Coronavirus, Quarantäne und Co: So gehst Du richtig mit dieser Krise um

Von Gina Gadis

Frankfurt am Main - Die Welt steht still. Schulen bleiben geschlossen. Das öffentliche Leben wird immer mehr eingeschränkt. Doch jetzt in Panik auszubrechen, ist definitiv keine Lösung. Wir sitzen alle im selben Boot und müssen jetzt das Beste daraus machen.

Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel sollten für die übrig gelassen werden, die gefährdet sind. Im übrigen ist Melissengeist auch eine gute Alternative zum Desinfektionsmittel. 
Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel sollten für die übrig gelassen werden, die gefährdet sind. Im übrigen ist Melissengeist auch eine gute Alternative zum Desinfektionsmittel.   © Gina Gadis

Das Coronavirus stellt die Welt vor eine Herausforderung in einem völlig neuen Maßstab. Vor ein paar Wochen noch habe ich das Thema auf die leichte Schulter genommen, aber spätestens seit dieser Woche wird das wohl kaum noch jemanden so gehen. 

Ich erwische mich selbst, wie ich fast halbstündlich mein Handy in die Hand nehme und schaue, ob es neue Nachrichten zu dem Virus gibt. Aber bringt mir das etwas? Außer noch mehr Angst und Panik? Natürlich ist es wichtig, informiert zu bleiben, aber mentaler Stress ist mit Sicherheit alles andere als gut für das Immunsystem.

Dabei zähle ich als junger, gesunder Mensch anscheinend weniger zu der Gruppe der akut Gefährdeten. Deswegen gibt es für mich auch keinen Grund zu Hamstern. Es wäre egoistisch, gegenüber denjenigen, die wirklich gefährdet sind oder vielleicht gar nicht (mehr) in der Lage sind, einfach zum nächsten Supermarkt zu gehen, wenn etwas ausverkauft ist. 

Genau diesen Menschen sollten wir jetzt helfen. So wird mein kleiner Bruder (14) ab kommender Woche seine neugewonne Freizeit sinnvoll nutzen und für unsere Oma einkaufen gehen. Natürlich ist es wichtig, darauf zu achten, dass man als Helfer nicht zum Zwischenherd der Krankheit wird, aber das mit der Hygiene haben doch (hoffe ich) mittlerweile alle kapiert. 

Dennoch bin ich schockiert, dass es tatsächlich Leute gibt, die sich lustig über andere machen, die derzeit Atemschutzmasken tragen. Vielleicht tragen sie diese ja nicht nur aus Eigenschutz, sondern auch um ihre Mitmenschen zu schützen, weil sie selbst zum Beispiel eine Erkältung haben? 

Du solltest dir die Frage stellen: "Möchte ich Teil einer Kette sein, die zum Tod eines Menschen führt?"

In Zeiten wie diesen müssen wir zusammenhalten.
In Zeiten wie diesen müssen wir zusammenhalten.  © Unsplash.com/@cdc

Und wie kann es sein, dass Leute Desinfektionsmittel aus den Krankenhäusern klauen? Kurzsichtiger geht es ja kaum noch, denn was soll aus all den Kranken werden, wenn das Personal im Krankenhaus sich noch nicht mal mehr ordentlich schützen kann und zum Schluss nicht mehr in der Lage ist, zu helfen?

"Werde ich krank?" sollte nicht die Hauptfrage sein, sondern "Können meine Handlungen versehentlich andere gefährden? Möchte ich Teil einer Kette sein, die zum Tod eines Menschen führt, wenn dies vermeidbar ist?" Wir sind alle betroffen, manche mehr, manche weniger. 

Also lasst uns alle zusammenhalten und dieses Ding gemeinsam durchstehen. Damit wir gesund bleiben, ist es wichtig, dass auch unsere Mitmenschen gesund bleiben - körperlich, wie auch mental. Seine Mitmenschen anzulächeln, wenn man ihnen auf der Straße begegnet, tut niemanden weh und hilft dabei in Zeiten wie diesen positiv zu bleiben. 

Mach dir bewusst, was in deiner Hand liegt und was du kontrollieren kannst und fokussiere dich darauf. Selbst wenn wir uns jetzt nicht mehr mit Freunden treffen sollten, können wir dank der modernen Technologie immer noch sozial sein. Telefoniere oder skype mit deinen Liebsten, kontaktiere vielleicht mal wieder alte Freunde und tauscht Euch aus, nicht nur über Corona.

Es ist ein guter Zeitpunkt, seine Beziehung zu den Mitbewohnern, sei es Familie, Partner oder WG-Mitglieder zu vertiefen und sich gemeinsam in den vier Wänden die Zeit zu vertreiben. Wie wäre es zum Beispiel mit gemeinsamem Kochen, Tanzparties im Wohnzimmer, Spiele spielen, Sporteln zu einem Youtube-Video oder ein romantisches Badewannen-Date mit dem Partner? 

Soziale Kontakte meiden, heißt nicht, nicht mehr sozial zu sein

Gemeinsam kochen, Zeit zu zweit: Auch zu Hause kann man sich die Zeit gut vertreiben.
Gemeinsam kochen, Zeit zu zweit: Auch zu Hause kann man sich die Zeit gut vertreiben.  © Unsplash.com/@beccatapert

In Italien fangen die Leute nun schon an gemeinsam über die Fenster und Balkone miteinander zu singen. Wer weiß, eventuell wird diese Krise Nachbarn auf eine ganz neue Art und Weise miteinander verbinden.

Die App nebenan.de ist momentan die beste Möglichkeit, mit seinen Nachbarn in Kontakt zu treten. Dort kann man Hilfe anbieten oder erfragen, wie zum Beispiel zum Lebensmittel einkaufen oder den Gang zur Apotheke.

Vielleicht ist jetzt endlich mal Zeit, sich den Dingen zu widmen, die man viel zu lange vernachlässigt hat. Zum Beispiel Fenster putzen, Pflanzen umtopfen, Fotos sortieren oder die Schränke ausmisten. Gerade Letzteres ist sehr sinnvoll und kann auch eine wunderbare Basis sein, um ein bisschen kreativ zu werden. 

Denn bevor Du jetzt anfängst, Dir Deine Zeit in Onlineshops zu vertreiben und womöglich noch irgendwelche Ware aus China kaufst, schau doch erstmal, was Du noch hast und eventuell reparieren beziehungsweise umgestalten kannst.

Klar leidet die Wirtschaft massiv unter dieser Krise, besonders die Selbstständigen. Vor allem die kleinen, lokalen Geschäfte können es sich nicht leisten, so lange zu schließen. Wenn wir also konsumieren, sollten wir versuchen, lokale Geschäfte zu unterstützen, damit diese jetzt nicht untergehen.

Auch Dinge, die immer noch auf der To-Do-Liste stehen oder einfach nur glücklich machen, können jetzt angegangen werden. Für mich persönlich wären das zum Beispiel ein Buch lesen, Podcasts hören, anfangen zu Meditieren oder mehr Yoga machen. Außerdem möchte ich mich wieder an mehr DIY-Projekte ransetzen und kreativ werden. Denn durch Resterverwertung, Recycling und Co. schone ich nicht nur die Umwelt, sondern muss auch weniger einkaufen gehen.

Wir leiden alle unter dieser Krise und müssen da jetzt irgendwie durch. Also machen wir das Beste aus dieser Zeit und halten zusammen. Bleibt schön gesund. Bis zum nächsten Mal. 

Alle Infos im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © TAG24/Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

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