch einen Aktionsplan gefördert werden.  © Frank Rumpenhorst/dpa

 "Wir müssen rechtsextremistischen Kräften die Stirn bieten, gemeinsam und entschlossen", betonte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. 

Das friedliche Zusammenleben der Frankfurter, die durch vielfältige Herkunft geprägt sei, dürfe nicht einfach als selbstverständlich hingenommen werden.

"Wir wollen die Präventionsarbeit ausweiten", kündigte Feldmann an. 

Auch in der Stadtverwaltung gelte es, mehr Menschen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Funktionen sichtbar zu besetzen.

Integrationsdezernentin Sylvia Weber kündigte die Schaffung einer kommunalen Antirassismusstelle an. 

Darüber hinaus solle mit Bündnissen und Gruppen zusammengearbeitet werden, die bereits im Bereich Prävention und Beratung aktiv sind.

"Die Einschläge kommen näher, die Frequenz erhöht sich", sagte Finanzdezernent Uwe Becker (CDU) über rechtsextremistische Gewalt auch in Hessen. Gerade am Jahrestag der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sei dies deutlich.

"Es kann deswegen nie genug Engagement gegen Extremismus geben." Auch im Stadtparlament von Frankfurt sei mit der AfD eine Partei vertreten, "die den Nährboden für rassistisches Gedankengut bereitet", sagte Becker, der auch Hessens Antisemitismusbeauftragter ist.

Friedliches Miteinander von Kulturen und Religionen soll gefördert werden

Unter anderem sollen im Rahmen des Aktionsplans der Diskriminierung von Frauen wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft und ihrer Religion entgegengewirkt werden. Auch häusliche Gewalt gegen homo- und transsexuelle Menschen soll stärker in den Blick genommen werden.

Förderung soll es für Initiativen geben, die sich um ein friedliches Miteinander von Kulturen und Religionen einsetzen.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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